fbpx

Viel gelesen ist gut geschrieben

Gastartikel von Schreibcoach Ann-Christin Schmitt

Einen guten Ausdruck, eine überzeugende Wortwahl, eine tolle Schreibe – entweder man hat das Talent zum Schreiben oder eben nicht.

Falsch!

Die Fähigkeit Worte zu Papier zu bringen lässt sich nämlich durchaus trainieren. Schreibcoach Ann-Christin Schmitt verrät im Gastbeitrag, wie das funktioniert.

schreibende Hand mit blauem Stift

Lesen ist schon eine tolle Sache: Man kann eine Zeitreise unternehmen, fremde Länder entdecken und Abenteuer erleben ohne dabei das Sofa verlassen zu müssen. Außerdem förderst Du ganz nebenbei Deine Schreibfertigkeiten und arbeitest an der Qualität Deiner Texte. Ob Du nun beruflich viel schreiben musst oder Dich literarisch austoben möchtest – Lesen ist ein Schlüssel zu guten Texten.

Größerer Wortschatz und besserer Ausdruck

Wenn Du ein guter Koch werden möchtest, dann wirst Du viele Stunden in der Küche verbringen; wirst Rezepte ausprobieren und vor allem Kochkurse besuchen. Wenn wir ein Meister in einer bestimmten Tätigkeit werden wollen, dann kommen wir nicht drum herum zu üben und von den Profis zu lernen. Klingt doch erstmal ganz logisch, oder? So wie mit dem Kochen verhält es sich mit dem Lesen und dem Schreiben. Wer viel liest – also von den Profis lernt –, wird mit der Zeit immer besser beim Schreiben.

Häufiges Lesen sorgt dafür, dass sich Dein Wortschatz vergrößert – zum Beispiel fallen Dir viel mehr Synonyme für bestimmte Worte ein. Ein größerer Wortschatz wiederum sorgt für einen besseren Ausdruck. Denn Dein Text gewinnt enorm an Qualität, wenn Du statt laufen auch Worte wie rennen, spurten, schlendern, düsen, hasten, flitzen, gehen, schreiten, wandern, watscheln oder spazieren benutzt.

Und tatsächlich ist das jetzt nicht nur meine persönliche Erfahrung – sondern auch ein Ergebnis aus Studien der California State University Northridge und des National Endowment of the Arts.

Notizbuch und schreibende HandLesen fördert die Kreativität

Vielleicht kennst Du das auch: Manchmal fehlt einem beim Schreiben einfach der zündende Gedanke, ein außergewöhnlicher Aufhänger, ein flüchtiges Küsschen von der Muse. Um gute Texte zu schreiben, ist ein gewisses Maß an Kreativität hilfreich. Die entsteht in den meisten Fällen durch Impulse von Außen, die uns zum Nachdenken bringen und uns inspirieren.

Beim Lesen tauchen wir in neue Geschichten ein, sehen die Welt durch andere Augen und stecken die Nasen in fremde Köpfe. So werden wir mit anderen Ansichten konfrontiert, mit denen wir uns ansonsten möglicherweise nicht beschäftigt hätten. Das erweitert nicht nur Deinen Horizont, sondern löst oft auch neue Gedankengänge aus. Der Kreativität lässt sich also durchaus etwas auf die Sprünge helfen.

Vielleser sind empathischer

Als ich für diesen Artikel recherchiert habe, bin ich auf eine überraschende Studie des Psychologen Keith Oatly gestoßen, die besagt: Menschen, die viel lesen sind empathischer und können sich besser in andere Menschen hineinversetzen. Jetzt ist Empathie ja grundsätzlich schon mal eine ganz nette Eigenschaft; mit Blick auf gelungene und überzeugende Texte aber besonders hilfreich.

Sei es ein Roman, Fiktion oder Lyrik – literarische Texte brauchen Protagonisten. Um solche Charaktere zu entwickeln, ist es notwendig sich in die Gefühlswelten und die Gedankengänge der jeweiligen Personen hineinzuversetzen. Auch für businessbezogene Texte wie Fachartikel oder Websitetexte ist Empathie nicht zu verachten. Denn derjenige, der sich in seine Zielgruppe hineinversetzen kann, weiß auch wo er sie am besten abholen kann.

Keine Zeit zum Lesen?

Immer wieder höre ich diesen Satz: „Natürlich würde ich gerne mehr lesen, aber ich habe einfach keine Zeit“. Erst einmal hast Du so viel Zeit wie Du sie Dir nimmst. Zweitens geht es nicht darum, sich jeden Tag mit einem dicken Schinken für drei Stunden auf dem Sofa zu verkrümeln und die Welt zu vergessen. Natürlich, das ist eine tolle Sache, aber ziemlich schwierig im Alltag unterzubringen.

