Bücher über transgenerationales Trauma

Transgenerationales und intergenerationales Trauma bekommt in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit. Viele Menschen beginnen sich zu fragen, welche Erfahrungen, Ängste oder Prägungen vielleicht schon lange vor ihrer eigenen Lebenszeit entstanden sind. Familiengeschichten, Kriegserfahrungen, politische Systeme oder lange verschwiegene Konflikte können über Generationen hinweg Spuren hinterlassen.

Manchmal zeigen sich diese Spuren als diffuse Gefühle, wiederkehrende Muster oder Fragen nach der eigenen Herkunft. Bücher können helfen, solche Zusammenhänge besser zu verstehen und Worte für etwas zu finden, das lange unsichtbar geblieben ist.

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trans- und intergenerationale Traumata

Transgenerationales und intergenerationales Trauma verstehen

Erst seit dem letzten Jahr beschäftige ich mich intensiver mit dem Thema transgenerationales Trauma. Genauer gesagt eigentlich mit intergenerationalem Trauma, denn mein Antrieb war, zu verstehen, was zwischen mir und meinen Eltern in meiner Jugend passierte. Eine Frage stand für mich im Raum: Gehört das eigentlich nur zu mir oder zu etwas, das lange vor meiner Zeit begonnen hat?

Ein Buch, das mich diesem Thema nähergebracht hat, war “Die Möglichkeit von Glück” von Anne Rabe. Beim Lesen wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass auch die DDR-Vergangenheit meiner Eltern Teil meiner eigenen Geschichte ist. Selbst wenn ich beim Mauerfall erst drei Jahre alt war. Geschichte endet eben nicht einfach. Sie wirkt in Familien weiter, oft über Generationen hinweg.

Eigene Erfahrungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Das letzte Jahr war für mich intensiv und ein wenig chaotisch. Das Thema trans- und intergenerationale Traumata wurde mir irgendwann schlicht zu viel. Es hat mehr aufgewühlt, als mir gerade gut tat. Deshalb habe ich mich erst einmal wieder stärker meinen eigenen Themen im Hier und Jetzt zugewandt. Auch mit Blick darauf, wie sich Trauma ganz konkret im eigenen Erleben zeigt und einordnen lässt.

Trotzdem weiß ich, wie relevant dieses Thema geworden ist. Immer mehr Menschen beschäftigen sich damit, wie Trauma über Generationen weitergegeben wird, welche familiären Prägungen wir mitnehmen und wie alte Geschichten noch heute unser Leben beeinflussen.

Deshalb möchte ich hier eine erste Auswahl an Büchern über transgenerationales Trauma zusammentragen. Ich habe nicht alle gelesen, sondern möchte vor allem eine Orientierung bieten: Bücher, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Vielleicht finde ich irgendwann die Ruhe, den Artikel ausführlicher zu ergänzen und meine eigenen Gedanken zu teilen. Für den Moment soll dies einfach eine erste Sammlung sein.

Bücher über transgenerationales Trauma, die Antworten geben

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Mark Wolynn Dieser Schmerz ist nicht meiner
Sabine Lueck Vererbtes Schicksal
Katharina Drexler Ererbte Wunden Erkennen
Gina Kümmel: Durchbrich den Kreislauf
Stephanie Foo What My Bones Know
Noemi Orvos Toth Vererbte Familienwunden
Katharina Drexler Ererbte Wunden Heilen
Salberg und Grand Transgenerationales Trauma
Sabine Bode Kriegsenkel
Resmaa Menakem My Grandmothers Hands
Mariel Buqué Break The Cycle
Calit Atlas Emotionales Erbe
Mark Wolynn Dieser Schmerz ist nicht meiner Workbook

Fachbücher zu transgenerationalem Trauma

Diese Fachbücher richten sich an Therapeut*innen und andere Fachkräfte. Sie liefern fundierte Modelle, Fallbeispiele und praktische Ansätze, um die eigenen Erfahrungen einzuordnen.

Baer Frick Wie Traumata in die nächste Generation wirken
Luise Reddemann Kriegskinder und Kriegsenkel in der Psychotherapie
Karl Heinz Brisch Trauma und Bindung zwischen den Generationen
Huber und Passmann Transgenerationale Traumatisierung
Barbara Couvert Geerbte Geschichte
Rauwald Vererbte Wunden

Romane mit transgenerationalen und intergenerationalen Themen

 

Unzählig viele gute Romane beschäftigen sich auf die ein oder andere Weise mit der Weitergabe von Familiengeheimnissen, Traumata, innerfamiliärer Gewalt oder mit dem, was sich unbemerkt in unsere Identität einschleicht. „Mama & Sam“ von Sarah Kuttner gehört für mich auf besondere Weise in diese Kategorie. Es zeigt, wie Kuttner ihre lange konflikthafte Mutter-Tochter-Beziehung nach dem Tod der Mutter aufarbeiten konnte. Ich habe das Buch sehr gerne als Hörbuch gehört.

