So wichtig sind Geschwister

So wichtig sind Geschwister

Als Kind gab es hin und wieder Frust mit meinen Geschwistern. Streit ums Essen, Spielzeug, den Platz vorne im Auto, die Fernbedienung und wer im Doppelstockbett oben schlafen darf. Nachdem ich einmal nachts schlafwandelte und raus fiel, hatte sich für mich zumindest Letzteres erledigt.

Jetzt, als erwachsene Frau, ist auch nicht immer alles einfach mit meinen drei Geschwistern. Wir sind so unterschiedlich wie es sich nur vorstellen lässt und dennoch habe ich mir zu keiner Zeit gewünscht Einzelkind zu sein. Meine Geschwister gehören zu den wichtigsten Menschen in meinem Leben und ihr Glück ist immer auch eng mit meinem eigenen verbunden. Wird es immer sein.

Die längste Beziehung deines Lebens

Die Beziehung, die wir zu unseren Geschwistern pflegen, ist in der Regel die längste Beziehung unseres Lebens. Damit kommt ihr eine besondere Bedeutung zu und diese wird im Roman “Die Frau, die zu viel fühlte” von Charles Chadwick thematisiert.

Dass ich diesen Artikel über Geschwisterbeziehungen schreiben würde, wurde mir erst im Laufe des Buches klar. Zu Beginn meiner Recherche stand emotionale Hochsensibilität in meinem Fokus. Diese spielt in gewisser Weise eine tragende Rolle im Roman.

Julie, die Schwester unseres Protagonisten John, ist ein liebevoller, lebenslustiger Mensch.

Sie lebt ihr Leben in vollen Zügen, ist emotional, hilfsbereit und unterhaltend. Niemand kann ihr etwas wahrlich böse nehmen.

“Sie hatte so eine Art, dass sie immer glücklich wirkte. […] Wenn sie es gar nicht war. Als wollte sie sagen, so sollte die Welt sein. Und es würde mich nicht wundern, wenn sie dadurch auch andere glücklich machte.”

Julie ist eine tragische Figur. Die verlorene Schwester, die vielleicht zu gut ist für diese Welt und damit aneckt. Sie schafft es nicht gut, Grenzen einzuschätzen und nervt damit ihre Mitmenschen, trotz ihres einnehmenden Wesens.

John, politischer Journalist, aus dessen Sicht der Roman erzählt wird, hat schon vor langer Zeit mit seiner Familie abgeschlossen.

Die beiden Schwestern – neben Julie gibt es noch Hester – bedeuten ihm nicht mehr viel. Im Grunde ist John froh, wenn er nicht viel von ihnen hört und sich seiner Karriere widmen kann.

Er hatte Julie früher öfter unter die Arme gegriffen und hatte dabei immer öfter Angst verspürt, sie könne ihn blamieren.

Ihr bedeutet mir nichts mehr

Die Beziehungsprobleme der drei Geschwister bestimmen die Grundstimmung der Geschichte. Wir lesen nicht oft, dass Liebe innerhalb einer Familie ihre Bedeutung verloren hat.

In “Die Frau, die zu viel fühlte”, steht diese Tatsache jedoch im Vordergrund. Dabei wird viel auf die Beziehung zu den Eltern eingegangen; traurige und teils sogar traumatische Erinnerungen, die es erst ermöglichten einander aus den Augen zu verlieren.

Scham, aber auch Angst und Stolz beeinflussen die Beziehung der Geschwister.

“Ich will einfach nur, dass alle immer glücklich sind. Man kann es nicht, wenn einem Erinnerungen in die Quere kommen, die eine Mischung sind aus Falschem und Schönem.”

So schreibt Julie in einem Brief und betont ihren Wunsch, ihre Schwester Hester und ihren Bruder John eines Tages wiederzusehen. Dass John diesen Brief eines Tages in den Händen hält – obwohl er nicht an ihn adressiert ist – hat mit seiner Suche nach Julie zu tun. Widerspenstig hat er diese Suche angetreten, nachdem ihn seine krebskranke Schwester Hester darum gebeten hat.

Eigentlich waren auch die wöchentlichen Anrufe bei Hester, die Bibliothekarin in einem kleinen Ort in England ist, nur noch pflichtgemäß.

“Die Anrufe sind inzwischen wirklich fast reine Routine, das muss ich leider sagen. Hester lebt in Lincolnshire und kommt nie nach London. […] Ihre Selbstbeherrschung scheint ihr jede Freude, jede frohe Erwartung abgedrückt zu haben […].”

Die weiteren Zeilen auf dieser Seite drücken Verachtung gegenüber Hester und ihrem Schattendasein aus.

John kann sich nicht vorstellen, dass sie noch Glück im Leben empfindet und vergleicht seine Welt, seinen Horizont und sein Umfeld mit dem seiner einsiedlerischen Schwester.

Erst die Krankheit – Hester muss operiert werden, weil ein Tumor entdeckt wurde – führt die beiden wieder zusammen.

John nimmt nun gezwungenermaßen Anteil am Alltag seiner Schwester, lernt ihre Eigenheiten, Beschäftigungen und ihre eigene Welt kennen. Es öffnet sich wieder etwas in dieser eingefrorenen Geschwisterbeziehung.

In einzelnen Rückblicken erfahren wir, wie es zu diesem Auseinanderdriften kommen konnte.

So tragisch es ist, dass eine Krankheit als Auslöser für erneuten Umgang dienen muss – dieser Auslöser ist effizient.

Beide, Hester und John öffnen den Blick für die Bedürfnisse, Gefühle und Sehnsüchte des anderen und lernen einander neu kennen. Eines dieser Bedürfnisse – zumindest auf Seiten Hesters – ist es, zu erfahren, wie es Julie ergangen ist, die vor Jahren spurlos aus ihrem Leben verschwand.

“Als ich sie an diesem Abend verließ, sagte Hester hastig, dass sie manchmal den übermächtigen Wunsch verspüre, Julie wiederzusehen, dass sie ihr Leben lang unzählige Male den Kopf gehoben und erwartet habe, sie durch die Tür kommen zu sehen, die Arme weit ausgebreitet für eine lange Umarmung. “Ich auch”, erwiderte ich. Aber das stimmte nicht.”

John hatte aufgehört seine Schwestern zu lieben.

Widersprüchliche Gefühle in Geschwisterbeziehungen

Er vermisste keine der beiden und es machte ihm etwas aus, dass man es von ihm erwartete. Diese Verhärtung löst sich allmählich. John gewinnt Einblicke in Hesters Leben, die sein hartes Wesen empfänglicher für liebevolle Gedanken gestalten.

Schließlich geht dieser Wandel soweit, dass er Hester den Wunsch, Julie zu finden, nicht abschlagen kann und sich auf eine lange Reise begibt.

Als ich mit der Lektüre des Buches begann, hatte ich nicht mit dem gerechnet, was mich erwartete.

Die Gefühle in Geschwisterbeziehungen sind widersprüchlich und oft für uns unverständlich. Geschwister sind uns so nah und haben mit uns Dinge erlebt, die wir manchmal vielleicht lieber vergessen würden.

Dass es nicht der Bruder oder die Schwester ist, die für diese Gefühle zuständig ist, sondern gemeinsame Erinnerungen – davon handelt dieser besondere Roman von Chadwick.

Ich freue mich über diese Entdeckung. Ich glaube, dass sie meine persönliche Beziehung zu meinen Geschwistern stärken wird und hoffe, dass auch du ähnlich empfinden wirst. Das bedeutet nicht, dass sich in eurem Umgang zueinander etwas ändert, aber dein Blick darauf wird sicher ein anderer sein. Verständnis hilft in vielen zwischenmenschlichen Situationen.

Beziehungen bestimmen unser Leben und wenige sind so intensiv und facettenreich wie die zu den Menschen mit denen du aufgewachsen bist. Dass das nicht immer einfach zu händeln ist, erklärt sich von selbst.

Die Auseinandersetzung mit solchen Themen lohnt trotzdem und die Literatur kann uns bei dieser Aufgabe helfen. Für diese Aufgabe wünsche ich dir viel Mut und Kraft.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Einfach mehr erleben

Was brauchst du, um endlich den Schritt nach draußen zu wagen? Wetterfeste Kleidung? Motivierende Zitate oder jemanden, der dich an die Hand nimmt und sagt: “Los geht’s!”? Nun, ich kann dir alles auf einmal bieten.

Diagnose Epilepsie: Wie eine Krankheit alles verändert

Eine Krankheit kann alles verändern. Darf sie jedoch auch unsere Träume zerstören? Vielleicht ist der eine Weg nicht mehr denkbar. Dann müssen neue Träume her.

Neue Wege und neue Bücher

Wie gelingt uns Veränderung, Neues wagen und der Aufbruch ins Unbekannte? Welche Hürden müssen wir nehmen und was können wir tun, wenn uns das einmal nicht gelingt? Perspektiven, Lösungen und Ideen finden sich oft in Büchern.

