Nicht gegen den Tod, sondern für das Leben entscheiden

Nicht gegen den Tod, sondern für das Leben entscheiden

Der Tod einer geliebten Person kann unsere gesamte Welt und unser Sein erschüttern. Wenn du das erlebt hast und dich in deiner Situation für das Lesen eines Buches entschieden hast, dann ist das ein Zeichen großer Stärke. Es zeigt, dass du nicht aufgibst und etwas für dich tun möchtest.

Manchmal ist es gut sich zu verkriechen, der Trauer Raum zu geben und zu weinen. Dann kommt aber auch wieder die Zeit, in der wir Kraft schöpfen wollen und Mut für das Leben brauchen. In diesem Artikel werde ich dir zeigen, wie dir der Roman „Lebensgeister“ von Banana Yoshimoto bei dieser Aufgabe helfen kann.

Frau steht am Fenster

Einen Weg durch das Chaos finden

Vielleicht bist du nicht selbst betroffen, sondern eine Person, die dir nahe steht, hat einen Verlust erlitten. Du suchst nun nach Mitteln und Wegen deinem Freund oder deiner Freundin in dieser schweren Zeit zu helfen. Das zeigt, dass du ein großes Herz hast und sehr gedankenvoll handelst, denn Bücher vermögen auf eine ganz eigene und besondere Weise zu helfen, zu trösten und zu begleiten.

Eingangs habe ich von dem Chaos berichtet, das ein schwerer Verlust bei dir auslösen kann. Wenn jemand Liebes von uns geht, kann das schnell unser ganzes Leben auf den Kopf stellen. Mit dem Tod verbinden wir nicht nur Chaos, sondern auch Zerstörung, Einsamkeit und Ohnmacht. Gegenüber dem Tod sind wir oft hilflos und darum ist dieses Thema in unserer Gesellschaft mit viel Angst besetzt. Der Tod wird nahezu tabuisiert. Ist es wirklich hilfreich, so etwas Allgegenwärtiges wie den Tod aus unserer Wahrnehmung zu verdrängen?

Diesem Problem nimmt sich die japanische Autorin Banana Yoshimoto in ihrem Roman „Lebensgeister“ an. Yoshimoto vermittelt in ihren Büchern Akzeptanz und die Fähigkeit zur offenen Auseinandersetzung mit dem, wovor wir uns so sehr fürchten. Der Tod und andere Verluste tauchen in ihren Geschichten immer wieder auf.

TeetasseDas Leben mit anderen Augen sehen

Banana Yoshimoto hieß ursprünglich Mahoko Yoshimoto und hat sich für das ulkige Pseudonym „Banana“ entschieden, weil ihr die Blüten der „red banana flower“ so gefielen. Ihre Bücher werden bereits seit einigen Jahren auch in Deutschland veröffentlicht und geben damit Einblick in eine uns doch oft ferne und fremde Kultur. Aber ticken denn die Menschen woanders auf der Welt so anders als wir?

Ich würde sagen ja und nein. Ich liebe es Bücher von Haruki Murakami, Hiromi Kawakami oder eben auch Banana Yoshimoto zu lesen, eben weil sie anders sind. Die Themen werden aus anderen Perspektiven beleuchtet. Andere Fragen werden gestellt. Die Handlungsstränge werden anders aufgeschlüsselt und erhalten ihren eigenen Zauber. Ein bisschen Übersinnliches findet hier und da seinen Weg in diese Bücher. Das sollte jedoch auch Leserinnen und Leser, die sonst keinen Zugang zu Fantasy und mystischer Literatur haben, nicht abschrecken.

In „Lebensgeister“ finden wir nämlich nicht nur ein bisschen Übersinnliches vor. In diesem stillen, behutsamen Roman – die Geschichte eines Verlustes – verschmilzt das Diesseits mit dem Jenseits.

Mir ist aufgefallen, dass bei der Lektüre keine Rolle spielt, ob ich an Geister glaube oder nicht. Die Perspektive und deren befreiende Wirkung helfen, ganz gleich ob wir Sayo (unsere Hauptfigur) ihre Zurechnungsfähigkeit absprechen oder nicht.
Sayoko, kurz Sayo, erlebt zu Beginn des Buches einen schweren Unfall, bei dem sie lebensgefährlich verletzt wird und ihr Geliebter ums Leben kommt. Sayo findet Trost bei ihren Eltern und der Familie ihres verstorbenen Freundes. Es sind aber vor allem die Geister, die Sayo nun zu sehen vermag, die ihr helfen, das Leben anzunehmen.

„Lebensgeister“ ist ein ruhiges, für unsere Verhältnisse sicher gewagtes Buch. Es ist ein Buch über Akzeptanz, so schwer diese auch sein mag. Vergänglichkeit spielt eine essentielle Rolle und damit einhergehend Dankbarkeit. Denn so nah der Tod dem Leben ist – für uns spielt sich alles im Diesseits ab und dem gilt es deine Aufmerksamkeit zu schenken.

Eindrucksvoll schafft es Yoshimoto diese Botschaft in einer Geschichte zu verpacken, die weder verklärt, belehrt, noch verstört.
Ich finde es bewunderswert, wie es dieser Autorin gelingt, eine Tiefe zu schaffen, die uns beim Lesen nicht beschwert, sondern trägt.

