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Liebe Leserin, lieber Leser, die Auseinandersetzung mit manchen Krankheiten kann belasten oder verstören. Solltest du selbst an der hier behandelten Bipolarität leiden und im Moment Hilfe benötigen, dann bitte ich dich einen Arzt oder eine Ärztin zu konsultieren oder dich hier über die Möglichkeiten professioneller Hilfe zu informieren.

Etwas stimmt nicht.“

Mit dieser Erkenntnis kommentieren Melles Freunde seinen ersten Ausbruch.

Ich lese die ersten Seiten der Autobiographie und denke auch: Etwas stimmt nicht.

Klar. Das hätte ich wissen können.

Habe ich aber nicht. Ich habe genau dem Klischee entsprochen, dass der Autor in seinem Werk aufdeckt: die meisten haben nur eine vage Vorstellung von dem was es heißt manisch-depressiv zu sein.

Vage reicht aber nicht. Vage macht manchmal alles noch schlimmer. Verrückt handeln, unzurechnungsfähig sein, nicht „normal“ denken – wir tabuisieren sowas schnell. Bei Thomas Melle klingt das so: „Hier die Normalen, selbst von Neurosen, Phobien und echten Verrücktheiten durchzogen, aber alle liebenswert, alle mit einem Augenzwinkern integrierbar, während dort die Verrückten mit ihren Unverständlichkeiten hadern, schlichtweg nicht mehr einzuordnen sind, nicht zu ironisieren […].

Mit diesem Artikel möchte ich das Buch „Die Welt im Rücken“ den Menschen empfehlen, die selbst an Bipolarität leiden. Und den Menschen, die sich dem Thema nähern wollen, weil sie aus einer vagen Vorstellung eine informierte machen wollen.

Vielleicht kennst du auch jemanden, der erkrankt ist und möchtest Bipolarität aus diesen Gründen besser verstehen. Melles Buch wird dir in jedem Falle weiterhelfen. Die Lektüre von „Die Welt im Rücken“ ist in ihrer Authentizität einzigartig.

Die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen

Der Autor Thomas Melle lebt seit über zwanzig Jahren in Berlin und hat hier wohl auch seine höchsten Höhen und seine tiefsten Tiefen verlebt. Der erste Schub erfolgte noch während des Studiums: „Für einen selbst ist es ein unbegreiflicher, allumfassender Kick, der einen in himmelschreiende Sphären schleudert“ – damit ist der Ausbruch einer manischen Phase gemeint. Auch dass es für Freunde und Familie „die blanke Tragödie“ ist, verschweigt Melle nicht.

Die Autobiographie beschreibt die verschiedenen Phasen seiner Krankheit detailreich, emotional und eben sehr lebensnah. Unbequeme Wahrheiten werden nicht geschönt, die Krankheit nicht verklärt.

Warum ist das so wichtig?

Unter Künstlerinnen und Künstlern, Schriftstellern und Schriftstellerinnen treten Depressionen und auch Manien überdurchschnittlich oft auf. Die These, dass diese Krankheiten häufig mit einem erhöhten Maß an Kreativität einher geht, ist nicht von der Hand zu weisen und trotzdem würde auch Melle sofort sein aktuelles Leben gegen eines ohne Krankheit austauschen.

Man kann sich nämlich kaum ein schambesetzteres Leben vorstellen, als das eines manisch-depressiven Menschen. Das liegt daran, dass ein solcher Mensch drei Leben führt, die einander ausschließen und bekriegen und beschämen: das Leben des Depressiven, das Leben des Manikers und das Leben des zwischenzeitlich Geheilten. Letzterem ist nicht zugänglich, was seine Vorgänger taten, ließen und dachten.

Interessanterweise habe ich dieses durchaus literarische Werk (Melle ist eben auch ein begnadeter Schriftsteller) in der Neuköllner Stadtteilbibliothek im Bereich Medizin gefunden. Thomas Melle wird von Ärzten für Vorträge eingeladen und das Buch dient auch Fachleuten zur Vertiefung.

Welche Vorteile wirst du aus der Lektüre des Buches ziehen können?