Die Gewalt in DDR-Familien, die wir nicht sehen wollten

Viele, die mit und nach der Wende aufgewachsen sind, tragen Erfahrungen in sich, die sie lange nicht zuordnen konnten. Autorität war selbstverständlich. Härte wurde nicht hinterfragt. Und das Schweigen, über alles, was schwierig war, war oft lauter als jede Antwort.

Wenn Familie weh tut

Familie. Die Vielschichtigkeit dieses Begriffs muss nicht erwähnt werden. Den einen ist sie Freud, den anderen Leid und hin und wieder verschmelzen beide Ebenen, sodass sie kaum noch zu unterscheiden sind.

Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren

Entdecke Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren. Von Selbstreflexion bis kreative Freiheit.

So wertvoll ist dein Leben

Worte finden für das was manchmal unaussprechlich scheint. Oft sind es Worte, die unsere Gedanken formen. Wie möchtest du deine Gedanken gestalten?

Wert oder Wunde? Bücher über komplexe PTBS und die Frage nach dem Selbst

Bücher über kPTBS: Orientierung, Verständnis und Unterstützung im Umgang mit Trauma

Auf diese Aufgaben bereitet das Leben nicht vor

Alle Eltern werden irgendwann alt und manche im Alter sogar krank. Oft werden dann die Rollen getauscht und …

Mama, ich bin stolz auf dich!

Viele Menschen träumen davon, ein neues Leben zu beginnen. Manche verlassen ihre Heimat, weil sie die Lebensumstände dort nicht mehr ertragen und fliehen müssen. Egal warum frau geht: leicht ist es nicht.

Hast du denn gar keine Phantasie?

Hast du denn gar keine Phantasie?

Hast du denn gar keine Phantasie?

Niemand mag pedantische Menschen, oder?

Nun lasst uns mal nicht so streng sein. Macken, größere und kleinere, haben wir alle. Und in uns allen steckt auch so viel Gutes. Manchmal braucht es einfach den richtigen Impuls, um es zu entdecken. „Die Phantasie der Schildkröte“ von Judith Pinnow ist ganz bestimmt ein solcher Impuls.

Titel: Die Phantasie der Schildkröte

Autorin: Judith Pinnow
Verlag: Fischer Krüger

 

Mein Blick fällt auf das farbenfrohe Cover von “Die Phantasie der Schildkröte” von Judith Pinnow. Klappentext und Rückseite versprechen kurzweilige Lesestunden und schwupps landet das Buch in meinem Korb.

Phantasie vermissen

Herz-GraffitiEdith arbeitet bei einer Versicherung, lebt allein, strukturiert ihren Alltag dermaßen, dass es schon zwanghaft wirkt und sie pflegt kaum Kontakte.

Alles ändert sich jedoch für Edith als ein junges Mädchen, das vorgibt im Haus frisch eingezogen zu sein, in ihr Leben tritt.

Das Mädchen beginnt Edith Aufgaben zu stellen, die ihr helfen erst nur ein wenig aus sich zu gehen und schließlich völlig über sich hinauszuwachsen. Zu Beginn lernen wir Edith jedoch ganz anders kennen: Die folgenden Adjektive passen vielleicht. Sie ist verkopft, ein bisschen spießig, unsicher, steif und pedantisch.

Ui. Pedantisch. Bei diesem Wort kribbelt es in mir. Davor habe ich ja auch immer ein wenig Angst: zu pedantisch zu wirken.

Niemand mag pedantische Menschen, oder?

Was ist denn eigentlich ein Pedant? Ein Pedant achtet darauf, dass Aufgaben mit peinlicher Genauigkeit ausgeführt werden. Puh. Bin ich doch kein Pedant. Steif? Ja, manchmal schon. Und unsicher sind wir ja alle hier und da mal.

So wie Edith, die immer alles hinterfragt und bloß keinen Fehler machen will.

Herrlich einfach und wohltuend ist es, sich mit ihr zu identifizieren. Edith fühlt sich nicht schön, sie krittelt viel an sich herum und wehrt sich auch nicht gegen ihre Mutter, die das ebenfalls tut.

Verpasste Gelegenheiten und phantasievolle Lösungen

Wir lesen von vielen verpassten Gelegenheiten … Kennst du das, wenn du immer erstmal überlegst, was wie wann wo schiefgehen kann?

Frau umhüllt von Seifenblasen

Einfach wohlfühlen

„Die Phantasie der Schildkröte“ ist wie ein Wochenendausflug, wie ein wohlverdienter Kurzurlaub und ich finde, dass den eigentlich jeder Mensch verdient hat. Einfach ein ganz wunderbares Wohlfühl-Buch.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?

Hier geht's zum Newsletter!

Es gibt Träume, die lebst du bereits!

Wieviele Träume passen eigentlich in all die Strukturen, Routinen und alltäglichen Aufgaben, denen du dich jeden Tag aussetzt? Vielleicht mehr als du denkst. Und vielleicht musst du einfach mal wieder genauer hinsehen!

Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren

Entdecke Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren. Von Selbstreflexion bis kreative Freiheit.

Zuversicht ist gut, Selbstvertrauen ist besser

”Lass das sein, das wird eh nichts!” Autsch! Sowas zu hören, tut weh! Und trotzdem sagen wir ähnliche Sätze immer mal wieder zu anderen und – viel schlimmer noch – zu uns selbst. Überwinde solche Grenzen und fang endlich an, an dich zu glauben!

Kämpfe wie eine Frau!

Was, wenn ich morgen ein ganz anderer Mensch sein kann – einfach weil ich mich dafür entscheide?!!

Stelle dir diese Frage: Wie wichtig nimmst du dich wirklich?

Warum tun wir uns eigentlich oft so schwer dabei, uns selbst wichtig zu nehmen? Warum ist Selbstwertschätzung nicht selbstverständlich? Du willst dich selbst wichtig nehmen? Dieser Roman hilft dir dabei.

Bücher über transgenerationales Trauma

Bücher über transgenerationales Trauma helfen, familiäre Prägungen zu verstehen, das eigene Verhältnis zu den Eltern zu reflektieren und Wege für Heilung und Selbstannahme zu finden.

Anatomie der Frau: Deshalb wissen wir so schlecht Bescheid.

Mal ganz nüchtern betrachtet: Wir wissen oft besser über die Geschlechtsorgane des Mannes Bescheid, als über die der Frau. Menstruation wird weiterhin tabuisiert und patriarchaliche Machtverhältnisse bestimmen unser Leben. Wir können das ändern. Zunächst müssen wir aber verstehen, was da vor sich geht.

Einfach mehr erleben

Was brauchst du, um endlich den Schritt nach draußen zu wagen? Wetterfeste Kleidung? Motivierende Zitate oder jemanden, der dich an die Hand nimmt und sagt: “Los geht’s!”? Nun, ich kann dir alles auf einmal bieten.

Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Viele von uns haben Japan durch Murakamis Bücher kennengelernt. Andere haben Mangas gelesen und Anime geschaut. Dennoch ist uns Japan weiterhin oft fremd und einzigartig. Im Artikel stelle ich dir 9 Autorinnen vor, die dir ganz neue Perspektiven und Einblicke liefern.

Hast du denn gar keine Phantasie?

Niemand möchte hören “Jetzt entspann dich doch mal!” Selten gehen solche Aufforderungen mit konstruktiven Tipps einher, wie wir das anstellen sollen. Dieses Buch kann helfen.

Wohin mit den ganzen Büchern?

Wohin mit den ganzen Büchern?

„Kennst du dieses Problem, wenn man zu viele Bücher hat und…“

„Nein.“

So hatte ich obigen Satz kürzlich mal bei Twitter gelesen, musste sehr lachen und habe ihn dann meinerseits bei Facebook geteilt.

Zuviele Bücher – geht denn das?

Wohin mit alten Büchern, die wir zum einen nicht mehr lesen und die zum anderen Lebensraum in unseren eigenen vier Wänden besetzen? Bücher strahlen eine wunderbare Atmosphäre aus. In unserer süßen Neuköllner Wohnung brauche ich Bücher in jeder Ecke, zumindest aber in jedem Zimmer. In der Küche sind die Kochbücher, im Flur welche zum Bookcrossen (Was das ist, erzähle ich dir auch noch in diesem Artikel), im Bad ein paar zum Blättern, im Wohnzimmer der Löwenanteil und im Schlafzimmer dann die, die woanders nicht mehr hin passten.

Ich bin aber auch keine Sammlerin.

Ich mag Marie Kondos “Magic Cleaning” und brauche meine Freiräume zu Hause. Unendlich Bücher sammeln geht also nicht. Und mir sind Bücher so wichtig, dass ich sie gerne wieder in Umlauf bringe. Bücher erfüllen schließlich nicht nur einen dekorativen Zweck, sondern sind zum Lesen da.

