Wenn nichts mehr geht

Wenn nichts mehr geht

“Komm schon. Ich weiß, du hast Tuberkulose, aber es könnte schlimmer sein. Es ist ja nicht so, als wäre jemand gestorben!”

“Was glaubst du, warum hast du denn Magenkrebs?”

“Oh, Meningitis. Na ja, eigentlich ist es doch eine Willensfrage.”

Matt Haig, der Autor von “Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben” hat eine kleine, aber feine Liste aufgestellt. Davon, was Leute Dir sagen, wenn du depressiv bist, sie aber nie in anderen lebensbedrohlichen Situationen sagen würden.

Eine Depression ist ja auch nicht so schlimm wie Tuberkulose, denkst du jetzt?
Und schon gar nicht so lebensbedrohlich?

Du irrst dich und solltest unbedingt in Erwägung ziehen, Haigs autobiographische Auseinandersetzung mit seiner Krankheit zu lesen.

Warum schreibt man so ein Buch?

Literarisch, das muss ich einräumen, finden Matt Haig und ich mit diesem Buch nicht zueinander.

Es wird aber schnell klar, dass der Autor ein ganz pragmatisches Ziel mit seinem Werk verfolgt: Aufklärung.

Nach der Lektüre bin ich sicher, dass ich bislang nicht verstanden habe, was es bedeutet, wenn Menschen sagten, dass sie eine Depression haben.

Die Fehler im Umgang mit depressiven Menschen, die Haig beschreibt: Als hätte er mich beobachtet, um es mir jetzt unter die Nase zu reiben. Unheimlich.

Liebevolle Strenge, Ungeduld, ungefragte Ratschläge …

Ratschläge über Ratschläge. Zwar habe ich noch niemandem ins Gesicht gesagt, dass er sich jetzt mal zusammenreißen muss.

Ich habe es aber gedacht. Oft. Ich nehme mir das nicht übel. Es ist eben wie wir funktionieren.

Leistungsdenken habe ich mir nicht ausgesucht. Aber ich hinterfrage es. Reflexion ist meine Geheimwaffe. Die schlägt nichts.

Matt Haigs Buch hilft dabei. Er räumt auf mit Vorurteilen und Missverständnissen. Und er macht dabei sehr deutlich, warum das so wichtig ist.

Die Krankheit selbst ist ein Albtraum. Aber die Angst vor den Menschen, die nicht verstehen, was in dir vorgeht – das ist die Hölle.

Der ewige Druck zu funktionieren und die unsichtbare Gewalt, die dich daran hindert. Wer soll das verstehen, wenn er es nicht selbst erlebt hat?

Ich werde nicht versuchen, Matt Haigs Eindrücke hier im Einzelnen wiederzugeben. Es ist besser, gleich das Buch zu lesen. Unverfälschter.

Depressionen müssen professionell behandelt werden

An dieser Stelle möchte ich auch darauf hinweisen, dass die Lektüre eines Buches keine mittlere oder gar schwere Depression heilen kann. Wenn du jetzt akut Hilfe benötigst, bitte ich dich auf dieser Seite das für dich passende Hilfsangebot zu suchen und in Anspruch zu nehmen.

Auch ist Haigs veröffentlichte Innenschau, wie er gleich zu Anfang betont, die Niederschrift seiner eigenen, persönlichen und subjektiven Erfahrungen.

“Depression sieht für jeden anders aus. […] Aber um nützlich zu sein, muss ein Buch nicht exakt unsere eigene Erfahrung der Welt beschreiben, [….] Doch ich habe über die Jahre herausgefunden, dass es mich tröstet, von anderen Menschen zu lesen, die Verzweiflung erlitten, überlebt und überwunden haben.”

Literatur und Bücher im Allgemeinen nehmen nach Ausbruch der Krankheit eine wichtige Rolle in Haigs Leben ein.

Er schreibt, dass er sie nicht einfach konsumiert, sondern regelrecht inhaliert.

Es helfe ihm, einen psychischen Zustand hinter sich zu lassen und Bausteine für Neues zu finden. Mit diesen Bausteinen möchte er sich etwas aufbauen: “[…] etwas, das ähnlich, aber besser ist, fast das Alte, aber mit stärkeren Fundamenten und häufig mit einer besseren Sicht.”

Haig spricht mir hier aus der Seele.

Einer, der vielen Gründe, warum es sich aus Haigs Sicht zu leben lohnt, sind Bücher.

(Er nennt noch viele andere gute Gründe und lässt dabei auch andere Menschen mit Depressionen zu Wort kommen.)

“Es gibt das Klischee, dass Leute, die viel lesen, einsam sind, aber für mich waren Bücher der Weg aus der Einsamkeit heraus.”

Einsam lässt einen die Krankheit oft sein, aber mit Depression bist du sicher nicht allein.

Haig hat in seinem Buch neben vielen Zahlen und wissenschaftlichen Fakten auch eine Liste mit Namen berühmter Menschen veröffentlicht, die an Depressionen leiden oder litten.

Die Liste hat mich nicht überrascht. Zumindest nicht, was die Länge anging.

Manche Namen darauf zu finden, fand ich dann wieder doch sehr überraschend.

Jim Carrey ist mein Lieblingsschauspieler. Ich mag seine ernsten Filme, wusste aber nicht um seine Prozac-Phase.

Vielleicht hilft dieses Wissen nicht, aber es hilft zu wissen, dass Depression jeden treffen kann und du nicht schuld an deiner Krankheit bist.

“Premierminister, Präsidenten, Cricketspieler, Stückeschreiber, Boxer und die Stars aus Hollywood-Komödien.”

Ruhm und Geld mache nicht gegen psychische Probleme immun, so Haig.

obwohl und weil

Damit wäre ich auch schon beim letzten Punkt, der mir wichtig scheint.

Es geht um die kleinen Wörtchen “obwohl” und “weil”. Der Autor schreibt dazu: “Oft wird das Wort “obwohl” verwendet, wenn die Rede von psychischen Krankheiten ist. So-und-so tat das-und-das, obwohl er an Depressionen/Phobien/Zwangsstörungen/Agoraphobie/ sonst was litt.”

Mit dieser Aussage möchte uns Haig nicht nur darauf hinweisen, wie schwer es ist, auf seine Krankheit reduziert zu werden und immer alles durch die “Er/Sie ist halt krank-Brille” zu sehen und zu bewerten.

Dieses Label durchzieht viele Bereiche und trübt oft das Selbstbewusstsein von Betroffenen.

Wer möchte schon hören, “du kochst gut, obwohl du ein Mann bist”. “Wow, du trainierst echt hart und das obwohl du eine Frau bist.”

Das Wörtchen “obwohl” hat eine einschränkende Funktion und die Frage ist, ob wir solch eine Einschränkung wirklich immer akzeptieren wollen und müssen.

Haig schreibt dazu ganz klar, dass es häufig sogar ein “weil” gäbe.

Die Fähigkeit zu schreiben hat ihm erst die Depression ermöglicht. “Vorher war ich kein Schriftsteller. Die Intensität, die ich brauche – um den Dingen mit unerbittlicher Neugier und Energie auf den Grund gehen zu können -, war vorher einfach nicht da.”

Egal ob wir eine Fähigkeiten trotz, aufgrund oder völlig losgelöst von einer Krankheit, Marotte oder Schwäche haben – im Mittelpunkt steht doch immer ein Mensch und diesem gilt unser Respekt.

Wichtig ist dabei vor allem der Respekt sich selbst gegenüber.

Der ist notwendig, um helfende Maßnahmen einzuleiten.

Mit diesem Gedanken möchte ich gern schließen. Schau dir das Buch bei Amazon an und entscheide selbst, ob es für dich und in deiner gegenwärtigen Situation geeignet ist.

In jedem Fall, sei gut zu dir und keep reading!

Danke an Matt Haig, für diese mutige Auseinandersetzung mit dem Leben und der Krankheit. Viele werden davon profitieren.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Wir können doch über alles reden!

Wie reagierst du, wenn sich jemand dir gegenüber im Ton vergreift und ausfallend wird? Äußerst du dein Missfallen oder lässt du vieles durchgehen?

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5 Gründe, warum uns Lesen zu noch besseren Freunden macht

5 Gründe, warum uns Lesen zu noch besseren Freunden macht

Der Kalender zeigt die Zahl 14 und daneben Februar.

In unseren Breiten und in den allermeisten anderen Ländern der Welt auch, heißt das: Es ist Valentinstag.

In einem ganz besonderen nordischen Land jedoch nicht.

In Finnland wird am 14.2. nicht Valentinstag, sondern Ystävänpäivä gefeiert. Mal ehrlich, wieviele Wörter mit 4 “Ä”s kennst du noch?

Zu deutsch ist das der “Tag der Freundschaft”. Das nehme ich schon seit vielen Jahren zum Anlass, Freunden an diesem Tag eine liebe Botschaft zukommen zu lassen. Die allermeisten freuen sich darüber. Nur manche reagieren erstmal skeptisch.

Die Blumenindustrie und wunderbare amerikanische Romantikkomödien haben eben schon dafür gesorgt, dass wir am 14.2. unser Single-Dasein in Frage stellen oder unser schlechtes Gewissen polieren, wenn wir nicht das nötige Geschenk für unsere bessere Hälfte bereithalten.

Lasst uns den Tag der Freundschaft feiern

Ich jedenfalls bin total dafür, den 14.2. als “Tag der Freundschaft” auch hierzulande zu etablieren und habe mich deshalb zu einem passenden Blogartikel entschieden.

Lies weiter und erfahre, was dich die Literatur über wahre Freundschaft lehren kann.

Beginnen wir mit einem Zitat aus “Ein Baum wächst in Brooklyn” von Betty Smith: “Von da an gehörte ihr mit dem Lesen die Welt. […] Die Bücher wurden ihre Freundinnen, und für jede Stimmung gab es eines. Es gab Gedichte für stille Kameradschaft. Es gab Abenteuer, wenn sie die stillen Stunden leid war. Es sollte Liebesgeschichten geben, […], und wenn sie sich jemandem nahe fühlen wollte, konnte sie auch eine Biografie lesen.”

Die meisten von uns wissen längst, dass Bücher Freunde sind.

Aber wusstest du auch, dass Literatur dich zu einem besseren Freund machen kann? Nein? Na dann pass mal auf!

#1 Gedankenlesen
Die amerikanische Schriftstellerin Siri Hustvedt hat einmal in einem Interview in der Zeit gesagt, dass sie bereits so lange mit Paul Auster verheiratet sei, dass sie ziemlich genau seine Assoziationen in Gesprächen voraussagen könne.

Ich weiß nicht genau, wievielen von uns das so auf Anhieb gelänge, aber festhalten lässt sich, dass Lesen unsere Empathie-Fähigkeit stärkt.

Wer viel liest, kann sich besser in andere hineinversetzen und dadurch verständnisvoller handeln.

In Büchern begegnen uns vielfach neue Charaktere und im Gegensatz zur Realität haben wir es hier einfacher ihre Handlungsmotive und Bedürfnisse nachzuvollziehen.

Deine sozialen Kompetenzen werden verbessert und das wirkt sich auch auf deine Freundschaften aus.