Yoshimoto schrieb hier einen Roman über für uns oft so schmerzhafte Erlebnisse, der ohne Ironie und Zynismus auskommt. Diese gewisse Leichtigkeit ist der Sprache der Autorin eigen. Ohne Rührseligkeit, übermäßige Melancholie und Verdrängung gelangt sie zu einer Wärme, die dich sanft umhüllt und liebevoll einschließt.

Frau mit weißem Kleid steht im WaldWas wir brauchen

Wenn dich ein Verlust tief erschüttert hat, möchtest du vielleicht keinen Feel-good-Roman lesen oder einen Motivations-Bestseller. Es geht nicht darum schnell wieder auf andere Gedanken zu kommen und womöglich noch alles zu vergessen. Es geht vielmehr darum, behutsam mit dir selbst umzugehen, neue Energie zu sammeln und der Verzweiflung Schritt für Schritt den Rücken zu zukehren.

Für Sayo vollzieht sich dieser Prozess in der Beobachtung ihrer Mitmenschen. Plötzlich sieht sie diese und deren Bedürfnisse mit einem liebevolleren Blick und schöpft wohl aus dieser neu gewonnenen Warmherzigkeit Lebenskraft. Obwohl Yoshimoto an vielen Stellen eine nahezu philosophische Herangehensweise verfolgt, wird dir kein Weg und keine Erkenntnis aufgezwungen.

Es geht ja eben darum, dass du deine ganz persönlichen Ängste bändigst und dafür musst du deinen eigenen Weg gehen.

Literatur vermag dir bei dieser Aufgabe eine Vielzahl an Wege aufzuzeigen. Lesen hilft uns, achtsamer mit uns selbst und dem Leben umzugehen und ich finde, dass „Lebensgeister“ von Yoshimoto diesem Anspruch gerecht wird.

In der Psychologie ist oft von Resilienz die Rede. Dabei geht es darum, eine Widerstandsfähigkeit zu entwickeln, die dich bei der Bewältigung von Krisen unterstützt. Literatur aktiviert deine Ressourcen. Nicht das Vergangene wird verdrängt, sondern es wird genutzt um Verständnis und Akzeptanz aufzubauen.

Ich wünsche dir allen Mut der Welt, Geduld mit dir selbst und die Kraft dein Leben wieder so zu gestalten, wie du es dir tief im Herzen wünscht. Oder um aus dem Buch zu zitieren: „Verzweifelt strampelst du dich ab, kriegst Wasser in die Nase und wehrst dich prustend gegen das Ersticken, brichst dir die Knochen, liegst gefesselt im Bett, verfluchst die Ungerechtigkeit der Welt. Und dennoch strebst du diesem einen Moment entgegen, der dich vielleicht irgendwann für die erlittene Mühsal belohnt … Was für ein Luxus, was für ein Geschenk ist es doch, dachte ich nur, dass du eine Zeitlang hier auf Erden sein darfst, in diesem großen, unerschöpflichen Leben.“

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Die Gewalt in DDR-Familien, die wir nicht sehen wollten

Viele, die mit und nach der Wende aufgewachsen sind, tragen Erfahrungen in sich, die sie lange nicht zuordnen konnten. Autorität war selbstverständlich. Härte wurde nicht hinterfragt. Und das Schweigen, über alles, was schwierig war, war oft lauter als jede Antwort.

Lebendig: Ich möchte wieder etwas fühlen

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig lebendig gefühlt? Wann hast du das letzte Mal tief aus dem Bauch heraus gelacht oder so richtig schmerzvoll geweint? Fällt es dir leicht oder schwer, die eigenen Gefühle zu identifizieren und auch zuzulassen?

Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Gib dich nicht für ihn auf!

Die Liebe vermag Berge zu versetzen. Sie kann uns einen Sinn im Leben geben, Kraft schenken und Richtung weisen. Manchmal jedoch, macht sie uns auch kaputt … Nicht alles, was wie Liebe aussieht und sich wie Liebe anfühlt, ist auch gut für uns.

Die Sehnsucht nach Liebe

Liebe verändert uns und sie leitet uns. Manchmal hinterlässt sie Chaos und oft macht sie uns verletzlich.

Was tun bei Depressionen und Angst? Diese Graphic Novel hilft weiter.

Oft fällt es Betroffenen nicht leicht, Hilfe anzunehmen und über ihre Probleme zu sprechen. Ein feinsinniges, verständnisvolles und empathisches Buch kann die nötige Kraft vermitteln, die es braucht, weitere Schritte einzuleiten.

Neue Wege und neue Bücher

Wie gelingt uns Veränderung, Neues wagen und der Aufbruch ins Unbekannte? Welche Hürden müssen wir nehmen und was können wir tun, wenn uns das einmal nicht gelingt? Perspektiven, Lösungen und Ideen finden sich oft in Büchern.

Multiple Sklerose und trotzdem!

Wie wertvoll Gesundheit ist, merken wir manchmal erst wenn sie fehlt. Aber auch mit Krankheit, können wir ein glückliches Leben führen. Multiple Sklerose ist nicht das Ende.

Jetzt konzentrier dich doch endlich mal!

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, den dritten Schritt vor den ersten machen und leicht mal die Spur verlieren. Kennst du das?

Kannst du bitte mal zuhören?

