Bibliotherapie - von der heilsamen Kraft der Literatur

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Was ist Bibliotherapie?

Lesen ist schön und macht Spaß und glücklich. Lesen bereichert dein Leben: intensiv, erfüllend und aufrüttelnd. Bibliotherapie macht sich die Kraft von Poesie und Literatur zunutze, um den Menschen bei ihren Aufgaben und Herausforderungen zu helfen.

Verbreitung der Idee, Literatur als Lebenshilfe zu nutzen

So viel ließe sich über Bibliotherapie schreiben. Was sie ist, woher sie kommt, wie sie funktioniert. Ganze Bücher wurden bereits darüber geschrieben.Besonders viele englischsprachige, aber auch eine Menge Fachbücher von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren. Auch Skandinavien, Frankreich und andere Länder haben das Potenzial der Bibliotherapie schon längst entdeckt.

Hier gebe ich dir erste Einblicke in das was Bibliotherapie ausmacht. Du erfährst wie du sie für dich nutzen kannst und welche Wirkung sie hat. Wenn du darüber hinaus noch weitere Informationen suchst, dann schau gerne in die Quellenangaben am Ende dieser Seite. Da findest du eine kleine, feine Auswahl an Fachliteratur, Presseartikeln und Studien über Bibliotherapie.
Oder du durchstöberst mal das Internet. Auch der englische Begriff „bibliotherapy“ kann dir da weiterhelfen. Das biblio in Bibliotherapie kommt aus dem Altgriechischen und steht für Buch. Therapie steht für Dienst, Pflege und Heilung. Ganz konkret geht es also um Literatur, die dich beim Lesen positiv beeinflusst und damit deine mentale Heilung unterstützen kann.

Die richtige Auswahl

Die Literatur von der hier die Rede ist, kann jeder Roman sein, jede Graphic Novel, eine Kurzgeschichte oder einfach ein Gedicht. Meist geht es um belletristische Literatur, aber auch Ratgeber, Sachbücher und philosophische Werke können Einlass in die Bibliotherapie finden.

Wie funktioniert das genau?

Versuche dich kurz an den Moment zu erinnern, als du das letzte Mal ein gutes Buch gelesen hast. Erinnerst du dich an die Empfindungen, die dich durchströmt haben? Warst du vielleicht gerührt, beruhigt, fasziniert oder einfach nur interessiert? Worte berühren uns auf verschiedenen Ebenen. Sie halten Gefühle fest und machen sie sagbar. Was uns bislang nicht gelang auszusprechen, das begegnet uns in einem Text.

Ilse Orth, eine der Begründerinnen der Bibliotherapie im deutschsprachigen Raum, betont in ihren Interviews, dass Sprache zentrales Element ist: des menschlichen Wahrnehmens, Erfassens, Begreifens und Verstehens der Welt. Orth meint auch, dass Unausgesprochenes die Macht über uns verlieren kann, wenn es in Worte formuliert wurde. Es ist dann einfacher etwas unangenehmes, hemmendes, blockierendes hinter sich zu lassen.

Von der befreienden bzw. reinigenden Wirkung von Literatur hat schon der griechische Philosoph Aristoteles berichtet. Seine Dramentheorie ist noch heute von herausragender Relevanz.

Damals wie heute ist Lesen eine Kulturtechnik, die unsere Gesellschaft und unser Sein entscheidend beeinflusst.

Wie Bücher Emotionen ansprechen

In der Bibliotherapie wird die therapeutische Kraft der Literatur genutzt. Es geht um Glücksmomente, Verzweiflung, Liebe, Trauer. Die ganze Palette an Emotionen. Der Text ist Fiktion, aber die Gefühle, die wir beim Lesen empfinden, sind echt.

Ein gelesener Text wird nicht als etwas Fremdes aufgefasst, sondern  er berührt in dir etwas eigenes. Einen sensiblen und vielleicht wunden Punkt. Die Schwingungen, die der Text auslöst, beschäftigen dich nachhaltig.

Literatur gewährt uns Zugang zu dem was in uns verborgen scheint. Wir nähern uns selber an, erfahren Neues, schöpfen die eigenen Möglichkeiten aus. Es geht um Persönlichkeitsentwicklung, Horizonterweiterung, Orientierung und das Aufzeigen von Lösungswegen.