#2 Geduld und innere Ruhe
Lesen macht dich gelassener. Nein, ich meine jetzt nicht den Roman “Es” von Stephen King oder irgendeinen anderen Psychothriller, der dir das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Die meisten Romane haben einen beruhigenden Einfluss auf unser Gemüt. Studien zufolge reduziert Lesen nachweislich das Stress-Level und hat damit sogar einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit.

Es gibt wohl keine Freundschaft, die völlig ohne Konflikte und Reibung auskommt. Gut, wenn wir dann nicht immer impulsiv, abwehrend oder aufbrausend reagieren, sondern Geduld aufbringen und mit der nötigen Gelassenheit das Gespräch suchen.

#3 Wissen und Informationen
Zweimal die Woche gehe ich mit einer sehr guten Freundin joggen. Wir haben ganz unterschiedliche Trainingsziele (ich gehe das Halbmarathontraining sehr gemütlich an, sie ist die Kämpferin), aber wir nutzen die gemeinsame Zeit um uns in vielen Bereichen auszutauschen und vom gegenseitigen Wissen zu profitieren.

Mein Herz macht dann jedes Mal einen kleinen Sprung, wenn ich bei einem aktuellem Problem mit einer kleinen literarischen Anekdote dienen kann und diese auch noch gut aufgenommen wird.

Lesen macht klüger und je mehr Informationen wir haben, desto fundierter werden unsere Ratschläge. Man muss nicht gleich den “Ulysses” oder den mehrbändigen Roman “Der Mann ohne Eigenschaften” gelesen haben, um bessere Einsichten ins Leben und in die Probleme unserer Mitmenschen zu gewinnen. (Zumal ich bei letzterem auch mit dem deutlich kürzeren Graphic Novel Vorlieb genommen habe.) Lesen bildet und deine Freunde werden dich für deine kluge Unterstützung lieben.

#4 Lesen vermittelt Toleranz und Offenheit
Wer viel liest, weiß um die unzählbaren Möglichkeiten, wie eine Situation enden kann.

Wir lernen ständig Neues und werden sensibilisiert für die Unwägbarkeiten des Lebens.

Literatur hat auch eine Vermittlungsfunktion.

Novalis hat das mal so beschrieben: “Die Geschichte scheint noch uneröffnete Augen in uns zu berühren – und wir stehen in einer ganz anderen Welt, wenn wir aus ihrem Gebiet zurückkommen.”

In der Literatur lernen wir Ideen, Menschen und Gedankengut kennen, das unserem Leben bislang fremd war. Und das nicht einmalig, sondern vielfach und in immer neuen Formen und Farben.

Schlau ist, wer die eigene Neugier beim Lesen, auch auf seine zwischenmenschlichen Beziehungen überträgt.

Davon kann eine Freundschaft nur profitieren.

#5 Authentizität und Mut
Bücher haben etwas inspirierendes.

Lesen wir von mutigen, selbstbewussten Menschen, bekommen wir Lust ähnlich mutig und selbstbewusst aufzutreten.

Und es fällt uns leichter zu uns selbst und unseren kleinen Marotten zu stehen.

Ich muss dabei sofort an Bridget Jones und ihre Miederhöschen denken. Die wurde doch auch geliebt, trotz ihrer Unsicherheit und kleinen Macken.

Und vielleicht sogar genau deshalb.

Schokolade zum Frühstück und dann auch noch mit Hugh Grant oder Colin Firth im Bett landen? Die Bücher über die sympathische Tollpatschin haben mich einiges über Ansprüche und Erwartungen gelehrt.

So schafft es die Literatur, dass wir uns selbst nicht mehr arg so ernst nehmen und ein bisschen lockerer durchs Leben gehen.

Das strahlst du natürlich auch nach außen aus und deine Freunde freuen sich umso mehr über deine Gesellschaft.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen Hyvää ystävänpäivää! (Jetzt sind es sogar schon fünf “Ä”s in einem Wort!)

Fröhlichen Freundschaftstag! Sei dir selbst ein guter Freund und gönn’ dir bald wieder ein gutes Buch!

Du hast es verdient.

Bücher von Liv Strömquist: I have a Bookcrush!

Bücher von Liv Strömquist entdecken: kluge, humorvolle und radikale Graphic Novels über Liebe, Feminismus und Gesellschaft. Meine Empfehlungen im Bookcrush.

Die größten Versager sind die erfolgreichsten!

Eigentlich haben Niederlagen und Fehlentscheidungen in unserer leistungs- und wachstumsorientierten Welt ja wenig Raum. Denkt man zumindest. Die Wahrheit ist, das Gegenteil ist der Fall.

Wie schön muss ich sein?

Spieglein, Spieglein, muss ich mir wirklich die Beine rasieren? Oder die Augenbrauen zupfen? Soll ich meine Fingernägel lackieren oder besser meinen Po trainieren?

Was ist Heimat für dich?

Heimat wird bei uns meist mit einem Raum verbunden, in den wir hineingeboren werden. Oder ein Ort, den wir schon lange bewohnen und der ein Wohlgefühl in uns auslöst. Manchmal widersprechen sich diese Herangehensweisen.

Du musst das nicht ertragen

Früher oder später kommt jeder Mensch in eine Situation, die sich nicht gut anfühlt. Manchmal fühlen wir uns dieser Situation einfach irgendwie ausgeliefert.

Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Viele von uns haben Japan durch Murakamis Bücher kennengelernt. Andere haben Mangas gelesen und Anime geschaut. Dennoch ist uns Japan weiterhin oft fremd und einzigartig. Im Artikel stelle ich dir 9 Autorinnen vor, die dir ganz neue Perspektiven und Einblicke liefern.

Struktur: Wieviel brauchst du?

Was gibt dir Struktur in deinem Alltag? Sind es Routinen, die du dir bewusst eingebaut hast? Ist es die Arbeit, an deren zeitliche Festlegungen du dich notwendigerweise hältst? Wie resilient bist du, wenn es um die Bewältigung von Krisen geht und wieviel Halt brauchst du überhaupt im Leben?

Mama, ich bin stolz auf dich!

Viele Menschen träumen davon, ein neues Leben zu beginnen. Manche verlassen ihre Heimat, weil sie die Lebensumstände dort nicht mehr ertragen und fliehen müssen. Egal warum frau geht: leicht ist es nicht.

Bücher über Polyamorie, die dein Lieben verändern werden

Wie lieben wir im 21. Jahrhundert? In diesem Artikel stelle ich dir verschiedene Bücher vor, die deine Perspektive auf die Liebe und deine Beziehungen verändern werden.

Nicht gegen den Tod, sondern für das Leben entscheiden

Manchmal ist es gut sich zu verkriechen, der Trauer Raum zu geben. Dann kommt aber auch wieder eine Zeit, in der wir Kraft schöpfen. Bist du soweit?

Höre nicht auf zu wachsen

Höre nicht auf zu wachsen

Jetzt lehne dich mal kurz zurück, leg deinen Kopf etwas schräg und stell dir einen Baum vor. Einen großen, prächtigen Baum mit starken Ästen, tiefen Wurzeln und Blättern so dicht, dass du nicht siehst, was dahinter ist.

Dieser Baum kann ein Bild für viele Vorgänge im Leben sein und wird aufgrund seiner symbolischen Bedeutung zum Beispiel manchmal am Hochzeitstag gepflanzt.

In diesem Zusammenhang steht er für Liebe, Fruchtbarkeit und Treue. Er bietet Schutz und Gastfreundschaft. Und er strahlt Ruhe und Geborgenheit aus. Wälder bieten Zuflucht und Entspannung. Der Waldspaziergang hat fast immer auch etwas meditatives.

Als ich noch klein war und auf dem Land groß geworden bin, waren Bäume allgegenwärtig. Da gab es Apfelbäume auf dem Hof, Kastanien im Dorf und hin und wieder sind wir mit der ganzen Familie zu den Ivenacker Eichen gefahren.

In diesem Park stehen über 1000 Jahre alte Eichen, die wahnsinnig dicke Stämme haben und jede für sich eine Geschichte erzählen.

Natürliches Wachstum im Hinterhof

Im Roman “Ein Baum wächst in Brooklyn” von Betty Smith kommt schnell die Vermutung auf, dass der Baum im Titel eben für unsere Hauptfigur Francie steht.

Es ist Francie, die in Brooklyn aufwächst. Sie erzählt uns von diesem Baum im Hinterhof, der den für natürliches Wachstum denkbar schlechtesten Bedingungen ausgesetzt ist.

Trotzdem wächst und gedeiht dieser Baum als wüsste er nicht, dass die Welt da draußen – außerhalb seines Hinterhofes – anderen Bäumen viel schönere Plätze zugedacht hat.

Ich habe “trotzdem” geschrieben und bin nicht sicher, ob ich damit “genau deshalb” meine. Darauf komme ich gleich nochmal zu sprechen.

Wir sind alle ein bisschen Francie

Ich möchte erstmal von Francie erzählen und davon welche Kraft und Inspiration in diesem kürzlich neu aufgelegten Roman liegt.

Wer, wie ich das getan habe, ein wenig über die Autorin Betty Smith recherchiert, wird schnell gewahr, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte mit starken autobiographischen Elementen handelt.

Betty Smith, geboren 1896 als Elizabeth Lilian Wehner, beendete ihren ersten Roman 1943 und landete einen Bestseller. Wenige Jahre später erschien “Ein Baum wächst in Brooklyn” auch in Deutschland und wurde kürzlich neu übersetzt.

Sehr gelungen, wie ich finde. Und völlig zu recht neu aufgelegt.

Es ist ein dickes Buch und die Zeit, die ich mir dafür nehmen musste, lohnt sich.

Francie ist nicht einfach irgendein Mädchen, das sich aus ärmlichen Verhältnissen herausarbeitet und es im Leben zu etwas bringt.

Francie Nolan ist dieser Baum, der allen Hindernissen zum Trotz wächst und gedeiht und etwas erschafft, das anderen Menschen Hoffnung, Zuversicht und Geborgenheit bietet.

Dieses Buch hat mich tief berührt. Wer war diese Francie Nolan?

Im Buch finden wir folgende Aussage: “Sie war die Bücher, die sie in der Bücherei las. Sie war die Blume in der braunen Schale. Ein Teil ihres Lebens bestand aus dem Baum, der im Hinterhof üppig spross. Sie war die bitteren Streitereien, die sie mit ihrem innig geliebten Bruder hatte. Sie war Katies heimliches, verzweifeltes Weinen. Sie war die Scham ihres Vaters, wenn er betrunken nach Hause wankte.”

Ich finde es wunderbar, dass dieses Zitat mit den Büchern beginnt, die Francie Tag für Tag regelrecht aufsaugt. “Ein Baum wächst in Brooklyn” ist ein bibliophiles Werk, welches Lesen und Bildung immer wieder zum Gegenstand macht und aufzeigt, dass eben darin das Geheimnis von Erfolg liegt.

Es geht dabei nicht in erster Linie um finanziellen Erfolg – auch wenn Armut und die damit verbundenen Übel eine wichtige Rolle im Roman spielen.

Kurz nach der Geburt von Francie wendet sich ihre Mutter Katie an ihre eigene Mutter Mary.