Im Grunde hat doch jeder Mensch etwas zu sagen. Jede und jeder hat eine eigene Geschichte. Manchmal sogar sehr viele. Ja vielleicht haben wir alle eine ganze Bibliothek an Geschichten in uns.

Auf diese Aufgaben bereitet das Leben nicht vor

Auf diese Aufgaben bereitet das Leben nicht vor

Wenn deine Eltern krank werden musst du auch an dich denken

Auf viele Aufgaben hat uns das Leben nicht vorbereitet. Alle Eltern werden irgendwann alt und manche im Alter sogar krank. Oft werden dann die Rollen getauscht und die Situation für Angehörige schwierig. In so einer Phase ist es wichtig, auch auf dich zu achten und dir Unterstützung einzuholen.

Ich möchte dir für diese Lebensphase den Roman „Kopfzecke“ von Iris Blauensteiner vorstellen. „Ein einfühlsamer Roman über den Abschied einer Tochter von ihrer demenzkranken Mutter“, so steht es auf dem Buchrücken. Erfahre in diesem Artikel, wie dir die Lektüre bei deiner schwierigen Aufgabe helfen kann.

Wenn wir auf die Welt kommen, ist da die Fürsorge unserer Eltern. Im Grunde sind wir unser ganzes Leben lang auf Fürsorge angewiesen, in der ein oder anderen Form und in manchen Phasen stärker und in manchen wieder weniger. Das gehört dazu und das lernen wir zu akzeptieren. Wenn jedoch die Eltern unserer Fürsorge bedürfen, kann diese Situation schnell zur Last werden. Die Pflegebedürftigkeit wird nicht selten zur Zerreißprobe. Was macht es mit dir einen Elternteil pflegen zu müssen? Was macht es mit deiner Mutter oder deinem Vater selbst?

Reicht das Mitgefühl? Wann beginnt die Scham? Wann sogar die Verachtung?

Iris Blauensteiner beweist viel Empathie wenn sie über die Beziehung einer demenzkranken Dame und ihrer berufstätigen Tochter schreibt. Schuldbewusstsein, Gewissensbisse und Pflichtgefühl einerseits, aber auch Wärme und Liebe beeinflussen das Denken und Fühlen in so einer Lage. Oft muss überhaupt erstmal realisiert werden – was passiert hier gerade? Eigentlich ist es doch normal, dich mit deinen Eltern zu unterhalten und plötzlich unterhälst du dich und es geht ins Nichts. Manchmal fühlt es sich für dich sogar beliebig an, was du ihnen erzählst. Vielleicht hast du mal zu deinem Vater oder deiner Mutter hochgesehen und jetzt fällt es dir schwer, den Respekt aufrecht zu halten.

Im Roman bekommen all jene Gefühle und Fragen Raum. Er zwingt dir gleichzeitig nicht seine eigenen auf, sondern führt dich leise und sanft entlang verschiedener Gedanken. Es ist ein ruhiges Buch. Ich selbst werde immer ruhiger je weiter ich lese. Dabei wird es dir deine Traurigkeit nicht nehmen, aber doch deren Wirkung schwächen. Und was ist es denn genau was dich traurig macht? Es hat wohl viel mit Erinnerung zu tun. Erinnerungen sind das was aus einer vergangenen Zeit noch im Bewusstsein ist und plötzlich – so nehmen wir das bei unseren Angehörigen wahr – treten da Lücken auf. Es entstehen Erinnerungsfetzen, die verschwimmen und der Überblick geht schleichend verloren.

„Was weißt du noch? Erinnerst du dich?“ Die Tochter Moni sucht immer wieder das Gespräch auf einzelne Puzzleteile zu lenken. Mit Hilfe von Fotos möchte sie Antworten und Wahrheiten erlangen, die ihr bald niemand mehr geben kann. Das Vergessen ist unbarmherzig, das Ganze wird bald nicht mehr zusammengehalten.

Den Abschied einleiten

Mit diesem Loslassen von Erinnerungen wird auch ein Abschied eingeleitet. „Sie trennt sich langsam vom Leben.“ Die Mutter verliert sich zunehmend und nimmt nicht mehr an der Realität der Tochter Moni teil. Ich glaube, dass das eine sehr schwierige Erkenntnis ist, die Hilflosigkeit, Ärger, Wut, Trauer, Schmerz und Verzweiflung hervorrufen kann. Und Mitleid. „Was sie auch sieht, was sie sich den Tag über auch ausdenkt, ich wünsche ihr, in angenehme Vorstellungen zu fallen.“ Mitleid und Sorge sind auch Teil dieser neuen Beziehung. Neue Beziehung schreibe ich, denn nicht selten erwachsen andere Muster und Verhaltensweisen aus so einer veränderten Situation.

Moni fürchtet, dass sie sich nur noch auf sich verlassen kann. In ihrer Trauer hat auch sie sich zurückgezogen, weg von ihrem Freund und den Dingen, die sie erfüllten. Ständig umtreiben sie die Sorgen um ihre Mutter. Ist sie gut versorgt? Hat sie die Tabletten genommen? Was wenn sie wegläuft und nicht zurückfindet? Die ständige Ungewissheit zerfrisst sie.