Wohin also mit den Büchern, die du selbst nicht mehr brauchst?

#1 alte Bücher verkaufen
Ja, dieser Markt boomt. Ich selbst kaufe sehr oft gebrauchte Bücher online, verkaufe aber keine. Für mich würde sich das nicht lohnen. Ich möchte an dieser Stelle keine Werbung machen (auch wenn ich natürlich meine Lieblingsplattformen habe). Okay, ich nenne einfach meine Lieblingsplattform – Booklooker – aber wisse, dass es andere gibt, die du leicht bei Google findest, wenn du zum Beispiel einfach nur “Bücher gebraucht kaufen” eingibst. Meistens kann man dort auch selbst ohne Probleme verkaufen. Es ist dann ganz unterschiedlich, wieviel du für deine Bücher bekommst.

Aktualität, Beliebtheit und der Zustand deiner Bücher spielen dabei eine Rolle.

Ein bisschen Arbeit macht das natürlich auch, denn du musst dich dort anmelden, dein Buch beschreiben und hinterher noch versenden. Manchmal lohnt sich das. Oft leider aber nicht. Es gibt ja noch andere Wege, gebrauchte Bücher auf den Markt zu bringen: Und zwar offline. Manche Antiquaritate kaufen gebrauchte Bücher an und auf Flohmärkten sehe ich immer viele Menschen in Bücherkisten rumwühlen und stöbern. Du kannst also auch ein kleines Event aus deinem Verkauf machen. Kleiner Tipp: Preise lassen sich schnell im Internet vergleichen. Dann hast du zumindest eine ungefähre Vorstellung davon, was dein gebrauchtes Buch wert ist und kannst abschätzen, ob sich die Mühe für den Preis überhaupt lohnt.

#2 Bücher im Müll entsorgen
Dieser Abschnitt wird kurz: Tu’s nicht. Egal ob du ein Buch mochtest oder nicht. Sollte der Inhalt nicht gegen Gesetze verstoßen oder Menschengruppen wissentlich verletzen, dann ist es eigentlich immer gut, ein Buch anderen zum Lesen zur Verfügung zu stellen. Ich habe mich schon oft gewundert, wie manche Bücher, die ich selbst nicht mochte, bei anderen wunderbar angekommen sind. Die Geschmäcker sind einfach verschieden und loswerden kannst du die Bücher immer anderweitig. Lies einfach weiter!

#3 Bücher spenden
In meiner Lieblingsstadt Berlin gibt es den Berliner Büchertisch. Eine tolle Institution, die aktiv Leseförderung betreibt und wirklich schöne Bücher preiswert in wunderschönen kleinen Buchläden vertreibt. Der Berliner Büchertisch bietet auch an, Bücher bei dir zu Hause abzuholen. Bücherspenden nehmen aber auch einige Bibliotheken, Gebrauchtbuchläden, Kindergärten und Schulen, Asylbewerberunterkünfte und viele andere soziale Einrichtungen dankbar an. Wenn du Bücher loswerden möchtest, halte beim nächsten Spaziergang durch deinen Kiez einfach mal die Augen offen. Die Inspiration kommt sicher schnell. Und dann frag einfach nach, ob Bücherspenden erwünscht sind und wo du sie abgeben kannst.

#4 Bücherkisten
Wohin ich auch trete – in Berlin sind die Kartons mit gebrauchter Kleidung und alten Büchern, sogenannte „free boxes“ einfach überall. Manchmal auch mit einem kleinen Schild “Zu verschenken”. Wahre Schätze habe ich so schon in Hauseingängen und auf Bürgersteigen ergattert. Pack‘ deine Lektüre einfach dazu oder stelle selbst einen Karton auf. Du wirst überrascht sein, wie schnell sich neue Besitzer finden.

#5 Bücher verbauen
Ich habe ja schon geschrieben, dass ich persönlich Bücher gerne wieder in Umlauf bringe. Musst du aber nicht. Bücher sind auch nützliches Baumaterial. Anregungen wie du Regale nicht nur mit, sondern auch aus Büchern bastelst, findest du im Internet. Als Studentin hatte ich lange Zeit ein Schuhregal, dessen Säulen nur aus Büchern bestanden. Etwas wacklige Angelegenheit, aber sehr dekorativ in meinen Augen.

#6 Bücher verschenken
Oft erzählen mir Freunde, dass sie bestimmte Romane, Biographien, Sachbücher usw. niemals hergeben könnten. Diese Bücher haben sie verändert und sie gehören zu ihnen. Das versteh ich, auch wenn es mir anders geht. Ein Buch, das ich gerne lese, muss ich einfach verschenken. Mir fällt bei der Lektüre immer eine Person ein, für die dieses Buch einfach gemacht ist. Auf Partys in meiner Wohnung sind Bekannte und Freunde dann manchmal etwas enttäuscht, weil so wenige Schätze in den Regalen stehen. Die vorhandenen Schätze gehören dann entweder meiner besseren Hälfte oder warten noch auf ihre Gelegenheit. Ich verschenke einfach wahnsinnig oft Bücher. Es macht mich total glücklich, Menschen die ich mag mit einem schönen Buch zu versorgen. Mir ist dann auch gar nicht wichtig, dass dieses Buch bald gelesen wird. Es einfach in anderen Händen zu wissen, reicht mir schon.

#7 Bookcrossing
Last but not least: Das Beste hebe ich mir für den Schluss auf. Bookcrossing gehört einfach zu meinem Leben und zu meinem Lesen. Die Idee, die ganze Welt zu einer großen Bibliothek zu machen, hat in dieser Community engagierte und wunderbare Buchliebhaber gefunden. Mit einem Schmunzeln sage ich manchmal “Wir sind gegen Bücher in Regalhaltung”. Viele öffentliche Bücherschränke, zu Bücherboxxen umgebaute Telefonzellen und Regale in Cafes und Restaurants werden von Bookcrosserinnen und Bookcrossern betreut. Bei Bookcrossing werden Bücher registriert und erhalten eine Art Logbuch in welches jeder Leser und jede Leserin eintragen kann, wo und wie sie zu diesem Buch gekommen ist. Nach der Lektüre kann ein Buch dann wieder freigelassen werden oder auch nicht. Die Bücher sind quasi frei und folgen keinem strengen Reise-Schema. Diese Bücher stehen allen Menschen zur Verfügung – egal ob aktiver Bookcrosser oder nicht. Es gibt aber auch sogenannte Buch-Ringe, die innerhalb der Community verschickt und gelesen werden. Es gibt noch soviel mehr, was an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde, aber schau gerne mal rein. Bisher waren noch alle Menschen, die auf Bookcrossing gestoßen sind, begeistert von der Idee und Umsetzung. https://www.bookcrossing.com

Es gibt so wahnsinnig viele Bücher. Vor einiger Zeit waren es bereits über eine Milliarde Bücher und dann kommen noch unzählige Exemplare eines jeden Buches dazu. Google hatte das 2010 einmal ausgerechnet. Wenn man will, kann man also schon zu viele Bücher haben. Ich finde Bibliotheken gut und die Möglichkeit immer wieder bei Bedarf Bücher auszuleihen und hinterher zurückzugeben (auch wenn ich dabei nicht immer sehr pünktlich bin). Das was du als angenehm empfindest, entscheidest du selbst. Sollte es dir dennoch mal zu viel werden, weißt du ja jetzt wohin mit den aussortierten Büchern.

Lies dich sexpositiv: 3 Bücher

Sprichst du offen über Sex? Menschen sind sehr sexuelle Wesen und trotzdem ist unser Verhältnis zu unserem Körper und unserer Lust nicht immer ganz unbefangen.

Nicht gegen den Tod, sondern für das Leben entscheiden

Manchmal ist es gut sich zu verkriechen, der Trauer Raum zu geben. Dann kommt aber auch wieder eine Zeit, in der wir Kraft schöpfen. Bist du soweit?

Bin ich queer? 60+ queere Bücher über Identität & Selbstfindung

Bin ich queer? Über 60 queere Bücher zu Identität, Coming-Out & Liebe: Klassiker, Romane, Theorie & mehr, die dir Sprache und Zugehörigkeit schenken.

Sei die pure Leidenschaft!

Sicher gibt es auch in dir eine Sehnsucht, die dich antreibt, dich zweifeln lässt und deine Gedankenwelt genau dann aufwühlt, wenn du es gerade eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kannst. Wenn du dich manchmal schon gefragt hast, wonach du dich da eigentlich sehnst, dann ist das hier vielleicht die Antwort: Leidenschaft.

Hab keine Angst vor der Angst

Sehr viele Menschen kennen Panikattacken, verspüren Angstzustände oder sind unsicher, wenn sie vor einer Gruppe reden müssen. Aus Angst vor Stigmatisierung sprechen sie nicht darüber. Franziska Seyboldt schon.