Die Geburt war sehr qualvoll und die Sorgen um das kleine Wesen, das gerade das Licht der Welt erblickt hat, wachsen in dem Maße wie der Vater Johnny die Familie ohne schlechten Willen im Stich lässt.

Katie möchte mehr für ihre Tochter als sie selbst hatte und bittet ihre Mutter um Rat. Sparen ist der eine Rat, den sie bekommt. Sparen und irgendwann einmal ein kleines Stückchen Land kaufen, das die Kinder erben können.

Der zweite Rat wiegt schwerer. “Dann muss es jeden Tag lesen, und das ist das Geheimnis, das weiß ich.”

Es handelt sich um ein sehr bedeutendes Gespräch. Es geht an dieser Stelle im Buch um Bildung und mit ihr um Möglichkeiten. Nicht einfach weil ein Schulabschluss Türen öffnet.

Es geht um viel mehr.

Es geht darum, diese Möglichkeiten kennenzulernen, Horizonte zu erweitern und Perspektiven offen zu legen.

“Weil das Kind etwas Wertvolles braucht, was man Phantasie nennt. Das Kind braucht eine geheime Welt, in der Dinge leben, die es nie gegeben hat.”

An einer anderen Stelle im Buch erklärt Katie ihrer Tochter Francie, dass sie zwar arm sind wie alle anderen im Viertel, dass sie aber dennoch besser seien, denn sie würden die Dinge verstehen.

Hindernisse und Desillusionierungen

Mit diesen “Dingen” ist das Leben gemeint und viele Vorgänge, die unreflektierten Menschen verborgen bleiben. Ich möchte jetzt auf das “trotzdem” zurück kommen, das ich eingangs erwähnte.

Francie geht durch die harte Schule des Lebens.

Wir verfolgen ihren Weg seit der Geburt und lernen ihre Tanten (Sissy schließt man sofort in sein Herz) und den Rest der Familie kennen.

Wir ertragen alle Hindernisse und Desillusionierungen mit ihr, als wären wir dieses Mädchen, das Bücher zu ihren wahren Freunden erklärt. Der Aufbruch in ein besseres Leben vollzieht sich jedoch nicht nur trotz der Hindernisse.

Er vollzieht sich, weil Francie all diese Hindernisse erlebt hat und die Welt deshalb mit anderen Augen sieht. Den Satz ihrer Mutter “Wir können nichts anderes werden als das, was wir heute sind” straft Francie Lügen. Sie ist stark aufgrund und eben nicht nur trotz der Dinge, die sie durchgemacht hat.

Mit ihnen sind ihre Empfindungen gewachsen und ihre Motivation ihrem Leben Sinn zu verleihen.

Es ist wahrlich nicht einfach unsere ganz persönliche Angst vor den eigenen Grenzen zu überwinden.

Unsere Eltern, die Gesellschaft und wir selbst schüren Erwartungen, die tief eingesickert sind in unser Wesen und die nicht mal eben aus der Welt zu schaffen sind.

Umso wichtiger, dass es diese Kräfte gibt, die uns helfen uns zu sammeln, zu reflektieren und zu motivieren.

“Ein Baum wächst in Brooklyn” ist ein kraftvoller Roman, der dir Lust machen wird, Neues auszuprobieren, Mut zu beweisen und Dinge zu tun, die dir andere und du selbst vielleicht gar nicht zugetraut haben.

Danke, Betty Smith, für dieses grandiose und leidenschaftliche Lebenswerk.

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Falsche Männlichkeit: das große Missverständnis

Männer müssen so und so sein. Neben Vorurteilen und Unterstellungen prägen eine Menge Erwartungen unsere Gender-Vorstellungen und skizzieren klare Rollenbilder, die im Grunde nur falsch sein können.

Hab keine Angst vor der Angst

Sehr viele Menschen kennen Panikattacken, verspüren Angstzustände oder sind unsicher, wenn sie vor einer Gruppe reden müssen. Aus Angst vor Stigmatisierung sprechen sie nicht darüber. Franziska Seyboldt schon.

Schwanger? Mach dich doch nicht verrückt!

Die Schwangerschaft ist eine Lebensphase, die von vielen extremen Emotionen begleitet wird. Extrem können sie nach oben, aber auch nach unten verlaufen. Wichtig ist: Mach dich nicht wahnsinnig, aber lass dich auch nicht wahnsinnig machen.

Ich bin mir selbst eine Mutter. Das muss reichen.

Für alle, die zweifeln. Für alle, die sich sicher sind. Und für alle, die spüren wollen, wie viel Freiheit in einem klaren “Vielleicht” stecken kann. Mutterschaft ist auch ein Buch für alle, die sich nicht sicher sind …

Wert oder Wunde? Bücher über komplexe PTBS und die Frage nach dem Selbst

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Ständig auf der Durchreise. Aber wohin?

Motiviert und positiv das Leben anzunehmen ist zwar ein wichtiges Gut, aber von vielen Seiten werden uns Erkenntnisse geliefert, die oft einem verklärten Bild des Lebens entspringen. Jedoch nicht dem realen Alltag mit all seinen Fallstricken und Hindernissen.

An alle Mamas dieser Welt: SO NICHT!

Mutter sein. Was bedeutet das eigentlich? Wird deine Arbeit angemessen wertgeschätzt? Wird anerkannt, was du jeden Tag leistest? Falls nicht, dann ist dieser Artikel für dich.

Höre nicht auf zu wachsen

Stell dir einen Baum vor. Einen großen, prächtigen Baum mit starken Ästen, tiefen Wurzeln und Blättern so dicht, dass du nicht siehst, was dahinter ist. Was wenn du dieser Baum bist?

Wirst du einen Neuanfang wagen?

Kennst du diese Tage der Eintönigkeit, an denen wir gar nicht richtig sagen könnten, ob sich dieses Leben aktuell so wirklich lohnt? Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf schwelende Konflikte, andauernde Selbstzweifel und immer wieder dieses Gefühl, nicht genug zu sein und nicht genug zu leisten.

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Wo ist dein Platz in dieser Welt?

Wo ist dein Platz in dieser Welt?

In Science-Fiction-Filmen sehen wir das manchmal. Die Menschen kommen zur Welt und ihr Schicksal und Werdegang wird ihnen auf dem Silbertablett serviert. Der individuelle Genpool, die diktatorische Politik oder eine andere übergeordnete Moralinstanz lassen dann nicht mehr viele Möglichkeiten offen.

Das ist in der heutigen Zeit anders.

Ein verständlicher Wunsch: Eine Hand, die uns hält und trotzdem frei lässt.

Wir müssen uns jeden Tag selbst entscheiden im Meer der Möglichkeiten wo unser Platz ist. Die Suche nach der eigenen Identität beschäftigt uns alle in der ein oder anderen Lebensphase.

Die Berliner Jungautorin Julia Zange zeigt uns in ihrem Roman „Realitätsgewitter“ was es heute bedeutet nicht zu wissen, wohin mit sich.

Das Lesen dieses Buches wird dir bei deiner eigenen Suche möglicherweise keine Hilfestellung bieten. Du möchtest sicher auch gar nicht, dass dir jemand so wichtige Entscheidungen abnimmt. Erfahre in diesem Artikel, warum sich die Lektüre des Romans für dich trotzdem lohnt.

Sich nichts vorschreiben lassen

Vielleicht wollen wir nicht, dass uns jemand vorschreibt, was wir tun und lassen sollen. Aber manchmal einen Mensch an der Seite, der uns sagt, es sei okay nicht immer das Ruder in unserem Leben selbst in die Hand zu nehmen … Das wünschen wir uns hin und wieder schon.

Vor kurzem erzählte mir eine Freundin von einem bekannten Psychologen, der sich öffentlich darüber äußerte, dass heute viele Menschen mit Existenz- und Zukunftsängsten in seine Praxis kommen. Er fände das bedauerlich und überraschend, wo doch die Existenz heute kaum Risiken unterworfen sei. Wir können heute alles tun, so der Psychologe.

Marla, Julia Zanges Protagonistin in „Realitätsgewitter“, empfindet die Vielzahl der Möglichkeiten nicht als Chance. Die Angst, diesen Möglichkeiten nicht gerecht zu werden, setzt sie unter Druck. Ein abgebrochenes Studium, das unbefriedigende Praktikum, Freunde, auf die man sich nicht richtig einlässt, weil sie sich nicht auf dich einlassen.

Am nächsten ist uns immer noch das Smartphone und verstecken können wir uns hinter einer Social-Media-Selbstinszenierung, die mit dem digitalen Wahnsinn einhergeht.

Optimierung des Selbst

In dem Roman geht es auch um die bedrückende Oberflächlichkeit, die oft nicht reicht um die eigene soziale Energie genutzt zu wissen. Die freiwillig auferlegte Selbstoptimierung erzeugt einen Druck, der früher oder später in ein Leere-Gefühl münden kann. Nämlich dann, wenn mit der Optimierung des Selbst nichts erreicht wird. Oder zumindest nicht das, was wir uns einst erhofften.

Die Autorin Zange hat mit ihrer Geschichte das Leben in Zwischenstationen beleuchtet. Marla sammelt fleißig Erfahrungen (Sex, Drogen, Parties) von denen sie nicht genau sagen könnte, welche nun wichtig fürs Wachsen sind und welche retrospektiv als Ballast wahrgenommen werden.

Die Suche nach der eigenen Identität lässt uns schon mal große Reisen antreten.

Wissen zu wollen, wer man eigentlich ist.

Das Leere-Gefühl abschütteln. Wie gelingt uns das? Wissen wir einfach irgendwann woran wir sind? Wird aus der Ziel- und Orientierungslosigkeit einfach so irgendwann ein unbefristeter 40Stunden-Job und eine Kleinfamilie mit Wochenendurlauben im Spreewald? Und wer sagt uns, dass wir uns dann nicht wieder eingeengt fühlen?

Das Gefühl der Leere ist ja in vielen Fällen vorübergehend. Mit Alkohol oder anderen Substanzen darüber hinweg zu helfen, bringt meist nicht viel. Schöne Literatur wirkt an dieser Stelle schon weitaus nachhaltiger, wie ich finde.

Das Lesen tiefer, klug-recherchierter Geschichten macht es im Alltag schon mal leichter vorübergehende Missstände zu ertragen und sich selbst in seinen Handlungen zu beobachten. Das klingt kompliziert, aber lässt sich ganz einfach herunterbrechen:

Lesen fördert Achtsamkeit. Und diese Achtsamkeit überträgt sich auch auf unser Leben, unsere Bedürfnisse und Entscheidungen.

Los geht’s auf Identitätssuche

Kommen wir zurück zum Buch von Julia Zange. Es geht natürlich um die Suche nach der eigenen Identität. Im Buch wie im Leben: Manchmal reicht es nicht mehr, was wir gerade leben.

Marla: „Ich hatte mir das alles anders vorgestellt. Ich hatte eine ganz andere Vorstellung, was so ein Leben sein könnte.“ Dann will man mehr und hat gleichzeitig Angst vor dem was noch kommt oder nicht kommt. Schließlich kannst du dich auch verloren und nirgendwo zugehörig fühlen, wenn du keine Drogen nimmst oder regelmäßig Alkohol trinkst.