Die Distanz, die wir zu den Figuren einer Geschichte haben, hilft einen Entwicklungsprozess nachzuvollziehen, ohne unmittelbar mit den eigenen Schmerzen und Ängsten konfrontiert zu sein. Die Identifikation mit Protagonistinnen und Protagonisten hat dadurch eine entlastende Funktion.

Das, was dir bislang vielleicht noch nicht gelang auszusprechen, das kann in einer Geschichte stecken. Die Parallelen, die eine Romanfigur zu deinem Leben aufweisen, stoßen dich endlich zu einer Auseinandersetzung an, die weniger schmerzhaft sein kann.

Unsere Zeit hält viele Möglichkeiten bereit, uns als Menschen besser kennenzulernen und uns sogar in vielen psychischen Lebenskrisen selbst zu helfen.

Einige Krisen können sogar durch das Lesen im Vorfeld abgewendet werden: Lesen fördert die Kreativität, was wiederum stabilisierende Wirkung für unser Allgemeinbefinden hat. Wir haben diese Kreativität schon in uns, sie muss nur noch durch das Lesen aktiviert werden. Den meisten Aufgaben im Leben bist du gewachsen, wenn du die nötige Unterstützung, Trost, Rat, Zuversicht mitbringst. Literatur hilft dir auf diesem Weg.

Lesen ist eine Ressource die deine Resilienz stärkt, also deine Fähigkeit Konflikte und Krisen im Leben zu meistern. Und ein bisschen mehr Gelassenheit können wir alle gebrauchen, oder?

Den Geist stärken

Auch deine kognitiven Fähigkeiten werden gestärkt. Phantasie und Intuition werden aktiviert, noch ganz anders als zum Beispiel beim Fernsehen.

Schreibtherapie

Neben der Bibliotherapie gibt es übrigens noch die Poesietherapie. Auch ihr geht es um eine Entwicklung der Kreativität und Persönlichkeit. Statt dem Lesen steht dabei jedoch das selbstständige Schreiben im Vordergrund.

Alleine lesen oder professionelle Hilfe

Eine Bibliotherapie kann unterschiedlich ablaufen. Du kannst dir eine Bibliotherapeutin oder einen Bibliotherapeuten suchen und bei ihr oder ihm eine Therapie anfragen. Eine umfassende Übersicht bietet zum Beispiel die Liste der Mitglieder der Deutschsprachigen Gesellschaft für Poesie- und Bibliotherapie.

Du kannst dich auch an freie Beraterinnen und Beratern (so wie hier auf Literaturpower) wenden und dir eine individuelle Leseberatung auf diesem Wege einholen.

Oder du nimmst die ganze Sache selbst in die Hand. Das ist die Kernidee von Literaturpower. Durchstöbere die Artikel und Themen und finde das Buch, das zu dir und deinem Lebensgefühl passt.

Welche Methode du wählst, ist auch vom Schweregrad der Herausforderungen abhängig, die sich dir stellen. Bei einer schweren psychischen Erkrankung solltest du unbedingt professionelle Beratung bei Ärztinnen und Ärzten oder Psychologinnen und Psychologen einholen. Das Lesen von Literatur kann auch keine körperlichen Leiden heilen, dir aber den Umgang damit erleichtern.
Bücher sind in Krankheitsfällen eine sehr gute Ergänzung zur professionellen Behandlung. Hier findest du eine Übersicht über Hilfsangebote, wenn du gerade akut Hilfe benötigst.

Wenn du in einer Lebenskrise steckst, kannst du jede Unterstützung gebrauchen und Bücher sind dabei friedvoll und anspruchslos. Sie fordern nicht, sie erwarten nichts, sie sind einfach da wenn du bereit für sie bist. Du musst auch nicht gleich eine Krise haben, um etwas verbessern, verstehen oder ändern zu wollen. Ganz im Gegenteil! Literatur wirkt auch präventiv und stärkend.

Dein Mindset stört dich? Lies ein Buch! Du kannst in der Literatur aus einer Vielzahl von Einstellungen schöpfen und dir die auswählen, die zu dir passen.

Bücher machen dein Leben bunter, reicher und schöner!

Ich könnte und wollte hier noch ewig weiterschreiben. Kluge Menschen haben schon viel zu Bibliotherapie veröffentlicht und gerne würde ich allen tiefen, informativen und hilfreichen Gedanken der Autorinnen und Autoren gerecht werden.

In unserem Blog wirst du immer wieder über die Bedeutung und Kraft der Bibliotherapie lesen können. Um immer up-to-date zu sein, trag dich am besten gleich in den Newsletter ein.

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