Bindungsstile verstehen: Die besten Bücher über Attachment, Heilung & sichere Beziehungen

Bindungsstile verstehen, Beziehungen reflektieren: eine Auswahl an Büchern über Attachment, Heilung und sichere Partnerschaften.

Was du lesen musst, um in der Großstadt zu entspannen

Du liebst die Stadt, obwohl sie dich stresst? Dann lies hier weiter. Du wirst erfahren, wie das richtige Buch dir helfen kann, dem Stress und der Enge der Stadt zu entfliehen.

Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Multiple Sklerose und trotzdem!

Wie wertvoll Gesundheit ist, merken wir manchmal erst wenn sie fehlt. Aber auch mit Krankheit, können wir ein glückliches Leben führen. Multiple Sklerose ist nicht das Ende.

Einfach mehr erleben

Was brauchst du, um endlich den Schritt nach draußen zu wagen? Wetterfeste Kleidung? Motivierende Zitate oder jemanden, der dich an die Hand nimmt und sagt: “Los geht’s!”? Nun, ich kann dir alles auf einmal bieten.

Was erwartest du eigentlich von mir?

Was erwartest du eigentlich von mir?

Oh schön! Ein grünes Buch. Hatte ich gedacht.

So ein schönes Cover. Hatte ich gedacht.

Das strahlt gleich soviel Optimismus und Leichtigkeit aus. Hatte ich gedacht. Und schon war es in meinem Korb.

Nichts – weder die Aufmachung, noch die kleinen Textfetzen, die das Buch auf der Rückseite beschreiben und bewerben – deuteten auf das hin, was mich bei meiner Lektüre erwarten sollte.

Von Erwartungen und anderen Lastern

Ich rolle jetzt mit den Augen und schmunzele dabei ein bisschen. “Der Dichter der Familie” von Grégoire Delacourt ist ein schönes Buch, kein zartes, träumerisches wie ich vielleicht erwartet hatte, aber ein nachdenkliches, kluges und trotz allem inspirierendes.

Und schließlich geht es auch um Erwartungen.

Darum, diese nicht erfüllen zu können. Sie nicht erfüllen zu wollen. Und darum, Erwartungen anderer ausgesetzt zu sein, sich ihnen nicht entziehen zu können und unter ihrer Last zu leiden.

Wenn ich ein Buch hier auf Literaturpower vorstelle, dann immer mit einem bibliotherapeutischen Fokus. Ich überlege schon beim Lesen, welche Aspekte im Buch unterstützen meine Leserinnen und Leser bei einer bestimmten Herausforderung (manchmal gibt es keine, dann lege ich das Buch wieder weg).

Ich sehe mich in diesem Sinne nicht als Literaturkritikerin. Und dennoch lese ich vor jedem eigenen Artikel, was andere Menschen von diesem Buch halten und darüber schreiben. Mit Erwartungen muss auch der französische Autor Delacourt kämpfen.

Sein Werk “Der Dichter der Familie” ist laut Wikipedia seine erste Veröffentlichung in Frankreich, die jedoch erst nach seinen neusten Erfolgen auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Inwiefern nun eine Entwicklung stattfand, kann ich leider nicht beurteilen, da ich die anderen Werke nicht gelesen habe.

Menschen, die diese Werke kennen, äußern im Internet jedoch eine gewisse Enttäuschung über “Der Dichter der Familie”. Ihre Erwartungen wurden nicht erfüllt. Ich lasse an dieser Stelle einfach mal außen vor, welche Erwartungen das sind. Meine bibliotherapeutischen Erwartungen wurden nicht enttäuscht und darum soll es ja schließlich an dieser Stelle gehen.

Wenn Erwartungen dein Leben bestimmen

Also zurück zum Buch. Unsere Hauptfigur Édouard kommt als Siebenjähriger in den Genuss große Bewunderung für ein eigenes Gedicht auf sich zu ziehen. Sein Talent wird von der Familie erkannt und mit diesem Moment ist alles besiegelt.

“Mit sieben erlebte ich meinen ersten literarischen Erfolg. Die erwähnte Mama schloss mich in die Arme. Der Papi, die Oma und der Opi applaudierten. […] Mit vier armen Reimen war ich zum Dichter der Familie geworden. Mit acht hatte ich nichts mehr zu schreiben.”

Den Erwartungen der Familie möchte Édouard sich nicht beugen, er kann es vielleicht gar nicht. Im Internat fällt er negativ auf, zu Hause leidet er unter den Familienverhältnissen. Die Psychoanalyse, die den jungen Edouard stärken soll, nützt wenig:

“Unsere zwei halben Stunden pro Woche verliefen mit derselben höflichen Langeweile; ich warf ihm ein paar abgenutzte Worte hin, er machte sich ein paar erschöpfte Notizen.”

In den letzten Wochen habe ich eine Vielzahl an Büchern über Probleme in der Familie gelesen und vorgestellt. Auch “Der Dichter der Familie” gibt für jene familiären Herausforderung viel her, aber dieses eine Mal werde ich darauf nicht näher eingehen.

Es soll um Édouard gehen und sein Verhältnis zu den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Träumen. Es geht sehr viel ums Geben und darum, dass Édouard schreiben soll. Das Wörtchen “um” spielt hier eine wichtige Rolle.

Immer schreiben, “um” etwas zu tun: Den Vater von der Depression heilen, die Mutter über den Verlust des Großvaters hinwegtrösten, der Freundin zu Ruhm und Ehre verhelfen.

“Papa, sucht man sich sein Leben aus, oder sucht das Leben sich einen aus? Antworte mir, das ist wichtig.”

Aber der Vater antwortet nicht, er kann es nicht und so fehlt immer eine Beziehung in seinem Leben, die für ihn doch so wichtig gewesen wäre. Er bekommt keine Antworten, dafür bleiben die Erwartungen: Der Vater “erwartete weinend ein Buch, das ich nicht geschrieben hatte. Er hoffte, ich hätte das letzte Wort.”

Die Kommunikation mit dem Vater ist beklemmend, seine Beschreibungen der Ehe mit Monique trübsinnig. Die ganze Geschichte wird von einer Melancholie beherrscht, die – das sage ich an dieser Stelle einfach ganz frech – von der Verkopftheit des Autors zeugt.

Das kenne ich schon gut von der französischen Literatur. Ich mag sie – viel mehr als französisches Kino zu dem mir leider trotz intensiven Romanistikstudiums der Zugang fehlt.

Beim Verfassen dieses Artikels fühle ich mich immer noch etwas beklommen. “Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.” Schrieb einst Franz Kafka.

Für mich ist “Der Dichter der Familie” so eine Axt. Ich kann gar nicht im Detail beschreiben, warum und es ist auch nicht immer angenehm mit so einer Axt drauflos zu hämmern. Doch je mehr gehämmert wird, desto deutlicher wird die dicke Kruste an Erwartungen, die wir selbst schüren, die unsere Umwelt schürt und die wir zugelassen haben, unser Leben zu ummanteln.

Es ist schwierig eigene Erwartungen loszulassen. Ich würde jedoch behaupten, dass es noch viel schwieriger ist, die Erwartungen anderer zu hinterfragen und beiseite zu tun. Und wie ist es erst um unsere ganz eigenen Erwartungen an andere bestellt?

Wen drängen und bedrängen wir mit unseren Ansprüchen, Hoffnungen und Forderungen?

Ein Buch vermag kaum, all das aufzuheben, was Sozialisierung, Familienleben, Schule und Berufswelt in uns geprägt haben. Es kann dir deine Erwartungen nicht nehmen und auch nicht verhindern, dass du unter der Last der Erwartungen anderer leidest. Es kann aber trotzdem sehr viel und dich auf den richtigen Weg bringen.

Lesen sensibilisiert die Wahrnehmung.

Manchmal vermag es ein Buch so zu berühren, dass wir bereit sind, auch auf das eigene Erleben zu schauen und “Der Dichter der Familie” ist in meinen Augen ein solches Werk.

Ohne Kitsch, Pathos und Rührseligkeit – ja vielleicht sogar mit übertriebener Härte an manchen Stellen – wird hier die Axt geschwungen.

Trotz meiner enttäuschten Erwartungen über das Cover bleibt nach der Lektüre ein Stück Beseeltheit zurück. Fremde Erwartungen lassen sich nicht gänzlich ausblenden, aber sie wahrnehmen und mit ihnen einen bewussten Umgang pflegen – das wäre doch schon eine Leistung.

Wenn du deine eigenen Bedürfnisse noch nicht ausgemacht hast, dann begib dich jetzt auf die Suche. Ich hoffe, dass “Der Dichter der Familie” dir dabei helfen kann.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Die größten Versager sind die erfolgreichsten!