Manchmal wird uns einfach so alles zuviel.

Marla ist wie du und ich auf der Suche nach Freundschaften und Menschen, die uns bereichern und von denen wir gerne umgeben sind. Freundschaften sind existentieller Bestandteil unseres Glücks. Auf Garantien im Leben müssen wir verzichten: beim Job, Partnerwahl und eben auch bei Freundschaften.

Die Beliebigkeit, Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit, die Marla in Stress versetzt, kennst du die auch? Zange schreibt: „Für den Rest des Abends schweigt mein Telefon. Obwohl ich 1675 Facebook-Freunde habe.“

Neben der Identitätssuche wird auch das Thema Familie in „Realitätsgewitter“ (der Name ist Programm) unter die Lupe genommen. Als ich in einem Artikel über den Versuch einer einstweiligen Verfügung durch die Eltern von Julia Zange las, glaubte ich vorerst an eine PR-Maßnahme. Mit voranschreitender Lektüre und immer mehr Beklemmung in der Brustgegend scheint mir das nun nebensächlich. Familie prägt und formt uns und manchmal geht das gut, ganz oft – so auch bei Marla – eben nicht. Wenn du das Gefühl hast, auch noch ein paar Komplexe und Probleme aus deiner familiären Vergangenheit verarbeiten zu müssen, dann stöbere gerne mal hier.

Marla fühlt sich von ihrer Familie nicht gesehen. Ihre Mutter, vermeintliche Psychopathin, hört kaum zu: „Ich könnte ihr erzählen von all dem Schmerz in den letzten zwanzig Jahren, ich könnte ihr von der Einsamkeit, von den Albträumen, von den Bauchschmerzen, von der Hilflosigkeit, der Wut, den Schnitten, den Tränen […] der Schlaflosigkeit erzählen, es würde nichts ändern.“

Je weiter ich las, desto mehr hoffte ich am Ende doch mit etwas Zuversicht für Marla die Lektüre beenden zu können. Frau Zange lies mich nicht im Stich.

Marla fährt ans Meer, um den Kopf frei zu bekommen.

Sehnsucht und Zuversicht

Auch wenn die Angst vor falschen Entscheidungen, Türen, die geschlossen werden und dem großen Unbekannten, das sich Zukunft nennt, die Gedanken einnebelt – Hoffnung, Sehnsucht und Zuversicht weichen hoffentlich nie von deiner Seite.

Warum auch vor etwas Angst haben, das noch gar nicht eingetreten ist. Warum nicht doch mal wieder selbst das Ruder in die Hand nehmen? Lesen verleiht dazu den Mut und zeigt die Kraft in dir auf, die du für dein Leben brauchst.

Julia Zanges Buch liest sich, als hätte sie beim Schreiben nicht einmal Luft geholt. Die Lektüre war für mich ein zum Teil anstrengendes, aber lohnenswertes Abenteuer. Nicht zuletzt, weil ich Berlin als Schauplatz für Geschichten immer sehr nice finde.

Egal ob du jetzt zur Generation x, y, z gehörst (ist das Teil unserer Identität?) – „Realitätsgewitter“ regt zum Nachdenken an und lenkt auch schon mal von den eigenen Unzulänglichkeiten ab. Viel Spaß beim Lesen.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Du musst das nicht ertragen

Früher oder später kommt jeder Mensch in eine Situation, die sich nicht gut anfühlt. Manchmal fühlen wir uns dieser Situation einfach irgendwie ausgeliefert.

Bücher von Hengameh Yaghoobifarah: I have a Bookcrush!

Die Bücher von Hengameh Yaghoobifarah gehören zu den spannendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur.

Gib dich nicht für ihn auf!

Die Liebe vermag Berge zu versetzen. Sie kann uns einen Sinn im Leben geben, Kraft schenken und Richtung weisen. Manchmal jedoch, macht sie uns auch kaputt … Nicht alles, was wie Liebe aussieht und sich wie Liebe anfühlt, ist auch gut für uns.

Das willst du wirklich

Warum gehst du eigentlich oft so pessimistisch an die Dinge heran? Warum fällt es uns so schwer positiv zu bleiben und …

Wert oder Wunde? Bücher über komplexe PTBS und die Frage nach dem Selbst

Bücher über kPTBS: Orientierung, Verständnis und Unterstützung im Umgang mit Trauma

Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Ich bin mir selbst eine Mutter. Das muss reichen.

Für alle, die zweifeln. Für alle, die sich sicher sind. Und für alle, die spüren wollen, wie viel Freiheit in einem klaren “Vielleicht” stecken kann. Mutterschaft ist auch ein Buch für alle, die sich nicht sicher sind …

Alltagsrassismus verstehen & Mikroaggressionen erkennen: Bücher für weiße Leser*innen

Bücher über Alltagsrassismus: Perspektiven verstehen, Mikroaggressionen erkennen und lernen, wie weiße Leser*innen Verantwortung übernehmen können.

Nicht gegen den Tod, sondern für das Leben entscheiden

Manchmal ist es gut sich zu verkriechen, der Trauer Raum zu geben. Dann kommt aber auch wieder eine Zeit, in der wir Kraft schöpfen. Bist du soweit?

Krankheit verstehen und den Schmerz aussprechen

Krankheit verstehen und den Schmerz aussprechen

Zuerst dachte ich, dass „Halt auf Verlangen“ von Urs Faes ein Buch ist, das eigentlich nicht so ganz in das Programm von Literaturpower passt. Und dann wieder doch. Ganz sicher war ich mir aber nicht. Na das fing ja schon gut an.

So schwer wie das Schreiben dieses Artikels fiel mir auch die Lektüre des Buches.  Und nein – das spricht nicht gegen das Buch. Es bedeutet einfach, dass es hier um ein sehr schwieriges Thema geht und ich diesem gerecht werden möchte. Und dem Buch natürlich.

Es geht um Krebs und das Leben mit der Diagnose. Warum es in so einer schwierigen Lebensphase gut für dich ist, ein Buch zu lesen und warum vielleicht „Halt auf Verlangen“ das richtige dafür ist, erfährst du in diesem Artikel.

Nachdenken und reflektieren

Bücher sind so individuell wie ihre Leserinnen und Leser und die dazugehörigen Leseintensionen. Es gibt Phasen da wünschen wir uns Wohlfühllektüre. Vielleicht für diese regnerischen Tage an denen eine Decke, eine Tasse Tee und ein Buch genau das richtige sind. Moodboosting sagt man auch dazu. Die Laune beispielsweise durch Lesen heben.

Aber immer ist uns nicht danach den Blick nur auf das Positive zu lenken. Es gibt auch Tage und vielleicht Themen, die halten uns zum Nachdenken an, zum Reflektieren und zur tiefen Beschäftigung mit uns selbst und dem was uns gerade in Atem hält.

Die Krankheit Krebs ist immer Auslöser für eine neue Perspektive auf das Leben. Solch eine weitreichende Diagnose zu bekommen, lässt uns fragen, was es bedeutet am Leben zu sein und manchmal auch, wie lange wir noch Gelegenheit haben, am Geschehen um uns herum teilzunehmen.

Ich habe einige Erfahrungsberichte im Internet gelesen und bin auf einen Beitrag gestoßen, der kritisierte, dass oft im Gespräch über die Krankheit, nicht genug Raum für Ängste sei. Also dafür auch mal offen über das Unheil zu sprechen, dass der Krebs mit sich brächte.

„Halt auf Verlangen“ ist ein Buch, welches den Ängsten, dem Schmerz und der Tragik einer lebensgefährlichen Krankheit Raum gibt. Der Raum entsteht durch Worte und Worte sind es oft, die bei schwierigen Themen fehlen. Nicht immer ist es eine bewusste Tabuisierung, die zum Schweigen führt. Manchmal wissen wir auch nicht, was wir sagen sollen und wie wir etwas benennen können.

Literatur macht das Unsagbare sagbar, so Ilse Orth, eine der Begründerinnen der deutschsprachigen Bibliotherapie.

Um Worte und darum, die richtigen für das Falsche zu finden, geht es auch im Roman von Urs Faes. Ein langer Buchanfang ließ offen, wohin der Autor mit seinen Beobachtungen möchte und dann ganz plötzlich fand ich mich in einer detaillierten Beschreibung der Nebenwirkungen eines Krebsmedikamentes wieder.

Spätestens an der Stelle wurde mir klar, dass es hier eben nicht um eine „Feel-Good-Mentalität“ geht. Kein „Halte durch und alles wird gut“. Und das wurde auch auf den späteren Seiten des Buches nicht besser. Harter Tobak, würde ich sagen. Ein Buch, dass ich nicht allen bedingungslos empfehlen kann.

Ein Buch muss zu dir passen

Letztlich passt kein Buch zu jeder Leserin und jedem Leser und vielleicht bist du trotzdem neugierig, wie dir ein schwieriges Buch in einer noch viel schwierigeren Lebensphase weiterhelfen kann. Dann lies gerne weiter.

„Jeder Atemzug ist kostbar. Leben.“

Der Autor, der in „Halt auf Verlangen“ seinen eigenen Kampf mit dem Krebs reflektiert und thematisiert, berichtet von einem für Krebskranke ganz typischen Verhalten: das Leben im Moment und das Fehlen von Plänen für die Zukunft.

Das klingt dann zum Beispiel so bei Faes: „Einer, der sich zusah, wie er sich ängstlich durch die Straßen bewegte, langsam, als suche er etwas, das ihm abhandengekommen war, etwas, das er damals in Berlin noch besessen hatte? Was war ihm abhandengekommen? Das alltägliche Leben, die Gewöhnlichkeit, das Recht zu leben?“

Das besonders letzteres nicht zutrifft, wird deutlich, wenn wir in Faes‘ Gedankenwelt eintauchen. Die Krankheit, die Therapie, Ärzte und Krankenschwestern: all das bildet den Rahmen und stellt die Bedingungen.

Aber der Kern sind Erinnerungen und das Nachdenken darüber, was denn sein Leben bis zu diesem Zeitpunkt ausgemacht habe. Das Nachdenken über Liebe, über Familie und über Lebenswünsche.

Mit einer stillen Kraft, die das gesamte Buch durchzieht, wird in diesem Roman eine sehr menschliche Innenschau betrieben, die keine Scheu vor Melancholie, Reue und Enttäuschung zeigt. Das liest sich auch mal schwerfällig, aber die Worte sind wohl gewählt und keinesfalls dem Zufall oder gar dem Frust entsprungen. Bewusstheit siegt jedoch auch hier über Kontrolle.

Trotz allem kann unser Protagonist noch lächeln und gerade die kleinen Dinge gewinnen in seinem Leben wieder an Bedeutung.

Auch wenn das Buch in unserem Jahrhundert spielt, in einer Zeit in der unsere Aufmerksamkeit zu großen Teilen dem Smartphone gilt, erhalten wir den Eindruck in eine andere Zeit versetzt zu sein. Nicht zuletzt die Rückblicke auf eine zugegebenermaßen mühsame und auch schmerzhafte Vergangenheit steuern zu diesem Eindruck bei.

Es ist ein trauriges Buch. Keine Frage. Und es ist ein literarisches Werk, das dem Wunsch dem Leben schreibend zu begegnen entsprungen ist.