An einer Krankheit zu leiden (selbst oder durch einen erkrankten Menschen) und diese Krankheit nicht zu verstehen ist besonders belastend. Hilflosigkeit und Ohnmacht kann durch Unwissenheit bis ins Unendliche verstärkt werden. Die Wissenschaft macht Fortschritte und Behandlungsansätze entwickeln sich weiter. Die Menschen in der Gesellschaft sind aber oft uninformiert, damit ängstlich und damit leider auch abweisend und diskriminierend. Melles Buch übernimmt in diesem Sinne die ganz wichtige Rolle der Aufklärung.

Wie die Krankheit selbst ist dieses Buch an vielen Stellen anstrengend, unruhig und auch bedrückend. Mich hat das gerade zu Beginn sehr gestört und über diese Tatsache musste ich länger nachdenken. Was macht es mit mir so ein Buch zu lesen? Was macht es vielleicht mit meinen Leserinnen und Lesern?

Letztlich wurde mir klar, dass schwierige Krankheiten auch unbequeme Auseinandersetzungen nach sich ziehen und dass diese mentale Reibung von Vorteil sein kann.

Manche Erkenntnisse gewinnen wir vielleicht nur auf unbequemen Wegen und diese sind dann umso authentischer und tiefer. Einer Freundin, die selbst von Bipolarität betroffen ist, fühle ich mich nun näher. Für sie habe ich ursprünglich zu diesem Buch gegriffen, weil sie mir einst erzählte, dass es ihr helfe, über ihre Krankheit zu lesen. Ein wichtiger Aspekt in dieser Hinsicht scheint mir, sich verstanden zu fühlen, nicht nur blindes Mitgefühl zu bekommen.

Das ist schwer auszuhalten

In Vorbereitung auf diesen Artikel habe ich viele Einträge in Foren gelesen, Fachartikel und mit Betroffenen und Angehörigen gesprochen. Ganz deutlich wurde dabei wie unterschiedlich die Vorstellungen davon sind, was belastender ist – die manische oder die depressive Phase. In der einen bist du von Energie durchströmt und sprudelst nur so – bis hin zum sogenannten Wahnsinn. In der anderen geht einfach nichts mehr.

Aber wie oben schon Melle anspricht: es gibt auch diese andere Seinsform, in der kein Extrem vorherrscht und sowohl die vergangene Manie als auch die Gefühle in der Depression auf emotionaler Ebene nicht mehr zugänglich sind. Der Rückblick auf beide Phasen ist dennoch schwer auszuhalten.

Kein Erfahrungsbericht ist allumfassend. Jeder tickt anders und Melle beschreibt seine Krankheit, nicht deine oder die deiner Freundin oder deines Freundes. Die Angst vor dem Kontrollverlust ist bei uns allen unterschiedlich ausgeprägt, die Fähigkeit über die eigene Krankheit zu sprechen auch. Manche Angehörige können gut mit den verschiedenen Phasen umgehen, manche geraten schnell an ihre Belastungsgrenzen.

Ein Buch wie „Die Welt im Rücken“ stellt dafür keinen Kompass dar. Es ist keine Gebrauchsanweisung. Die gibt es wahrscheinlich auch nicht. Hilfe solltest du dir – egal ob als betroffene Person oder als Angehöriger – trotzdem unbedingt einholen. Ärzte, Foren, professionelle Beratungsangebote: es ist wichtig dir trotz höchstmöglicher Aufgeklärtheit Unterstützung einzuholen und eben nicht alles im Alleingang durchzustehen.

Dort wo wir gerade stehen, wissen wir oft nicht wohin das Leben uns führen wird und auch wenn wir Wünsche oder konkrete Vorstellungen haben, nimmt das Leben manchmal ganz andere Wege, auf die wir nicht immer unmittelbar Einfluss haben… “jeder ist seines Glückes Schmied“… In der Welt der psychischen Krankheiten gelten solche Floskeln nur bedingt.

Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht und hoffe, dass dich die Lektüre von Thomas Melles „Die Welt im Rücken“ ein Stück befreiter zurücklässt. Ich kann das von mir auf alle Fälle behaupten.

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