Eigentlich haben Niederlagen und Fehlentscheidungen in unserer leistungs- und wachstumsorientierten Welt ja wenig Raum. Denkt man zumindest. Die Wahrheit ist, das Gegenteil ist der Fall.

Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Reflexion und Planung: 7 Journals und Workbooks, die dich verändern werden

Ein gutes Journal ist ein Werkzeug, das du aktiv nutzt. In diesem Artikel möchte ich dir einige Journals und Workbooks vorstellen, die mich in den letzten beiden Jahren begleitet haben. Sie helfen mir, meine aktuelle Position zu verstehen, das Erlebte zu ordnen und Mut und Inspiration für die Zukunft zu finden.

Einfach mehr erleben

Was brauchst du, um endlich den Schritt nach draußen zu wagen? Wetterfeste Kleidung? Motivierende Zitate oder jemanden, der dich an die Hand nimmt und sagt: “Los geht’s!”? Nun, ich kann dir alles auf einmal bieten.

Bücher über Klassismus: Literatur gegen Ausgrenzung und Ungerechtigkeit

Klassismus wird immer noch viel zu wenig thematisiert. Dabei begegnet er uns überall: in Schule, Studium, Arbeit, Freundeskreis und Familie. Er macht krank und sorgt für Angst, Unsicherheit, Scham. Vor allem beeinflusst er, wie wir uns selbst sehen...

Wirst du einen Neuanfang wagen?

Kennst du diese Tage der Eintönigkeit, an denen wir gar nicht richtig sagen könnten, ob sich dieses Leben aktuell so wirklich lohnt? Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf schwelende Konflikte, andauernde Selbstzweifel und immer wieder dieses Gefühl, nicht genug zu sein und nicht genug zu leisten.

Die Sehnsucht nach Liebe

Liebe verändert uns und sie leitet uns. Manchmal hinterlässt sie Chaos und oft macht sie uns verletzlich.

Wie fühlt sich eine Scheidung an?

Kannst du deine Trennung oder Scheidung mit Humor nehmen? Nein? Dann geht es dir wie den meisten. Und doch …

Bücher von Hengameh Yaghoobifarah: I have a Bookcrush!

Die Bücher von Hengameh Yaghoobifarah gehören zu den spannendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur.

Wenn die Schuld kaum zu ertragen ist

Von Drogen, Schuld und dem Leben im Knast handelt Dawkins Erstlingswerk “Alle meine Freunde haben wen umgebracht”. Die autobiographischen Züge sind offensichtlich. Die Authentizität, die damit einhergeht, erdrückt.

Was ist Heimat für dich?

Was ist Heimat für dich?

In diesem Artikel und in dem vorgestellten Buch “Restwärme” werden Themen und Traumata behandelt, die möglicherweise schmerzhafte Erinnerungen auslösen können. Bitte lies nur weiter, wenn du glaubst aus der bewussten Auseinandersetzung mit diesem Thema Nutzen ziehen zu können. Ansonsten schau dir gerne die Seite zu Hilfsangeboten an und überlege, inwiefern professionelle Hilfe für dich sinnvoll ist.

Was bringt die Wut

Diesen Artikel möchte ich ausnahmsweise mit einer kurzen Leseprobe beginnen.

“Die Wut, die dabei entsteht, ist das Einzige, was noch mithalten kann, aber sie macht gleichzeitig blind, weil sie den Blick verengt und einen nur das sehen lässt, was bereits geschehen ist. Gar nichts wird damit vergolten, nur immer wieder neuer Schaden angerichtet, bis schließlich niemand mehr weiß, was man sich eigentlich antut mit dem ständigen Aufrechnen dessen, was man sich angetan hat.”

Dies sind Gedanken der Protagonistin Marianna aus dem Roman “Restwärme” von Kerstin Preiwuß.

Das Werk der Autorin wurde schon vor ein paar Jahren, 2014, veröffentlicht und ich hätte auch einen aktuelleren Roman von Preiwuß zur Verfügung gehabt. “Nach Onkalo” treibt derzeit durch die Medien und macht von sich reden.

Mir hat aber “Restwärme” besser gefallen und ich glaube, dass dieses Werk besser zu Literaturpower passt.

Was ist das, “Restwärme”?

Wikipedia hält folgende Erklärung bereit: “Umgangssprachlich die Nachzerfallswärme als Leistungserzeugung eines Kernreaktors nach Abschaltung durch andauernde radioaktive Zerfälle kurzlebiger Spaltprodukte.”

Ich habe diesen Satz nun einige Male gelesen und verstehe ihn immer noch nicht. Ein paar meiner Freunde sind Physiker. Vielleicht frage ich sie bei Gelegenheit mal.

Marianna ist Geologin, erforscht Vulkanausbrüche und Erdbeben. Mit Restwärme könnte jedoch auch ganz pragmatisch das Gefühl gemeint sein, das sie mit Heimat und Familie verbindet.

Wenn ich nun diesen Begriff ein paar mal leise vor mich hin ausspreche (Restwärme, Restwärme, Restwärme) dann erhalte ich ein dumpfes Gefühl von Beklommenheit. Wärme – das ist positiv, angenehm, geborgen. Aber Rest? Das ist, was übrig bleibt und hat etwas von Verbrauchtsein und zurücklassen.

Zurückgelassen hat Marianna nach einer schweren Kindheit und Jugend das Heimatdorf in dem sie aufgewachsen ist. Auch ihre Eltern und den Bruder ließ sie hinter sich, um in Berlin zu leben und vieles zu vergessen.

“Irgendwas würde sich schon ergeben.”

So Mariannas Gedanke als sie nach ihrem Heimatbesuch zu ihrer Tochter Marie zurückkehrt. Vielleicht beleuchten wir an dieser Stelle einmal, was Heimat bedeutet oder bedeuten kann.

Ich glaube ja, mal festgestellt zu haben, dass der Begriff “Heimat” gar nicht selbstverständlich ist in allen Sprachen der Welt. Heimat wird bei uns meist mit einem Raum verbunden, in den wir hineingeboren werden. Oder ein Ort, den wir schon lange bewohnen und der ein Wohlgefühl in uns auslöst.

Manchmal widersprechen sich diese Herangehensweisen.

Der Ort, in dem wir geboren sind, muss nicht zwangsweise ein Ort des Wohlfühlens und Aufgehobens sein. Für nicht wenige Menschen verbinden sich viele verschiedene Gefühle mit dem Wort Heimat. Im Roman wird das ähnlich beschrieben:

“Man musste wohl einen Ort finden für all die widersprüchlichen Gefühle, und da hatte das Herz gewonnen, denn hier ging das arme Blut rein und kam reich wieder raus, während der Magen bloß verschob, was am Ende den Körper verließ, vielleicht war die ganze Heimatsehnsucht nur so etwas wie eine Herzmetapher für den Bauch.”

Mariannas widersprüchliche Gefühle sind Resultat ihrer eigenen Familiengeschichte. Der Vater war Alkoholiker und gewalttätig; die Mutter schützte ihre Kinder nicht ausreichend. Sie ließ geschehen und bat noch darum, nicht zuviel nach außen dringen zu lassen.

Gänsehaut bekomme ich bei solchen Szenen. Und weiß doch um ihre Wirklichkeit. Wie ich selbst, ist die Schriftstellerin Kerstin Preiwuß in einem kleinen Dorf in Mecklenburg aufgewachsen. Vielleicht kennst du das: In einem Dorf sieht und erlebt man vieles. Erst später lässt die Erinnerung zu, Erlebtes zu reflektieren und womöglich auch zu verstehen.

Ein Freund meines großen Bruders lief immer mal wieder von zu Hause weg, weil er von seinen Eltern geschlagen wurde. Im Dorf wurde darüber gesprochen. Eingemischt hat sich niemand.

Preiwuß’ verdichtete Sprache trägt die Leserin und den Leser durch ähnliche Szenen. Bitterkeit kommt dabei auf, auch Traurigkeit und Schmerz. Informationen über die Autorin selbst sind im Internet spärlich gesäht. Auf Social Media Plattformen habe ich sie nicht gefunden. Ihre Webseite informiert, dass Preiwuß in Leipzig lebt, arbeitet und lehrt. Auf der Leipziger Buchmesse im März werde ich die Augen offenhalten. Vielleicht begegne ich ihr ja. Dann lasse ich eine Ausgabe dieses besonderen Romans von ihr signieren.

„Besonders“ schreibe ich, denn es ist ein Talent so tiefreichende Gefühle beim Lesen zu berühren und dabei so leise und behutsam vorzugehen. Ich als Leserin verfolge Mariannas Gedanken und werde mitgerissen in diesen Strudel aus Erinnerungen, Ängsten und Hoffnungen.