Aber während wir uns um unsere Eltern sorgen, hören unsere eigenen Sorgen nicht auf und wir spüren so eine doppelte Last. Was kommt alles auf mich zu? Welche Informationen muss ich einholen? Wo bekommt meine Mutter oder mein Vater die optimale Betreuung? Kann ich das überhaupt alles leisten? Ist es egoistisch meine Eltern nicht zu Hause zu pflegen? In einem Moment in dem deine Nerven bereits zu zerreißen drohen, muss die Kraft aufgebracht werden, um gute Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen von der alle, die an der Krankheit beteiligt sind, profitieren.

Egoismus ist nicht per se schlecht

Ich habe bereits Egoismus angesprochen. Das Wort, das so negativ besetzt ist. Und in manchen Fällen doch so wichtig. Denn egoistisch sein heißt auch Selbstschutz betreiben. Du musst dich immer fragen, ab wann deine Aufgaben und Sorgen zur Selbstaufgabe führen und ob du das wollen kannst. Nicht selten fühlen sich Menschen in so einer Situation allein gelassen mit einem Berg Verantwortung. Die Eltern haben ihren Schutz und Sicherheit verloren und du musst dafür sorgen die Stabilität wieder herzustellen. Das überfordert. Es ist deshalb so wichtig zu erkennen, dass du eben nicht allein bist mit deinen Gefühlen und dass du ein Recht auf Unterstützung hast.

„Angst, wie geht man um mit diesem Tier?“ Moni durchlebt alle Phasen der Verzweiflung, der Selbstkritik und der Angst. Sie hat ihre Mutter lieb und möchte für sie da sein. Aber die Mutter igelt sich immer mehr ein, fokussiert ihre Aufmerksamkeit auf Moni, ruft ständig an. Es wird zuviel. Moni selbst ist berufstätig und weiß nicht wie lange sie das schaffen kann. Der Alltag wird schwer.

Berufstätig oder nicht – belastend ist so eine Situation immer, denn kaum jemand von uns ist auf die Konflikte, die es zu bewältigen gilt, vorbereitet. Das Buch schafft in seiner achtsamen Sprache eine Atmosphäre, die Konflikte akzeptiert und behutsam angeht. Neben dem Stress und der Arbeit, die auftreten, geht es nämlich auch um unsere ganz persönlichen Ängste. Um reale und unreale Ängste. Älter werden wir auch und pflegebedürftig – das will niemand von uns sein. Nicht zuletzt deshalb hilft dir dieser Roman bei der Auseinandersetzung mit den Ängsten, die dich bewegen.

Mit Blick auf Moni und ihrem Abschied von der Mutter erlaubst du dir ein bisschen Abstand von deinen ganz persönlichen Sorgen und Gedanken zu gewinnen. Es geht hierbei nicht nur um Trost oder Lösungen, sondern um Verständnis. Sich in einer so intensiven Zeit verstanden zu fühlen ist essentiell. Ein Du gibt es nicht erst nach dem Abschied von den Eltern. Du zählst immer.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Bin ich queer? 60+ queere Bücher über Identität & Selbstfindung

Bin ich queer? Über 60 queere Bücher zu Identität, Coming-Out & Liebe: Klassiker, Romane, Theorie & mehr, die dir Sprache und Zugehörigkeit schenken.

Lesbisch, einsam und lebenshungrig

Versagensängste in der Familie kennen wir. Wir kennen auch die Frustration, die mit nicht erfüllter Sexualität einhergeht und die Scham und Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit. Oft genug kommt leider alles zusammen.

Falsche Männlichkeit: das große Missverständnis

Männer müssen so und so sein. Neben Vorurteilen und Unterstellungen prägen eine Menge Erwartungen unsere Gender-Vorstellungen und skizzieren klare Rollenbilder, die im Grunde nur falsch sein können.

Was macht dich bloß so resilient?

Wie viele Enttäuschungen verzeihen wir dem Leben? Resilienz ist erlernbar. Wie aber lernen wir aus der Vergangenheit und schauen trotzdem nach vorne?

Was tun bei Depressionen und Angst? Diese Graphic Novel hilft weiter.

Oft fällt es Betroffenen nicht leicht, Hilfe anzunehmen und über ihre Probleme zu sprechen. Ein feinsinniges, verständnisvolles und empathisches Buch kann die nötige Kraft vermitteln, die es braucht, weitere Schritte einzuleiten.

Einfach mal gut sein lassen

Wir können nicht immer alles richtig machen. Und zu einem schlechten Menschen macht uns das schon gar nicht. Aber leicht ist es eben auch nicht immer, bewusst nicht das Richtige zu tun.

Wirst du einen Neuanfang wagen?

Kennst du diese Tage der Eintönigkeit, an denen wir gar nicht richtig sagen könnten, ob sich dieses Leben aktuell so wirklich lohnt? Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf schwelende Konflikte, andauernde Selbstzweifel und immer wieder dieses Gefühl, nicht genug zu sein und nicht genug zu leisten.

Wenn nichts mehr geht

Der ewige Druck zu funktionieren und die unsichtbare Gewalt, die dich daran hindert. Wer soll das verstehen, wenn er es nicht selbst erlebt hat?

Es gibt Träume, die lebst du bereits!