Worte spielen eine ganz wichtige Rolle und bilden ein immerwiederkehrendes Motiv: „Und du wehrst dich mit Worten gegen das Entschwinden deines Lebens, als könntest du aufhalten, was sich verlieren will. Kannst du? Glaubst du, du kannst? Mit Worten gegen lähmende Angst, Verzweiflung? Gegen Dosen und Diagnosen?“

Was folgt auf die Krebsdiagnose? Krankenhausaufenthalte, Chemotherapie, Arztbesuche, Verzweiflung, Hoffnung? . . .

Auseinandersetzung!

Urs Faes hat erkannt, dass das Schreiben dem Wahnsinn und der Angst begegnen kann und vielleicht liest du dieses Buch und merkst, dass du von all dem was dich eh schon so stark beherrscht, nicht noch mehr lesen und hören möchtest. Vielleicht liest du aber auch das Buch und lässt dich inspirieren selbst zu schreiben, weil du erfahren hast, dass es Worte gibt, die dein Leid beschreiben können und dass in dem Schreiben und Mitteilen wahrer Trost, Halt und Zuflucht liegt. Im Blog werde ich bald einen Artikel zur Poesietherapie veröffentlichen: dabei geht es darum, wie selber schreiben, in einer schwierigen Situation helfen kann.

Was für dich das richtige ist, das weisst nur du. Schau dir das Buch zum Beispiel mal bei Amazon an und entscheide dann ob es dich weiterbringt und dir helfen kann. Schreib mich gerne an, wenn du Fragen dazu hast oder eine Beratung möchtest.

In jedem Fall wünsche ich dir, dass du Worte findest, denn das Sprechen und auch das Lesen helfen. Mit der Diagnose Krebs kannst du dich sehr allein fühlen und Bücher helfen oft gegen die Einsamkeit.

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Die Gewalt um uns

Auch beim Erzählen sind es Worte über die wir unsere Bedürfnisse kommunizieren, uns Verständnis einholen und unsere Emotionen transportieren. Vielleicht deshalb sprudelt es auch aus Edouard nur so heraus, nachdem er Opfer einer Gewalttat geworden ist.

Krankheit verstehen und den Schmerz aussprechen

Die Krankheit Krebs ist immer Auslöser für eine neue Perspektive auf das Leben. Solch eine weitreichende Diagnose zu bekommen, lässt uns …

Bücher über Polyamorie, die dein Lieben verändern werden

Wie lieben wir im 21. Jahrhundert? In diesem Artikel stelle ich dir verschiedene Bücher vor, die deine Perspektive auf die Liebe und deine Beziehungen verändern werden.

Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Verliebt in eine Heterofrau?

Du bist lesbisch. Sie nicht. Trotzdem geht sie dir nicht mehr aus dem Kopf.

Statt Emotional Mooching: So lernen wir, in Beziehungen Verantwortung zu übernehmen

Emotional Labour ist oft unsichtbar und ungleich verteilt. Dieser Artikel zeigt, wie Emotional Mooching entsteht und wie wir aus diesen Dynamiken aussteigen.

Alltagsrassismus verstehen & Mikroaggressionen erkennen: Bücher für weiße Leser*innen

Bücher über Alltagsrassismus: Perspektiven verstehen, Mikroaggressionen erkennen und lernen, wie weiße Leser*innen Verantwortung übernehmen können.

Die Sehnsucht nach Liebe

Liebe verändert uns und sie leitet uns. Manchmal hinterlässt sie Chaos und oft macht sie uns verletzlich.

Die größten Versager sind die erfolgreichsten!

Eigentlich haben Niederlagen und Fehlentscheidungen in unserer leistungs- und wachstumsorientierten Welt ja wenig Raum. Denkt man zumindest. Die Wahrheit ist, das Gegenteil ist der Fall.

Das willst du wirklich

Das willst du wirklich

Die Evolution hat uns zu Vorsicht und Sorge erzogen. Das heißt heute konkret, dass wir negativen Erlebnissen mehr Bedeutung beimessen als positiven.

Kennst du das auch, dass du tagsüber ein paar schöne Eindrücke bekommst, aber das worüber du abends grübelst, das ist die eine negative Sache, die du erlebt hast?

Ganz normal.

Dem sind wir nun ausgeliefert. Das heißt aber nicht, dass du deine Konzentration auf die schönen Dinge im Leben nicht trainieren könntest. Ein bisschen Achtsamkeit und vielleicht das ein oder andere schöne Buch können da bestimmt weiterhelfen.

Existenzsorgen sind uns quasi eingepflanzt.

Interessant ist, dass ganze Nationen sich in ihren Mustern ähneln. Deutschen wird beispielsweise nachgesagt weniger leichtfüßig aufzutreten als Italiener. Stereotype? Vielleicht ein wenig. Vielleicht ist aber auch ein bisschen was dran. Zumindest lässt sich festhalten, dass die meisten von uns einen Plan lieber noch einmal und noch einmal durchdenken, die Vor- und Nachteile abwägen, bevor wir eine Entscheidung treffen. Und meistens entscheiden wir uns dann zugunsten von Stabilität und Existenzsicherung.

Dass wir in einer Zeit leben, in der wir uns weit weniger sorgen müssten, als wir tatsächlich tun, habe ich ja bereits in einem anderen Artikel beschrieben. Selbstverwirklichung ist ein viel gegoogelter Begriff und trotzdem ist es manchmal gar nicht so einfach seinem Herzen zu folgen. Wer nun Inspiration in der Literatur sucht, wird schnell fündig. Ich würde sagen, dass es in sehr vielen Büchern um Menschen geht, die genau das tun: den eigenen Weg gehen.

Autorinnen und Autoren haben wahrscheinlich dank ihrer Auffassungsgabe und Menschenkenntnis ein ganz besonderes Gespür dafür, Ängste, Sorgen und Sehnsüchte der Menschen zu analysieren und zu beschreiben.

In diesem Artikel soll es um ein Buch gehen, welches vermutlich eher die weibliche Leserschaft von Literaturpower anspricht: “Das Glück der fast perfekten Tage” von Fioly Bocca. Grundsätzlich halte ich nicht viel von Geschlechtertrennung bei der Literaturauswahl, aber wenn ich so überlege ob ich dieses Buch eher einem lieben Freund oder einer lieben Freundin schenken würde, dann fiele meine Entscheidung recht deutlich auf letzteres.

Leidenschaft und Selbstverwirklichung

“Das Glück der fast perfekten Tage” spielt in Italien und die Autorin ist Italienerin. Die Sorgenfülle unserer Protagonistin Anita mutet mir recht deutsch an, womit meine These von oben vielleicht widerlegt ist. Anita hat es nicht leicht. Ihr Job erfüllt weder sie noch ihren Geldbeutel, ihr Freund ist oft abgelenkt, die Beziehung muss ohne Leidenschaft auskommen und Anitas Mutter ist im Endstadium ihrer Krebserkrankung.

Die Beziehung zu ihrer Mutter spielt eine wichtige Rolle im Roman und bestimmt die Grundstimmung der Lektüre.

Ich habe diesen sanften und sehr ruhigen Roman bewusst für das Thema Selbstverwirklichung gewählt, weil ich glaube, dass der Buchmarkt schon dermaßen überflutet ist mit Motivationsratgebern, dass eine stille, unaufdringliche Geschichte nochmal auf anderen Ebenen berühren und nachdenklich stimmen kann.

Anita leidet sehr unter der Krankheit ihrer Mutter. Indem sie dieser in täglichen Emails eine heile Welt vortäuscht, wird ihr nur immer mehr bewusst, wie trübsinnig und verfahren ihre Beziehung im Speziellen und ihr Leben im Allgemeinen sind.

Für mich als Leserin hat die Krankheit der Mutter zudem einen kontrastierenden Effekt: Die Vergänglichkeit des Lebens wird vor Augen geführt und damit die Zeit, die uns bleibt noch wertvoller.

Anita lernt im Zug den Kinderbuchautoren Arun kennen. Die Begegnung bleibt nicht ohne Folgen. Die neue Bekanntschaft scheint in ihr etwas aufzuwecken, was sie längst nicht mehr an sich selbst wahrgenommen und wertgeschätzt hatte: “Die Lust zu erzählen, zuzuhören, tiefer zu schürfen, ist so groß, dass ich gar nicht bemerke, wie heiß das Telefon an meinem Ohr wird und dass der Abend in die dunkle Nacht übergeht.”

Arun schafft es Anita mit seinen Worten und seinem Handeln in besonderer Weise zu überraschen. Es stellt sich heraus, dass es diese Impulse waren, die Anita brauchte um ihrem längst eingefahrenem Trott ein Ende zu setzen.

Ich muss an dieser Stelle vielleicht einräumen, dass mich im Buch die ein oder anderen Längen störten und auch die Handlungsstränge hier und da konstruiert wirkten. Vieles andere – nicht zuletzt der nahezu poetisch-rührende Schreibstil – machten die Lektüre des Buches trotzdem zu einer angenehmen Beschäftigung. Schön fand ich die besondere Hervorhebung von Vornamen und ihren Bedeutungen. Die Kollegin Angela (von angelus, der Bote) ist dann nicht zufällig immer wieder die Überbringerin wichtiger Nachrichten.

“Könnte die Zukunft mich anrufen, so hätte sie mir alle Fragen beantworten können, aber ich weiß, dass ich diese Antworten auf meiner Reise selbst finden muss.” Anita reflektiert immer mal wieder, was die Zukunft oder auch das Schicksal ihr mitteilen würden, wenn diese es könnten. Damit wird die Tatsache betont, dass es immer Dinge gibt, die uns zurückhalten.

Mit ein bisschen mehr Weitsicht, Gelassenheit und Zuversicht gestehen wir uns womöglich etwas mehr von dem Luxus zu, der sich Selbstverwirklichung nennt.

Was ist Selbstverwirklichung überhaupt

Ich habe vorhin mal kurz meinen Bruder gefragt, was er denn mit Selbstverwirklichung verbinde: “Schwierig…hmmm…kann ich dir grad auf Anhieb nichts sagen….ich denk grad nur in Klischees.”

Bei meiner Recherche fand ich es wirklich verwunderlich, wie schwer wir Menschen uns mit Themen wie persönliche Freiheit, Entwicklung und Verwirklichung unserer Träume tun.

Man könnte meinen wir leben in einer Erlebnisgesellschaft, aber dann auch eigentlich wieder nicht. Wir “gönnen” uns Reisen, Gadgets und teure Konzertkarten, aber wenn es darum geht individuelle Entscheidungen zu treffen, die den Verlauf des weiteren Lebensweg bestimmen, sind wir weniger großzügig mit uns selbst.

Ich habe ja eine Vorliebe für Motivationssprüche und kürzlich las ich irgendwo, dass uns interessante Dinge passieren, wenn wir interessante Dinge tun. Anita geht diesen Weg und sammelt ihren Mut zusammen, um ihrem Leben wieder mehr Freude und Spannung zu geben.

Liebe, Beziehung und Nähe umfassen nur einen Bereich von vielen in denen wir Mut brauchen, um uns und unsere Muster zu ändern. Um diesen Mut zu finden hilft schon mal die Inspiration eines schönen Buches.