Ohne Gewalt und Lärm

Das vollzieht sich jedoch ohne Gewalt und ohne Lärm. Beinahe könnte ich behaupten, dass dieses Buch mich beruhigt. Es ist eine beruhigende Melancholie, die mich lesend umgibt. Am besten lässt sich das mit einem Zitat verdeutlichen:

“Im Zimmer oben war es kühl, und die Luft roch nach Erde, aber das Bett war frisch bezogen. Auch der alte Kachelofen stand noch da. Im Winter hatte sie immer die Decke für einige Minuten dagegengepresst, bevor sie daruntergekrochen war. Beim Einschlafen bäumten sich Bilder auf, oder saß jemand unter ihnen und stemmte sie an die Wand?”

Von solchen Widersprüchen zehrt “Restwärme”. Heimat ist nicht einfach schlecht, böse oder wird gewaltvoll gemieden.

Preiwuß gelingt es eine innere Zerissenheit in ihrer Geschichte so zärtlich in Bilder zu verwandeln, dass uns selbst, als Leserinnen und Leser, eine eigene Innenschau gelingt. Das Gute ist nicht immer gut, das Schlechte nicht immer schlecht. Und manchmal können wir nicht nur mit Vernunft die Dinge beurteilen und entsprechend handeln.

“Es war unversehens über sie gekommen. Das Wort Zuhause hatte sich in hier gebildet, ohne dass sie sich dagegen wehren konnte. Es passte nicht mehr. Es passte immer noch.”

Von einer Umarmung, der man den “Würgegriff aber nur nicht gleich ansah” ist an dieser Stelle auch die Rede. So sehr hängt dieses Zuhause an ihr. Ob und wie ein solches Zuhause zu dir passt oder ungewollt an dir hängt, das kannst du mit der Lektüre von “Restwärme” möglicherweise herausfinden.

Ich wünsche dir, dass du einen Frieden mit deiner Vergangenheit schließen kannst. Um deiner selbst willen. Und ich hoffe, dass dir die Literatur helfen wird, diesen Frieden zu benennen und zu verstehen. Familie und Vergangenheit hinterlässt Spuren und so hilfreich an mancher Stelle das Verdrängen sein kann, so hilfreich ist an anderer die bewusste Auseinandersetzung. Entscheide selbst, was für dich das Richtige sein kann.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Was macht dich bloß so resilient?

Wie viele Enttäuschungen verzeihen wir dem Leben? Resilienz ist erlernbar. Wie aber lernen wir aus der Vergangenheit und schauen trotzdem nach vorne?

Höre nicht auf zu wachsen

Stell dir einen Baum vor. Einen großen, prächtigen Baum mit starken Ästen, tiefen Wurzeln und Blättern so dicht, dass du nicht siehst, was dahinter ist. Was wenn du dieser Baum bist?

Welche Lebensfragen stellst du dir?

Wohin führt dich das Leben? Woher kommt all diese Unsicherheit? Manchmal sind wir auf der Suche nach Antworten deren Fragen wir nicht mal kennen und diese Antworten können für uns die Welt bedeuten.

Du musst deine Eltern nicht retten!

Gerade wenn es um die eigenen Eltern geht, scheuen viele von uns die Auseinandersetzung. Wir sind aber alle Töchter und Söhne und die familiären Beziehungen haben ihre Spuren in unserem Leben hinterlassen.

Die größten Versager sind die erfolgreichsten!

Eigentlich haben Niederlagen und Fehlentscheidungen in unserer leistungs- und wachstumsorientierten Welt ja wenig Raum. Denkt man zumindest. Die Wahrheit ist, das Gegenteil ist der Fall.

Alltagsrassismus verstehen & Mikroaggressionen erkennen: Bücher für weiße Leser*innen

Bücher über Alltagsrassismus: Perspektiven verstehen, Mikroaggressionen erkennen und lernen, wie weiße Leser*innen Verantwortung übernehmen können.

80+ trans Bücher über Identität, Liebe und Selbstbestimmung

Bücher über Transidentität, Nicht-Binarität und Gender: persönliche Empfehlungen zu Identität, Körper, Beziehungen und Selbstbestimmung.

Zuversicht ist gut, Selbstvertrauen ist besser

”Lass das sein, das wird eh nichts!” Autsch! Sowas zu hören, tut weh! Und trotzdem sagen wir ähnliche Sätze immer mal wieder zu anderen und – viel schlimmer noch – zu uns selbst. Überwinde solche Grenzen und fang endlich an, an dich zu glauben!

Bewältigungsstrategien der AussteigerInnen: Isolation oder Freiheit?

Manchmal gibt es diese Tage: Tausend Gedanken, aber keinen Plan wie dieses oder jenes Problem angegangen werden kann. Was tun wir dann?

Vorsicht, Lesen!

Vorsicht, Lesen!

Eigentlich sitzt du ja beim Lesen meist auf einem Stuhl oder Sessel oder einer Couch und interagierst kaum mit deiner Umwelt. Gefährlich kann das rein körperlich also nicht sein. Außer du schneidest dich an den Seiten. Und das ist mir in vielen Jahren intensiven Lesens noch nie passiert. Wirklich, nicht ein Mal. Daran kann es nicht liegen. Woran dann?

Lesesucht

Diesen Begriff gibt es tatsächlich und er hat seinen Ursprung im 18. Jahrhundert, als darüber debattiert wurde, ob es ein richtiges und ein falsches Lesen gäbe. Wikipedia hält dazu ein paar fun facts bereit. Parallel zum Begriff sprach man wohl sogar von einer “Lesewut”.

Gemeint ist damit begieriges Lesen, wobei andere Beschäftigungen vernachlässigt werden. Freilich ging die Kritik gegen Frauen, die mit der aufkommenden schöngeistigen Literatur angeblich ihre Haushaltspflichten und die Kindererziehung vernachlässigten. Das möchte ich am liebsten unkommentiert lassen.

Schlaflosigkeit

Viele Menschen lesen regelmäßig auf einem Tablet oder einem E-Book-Reader. Das ist praktisch. In wenige Gramm Elektronik passen viele, viele Romane, Sachbücher oder Papers. Ich habe meinen kleinen Kindle auch immer dabei.

Aber auf richtige Bücher kann ich nicht verzichten. Von denen muss ich umgeben sein, sie fühlen.

Studien haben belegt, dass das Bildschirmlesen tatsächlich einen Einfluss auf unsere Schlafgewohnheiten hat und sich nicht unbedingt positiv auswirkt. Das hat etwas mit der Beleuchtung und dem Melatoninwert zu tun. Die Schlafqualität leidet.

Menschen, die vor dem Schlafen noch auf einem Bildschirm lesen, sind morgens der Studie zufolge unausgeschlafener und schlafen abends später ein, als die Vergleichsgruppe, die nur in Papierbüchern las. Wenn dich das interessiert, kannst du hier gerne mehr über die Studie erfahren.

Das heißt aber nicht, dass du vor dem Schlafen nicht mehr lesen solltest (im Gegenteil, Lesen beruhigt). Aber ein Buch aus Papier tut es dann manchmal auch oder eben ein Gerät mit passivem Hintergrund, das deine Augen entspannt.

Wer liest ist unglücklich

Das ist natürlich falsch. Mit dieser bewussten Provokation möchte ich auf einen mir wichtigen Sachverhalt aufmerksam machen. Im Studium und auch danach habe ich mich viel mit der zeitgenössischen Philosophin Martha Nussbaum beschäftigt. Nussbaum ist bekannt geworden für ihren Fähigkeitenansatz, der sich an der Aristotelik orientiert und stark reduziert Folgendes aussagt:

Zum Menschen gehören eine Vielzahl an Möglichkeiten und Fähigkeiten und es ist Aufgabe der Gesellschaft, die Ausbildung und Ausübung dieser Fähigkeiten zu fördern. Literatur spielt in der Philosophie Nussbaums eine herausragende Rolle, denn sie eröffnet Perspektiven und informiert über Lebenswege. Das scheint einleuchtend.

Nun der interessante Gesichtspunkt, der sicher viel Diskussionspotential bietet: Menschen, selbst wenn sie aufgrund der äußeren Umstände eine bestimmte Perspektive nicht wählen können, sind nach Nussbaum besser dran, wenn sie über diese Perspektiven informiert sind.

Schreibe deine Meinung dazu gerne in die Kommentare. Sicher diskussionswürdig, aber ich finde es super spannend.

Lesen schadet der Dummheit

Das klingt jetzt aber wirklich nicht gefährlich. Dumm sein wollen wir alle nicht.

Bist du auch nicht. Und wenn du gerne liest schon gar nicht. Menschen, die lesen sind informierter. Sie lernen viel Neues kennen, beginnen womöglich zu hinterfragen und schon gibt es kein Zurück mehr in die Geborgenheit der Unwissenheit.

Warst du ungebildet vielleicht mit banaleren Dingen glücklich zu machen, wächst mit deiner Informiertheit auch der Anspruch.