Wieviele Träume passen eigentlich in all die Strukturen, Routinen und alltäglichen Aufgaben, denen du dich jeden Tag aussetzt? Vielleicht mehr als du denkst. Und vielleicht musst du einfach mal wieder genauer hinsehen!

Ich wünsche mir Zuwendung

Homophobie, Bindungsunfähigkeit oder die pure Ignoranz… Manchmal leidest du darunter, dass andere Menschen nicht die nötige Rücksicht aufbringen können und völlig empathielos auf dir rumhacken?

Was du lesen musst, um in der Großstadt zu entspannen

Was du lesen musst, um in der Großstadt zu entspannen

Du liebst die Stadt, aber stressen tut sie dich trotzdem? Dann lies das: „Tief im Land“ von Neil Ansell.

In diesem Artikel werde ich dir erzählen, warum Lesen und ganz besonders dieses Buch lesen, dir helfen wird zu entspannen und der Enge der Großstadt zu entfliehen.

Bei der Recherche für diesen Artikel bin ich auf diesen Satz gestoßen: „Stadtbewohner leiden häufiger an psychischen Krankheiten als Landbewohner.“ Kurz hörte ich auf zu atmen; war schon in Begriff meine Wahlheimat Berlin gedanklich zu verfluchen und las dann zum Glück im nächsten Satz, dass das Leben in der Stadt trotzdem den meisten Menschen gut täte. (Quelle)

füße hochlegen am wasser

Puh. Ich liebe Berlin. Ich liebe Berlin wirklich. Und ich fluche auch oft über Berlin. Weil es laut ist, eng und hektisch. Ich könnte jetzt sehr viele Beispiele aufzählen warum und wie und wann. Aber wenn du auch in einer größeren Stadt lebst, dann kennst du das.

Deine Stressantennen sind laut Deutschlandfunk sogar größer als bei unseren Nachbarn auf dem Land. Und das soll schon was heißen: der Lärm und der Stress in der Stadt haben unsere Psyche fest im Griff.

Einfach dem Lärm entfliehen

Vielleicht ist deshalb so unvermittelt dieses Buch auf meinem Schreibtisch gelandet. Neil Ansell schreibt in „Tief im Land“ über die fünf Jahre, die er in den Wäldern von Wales in einem kleinen Cottage lebte. Mitten im Berliner Weihnachtsstress gelangte dieses Büchlein in meine Hände und war darin so gut aufgehoben, als hätten sie es heimlich ersehnt. Denn dieses Buch ist genau was ich in dieser Jahreszeit brauche. Eine Ruheoase für den Geist. Eine Möglichkeit inmitten all diesen Trubels abzuschalten und zu entspannen.

Vor einiger Zeit schrieb mir ein guter Freund bei Whatsapp: „Ich war kurz im Urlaub. Aber jetzt, dank der Arbeit, habe ich ihn schon vergessen.“ Dazu sollte ich erwähnen, dass dieser Freund wirklich (wirklich!) viel und hart arbeitet, aber ich kenne niemanden, dem es nicht ähnlich geht: Du fährst in den Urlaub, brauchst erst ein paar Tage um runterzukommen, hast dann noch ein paar Tage die du genießen kannst und kaum bist du wieder zu Hause, hat dich der Alltagsstress wieder und die ganze Entspannung ist verpufft.

Das kann doch nicht sein!

Wir alle lieben die Stadt.

tasse simple lifeHier gibt es keine Langeweile. Überall lauert Kreativität und Inspiration. Du kannst immer wählen zwischen einer Vielzahl an Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Kulturangeboten. Das alles ist wunderbar. Und ich möchte es nicht mehr missen. Nicht jetzt. Berlin hat mich völlig in seinen Bann gezogen. Aber Berlin stresst mich auch. Und manchmal sehne ich mich in dieses kleine Dorf zurück in dem ich meine ersten paar Lebensjahre verleben durfte, umgeben von viel Natur und damit unendlichem Raum zum Spielen und Toben.

Ich glaube dir geht es ähnlich. Vielleicht hast du das Dorfleben nie kennengelernt, aber du weißt um die Magie im Wald und in der freien Natur. Und deshalb wird dir „Tief im Land“ auch helfen der Stadt mitten im Trubel zu entkommen.

Ich habe es ausprobiert und an besonders stressigen Tagen ein wenig in dem Buch gelesen. Die Naturbeobachtungen, das einfache Leben im Cottage, das Verhalten der Vögel, das persönliche Verhältnis, welches der Autor zu den Tieren des Waldes aufbaut – all das ist so lebendig und anschaulich beschrieben, dass es mich wahrlich einfängt und teilhaben lässt.

Es ist als würdest du einen Waldpfad entlang spazieren, dich dann auf eine Bank setzen und das Grün um dich herum genießen. Keine Erwartungen, kein Lärm, keine Leistung, kein Stress.

Aber eigentlich sitzt du in der U-Bahn und der nächste Vogel sind die Chicken Wings in der Hand deines Banknachbarn. Was mich daran erinnert, dass unser Autor Vegetarier ist und das Buch (hätte ich vielleicht auch anders erwartet) kein Survival-Guide darstellt, sondern das sehr achtsame Leben in und mit der Natur beschreibt.