Schau dir auf jeden Fall “Das Glück der fast perfekten Tage” bei Amazon an. Viel Spaß beim Lesen!

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Feministisch denken und argumentieren: Bücher, die echten Support leisten

Feministisch argumentieren stellt dich vor eine Herausforderung? Diese Bücher supporten! Sie zeigen auf, was falsch läuft und sie empowern dort, wo bereits gute Ansätze bestehen.

Bücher von Hugo Tepest: I have a Bookcrush!

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Nicht gegen den Tod, sondern für das Leben entscheiden

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Diagnose Epilepsie: Wie eine Krankheit alles verändert

Eine Krankheit kann alles verändern. Darf sie jedoch auch unsere Träume zerstören? Vielleicht ist der eine Weg nicht mehr denkbar. Dann müssen neue Träume her.

Anatomie der Frau: Deshalb wissen wir so schlecht Bescheid.

Mal ganz nüchtern betrachtet: Wir wissen oft besser über die Geschlechtsorgane des Mannes Bescheid, als über die der Frau. Menstruation wird weiterhin tabuisiert und patriarchaliche Machtverhältnisse bestimmen unser Leben. Wir können das ändern. Zunächst müssen wir aber verstehen, was da vor sich geht.

Bindungsstile verstehen: Die besten Bücher über Attachment, Heilung & sichere Beziehungen

Bindungsstile verstehen, Beziehungen reflektieren: eine Auswahl an Büchern über Attachment, Heilung und sichere Partnerschaften.

Die Gewalt in DDR-Familien, die wir nicht sehen wollten

Viele, die mit und nach der Wende aufgewachsen sind, tragen Erfahrungen in sich, die sie lange nicht zuordnen konnten. Autorität war selbstverständlich. Härte wurde nicht hinterfragt. Und das Schweigen, über alles, was schwierig war, war oft lauter als jede Antwort.

Die Gewalt um uns

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Solange du dich an die Regeln hältst

Sich an Regeln halten, gefallen, genügen: Warum fällt es uns so schwer, Erwartungen loszulassen und herauszufinden, welche Regeln eigentlich unsere eigenen sind?

Hast du denn gar keine Phantasie?

Niemand möchte hören “Jetzt entspann dich doch mal!” Selten gehen solche Aufforderungen mit konstruktiven Tipps einher, wie wir das anstellen sollen. Dieses Buch kann helfen.

Wie fühlt sich eine Scheidung an?

Wie fühlt sich eine Scheidung an?

„Du bist ein liebenswerter Mensch.“ – Diesen Satz schreibe ich in den letzten Wochen immer wieder einem guten Freund. Er steckt mitten in einer schweren Trennung und braucht Zuspruch. Wer einmal vor den Scherben einer Beziehung stand, weiß, wie sehr Worte manchmal tragen können.

Auch Jan Fleischhauer beschreibt in seinem autobiographischen Roman „Alles ist besser als noch ein Tag mit dir“ die dunkelste Zeit seines Lebens: seine Scheidung. Rückblickend wünschte er sich jemanden, der ihm unermüdlich zuflüsterte, er sei ein liebenswerter Mensch. Ein einfacher Satz, er viel bewirkt.

Scheidung verarbeiten: Wie ein Buch dich begleiten kann

„Liebe macht mehr Vergnügen als die Ehe. Romane sind auch unterhaltender als die Geschichte.“

So schrieb im 18.Jahrhundert Nicolas Chamfort. Ich mag ja die Franzosen und ihre Literatur. Sie ist oft klug und witzig, allzuoft aber auch zynisch. Warum also nicht zur Literatur greifen? 

Eine Scheidung fühlt sich oft an wie ein Sturz ins Bodenlose. Verletzlichkeit, Chaos, Scham, Wut – kaum jemand kennt uns so gut wie der Ex-Partner, und deshalb treffen die Stiche tiefer als anderswo. Genau in dieser Phase kann es helfen, in den Erfahrungen anderer Menschen ein Spiegelbild der eigenen Gefühle zu finden.

Fleischhauers Buch ist kein klassischer Ratgeber, eher ein persönlicher Rückblick. Aber gerade darin liegt sein Wert: Man erkennt, dass man mit Verzweiflung, Selbstzweifeln und widersprüchlichen Gedanken nicht allein ist.

„Die Gewissheit, nicht allein zu stehen, spendet Trost. Wenn es anderen genauso geht wie einem selber, kann man sich sagen, dass man nicht der einzige Trottel ist, dessen Welt gerade in Scherben fällt.“

Dieses Zitat zeigt, wie Humor und Selbstironie inmitten einer Krise entlastend wirken können.

Scheidung: Wut, Frust, Enttäuschung – und irgendwann ein Neuanfang

Wer sich durch Foren und Erfahrungsberichte klickt, stößt fast zwangsläufig auf massive Wut, tiefe Frustration und unzählige Enttäuschungen. Das Buch kann hier wie eine kleine Pause wirken – ein Rückzug in eine Sprache, die den Schmerz benennt, aber auch mit einem Schmunzeln begleitet.

Natürlich ersetzt keine Lektüre eine Therapie, ein Gespräch mit Freunden oder professionelle Unterstützung. Doch Bücher können eine Art Zwischenschritt sein: Sie helfen, die eigenen Gefühle zu sortieren, bevor man sie mit anderen teilt.

Vom Ende zur Entliebungsgeschichte

Jede Trennung ist auch eine „Entliebungsgeschichte“. Das Ende einer gemeinsamen Liebe ist selten ohne Reue und Enttäuschung. Erst mit der Zeit wird aus dem „Danach“ ein „Davor“ und irgendwann entsteht Raum für Neues.

Die Frage bleibt:

  • Wie geht es weiter?

  • Kann ich wieder vertrauen?

  • Lohnt es sich, wieder zu heiraten?

Antworten darauf findet niemand sofort. Aber Geschichten wie diese können Mut machen, den ersten Schritt aus der Schockstarre heraus zu wagen.

Eine Scheidung, ein Buch.

Dieses Buch kann Begleitung sein: humorvoll, ehrlich und manchmal schonungslos. Wer mitten im Chaos steckt, spürt beim Lesen:

„So allein bin ich nicht.“

Und genau darum geht es in Zeiten der Trennung: nicht den Glauben zu verlieren, dass hinter den Scherben irgendwann ein Neuanfang wartet.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Kinder ja, aber nicht mit dir!

Manche Menschen trennen sich, weil sie zusammen keine Kinder bekommen können. Andere heiraten, um eine Familie zu gründen. Und wiederum andere …

Bücher von Hugo Tepest: I have a Bookcrush!

Bücher von Hugo Tepest: Essays und Romane über Körper, Identität, Begehren, Familie und all die Widersprüche, die meine Generation umtreiben.

Wenn die Schuld kaum zu ertragen ist

Von Drogen, Schuld und dem Leben im Knast handelt Dawkins Erstlingswerk “Alle meine Freunde haben wen umgebracht”. Die autobiographischen Züge sind offensichtlich. Die Authentizität, die damit einhergeht, erdrückt.

Bücher über Klassismus: Literatur gegen Ausgrenzung und Ungerechtigkeit

Klassismus wird immer noch viel zu wenig thematisiert. Dabei begegnet er uns überall: in Schule, Studium, Arbeit, Freundeskreis und Familie. Er macht krank und sorgt für Angst, Unsicherheit, Scham. Vor allem beeinflusst er, wie wir uns selbst sehen...

Einfach mal gut sein lassen

Wir können nicht immer alles richtig machen. Und zu einem schlechten Menschen macht uns das schon gar nicht. Aber leicht ist es eben auch nicht immer, bewusst nicht das Richtige zu tun.

Bewältigungsstrategien der AussteigerInnen: Isolation oder Freiheit?

Manchmal gibt es diese Tage: Tausend Gedanken, aber keinen Plan wie dieses oder jenes Problem angegangen werden kann. Was tun wir dann?

Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen

Niemand ist immer nur zufrieden mit seinem Leben. Klar wollen wir bewusster leben. Und unsere Zeit nicht verschwenden.

Du verdienst ein schönes Leben

Denkst du nach über verpasste Chancen, alternative Lebenswege und die Frage, was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht? Entdecke eine Geschichte, die zeigt, dass kein Weg perfekt ist – und dass es sich lohnt, das eigene Leben mit neuen Augen zu sehen.

Lebendig: Ich möchte wieder etwas fühlen

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig lebendig gefühlt? Wann hast du das letzte Mal tief aus dem Bauch heraus gelacht oder so richtig schmerzvoll geweint? Fällt es dir leicht oder schwer, die eigenen Gefühle zu identifizieren und auch zuzulassen?

Kann Lesen dich glücklicher machen?

Kann Lesen dich glücklicher machen?

Kann Lesen dich glücklicher machen?
Kann Lesen dich glücklicher machen?

Und ob. Keine Frage. Definitiv.

Woher ich das weiss?

Ich hab es ausprobiert. Und viele, wirklich sehr sehr viele Menschen auch.

Aber es geht dir ja hier um dich und nicht um andere … wie kann lesen dich glücklicher machen? Das möchtest du doch eigentlich wissen, oder?

Wie und überhaupt … all das erfährst du hier von mir.

Lies einfach weiter und erfahre wie auch du glücklicher mit Büchern wirst.

Ich sitze jetzt in einem kleinen Buchladen in Neukölln wenn ich diese Zeilen schreibe. Raum B. Ein Buchladen mit Café und sanften Klavierklängen.

Allein hier zu sitzen zwischen all den französisch-, englisch- und deutschsprachigen Büchern macht mich schon glücklicher. Glücklicher als ich noch vorhin war, zu Hause vorm Schreibtisch mit Aufgaben, auf die ich keine Lust hatte.

Du hast bestimmt schon mal gehört, Lesen erweitere deinen Horizont. Ja. Das tut es.

Aber was hast du davon und was hat das mit Glück zu tun?

glückliches PärchenIch versuche es mal so zu erklären: Beim Lesen erfährst du viel über Menschen und deren Lebenskonzepte. Oder über Orte und deren Besonderheiten. Über Charaktereigenschaften, Essgewohnheiten und Landschaftsarchitektur. Im Grunde sind das alles Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten und du erfährst beim Lesen, dass deine Welt nicht nur unter einer kleinen Käseglocke stattfindet, sondern du Teil von etwas ganz Großem bist. Macht allein das nicht schon glücklicher?

Mich zumindest macht es sehr froh immer wieder zu erfahren, wie vielfältig, bunt, verrückt und kreativ das Leben ist. Ich lese gerne von Figuren, die sich selber Steine in den Weg rollen, nur um dann drüber zu stolpern und hinterher wieder aufzustehen. Ich hege mehr Sympathie für die Menschen in der U-Bahn, wenn ich mir vorstellen kann, wie sie vielleicht ticken, welche Ängste und Hoffnungen sie haben und wie sie ihren ganz persönlichen Alltag gestalten.

Du bist beim Lesen einer Vielzahl an Chancen, Alternativen und Aussichten ausgesetzt.