Lesen bildet und schadet der Dummheit. Das ist klar, aber wollen wir das immer?

Der englische Philosoph John Stuart Mill drückte das folgendermaßen aus: „Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedenes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr. Und wenn der Narr oder das Schwein anderer Ansicht sind, dann deshalb, weil sie nur die eine Seite der Angelegenheit kennen. Die andere Partei hingegen kennt beide Seiten.“

Wer Sokrates nicht kennt: Das ist der griechische Philosoph, der auf dem Markt herumgeirrt ist und die Menschen mit den großen Fragen des Lebens gepiesackt hat. Oft wird er deshalb auch liebevoll mit einer Stechmücke verglichen.

Die Tücken des Straßenverkehrs

Gott behüte. Lass dich bitte nicht lesend von einem Auto anfahren. Lass dich bitte überhaupt nicht anfahren. Die Pokémon Go-Bewegung lässt sich damit sicher gut vergleichen: Der Blick auf ein Buch oder eben das Smartphone geheftet und schon vergessen die Stadtwandler alles, was um sie herum passiert.

Ich oute mich an dieser Stelle: Über ein Jahr lang habe ich auch intensiv mit vielen anderen Pokémon Go gesuchtet und ja, manchmal bin ich in gefährliche Situationen gekommen. Wenn nämlich das Pokemon auf der anderen Straßenseite nur noch wenige Sekunden wartete und ich mir den Eintrag in den Pokedex nicht entgehen lassen wollte.

Lesende Menschen sieht man sicher seltener rumlaufen, aber auch sie gibt es und sie laufen ebenfalls Gefahr unter die Räder zu kommen. So fesselnd eine Geschichte, so selten ein Pokemon sein kann: Bitte passt auf euch auf!

Klapprige Regale, lose Bücherbretter

Bücher sind schwer. Spätestens beim nächsten Umzug wirst du daran erinnert und ich hoffe, du packst deine Kisten ausgeglichen: Immer nur ein paar Bücher mit leichterem Füllmaterial. Sonst geht das Schleppen auf den Rücken.

Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte: Die Schwerkraft hat es in sich und genau dreimal haben in meiner Anwesenheit bereits Bücherbretter den Kampf gegen die Last aufgegeben und sind unter großem Lärm weggebrochen.

Ob es an der Qualität meiner Bohrung, den Dübeln oder eben doch der Menge an Büchern lag, die obenauf saßen – ich weiß es nicht. Ich bringe jedenfalls keine Bretter mehr über meinem Bett oder einer Sitzgelegenheit an. Ich liebe Bücher, meine Gesundheit ist mir aber auch sehr wichtig.

Du siehst – die Gefahr beim Lesen hält sich in Grenzen und lässt sich nur mit einem Augenzwinkern thematisieren. Lies soviel du magst und soviel dir gut tut. Ich glaube nicht daran, dass Lesen unglücklich macht und gegen Dummheit vermeiden habe ich erst recht nichts einzuwenden. In diesem Sinne wünsche ich dir immer ein gutes Buch zur Hand.

Deine Trude

Wenn nichts mehr geht

Der ewige Druck zu funktionieren und die unsichtbare Gewalt, die dich daran hindert. Wer soll das verstehen, wenn er es nicht selbst erlebt hat?

Auf diese Aufgaben bereitet das Leben nicht vor

Alle Eltern werden irgendwann alt und manche im Alter sogar krank. Oft werden dann die Rollen getauscht und …

An alle Mamas dieser Welt: SO NICHT!

Mutter sein. Was bedeutet das eigentlich? Wird deine Arbeit angemessen wertgeschätzt? Wird anerkannt, was du jeden Tag leistest? Falls nicht, dann ist dieser Artikel für dich.

Alltagsrassismus verstehen & Mikroaggressionen erkennen: Bücher für weiße Leser*innen

Bücher über Alltagsrassismus: Perspektiven verstehen, Mikroaggressionen erkennen und lernen, wie weiße Leser*innen Verantwortung übernehmen können.

Wenn Familie weh tut

Familie. Die Vielschichtigkeit dieses Begriffs muss nicht erwähnt werden. Den einen ist sie Freud, den anderen Leid und hin und wieder verschmelzen beide Ebenen, sodass sie kaum noch zu unterscheiden sind.

Was andere über mich denken

Befürchtest du manchmal, dass deine Entscheidungen nicht gut genug sind, deine Ideen nicht überzeugen? Lass uns einmal beleuchten, wie viel Anerkennung und Respekt von anderen du wirklich brauchst.

Bewältigungsstrategien der AussteigerInnen: Isolation oder Freiheit?

Manchmal gibt es diese Tage: Tausend Gedanken, aber keinen Plan wie dieses oder jenes Problem angegangen werden kann. Was tun wir dann?

Es gibt Träume, die lebst du bereits!

Wieviele Träume passen eigentlich in all die Strukturen, Routinen und alltäglichen Aufgaben, denen du dich jeden Tag aussetzt? Vielleicht mehr als du denkst. Und vielleicht musst du einfach mal wieder genauer hinsehen!

Bindungsstile verstehen: Die besten Bücher über Attachment, Heilung & sichere Beziehungen

Bindungsstile verstehen, Beziehungen reflektieren: eine Auswahl an Büchern über Attachment, Heilung und sichere Partnerschaften.

Verliebt in eine Heterofrau?

Du bist lesbisch. Sie nicht. Trotzdem geht sie dir nicht mehr aus dem Kopf.

Genießt du die Einsamkeit?

Genießt du die Einsamkeit?

Einsam sein bedeutet nicht immer, niemanden zu haben. Einsam ist nicht allein.

Was ist Einsamkeit?

Einsam ist jemand, der sich sozial isoliert fühlt. Einsamkeit ist auch der Name einer unbewohnten russischen Insel. Und wenn du bei Wikipedia die ersten Sätze liest, die “Einsamkeit” definieren, dann wird zwar eingeräumt, dass der Begriff oft negativ konnotiert wird, aber – und das finde ich sehr erfreulich – auch die positiven Aspekte finden Erwähnung.

Gedanken ordnen und Kreativität entwickeln wird dort beispielsweise genannt. Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Einsamkeit kann somit ein Verhängnis sein, oder eine selbstgewählte Phase.

Ein bisschen zwischen beiden Seiten verstehe ich den Roman “Das ganze Leben da draussen” von Nina Sahm. Die Handlung spielt auf Island und nach Sibirien kann ich mir keine bessere Region vorstellen, die ausdrucksstärker ein Gefühl von Einsamkeit widerspiegelt.

Ich war aber noch nie dort und entschuldige mich, wenn ich mich mit dieser Behauptung zu weit aus dem Fenster lehne. Island soll ein wunderschönes Land sein und in unserem heimischen Bücherregal steht die Gesamtausgabe von Hálldor Laxness (ich habe sie nur noch nicht gelesen).

Alfa und Elín

Die beiden Frauen um die es geht, Alfa und Elín, sind Außenseiterinnen.

Teilweise nehmen sie diese Rolle bewusst ein, es ist aber nicht ganz klar, inwiefern ein gewisser Trotz im Wesen der Figuren über den unfreiwilligen Kampf mit der Einsamkeit hinwegtäuschen soll. Es ist ein Kampf mit der Einsamkeit, aber auch mit der Umwelt.

Betrachten wir beide einmal genauer. Die 16-Jährige Elín lebt ihre Pubertät aus. Sie provoziert die entspannten Eltern und leidet an ihrem Dasein. Ihr bester Freund hat sich mit ihrem größtem Feind verschworen; Bäume, die ihr am Herzen liegen, wurden gefällt und der Unterricht interessiert sie nicht.

Alfa ist ihre Lehrerin. In einem Gespräch mit Alfas Bruder, der noch nicht weiß, dass es um seine Schwester geht, erzählt Elín:

“Meine Lehrerin bekommt rote Flecken am Hals, wenn ein Schüler sich widersetzt. Sie verknotet ihre Beine, wenn sie an der Tafel steht und uns etwas erklären soll, und dann bin ich so abgelenkt, dass ich ihr nicht mehr zuhören kann. Sie ist irgendwie in ihrer eigenen Welt, es kommt mir so vor, als ob wir für sie in einer Glaskugel sitzen, und wie es uns wirklich geht und was für uns wichtig ist, dringt überhaupt nicht zu ihr durch, weil sie so sehr mit sich selbst beschäftigt ist.”

Diese Einschätzung von Elín gibt so ziemlich die Stimmung wieder, die das Buch für mich hat.

Wir können manchmal sehr zielgenau einschätzen, dass unser Gegenüber nicht in der Lage ist, unsere Einsamkeit und Probleme zu erkennen. Wir machen uns aber im Gegenzug auch oft nicht die Mühe die andere Seite auszuleuchten.