Achtsam

Achtsamkeit ist ja eh ein Begriff, der uns heute immer und immer wieder begegnet. Meditation wird uns nahe gelegt und langsames Essen hochgepriesen. Ich schaff‘ das aber ehrlich gesagt nicht immer so wie ich mir das wünsche. Und vermutlich fällt es dir auch leichter beim Abendbrot Netflix anzuschmeißen als in einer Zen-Meditation deine Mitte zu finden. Letzteres wäre sicherlich nachhaltiger was die Entspannung angeht … hätte hätte Fahrradkette … wir sind ja auch nur Menschen.

Aber ein Buch und dazu so ein auch optisch schönes wie das von Ansell, das kannst du immer und überall zur Hand nehmen wenn du es brauchst. Dabei musst du es gar nicht am Stück lesen. Glaub mir, du wirst schnell merken, dass du nichts verpasst. Es passiert wirklich nicht viel im Sinne einer stringenten Handlung. Wenn ich so bei Amazon die Bewertungen durchgehe, sehe ich, dass einige Leser doch ziemlich von der Tatsache enttäuscht sind, dass eben nicht viel passiert. Neil schreibt von den Vögelnestern, die er im Wald aufsucht; den Mahlzeiten, die er sich kocht und einer back-to-the-roots-Mentalität, die kein Drama kennt.

Vogelfreund müsse man sein um das Buch wertschätzen zu können, steht da unter anderem in einer Bewertung, die nur wenige Sterne vergab. Das kann ich so gar nicht unterschreiben. Mein ornithologischer (Ornithologie ist die Lehre von den Vögeln) Enthusiasmus hat seine Grenzen und ich würde in echt keinen Mäusebussard von einem Falken unterscheiden können, aber das hindert mich (und sicher auch dich) in keiner Weise daran von diesem Buch mehr als begeistert zu sein und von ihm zu profitieren.

entspannen im bett

Es ist wichtig, dass wir Stadtbewohner gut mit unseren Kräften haushalten und klar ist auch, dass uns das zivilisierte Leben manchmal mehr abverlangt als gesund ist.

Umso wichtiger Mittel und Wege zu finden, die unseren Geist verwöhnen und umsorgen. Dafür kenne ich kein besseres Medikament als ein gutes Buch und „Tief im Land“ gehört definitiv zu jener Lektüre, die uns hilft anstrengende Gedanken abzulegen.

Diese alles durchdringende Ruhe im Buch entführt dich in die Atmosphäre des Waldes, raus aus dem Großstadtdickicht. Neil empfängt dich „Tief im Land“ mit keinen philosophischen Lebensbetrachtungen oder einer psychologisch ausgefeilten Innenschau – nein. Er erzählt dir ganz einfach was er während seiner fünf-jährigen Stadtflucht sieht, lebt, isst und fühlt.

Damit schenkt er dir einen wundervollen Urlaub für den Geist.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Ich bin mir selbst eine Mutter. Das muss reichen.

Für alle, die zweifeln. Für alle, die sich sicher sind. Und für alle, die spüren wollen, wie viel Freiheit in einem klaren “Vielleicht” stecken kann. Mutterschaft ist auch ein Buch für alle, die sich nicht sicher sind …

Was tun bei Depressionen und Angst? Diese Graphic Novel hilft weiter.

Oft fällt es Betroffenen nicht leicht, Hilfe anzunehmen und über ihre Probleme zu sprechen. Ein feinsinniges, verständnisvolles und empathisches Buch kann die nötige Kraft vermitteln, die es braucht, weitere Schritte einzuleiten.

Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Was andere über mich denken

Befürchtest du manchmal, dass deine Entscheidungen nicht gut genug sind, deine Ideen nicht überzeugen? Lass uns einmal beleuchten, wie viel Anerkennung und Respekt von anderen du wirklich brauchst.

Breaking the Cycle: Den Kreislauf familiärer Gewalt durchbrechen

Familiäre Gewalt ist kein Einzelfall, sondern ein System. Sie ist ein stiller Abdruck in Biografien, der in Körpern, Beziehungen und Selbstbildern nachwirkt. Und doch fehlt oft die Sprache, um sie zu fassen, oder der Mut, sie auszusprechen.

Die größten Versager sind die erfolgreichsten!

Eigentlich haben Niederlagen und Fehlentscheidungen in unserer leistungs- und wachstumsorientierten Welt ja wenig Raum. Denkt man zumindest. Die Wahrheit ist, das Gegenteil ist der Fall.

Hab keine Angst vor der Angst

Sehr viele Menschen kennen Panikattacken, verspüren Angstzustände oder sind unsicher, wenn sie vor einer Gruppe reden müssen. Aus Angst vor Stigmatisierung sprechen sie nicht darüber. Franziska Seyboldt schon.

Falsche Männlichkeit: das große Missverständnis

Männer müssen so und so sein. Neben Vorurteilen und Unterstellungen prägen eine Menge Erwartungen unsere Gender-Vorstellungen und skizzieren klare Rollenbilder, die im Grunde nur falsch sein können.

Lies dich sexpositiv: 3 Bücher

Sprichst du offen über Sex? Menschen sind sehr sexuelle Wesen und trotzdem ist unser Verhältnis zu unserem Körper und unserer Lust nicht immer ganz unbefangen.

Einfach mal gut sein lassen

Wir können nicht immer alles richtig machen. Und zu einem schlechten Menschen macht uns das schon gar nicht. Aber leicht ist es eben auch nicht immer, bewusst nicht das Richtige zu tun.