Und du hast vor allem Zeit sie alle ganz genau zu studieren, zu beobachten und in Ruhe kennenzulernen. Die Seiten eines Buches sind so geduldig wie du dir nur wünschen kannst. (Ja wirklich und mit den Verspätungsgebühren finanziere ich schlechten Gewissens die lokale Stadtteilbibliothek.)

Ein Buch zu lesen ist in meinen Augen keine Flucht und kein Abwenden vom Leben und der Realität. So wie ich Literatur verstehe, ist es eine intensive Auseinandersetzung mit dir und deiner Welt.

Das Lesen generiert Bilder im Kopf für die Youtubevideos und Netflixserien keinen Raum lassen. Ich LIEBE Netflix! Aber ich liebe es auch mich in diese literarischen Geschichten zurückzuziehen, die besondere Menschen für dich und mich verfasst haben.

Lesen erlaubt dir eine Einsamkeit ohne einsam zu sein.

Du trittst in einen Dialog mit dem Buch. Es verrät dir, NUR dir, seine Geheimnisse und du verrätst ihm welche von deinen. Denn vertrau mir, was du liest, wird kein zweiter lesen und was du dem Buch gibst, kann keine andere ihm geben.

Das klingt dir zu pathetisch? Macht garnichts. Wenn du gerne liest oder das Lesen gerade für dich entdeckst, dann hat das nicht unbedingt etwas mit Weltflucht oder Gefühlsduselei zu tun (und wenn eines der Dinge für dich zutrifft, dann ist das auch völlig okay). Lesen ist einfach ein Eintauchen und Kennenlernen dessen was denkbar ist.

drei Menschen lesen gemeinsam am Laptop

Du darfst selber wählen, was du lesen möchtest und entscheiden ob dir ein Roman gut tut, dich vielleicht schlauer und reicher macht. Wissen ist bekanntlich Macht und über ein gutes Buch mit Freunden reden zu können erhöht nicht nur ganz konkret dein aktuelles Glücksempfinden sondern auch dein Selbstwertgefühl.

Denn Lesen ist nach wie vor eine Kulturtechnik, die in unserem Denken tief als eine bereichernde, bildende und damit statuserhöhende Tätigkeit verankert ist.

Lesen lässt deine Augen strahlen und deine Mundwinkel zucken wenn du ein paar erfüllenden, klugen, witzigen oder tiefschürfenden Zeilen gefolgt bist. Auf manche Zeilen reagieren wir alle berührt, andere wiederum sind nur für dich!

Nachweislich sind Menschen, die gerne lesen, sogar resilienter, denn Konflikte haben sie im Buch schon hundertfach durchlebt. Und sie sind gelassener. Denn Lesen beruhigt. Der Signalaustausch verschiedener Hirnregionen wird verbessert. Du kannst Probleme und Sorgen besser beiseite schieben und dem roten Faden (so es denn einen gibt) der Geschichte folgen.

Zum Meditieren bin ich oft zu faul oder zu angespannt oder zu angestrengt. Aber Lesen geht immer und es holt mich auch immer runter. Je nach Wahl des Buches kann ich sogar meine Stimmung ganz gezielt lenken und beeinflussen. Von Musik kennst du das bestimmt schon, oder?

Die Charaktere, über die ich heute lese, werden mir morgen wieder einfallen.

Manchmal macht das traurig oder ärgerlich oder angsterfüllt. Auf jeden Fall fällt es uns oft leichter Emotionen zuzulassen, wenn sie einer Geschichte entspringen, die wir für fiktiv halten. Eigenes verdrängen wir lieber. Das ist schade, aber oft, wirklich oft Tatsache.

Die Konfrontation mit einem Konflikt, unangenehme Reibung in einem Buch verfolgen wir gelöster als den eigenen Sorgen, wobei der Effekt des sozialen Lernens beim Lesen nicht getrübt wird. Vielmehr stärkt sich deine Empathiefähigkeit, denn du hast tiefer in fremde Seelen gelesen als dir dein Nachbar freiwillig von sich erzählen würde.

Nun lässt sich natürlich streiten was Glück ist und die griechischen Philosophen beispielsweise haben viel darüber gestritten, ob Glück dem Dummen oder dem Erleuchteten zuteil wird.

Was Glück genau bedeutet, entscheidet jede und jeder für sich, aber Lesen, da habe ich keinen Zweifel – das macht uns glücklicher. Manchmal auch nur weil es vielleicht unsere festgefahrenen Konzepte ein wenig aufrüttelt und neu zusammenwürfelt.

Na und nicht zuletzt – und auch das wird heute immer wichtiger: Lesen entspannt deine Augen im Gegensatz zum Licht deines Smartphones. Während Letzteres dich abends vielleicht vom Einschlafen abhält, schafft die tägliche Abendlektüre im Bett eine Routine und Struktur, die tiefen und erholsamen Schlaf ermöglicht. Süße Träume wünsch ich dir! Lies dein Leben bunter und schöner! Wie? Na schau doch einfach mal hier vorbei:

Es gibt Träume, die lebst du bereits!

Wieviele Träume passen eigentlich in all die Strukturen, Routinen und alltäglichen Aufgaben, denen du dich jeden Tag aussetzt? Vielleicht mehr als du denkst. Und vielleicht musst du einfach mal wieder genauer hinsehen!

Genießt du die Einsamkeit?

Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Diagnose Epilepsie: Wie eine Krankheit alles verändert

Eine Krankheit kann alles verändern. Darf sie jedoch auch unsere Träume zerstören? Vielleicht ist der eine Weg nicht mehr denkbar. Dann müssen neue Träume her.

Welche Lebensfragen stellst du dir?

Wohin führt dich das Leben? Woher kommt all diese Unsicherheit? Manchmal sind wir auf der Suche nach Antworten deren Fragen wir nicht mal kennen und diese Antworten können für uns die Welt bedeuten.

Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren

Entdecke Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren. Von Selbstreflexion bis kreative Freiheit.

So wertvoll ist dein Leben

Worte finden für das was manchmal unaussprechlich scheint. Oft sind es Worte, die unsere Gedanken formen. Wie möchtest du deine Gedanken gestalten?

Statt Emotional Mooching: So lernen wir, in Beziehungen Verantwortung zu übernehmen

Emotional Labour ist oft unsichtbar und ungleich verteilt. Dieser Artikel zeigt, wie Emotional Mooching entsteht und wie wir aus diesen Dynamiken aussteigen.

Bin ich queer? 60+ queere Bücher über Identität & Selbstfindung

Bin ich queer? Über 60 queere Bücher zu Identität, Coming-Out & Liebe: Klassiker, Romane, Theorie & mehr, die dir Sprache und Zugehörigkeit schenken.

Bücher über transgenerationales Trauma

Bücher über transgenerationales Trauma helfen, familiäre Prägungen zu verstehen, das eigene Verhältnis zu den Eltern zu reflektieren und Wege für Heilung und Selbstannahme zu finden.

Bücher über Klassismus: Literatur gegen Ausgrenzung und Ungerechtigkeit

Klassismus wird immer noch viel zu wenig thematisiert. Dabei begegnet er uns überall: in Schule, Studium, Arbeit, Freundeskreis und Familie. Er macht krank und sorgt für Angst, Unsicherheit, Scham. Vor allem beeinflusst er, wie wir uns selbst sehen...

Jetzt konzentrier dich doch endlich mal!

Jetzt konzentrier dich doch endlich mal!

Um ADHS komplett und richtig auszusprechen, nämlich Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, muss ich mich schon sehr konzentrieren. ADS (da entfällt das mit der Hyperaktivität) oder auch ADHS habe ich aber nicht.

Du vielleicht?

Dann kann es schon manchmal passieren, dass du den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, den dritten Schritt vor den ersten machst und dabei dann schnell mal die Spur verlierst.

Die Autorin Mina Teichert hat ein Buch über ihre eigenen Erfahrungen mit ADS geschrieben: „Neben der Spur, aber auf dem Weg“.
Lies weiter und erfahre, wie dir die Lektüre auf deinem ganz persönlichen Weg helfen kann.

„Warum ADS und ADHS nicht das Ende der Welt sind“, so steht es im Untertitel dieser thematischen und gutgelaunten Autobiographie. Auf dem Buchrücken dann sogar: „Ein beeindruckend positiver Blick auf das Leben – für alle, die auch ab und an etwas neben der Spur sind!“

Mit Fokus auf die Stärken

Das kommt beinahe etwas abgedroschen daher, ist es aber nicht. Eigentlich ist es sogar schade, dass im Internet und anderen Medien ein überwiegend negatives Bild dieser „Störung“ vermittelt wird und dabei der Blick auf die Stärken von Menschen mit ADS und ADHS oft auf der Strecke bleibt.

Umso erfrischender ist es, ein Buch zu lesen, welches den auftretenden Herausforderungen (und ja, auch Probleme), mit dem nötigen Humor, Geduld und Gelassenheit begegnet. Mina Teichert ist das mit „Neben der Spur, aber auf dem Weg“ gelungen. Sie hat ein quirliges, lebhaftes und freches Buch geschrieben und ich bin mir sicher, dass du aus dieser Lektüre viel Mut und Zuversicht ziehen kannst. Optimismus ist definitiv eine der Stärken der Autorin und damit wird sie ihrer Zunft wohl gerecht. Denn Menschen mit ADS und ADHS wird nachgesagt besonders kreativ und sozial zu sein, ein hohes Maß an Empathie zu besitzen und großen Wert auf Gerechtigkeit zu legen. Vielleicht hab ich ja doch ADS? Ähm… Spaß beiseite.
Nun, wenn du das so liest – das sind doch lauter positive Eigenschaften. Wo liegt denn dann eigentlich das Problem?

Den eigenen Weg finden

Schon in der Kindheit und Jugend erleben betroffene Menschen vorwiegend negative Reaktionen auf ihr Verhalten. Lehrerinnen und Lehrer sind überfordert, weil eben nicht nur die kleine Mina im Klassenraum sitzt, sondern vielleicht noch vierundzwanzig andere Individualisten. Ähnliches gilt für viele andere Erwachsene und natürlich auch Kinder, die dein spezielles Verhalten nicht einordnen können und entnervt reagieren.

Spiele und Aufgaben, die man dir zugewiesen hat, stressten dich anstatt zu beschäftigen. Viele Misserfolge, Zurückweisungen und Enttäuschungen waren die Konsequenz und haben deinen Selbstwert bis ins Erwachsenenalter geprägt.

Wer häufig nicht verstanden wird, entwickelt womöglich sogar ein gestörtes Sozialverhalten.

