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Die Evolution hat uns zu Vorsicht und Sorge erzogen. Das heißt heute konkret, dass wir negativen Erlebnissen mehr Bedeutung beimessen als positiven.

Kennst du das auch, dass du tagsüber ein paar schöne Eindrücke bekommst, aber das worüber du abends grübelst, das ist die eine negative Sache, die du erlebt hast?

Ganz normal.

Dem sind wir nun ausgeliefert. Das heißt aber nicht, dass du deine Konzentration auf die schönen Dinge im Leben nicht trainieren könntest. Ein bisschen Achtsamkeit und vielleicht das ein oder andere schöne Buch können da bestimmt weiterhelfen.

Existenzsorgen sind uns quasi eingepflanzt.

Interessant ist, dass ganze Nationen sich in ihren Mustern ähneln. Deutschen wird beispielsweise nachgesagt weniger leichtfüßig aufzutreten als Italiener. Stereotype? Vielleicht ein wenig. Vielleicht ist aber auch ein bisschen was dran. Zumindest lässt sich festhalten, dass die meisten von uns einen Plan lieber noch einmal und noch einmal durchdenken, die Vor- und Nachteile abwägen, bevor wir eine Entscheidung treffen. Und meistens entscheiden wir uns dann zugunsten von Stabilität und Existenzsicherung.

Dass wir in einer Zeit leben, in der wir uns weit weniger sorgen müssten, als wir tatsächlich tun, habe ich ja bereits in einem anderen Artikel beschrieben. Selbstverwirklichung ist ein viel gegoogelter Begriff und trotzdem ist es manchmal gar nicht so einfach seinem Herzen zu folgen. Wer nun Inspiration in der Literatur sucht, wird schnell fündig. Ich würde sagen, dass es in sehr vielen Büchern um Menschen geht, die genau das tun: den eigenen Weg gehen.

Autorinnen und Autoren haben wahrscheinlich dank ihrer Auffassungsgabe und Menschenkenntnis ein ganz besonderes Gespür dafür, Ängste, Sorgen und Sehnsüchte der Menschen zu analysieren und zu beschreiben.

In diesem Artikel soll es um ein Buch gehen, welches vermutlich eher die weibliche Leserschaft von Literaturpower anspricht: “Das Glück der fast perfekten Tage” von Fioly Bocca. Grundsätzlich halte ich nicht viel von Geschlechtertrennung bei der Literaturauswahl, aber wenn ich so überlege ob ich dieses Buch eher einem lieben Freund oder einer lieben Freundin schenken würde, dann fiele meine Entscheidung recht deutlich auf letzteres.

Leidenschaft und Selbstverwirklichung

“Das Glück der fast perfekten Tage” spielt in Italien und die Autorin ist Italienerin. Die Sorgenfülle unserer Protagonistin Anita mutet mir recht deutsch an, womit meine These von oben vielleicht widerlegt ist. Anita hat es nicht leicht. Ihr Job erfüllt weder sie noch ihren Geldbeutel, ihr Freund ist oft abgelenkt, die Beziehung muss ohne Leidenschaft auskommen und Anitas Mutter ist im Endstadium ihrer Krebserkrankung.

Die Beziehung zu ihrer Mutter spielt eine wichtige Rolle im Roman und bestimmt die Grundstimmung der Lektüre.

Ich habe diesen sanften und sehr ruhigen Roman bewusst für das Thema Selbstverwirklichung gewählt, weil ich glaube, dass der Buchmarkt schon dermaßen überflutet ist mit Motivationsratgebern, dass eine stille, unaufdringliche Geschichte nochmal auf anderen Ebenen berühren und nachdenklich stimmen kann.

Anita leidet sehr unter der Krankheit ihrer Mutter. Indem sie dieser in täglichen Emails eine heile Welt vortäuscht, wird ihr nur immer mehr bewusst, wie trübsinnig und verfahren ihre Beziehung im Speziellen und ihr Leben im Allgemeinen sind.

Für mich als Leserin hat die Krankheit der Mutter zudem einen kontrastierenden Effekt: Die Vergänglichkeit des Lebens wird vor Augen geführt und damit die Zeit, die uns bleibt noch wertvoller.