Was weißt du schon über Bipolarität?

Was weißt du schon über Bipolarität?

Liebe Leserin, lieber Leser, die Auseinandersetzung mit manchen Krankheiten kann belasten oder verstören. Solltest du selbst an der hier behandelten Bipolarität leiden und im Moment Hilfe benötigen, dann bitte ich dich einen Arzt oder eine Ärztin zu konsultieren oder dich hier über die Möglichkeiten professioneller Hilfe zu informieren.

„Etwas stimmt nicht.“

Mit dieser Erkenntnis kommentieren Melles Freunde seinen ersten Ausbruch.

Ich lese die ersten Seiten der Autobiographie und denke auch: Etwas stimmt nicht.

Klar. Das hätte ich wissen können.

Habe ich aber nicht. Ich habe genau dem Klischee entsprochen, dass der Autor in seinem Werk aufdeckt: die meisten haben nur eine vage Vorstellung von dem was es heißt manisch-depressiv zu sein.

Vage reicht aber nicht. Vage macht manchmal alles noch schlimmer. Verrückt handeln, unzurechnungsfähig sein, nicht „normal“ denken – wir tabuisieren sowas schnell. Bei Thomas Melle klingt das so: „Hier die Normalen, selbst von Neurosen, Phobien und echten Verrücktheiten durchzogen, aber alle liebenswert, alle mit einem Augenzwinkern integrierbar, während dort die Verrückten mit ihren Unverständlichkeiten hadern, schlichtweg nicht mehr einzuordnen sind, nicht zu ironisieren […].“

Mit diesem Artikel möchte ich das Buch „Die Welt im Rücken“ den Menschen empfehlen, die selbst an Bipolarität leiden. Und den Menschen, die sich dem Thema nähern wollen, weil sie aus einer vagen Vorstellung eine informierte machen wollen.

Vielleicht kennst du auch jemanden, der erkrankt ist und möchtest Bipolarität aus diesen Gründen besser verstehen. Melles Buch wird dir in jedem Falle weiterhelfen. Die Lektüre von „Die Welt im Rücken“ ist in ihrer Authentizität einzigartig.

Die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen

Der Autor Thomas Melle lebt seit über zwanzig Jahren in Berlin und hat hier wohl auch seine höchsten Höhen und seine tiefsten Tiefen verlebt. Der erste Schub erfolgte noch während des Studiums: „Für einen selbst ist es ein unbegreiflicher, allumfassender Kick, der einen in himmelschreiende Sphären schleudert“ – damit ist der Ausbruch einer manischen Phase gemeint. Auch dass es für Freunde und Familie „die blanke Tragödie“ ist, verschweigt Melle nicht.

Die Autobiographie beschreibt die verschiedenen Phasen seiner Krankheit detailreich, emotional und eben sehr lebensnah. Unbequeme Wahrheiten werden nicht geschönt, die Krankheit nicht verklärt.

Warum ist das so wichtig?

Unter Künstlerinnen und Künstlern, Schriftstellern und Schriftstellerinnen treten Depressionen und auch Manien überdurchschnittlich oft auf. Die These, dass diese Krankheiten häufig mit einem erhöhten Maß an Kreativität einher geht, ist nicht von der Hand zu weisen und trotzdem würde auch Melle sofort sein aktuelles Leben gegen eines ohne Krankheit austauschen.

„Man kann sich nämlich kaum ein schambesetzteres Leben vorstellen, als das eines manisch-depressiven Menschen. Das liegt daran, dass ein solcher Mensch drei Leben führt, die einander ausschließen und bekriegen und beschämen: das Leben des Depressiven, das Leben des Manikers und das Leben des zwischenzeitlich Geheilten. Letzterem ist nicht zugänglich, was seine Vorgänger taten, ließen und dachten.“

Interessanterweise habe ich dieses durchaus literarische Werk (Melle ist eben auch ein begnadeter Schriftsteller) in der Neuköllner Stadtteilbibliothek im Bereich Medizin gefunden. Thomas Melle wird von Ärzten für Vorträge eingeladen und das Buch dient auch Fachleuten zur Vertiefung.

Welche Vorteile wirst du aus der Lektüre des Buches ziehen können?

An einer Krankheit zu leiden (selbst oder durch einen erkrankten Menschen) und diese Krankheit nicht zu verstehen ist besonders belastend. Hilflosigkeit und Ohnmacht kann durch Unwissenheit bis ins Unendliche verstärkt werden. Die Wissenschaft macht Fortschritte und Behandlungsansätze entwickeln sich weiter. Die Menschen in der Gesellschaft sind aber oft uninformiert, damit ängstlich und damit leider auch abweisend und diskriminierend. Melles Buch übernimmt in diesem Sinne die ganz wichtige Rolle der Aufklärung.

Wie die Krankheit selbst ist dieses Buch an vielen Stellen anstrengend, unruhig und auch bedrückend. Mich hat das gerade zu Beginn sehr gestört und über diese Tatsache musste ich länger nachdenken. Was macht es mit mir so ein Buch zu lesen? Was macht es vielleicht mit meinen Leserinnen und Lesern?

Letztlich wurde mir klar, dass schwierige Krankheiten auch unbequeme Auseinandersetzungen nach sich ziehen und dass diese mentale Reibung von Vorteil sein kann.