Frau hält ein Buch vor ihr Gesicht

Versuche es doch stattdessen einmal so: Du stellst Dir jeden Morgen während oder nach dem Frühstück einen Timer für 15 Minuten. Diese Zeit nimmst Du Dir, um zu lesen. Dabei ist es vollkommen egal, ob Du Sachbücher, Romane, Krimis, Zeitungen oder Zeitschriften liest – Hauptsache Du hast Freude daran. Diese kleine Veränderung in Deiner Morgenroutine ziehst Du zwei Wochen lang durch. Sicher wirst Du überrascht sein, wie sich Dein Wortschatz und Deine Schreibe bereits nach dieser kurzen Zeit verändert. Viel Spaß dabei!

Gastautorin Ann-Christin Schmitt

Gastautorin Ann-Christin Schmitt

Mit Frau Schmitt Schreibt unterstütze ich meine Kundinnen und Kunden als Texterin, mit Schreibcoachings oder Workshops dabei, selber gute Texte zu schreiben und ihre Idee in die Welt hinauszubringen. Ich glaube daran, dass jeder bereits die richtigen Worte in sich trägt – mit meinen Trainingsmethoden helfe ich Dir dabei, sie zu finden. Neben der Sprache, habe ich eine Leidenschaft für guten Kaffee, Zartbitterschokolade und Reisen. Obwohl ich gebürtige Ostwestfälin bin, lebe und arbeite ich in meiner Wahlheimat Berlin. (Bild © Nancy Jesse)

Ann-Christin Schmitt findet ihr hier im Internet:
Facebook, Instagram, Pinterest, Xing, LinkedIn und natürlich auf ihrer Webseite.
 
Literaturpower möchte Leserinnen und Lesern viele interessante und hilfreiche Informationen rund um das Thema Literatur, Bücher und Lesen bieten. Dafür kommen auch GastautorInnen zu Wort. Wenn du auch einen Gastartikel über ein spannendes Thema schreiben möchtest, melde dich gerne über das Kontaktformular unten auf dieser Seite: Über Literaturpower.

Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?

Hier geht's zur Motivations-Leseliste!

Diagnose Epilepsie: Wie eine Krankheit alles verändert

Eine Krankheit kann alles verändern. Darf sie jedoch auch unsere Träume zerstören? Vielleicht ist der eine Weg nicht mehr denkbar. Dann müssen neue Träume her.

Die Gewalt um uns

Auch beim Erzählen sind es Worte über die wir unsere Bedürfnisse kommunizieren, uns Verständnis einholen und unsere Emotionen transportieren. Vielleicht deshalb sprudelt es auch aus Edouard nur so heraus, nachdem er Opfer einer Gewalttat geworden ist.

Glücklich und wertvoll mit Übergewicht? Ja!

Dass wir Menschen uns mit all unseren menschlichen Eigenschaften gegenseitig so sehr verachten, ist schlimm. Schönheitsideale. Wer braucht sowas? Ich stelle dir ein Buch vor, das Mut macht Schönheitsideale in Frage zu stellen.

An alle Mamas dieser Welt: SO NICHT!

Mutter sein. Was bedeutet das eigentlich? Wird deine Arbeit angemessen wertgeschätzt? Wird anerkannt, was du jeden Tag leistest? Falls nicht, dann ist dieser Artikel für dich.

Sei die pure Leidenschaft!

Sicher gibt es auch in dir eine Sehnsucht, die dich antreibt, dich zweifeln lässt und deine Gedankenwelt genau dann aufwühlt, wenn du es gerade eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kannst. Wenn du dich manchmal schon gefragt hast, wonach du dich da eigentlich sehnst, dann ist das hier vielleicht die Antwort: Leidenschaft.

Auf diese Aufgaben bereitet das Leben nicht vor

Alle Eltern werden irgendwann alt und manche im Alter sogar krank. Oft werden dann die Rollen getauscht und …

Wir können doch über alles reden!

Wie reagierst du, wenn sich jemand dir gegenüber im Ton vergreift und ausfallend wird? Äußerst du dein Missfallen oder lässt du vieles durchgehen?

Wenn die Schuld kaum zu ertragen ist

Von Drogen, Schuld und dem Leben im Knast handelt Dawkins Erstlingswerk “Alle meine Freunde haben wen umgebracht”. Die autobiographischen Züge sind offensichtlich. Die Authentizität, die damit einhergeht, erdrückt.

Wenn Familie weh tut

Familie. Die Vielschichtigkeit dieses Begriffs muss nicht erwähnt werden. Den einen ist sie Freud, den anderen Leid und hin und wieder verschmelzen beide Ebenen, sodass sie kaum noch zu unterscheiden sind.

So wertvoll ist dein Leben

Worte finden für das was manchmal unaussprechlich scheint. Oft sind es Worte, die unsere Gedanken formen. Wie möchtest du deine Gedanken gestalten?

Pin It on Pinterest