Anita lernt im Zug den Kinderbuchautoren Arun kennen. Die Begegnung bleibt nicht ohne Folgen. Die neue Bekanntschaft scheint in ihr etwas aufzuwecken, was sie längst nicht mehr an sich selbst wahrgenommen und wertgeschätzt hatte: “Die Lust zu erzählen, zuzuhören, tiefer zu schürfen, ist so groß, dass ich gar nicht bemerke, wie heiß das Telefon an meinem Ohr wird und dass der Abend in die dunkle Nacht übergeht.

Arun schafft es Anita mit seinen Worten und seinem Handeln in besonderer Weise zu überraschen. Es stellt sich heraus, dass es diese Impulse waren, die Anita brauchte um ihrem längst eingefahrenem Trott ein Ende zu setzen.

Ich muss an dieser Stelle vielleicht einräumen, dass mich im Buch die ein oder anderen Längen störten und auch die Handlungsstränge hier und da konstruiert wirkten. Vieles andere – nicht zuletzt der nahezu poetisch-rührende Schreibstil – machten die Lektüre des Buches trotzdem zu einer angenehmen Beschäftigung. Schön fand ich die besondere Hervorhebung von Vornamen und ihren Bedeutungen. Die Kollegin Angela (von angelus, der Bote) ist dann nicht zufällig immer wieder die Überbringerin wichtiger Nachrichten.

Könnte die Zukunft mich anrufen, so hätte sie mir alle Fragen beantworten können, aber ich weiß, dass ich diese Antworten auf meiner Reise selbst finden muss.” Anita reflektiert immer mal wieder, was die Zukunft oder auch das Schicksal ihr mitteilen würden, wenn diese es könnten. Damit wird die Tatsache betont, dass es immer Dinge gibt, die uns zurückhalten.

Mit ein bisschen mehr Weitsicht, Gelassenheit und Zuversicht gestehen wir uns womöglich etwas mehr von dem Luxus zu, der sich Selbstverwirklichung nennt.

Was ist Selbstverwirklichung überhaupt

Ich habe vorhin mal kurz meinen Bruder gefragt, was er denn mit Selbstverwirklichung verbinde: “Schwierig…hmmm…kann ich dir grad auf Anhieb nichts sagen….ich denk grad nur in Klischees.”

Bei meiner Recherche fand ich es wirklich verwunderlich, wie schwer wir Menschen uns mit Themen wie persönliche Freiheit, Entwicklung und Verwirklichung unserer Träume tun.

Man könnte meinen wir leben in einer Erlebnisgesellschaft, aber dann auch eigentlich wieder nicht. Wir “gönnen” uns Reisen, Gadgets und teure Konzertkarten, aber wenn es darum geht individuelle Entscheidungen zu treffen, die den Verlauf des weiteren Lebensweg bestimmen, sind wir weniger großzügig mit uns selbst.

Ich habe ja eine Vorliebe für Motivationssprüche und kürzlich las ich irgendwo, dass uns interessante Dinge passieren, wenn wir interessante Dinge tun. Anita geht diesen Weg und sammelt ihren Mut zusammen, um ihrem Leben wieder mehr Freude und Spannung zu geben.

Liebe, Beziehung und Nähe umfassen nur einen Bereich von vielen in denen wir Mut brauchen, um uns und unsere Muster zu ändern. Um diesen Mut zu finden hilft schon mal die Inspiration eines schönen Buches.

Schau dir auf jeden Fall “Das Glück der fast perfekten Tage” bei Amazon an. Viel Spaß beim Lesen!

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Glücklich und wertvoll mit Übergewicht? Ja!

Dass wir Menschen uns mit all unseren menschlichen Eigenschaften gegenseitig so sehr verachten, ist schlimm. Schönheitsideale. Wer braucht sowas? Ich stelle dir ein Buch vor, das Mut macht Schönheitsideale in Frage zu stellen.

Was tun bei Depressionen und Angst? Diese Graphic Novel hilft weiter.

Oft fällt es Betroffenen nicht leicht, Hilfe anzunehmen und über ihre Probleme zu sprechen. Ein feinsinniges, verständnisvolles und empathisches Buch kann die nötige Kraft vermitteln, die es braucht, weitere Schritte einzuleiten.

Jetzt konzentrier dich doch endlich mal!

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, den dritten Schritt vor den ersten machen und leicht mal die Spur verlieren. Kennst du das?

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Wir können nicht immer alles richtig machen. Und zu einem schlechten Menschen macht uns das schon gar nicht. Aber leicht ist es eben auch nicht immer, bewusst nicht das Richtige zu tun.

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