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Lebendig: Ich möchte wieder etwas fühlen

Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat mal etwas über Schicksale geschrieben, was mich bis heute tief ins Mark erschüttert. Das genaue Zitat bekomme ich nicht mehr zusammen, aber es war eine Parabel über das Leben mit der Botschaft, dass wir früher oder später das Leben akzeptieren müssen, so wie es ist und so wie wir es uns geschaffen haben. Mich macht das immer mal wieder fertig:

Dieser Gedanke, dass ich irgendwann nichts mehr ändern könne und wortlos schlucken müsse, was sich mir da so darbietet. Aber muss ich das wirklich? Ich muss es nicht. In “Die Schönheit der Nacht” von Nina George lernen wir, dass das Leben nicht immer nach unseren Regeln spielt, aber ändern können wir immer etwas und manchmal sollten wir auch.

Titel: Die Schönheit der Nacht

Autorin: Nina George
Verlag: Knaur

 

Fühlst du dich?

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig lebendig gefühlt? Wann hast du das letzte Mal tief aus dem Bauch heraus gelacht oder so richtig schmerzvoll geweint? Fällt es dir leicht oder schwer, die eigenen Gefühle zu identifizieren und auch zuzulassen?

Frau mit Kaffee liest ein Buch

Die eigenen Emotionen zu akzeptieren, hat viel mit Achtsamkeit zu tun. Es macht einen Unterschied, ob wir im Leben von Termin zu Termin hetzen und innerlich eigentlich immer nur eine lange to-do-Liste abarbeiten, oder ob wir auch mal dem Augenblick unsere Aufmerksamkeit schenken, die Menschen um uns herum beobachten und (so abgedroschen das klingen mag) mal für einen Moment auf unser Herz hören.

“Sie musste schwimmen lernen. Es erschien ihr wie die logische Antwort auf all ihre Fragen. Sie musste lernen, das Leben zu schwimmen.”

Dem Leben begegnen

Nina George hat mit “Die Schönheit der Nacht” wieder ein Meisterwerk geschaffen. Es ist die Geschichte zweier Frauen. Die eine hat sich verloren, die andere nie gefunden. Mit ihren Männern reisen sie in die Bretagne und begegnen dort mehr als dem Meer und der Liebe. Sie begegnen sich selbst.

Frau mit rotem Regenschirm

Mir gingen beim Lesen so viele Fragen durch den Kopf. Vielleicht ist das der Grund, warum mir die Philosophie so viel bedeutet. Weil sie nicht müde wird, Fragen zu stellen. Und “Die Schönheit der Nacht” ist ein zutiefst philosophisches Werk. Nina George verfügt über eine poetische Sprachgewalt und fast tut es mir leid, an dieser Stelle von “Gewalt” zu sprechen, denn zwischen all der Sinnlichkeit, den literarischen Zärtlichkeiten und den anmutigen Formulierungen, hat Gewalt keinen Raum.

“Es tat weh, umarmt zu werden, es tat weh, das Mitgefühl, es tat weh, dass jemand anderer sie festhielt, weil sich dann ihr eigener Griff um ihre Seele lockerte und sie sich nicht mehr halten konnte.”

Fehler sind keine Verhängnisse

Haare einer Frau wehen im WindJetzt könnte ich schreiben, dass Claire und Julie etwas verbindet. Dass sie beide eine tiefe Sehnsucht verspüren und die Angst, vor falschen Entscheidungen. In meinen Augen verkörpern diese beiden Frauen jedoch alles, was in jeder Frau und sicher auch in jedem Mann steckt: der Wunsch, ein wertvolles Leben zu leben und sich ganz lebendig zu fühlen.

“Auch den Moment, an einer Ampel zu stehen (…) und den tiefen Wunsch zu verspüren, wegzugehen. In einen Wagen einzusteigen, zu jemandem, der nur nickt, wenn du sagst: egal wohin. Die übermenschliche Anstrengung, es nicht zu tun.”

Sowohl Julie, als auch Claire haben einiges durchgemacht und durchzumachen: Dass ein Kind nicht geplant war, heißt nicht, dass es nicht geliebt wird. Eine schwierige Ehe kann trotzdem zu uns gehören und auch die Karriere muss nicht immer reibungslos verlaufen. Wir machen Fehler, wir treffen Entscheidungen, die sich als falsch herausstellen und manchmal erleiden wir Schicksalsschläge, aber das letzte Wort behalten immer wir selbst. Du möchtest, dass sich etwas ändert und du das Leben wieder richtig fühlst? Das geht! Wie verrät dir Nina George sehr gefühlvoll und einfühlsam in “Die Schönheit der Nacht.”

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Lebendig: Ich möchte wieder etwas fühlen

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig lebendig gefühlt? Wann hast du das letzte Mal tief aus dem Bauch heraus gelacht oder so richtig schmerzvoll geweint? Fällt es dir leicht oder schwer, die eigenen Gefühle zu identifizieren und auch zuzulassen?

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