In den letzten Jahrzehnten ist zum Glück in der Forschung schon ein bisschen was passiert. Kinder werden aufmerksam (mal mehr mal weniger) beobachtet und hoffentlich fachkundig diagnostiziert. Für manche ist aber dieser Zug schon abgefahren und jetzt erst erhältst du Gelegenheit, dich mit dem Thema und deiner speziellen Herausforderung auseinanderzusetzen. Und das nachdem du möglicherweise viele Hürden im Berufsleben nehmen musstest und bei deinen Mitmenschen auf wenig Verständnis gestoßen bist. Frau Teichert beschreibt diesen Missstand folgendermaßen: „…irgendwie auch saukomisch, wenn man bedenkt, dass die Evolution dem Menschen als Basisausstattung einen Blinddarm mitgibt und dann an solchen wichtigen Features wie Empathie spart.“

Wenn du jetzt denkst, dass Kindsein ja sowieso viel besser ist – denn da wird noch gespielt und gelacht und getobt und alles läuft viel entspannter ab – dann denk auch darüber nach: Erwachsene können ihren Lebensraum freier gestalten als Kinder. Bestimmt gibt es eine Vielzahl an Berufen, die aufgrund deiner Besonderheit nicht zu dir passen, aber dafür gibt es auch sehr viele tolle Wege im Leben, die du gehen kannst. Selbstbestimmt und unabhängig. Zumindest doch unabhängiger als die meisten Kinder, die einer Schulpflicht unterliegen und der Launenhaftigkeit ihrer Pädagoginnen und Pädagogen unterworfen sind.

„Mein Bruder hatte als Kind eine Duracell im Arsch.“, schreibt Teichert über ihr kleines Geschwisterchen. Typischer ADHS-ler, der mit seinem Verhalten bestimmt nicht nur auf Wohlwollen gestoßen ist. Dass Mina selbst erst mit Mitte Zwanzig mit ADS diagnostiziert wurde und warum das so ist, beschreibt die lebenslustige Autorin in ihrem Buch.

Bei allem Humor, gelingt es der Autorin immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit an das Thema heranzugehen. Die Fähigkeit zur goldenen Mitte beweist sie auch im Kapitel über die „To-do-Listen und Was-soll‘s-Listen“.

Sympathischerweise wird heute im pädagogischen Umfeld seltener von einer Störung oder einer Auffälligkeit gesprochen. Stattdessen sind Kinder jeglicher mentaler Couleur „verhaltensoriginell“. Dieser (zugegebenermaßen) Euphemismus wird der Tatsache gerecht, dass unser Verhalten allzu oft einfach das Vorhandensein bestimmter Bedürfnisse widerspiegelt.

Dein Bedürfnis ist es letztlich nicht als größte Chaotin oder größter Chaot in die Weltgeschichte einzugehen, sondern beispielsweise nicht gelangweilt zu werden.

Wo sind deine Ressourcen?

Auf dem Weg ins Erwachsenenalter wachsen sich ADHS oder ADS nicht einfach aus, aber sie wandeln sich und du wandelst dich auch. Vielleicht bist du es leid, deine Defizite im Fokus zu haben. Schließlich stehen ihnen eine Vielzahl an Ressourcen gegenüber. Folgende werden von Frau Teichert benannt: „Kreativität, Fantasie, Flexibilität, Neugier, Risikobereitschaft, Hilfsbereitschaft, Sensibilität, Ehrlichkeit, Ideenreichtum, Emotionalität“.

Die Autorin hat selbst viel über ihre Diagnose gelesen und stellte dabei fest, dass ein Großteil der Literatur für sie frustrierend und zu fachlich war. Ich kann mir das gut vorstellen und denke, dass du von der persönlichen Art der Autorin und ihrem lockeren Stil profitieren kannst. Die authentischen Erfahrungsberichte helfen zu verstehen. „Gerade Menschen, die es schwer haben, brauchen doch Leichtigkeit in ihrem Sein. Oder etwa nicht?“, fragt Teichert.

Doch, sage ich. Leichtigkeit können wir alle gebrauchen, denn die tut gut und motiviert dran zubleiben und uns etwas Schönes aufzubauen.

Frau Teichert schreibt, dass sie endlich ihre Melodie gefunden habe und „meinen Rhythmus. Und gerade in einem lauten Leben mit ADS ist der Beat, der mit deinem Herzen im Einklang schlägt, maßgebend!“
Deine Aufgabe ist es deine eigene Melodie zu finden und den passenden Rhythmus. Ein Buch über andere Menschen zu lesen, die in einer ähnlichen Situation stecken, kann schon mal helfen den Taktstock in die Hand zu nehmen oder ein paar Seiten auf der Gitarre des Lebens zu zupfen. Huch, eine Metapher. 🙂

In diesem Sinne wünsche ich dir einen wunderbaren, spannenden und melodischen Soundtrack für dein Leben und ganz viel Spaß bei der Lektüre des Buches!

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Titel: Metrofolklore

Autorin: Patricia Hempel
Verlag: Tropen Verlag

 

Du bist lesbisch. Sie nicht. Zumindest nicht dass du wüsstest. Trotzdem geht sie dir nicht mehr aus dem Kopf.

Da ist soviel Unsicherheit. Und das belastet dich.

„Jeder, der liebt, ist ein Soldat.“, schreibt Patricia in ihrem Metropolenroman. Warum und wie dir die Lektüre helfen kann, verrate ich dir jetzt.

Frau liebt Frau …

Im zarten Alter von acht habe ich einer Grundschulfreundin meine Liebe gestanden. Sie hieß Claudia und war bei allen beliebt und wunderschön. Lange kastanienbraune Locken. Und unerreichbar. Sorglos, wie eben ein Grundschulkind manchmal noch sein darf, war mein Herz nicht gebrochen. Inzwischen weiß ich auch, dass das der Klassiker ist: Verliebt in die beste Freundin oder den besten Freund und mit unerwiderten Gefühlen umgehen müssen. Damals hab ich mir nicht viel dabei gedacht und meine Liebe freimütig weiter verschenkt. Das Leben ging weiter und viele lange Jahre hat kein Mädchen mehr mein Herz erobert.

zwei Frauen aneinander gelehnt

Nochmal Kind sein möchte ich nicht, aber manches nochmal so unverklärt erleben. Das wär’s.

Was ist überhaupt anders daran, als Frau in eine Frau verliebt zu sein, die offenkundig auf Männer steht? Spielt da der Jagdinstinkt noch stärker rein?
Hoffst du auch noch auf ein Wunder? Kannst du ihr die Augen öffnen und wird sie mit dir ihre erste homosexuelle Beziehung eingehen?
Hast du auch ganz konkret Angst davor, wie sie reagiert, wenn du dich ihr offenbarst? Wird sie auf Abstand gehen oder sogar regelrecht Ablehnung zeigen?
Fragen über Fragen. Und wo sind die Antworten?

Suche Frau.

zwei Frauen halten Händchen„Metrofolklore“: Dieses Leseabenteuer hat mich ein wenig in die Knie gezwungen und mir dabei nicht nur einmal die Augen geöffnet. Denn Patricias Ton ist nicht nur derb, vulgär und ziemlich zynisch, sie nimmt auch gar keine Rücksicht und kein Blatt vor den Mund. Sex und Drogen sind so ziemlich die Lieblingsthemen im Buch. Und wie fand ich das?
Befreiend.

Da fiel plötzlich ganz viel von mir ab und das nur durchs Lesen. Es ist als ob frau einen Porno schaut und davon klüger wird.

Auf jeden Fall hat Patricia Hempel eine großartige Gabe Zwischenmenschliches zu beobachten und unverblümt zu beschreiben. Das schüchtert auch schon mal ein bisschen ein. Ist ja schließlich auch ein Buch aus der Sicht der Bösewichtin. Wie oft lese ich einen Roman über eine Frau, die betrogen und verraten wird, abgelehnt oder benutzt? Die Weltliteratur ist voll von diesen weiblichen Opfergestalten. Und klar. Ein Opfer ihres Selbstmitleids ist auch unsere Protagonistin. Selbstironisch, weltflüchtig und gesellschaftsmüde. Aber sie nimmt sich und fragt nicht lang.

„Was folgt, ist ein Endlosmonolog, der klarmacht, was in den letzten Jahren unserer Beziehung alles scheiße gelaufen ist.“

Unsere Protagonistin ist schon ziemlich ermüdet von ihrer Beziehung zu Anika und reitet gerne auf deren Fehler rum:

„Ich stimme ihr in jedem Punkt zu und unterbreche sie nicht, weil sie eine Frau ist, die im Streit erst dann eine Meinung hören will, wenn konkrete Fragen fallen: Hast du auch nachgedacht?“

Platz für Mitgefühl?! Eher nicht.

Verliebt in eine Frau

lachende junge FrauMir tut Anika leid. Letztlich identifiziere ich mich mit ihr mehr, als mit unserer Hauptfigur. Deren Name habe ich übrigens entweder unaufhörlich überlesen oder er blieb absichtlich verborgen. Sie ist verliebt in Helene, die kaum weiß, dass sie existiert. Diese Tragödie plus die Tücken einer Langzeitbeziehung inklusive Familienplanung und das junge Leben in Berlin sind unschlagbar unterhaltsam und einnehmend.

„Misanthropisches Cyberstalking ist die gesündere Alternative zu Selbstmord und seit Romy [das ist Helenes beste Freundin] meine Freundschaftsanfrage angenommen hat, macht es wieder Spaß, in sozialen Netzwerken asozial zu sein.“

Sich an die beste Freundin der Angebeteten ran zumachen, um sich so den Weg zu ebnen – das ist schon sehr durchtrieben. Nehmen wir ihr das krumm? Irgendwie nicht. Können wir das verstehen, weil wir ähnlich verzweifelt sind oder waren? Ja, klar.

Zukünftig werden wir mit psychologischem Weitblick in unsere Fettnäpfchen treten, wagemutig die Zeichen missverstehen und couragiert in der Freundschaftszone landen. Werden wir wissen woran frau ist? Vielleicht nicht. Aber es wird uns dabei zweifellos besser gehen.
Liebe Autorin von „Metrofolklore“, Patricia Hempel, ich danke dir für so viel Witz und Klugheit und Herz!

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Welche Lebensfragen stellst du dir?

Wohin führt dich das Leben? Woher kommt all diese Unsicherheit? Manchmal sind wir auf der Suche nach Antworten deren Fragen wir nicht mal kennen und diese Antworten können für uns die Welt bedeuten.

Du musst deine Eltern nicht retten!

Gerade wenn es um die eigenen Eltern geht, scheuen viele von uns die Auseinandersetzung. Wir sind aber alle Töchter und Söhne und die familiären Beziehungen haben ihre Spuren in unserem Leben hinterlassen.

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Die Bücher von Hengameh Yaghoobifarah gehören zu den spannendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur.

Frauen und Finanzen: Geld verstehen, investieren & wachsen mit Büchern

Einblicke in Bücher, die meine Geldansichten wandelten. Empfehlungen, um deine Finanzbildung zu vertiefen und finanzielle Zukunft selbstbestimmt zu gestalten.

Einfach mal gut sein lassen

Wir können nicht immer alles richtig machen. Und zu einem schlechten Menschen macht uns das schon gar nicht. Aber leicht ist es eben auch nicht immer, bewusst nicht das Richtige zu tun.

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Höre nicht auf zu wachsen

Stell dir einen Baum vor. Einen großen, prächtigen Baum mit starken Ästen, tiefen Wurzeln und Blättern so dicht, dass du nicht siehst, was dahinter ist. Was wenn du dieser Baum bist?

Die Gewalt um uns

Auch beim Erzählen sind es Worte über die wir unsere Bedürfnisse kommunizieren, uns Verständnis einholen und unsere Emotionen transportieren. Vielleicht deshalb sprudelt es auch aus Edouard nur so heraus, nachdem er Opfer einer Gewalttat geworden ist.

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