Manche Erkenntnisse gewinnen wir vielleicht nur auf unbequemen Wegen und diese sind dann umso authentischer und tiefer. Einer Freundin, die selbst von Bipolarität betroffen ist, fühle ich mich nun näher. Für sie habe ich ursprünglich zu diesem Buch gegriffen, weil sie mir einst erzählte, dass es ihr helfe, über ihre Krankheit zu lesen. Ein wichtiger Aspekt in dieser Hinsicht scheint mir, sich verstanden zu fühlen, nicht nur blindes Mitgefühl zu bekommen.

Das ist schwer auszuhalten

In Vorbereitung auf diesen Artikel habe ich viele Einträge in Foren gelesen, Fachartikel und mit Betroffenen und Angehörigen gesprochen. Ganz deutlich wurde dabei wie unterschiedlich die Vorstellungen davon sind, was belastender ist – die manische oder die depressive Phase. In der einen bist du von Energie durchströmt und sprudelst nur so – bis hin zum sogenannten Wahnsinn. In der anderen geht einfach nichts mehr.

Aber wie oben schon Melle anspricht: es gibt auch diese andere Seinsform, in der kein Extrem vorherrscht und sowohl die vergangene Manie als auch die Gefühle in der Depression auf emotionaler Ebene nicht mehr zugänglich sind. Der Rückblick auf beide Phasen ist dennoch schwer auszuhalten.

Kein Erfahrungsbericht ist allumfassend. Jeder tickt anders und Melle beschreibt seine Krankheit, nicht deine oder die deiner Freundin oder deines Freundes. Die Angst vor dem Kontrollverlust ist bei uns allen unterschiedlich ausgeprägt, die Fähigkeit über die eigene Krankheit zu sprechen auch. Manche Angehörige können gut mit den verschiedenen Phasen umgehen, manche geraten schnell an ihre Belastungsgrenzen.

Ein Buch wie „Die Welt im Rücken“ stellt dafür keinen Kompass dar. Es ist keine Gebrauchsanweisung. Die gibt es wahrscheinlich auch nicht. Hilfe solltest du dir – egal ob als betroffene Person oder als Angehöriger – trotzdem unbedingt einholen. Ärzte, Foren, professionelle Beratungsangebote: es ist wichtig dir trotz höchstmöglicher Aufgeklärtheit Unterstützung einzuholen und eben nicht alles im Alleingang durchzustehen.

Dort wo wir gerade stehen, wissen wir oft nicht wohin das Leben uns führen wird und auch wenn wir Wünsche oder konkrete Vorstellungen haben, nimmt das Leben manchmal ganz andere Wege, auf die wir nicht immer unmittelbar Einfluss haben… “jeder ist seines Glückes Schmied“… In der Welt der psychischen Krankheiten gelten solche Floskeln nur bedingt.

Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht und hoffe, dass dich die Lektüre von Thomas Melles „Die Welt im Rücken“ ein Stück befreiter zurücklässt. Ich kann das von mir auf alle Fälle behaupten.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Mädchen, der ist nicht gut für dich!

Hast du auch diese eine Freundin, die sich immer wieder in den Falschen verliebt? Oder bist du vielleicht selbst eine, deren Interesse an einem Mann in dem Maße wächst, in dem er dich herabsetzt, Distanz aufbaut und sich dir gegenüber gleichgültig zeigt?

Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren

Entdecke Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren. Von Selbstreflexion bis kreative Freiheit.

Was weißt du schon über Bipolarität?

„Etwas stimmt nicht.“ Mit dieser Erkenntnis kommentieren Melles Freunde seinen ersten Ausbruch. Ich lese die ersten Seiten der Autobiographie und denke auch: Etwas stimmt nicht.

Bücher über Polyamorie, die dein Lieben verändern werden

Wie lieben wir im 21. Jahrhundert? In diesem Artikel stelle ich dir verschiedene Bücher vor, die deine Perspektive auf die Liebe und deine Beziehungen verändern werden.

Bewältigungsstrategien der AussteigerInnen: Isolation oder Freiheit?

Manchmal gibt es diese Tage: Tausend Gedanken, aber keinen Plan wie dieses oder jenes Problem angegangen werden kann. Was tun wir dann?

Das willst du wirklich

Warum gehst du eigentlich oft so pessimistisch an die Dinge heran? Warum fällt es uns so schwer positiv zu bleiben und …

So wichtig sind Geschwister

Die Beziehung, die wir zu unseren Geschwistern pflegen ist in der Regel die längste Beziehung unseres Lebens. Damit kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Wie können wir ihnen gerecht werden?

Lesbisch, einsam und lebenshungrig

Versagensängste in der Familie kennen wir. Wir kennen auch die Frustration, die mit nicht erfüllter Sexualität einhergeht und die Scham und Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit. Oft genug kommt leider alles zusammen.

Genießt du die Einsamkeit?

Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Es gibt Träume, die lebst du bereits!

Wieviele Träume passen eigentlich in all die Strukturen, Routinen und alltäglichen Aufgaben, denen du dich jeden Tag aussetzt? Vielleicht mehr als du denkst. Und vielleicht musst du einfach mal wieder genauer hinsehen!

Pin It on Pinterest