Toni Morrison Beloved
Min Jin Lee Ein Einfaches Leben Pachinko
Sarah Kuttner Mama&Sam
Yaa Gyasi Heimkehren
Anne Rabe Die Möglichkeit von Glück
Lina Schwenk Blinde Geister
Rachel Khong Real Americans
Yael van der Wouden In Ihrem Haus

Eltern, Prägungen, Perspektiven: Bücher, die helfen

 

Zugegeben, die folgenden Bücher, die sich mit dem eigenen Verhältnis zu den Eltern beschäftigen, habe ich hier bewusst eingeschmuggelt. Auch wenn es dabei nicht immer explizit um Trauma-Weitergabe geht, kann die Lektüre aus meiner Sicht bei der eigenen Heilung helfen. Ganz im Sinne von “breaking the cycle” und “closing the cycle”.

Teml Wall Ent-Eltert Euch!
Lindsay Gibson Emotional unreife Eltern
Kelly McDaniel Mutterhunger
Philippa Perry Das Buch von dem du dir wünschst deine Eltern hätten es gelesen
Loetz Müller Jetzt bin ich schon wie meine Eltern

Dein Umgang mit transgenerationalem Trauma

Das Buch „Ent-Eltert euch!“ von Teml & Wall hat mich in meiner Selbstverantwortung abgeholt, während „Mutterhunger“ mich besonders berührt hat. Ich habe beim Lesen oft geweint. Tiefen Trost hingegen finde ich immer wieder in den Hörbüchern, die Maya Angelou persönlich eingesprochen hat. Mein kleiner Geheimtipp für dich.

Bücher sind für mich sehr wichtig. Bei tiefgehenden oder belastenden Themen setze ich aber immer auch auf professionelle Unterstützung. Jeder Weg ist individuell. Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber an uns selbst können wir immer arbeiten … egal, wie alt wir sind. Du bist die Person, die entscheidet, wie es für dich weitergeht. Dafür wünsche ich dir viel Kraft, Geduld und Selbstannahme.

Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?

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Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Feminismus für Männer: Bücher über Männlichkeit, Emotionen und Veränderung

Im Patriarchat werden auch Männer zu Opfern. Erwartungen, Rollenbilder, sozialer Druck …

Du musst das nicht ertragen

Früher oder später kommt jeder Mensch in eine Situation, die sich nicht gut anfühlt. Manchmal fühlen wir uns dieser Situation einfach irgendwie ausgeliefert.

Mama, ich bin stolz auf dich!

Viele Menschen träumen davon, ein neues Leben zu beginnen. Manche verlassen ihre Heimat, weil sie die Lebensumstände dort nicht mehr ertragen und fliehen müssen. Egal warum frau geht: leicht ist es nicht.

Nicht gegen den Tod, sondern für das Leben entscheiden

Manchmal ist es gut sich zu verkriechen, der Trauer Raum zu geben. Dann kommt aber auch wieder eine Zeit, in der wir Kraft schöpfen. Bist du soweit?

Was macht dich bloß so resilient?

Wie viele Enttäuschungen verzeihen wir dem Leben? Resilienz ist erlernbar. Wie aber lernen wir aus der Vergangenheit und schauen trotzdem nach vorne?

Welche Lebensfragen stellst du dir?

Wohin führt dich das Leben? Woher kommt all diese Unsicherheit? Manchmal sind wir auf der Suche nach Antworten deren Fragen wir nicht mal kennen und diese Antworten können für uns die Welt bedeuten.

Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Bewältigungsstrategien der AussteigerInnen: Isolation oder Freiheit?

Manchmal gibt es diese Tage: Tausend Gedanken, aber keinen Plan wie dieses oder jenes Problem angegangen werden kann. Was tun wir dann?

Alltagsrassismus verstehen & Mikroaggressionen erkennen: Bücher für weiße Leser*innen

Bücher über Alltagsrassismus: Perspektiven verstehen, Mikroaggressionen erkennen und lernen, wie weiße Leser*innen Verantwortung übernehmen können.

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