Zu erkennen, dass der oder die andere mit sich selbst beschäftigt ist, ist dann oft schon eine Leistung.

Insgesamt lebt dieser Roman von einer Vielzahl an klugen Beobachtungen und treffenden Beschreibungen. Die Geschichte fand ich schön, nachvollziehbar und einnehmend, aber die Fülle an Gedanken und einzigartigen Formulierungen sind wahrlich beachtlich.

Bei Sahm verbindet sich schriftstellerisches Talent mit echtem Verstehen.

Einige Autoren und Autorinnen konstruieren Charaktere, die dann eben auch konstruiert wirken, weil sie erdacht sind und eine bestimmte Funktion erfüllen sollen. Nina Sahms Texte hingegen sind sehr gut recherchiert und kommen mit einer Authentizität daher, die mich (und ich entschuldige mich schon jetzt für diese Aussage) bei einer so jungen Frau überrascht und in gleicher Weise fasziniert.

Manche Autorinnen sucht man im Netz vergeblich, andere hingegen sind leicht auffindbar. Und Nina Sahm gehört glücklicherweise zu den Letzteren. Die Schriftstellerin, die für ihren Broterwerb auch Werbetexte für große Unternehmen verfasst, betreibt mit Elan die ganze Bandbreite der Social Media Kanäle: Facebook, Instagram und sogar auf Twitter tweetet die junge Münchner Autorin vor sich hin.

Warum erwähne ich das?

Nina Sahm geht mit der Zeit und das spiegelt sich auch in ihren Geschichten wieder. Mich würde sehr interessieren, welchen realen Figuren die Wesenszüge von Alfa und Elín nachempfunden sind.

Ich glaube an die Macht der Phantasie, aber manches muss man doch erlebt haben, um so lebensecht zu beschreiben wie zum Beispiel das Frühstück matschig wird: ”Elín rührte mit dem Löffel in ihrer Müslischale, bis die Cornflakes so viel Milch aufgesogen hatten, dass sie ihre Form verloren und zu einem schleimigen Brei wurden.”

Elín und Alfa sind auf ihre Art einsam, es geht aber auch darum, einen Helden zu haben und diesem Raum für Inspiration zu geben.

Das ist für Alfa ihr Großvater Magnús und für Elín der Fuchs, der um Reykjavík herumstromert und dessen Spuren sie folgt.

Die zunehmende Demenz von Magnús bedrückt. Für Alfa war er die wichtigste Person in ihrem Leben und als er sich das Leben nimmt, ist sie gezwungen selbst zu ihrer Stärke zu finden. Magnús hatte sie unterstützt, motiviert und geschoben. Ohne ihn fehlt ihr die Richtung.

Eine Richtung sucht auch Elín. Ein Fuchswaise wurde um Reykjavík herum gesichtet und die naturliebende Elín begibt sich auf seine Spuren. Die Eltern lassen sie nachsichtig gewähren. Es wird schnell deutlich, dass nicht Gleichgültigkeit das Verhalten ihrer Mutter und des Vaters bestimmt. Sie gehen sehr gelassen mit ihrer Tochter um und schaffen damit im Buch eine verständnisvolle und warme Atmosphäre.

Eines Morgens beispielsweise entscheidet sich Elín nicht mehr zu sprechen:

“Warum sie nicht mehr reden wollte, konnte sie nicht mit wenigen Worten erklären. Es war ihr eingefallen, als sie von der Kneipe aus nach Hause gelaufen war, und dann hatte sie den Gedanken nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Ein Fuchs sprach schließlich auch nicht.”

Elín trägt oft einen Rucksack vollgepackt mit Camping-Zubehör und Survival-Utensilien. Dieser Rucksack steht in meinen Augen auch irgendwie für die Möglichkeit, immer spontan wegzukönnen.

Die wahre Herausforderung

Die wahre Survivalherausforderung stellt sich für sie jedoch nicht im Wald und in der freien Natur, sondern in Gesellschaft ihrer Mitschüler, ihrer Eltern und anderer Mitmenschen. Manchmal wünschen wir uns die Einsamkeit und die Ruhe, und manchmal müssen wir sie uns auch nehmen.

Ein Buch wie “Das ganze Leben da draussen” ist wie ein stiller, anspruchsloser Dialogpartner, ein Freund gewissermaßen. Ich freue mich sehr über diese Entdeckung und werde im Auge behalten, was Nina Sahm als nächstes schreibt und veröffentlicht.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Wir können doch über alles reden!

Wie reagierst du, wenn sich jemand dir gegenüber im Ton vergreift und ausfallend wird? Äußerst du dein Missfallen oder lässt du vieles durchgehen?

Warum machst du dir eigentlich solche Sorgen?

“Sorgen sind wie ein Schaukelstuhl. Sie halten dich beschäftigt, aber du kommst nicht voran.” In diesem Artikel wird es um solche Sorgen und das damit verbundene Grübeln gehen. Darum, warum sich die vielen Sorgen oft nicht lohnen und wie wir das Leben stattdessen angehen können.

Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Viele von uns haben Japan durch Murakamis Bücher kennengelernt. Andere haben Mangas gelesen und Anime geschaut. Dennoch ist uns Japan weiterhin oft fremd und einzigartig. Im Artikel stelle ich dir 9 Autorinnen vor, die dir ganz neue Perspektiven und Einblicke liefern.

Toys und Bücher, die deine sexuelle Intelligenz stärken

Erotische Inspiration? Ich stelle dir besondere Bücher und Toys vor, die deine sexuelle Intelligenz stärken.

Alltagsrassismus verstehen & Mikroaggressionen erkennen: Bücher für weiße Leser*innen

Bücher über Alltagsrassismus: Perspektiven verstehen, Mikroaggressionen erkennen und lernen, wie weiße Leser*innen Verantwortung übernehmen können.

Glücklich und wertvoll mit Übergewicht? Ja!

Dass wir Menschen uns mit all unseren menschlichen Eigenschaften gegenseitig so sehr verachten, ist schlimm. Schönheitsideale. Wer braucht sowas? Ich stelle dir ein Buch vor, das Mut macht Schönheitsideale in Frage zu stellen.

Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Was macht dich bloß so resilient?

Wie viele Enttäuschungen verzeihen wir dem Leben? Resilienz ist erlernbar. Wie aber lernen wir aus der Vergangenheit und schauen trotzdem nach vorne?

80+ trans Bücher über Identität, Liebe und Selbstbestimmung

Bücher über Transidentität, Nicht-Binarität und Gender: persönliche Empfehlungen zu Identität, Körper, Beziehungen und Selbstbestimmung.

Lesbisch, einsam und lebenshungrig

Versagensängste in der Familie kennen wir. Wir kennen auch die Frustration, die mit nicht erfüllter Sexualität einhergeht und die Scham und Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit. Oft genug kommt leider alles zusammen.

So wertvoll ist dein Leben

So wertvoll ist dein Leben

Der amerikanische Schriftsteller John Green hat es vor wenigen Jahren vorgemacht: Romane mit ernsten, authentischen Inhalten werden nicht länger gemieden und versteckt in der Ecke gelesen. Green hat 2012 mit “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” einen Bestseller gelandet, der sogar verfilmt wurde.

Um diesen Roman soll es jetzt aber nicht gehen, sondern um einen aktuelleren Titel einer deutschen Jungautorin: “Club der letzten Wünsche” von Tamy Fabienne Tiede.

Einen Zugang schaffen

Zum Zeitpunkt dieses Artikels haben wir Februar und der Februar steht voll im Zeichen der Krebsaufklärung.

Der Weltkrebstag war am 4.Februar und die Medien und Verbände schlagen Purzelbäume hinsichtlich der Aktionen und Aufklärungskampagnen.

Bislang (zum Zeitpunkt des Schreibens) findet sich in der Kategorie Krebs erst ein Werk auf Literaturpower. Nämlich “Halt auf Verlangen” von Urs Faes. Wie im Artikel ausführlich beschrieben, hat dieses literarisch anspruchsvolle Werk sicher eine sehr wertschätzende Zielgruppe.

Es war mir jedoch wichtig, zeitnah noch ein zweites Werk vorzustellen, welches der Tatsache gerecht wird, dass auch viele junge Menschen an Krebs erkranken.

Mit “Club der letzten Wünsche” hat Tamy Fabienne Tiede einen Zugang zur Problematik geschaffen, der jung, unverklärt und beinahe spritzig wirkt.

Ist das nicht makaber, mag nun die ein oder der andere fragen?

Sicher nicht.

Es gibt in der Kunst eine gewisse Ausdrucksfreiheit und ebenso wichtig ist die Wahlfreiheit von betroffenen Menschen, eben jenes Buch auszusuchen, das sie persönlich anspricht.

“Bei einer meiner ersten Sitzungen hatte ein Mädchen, das viel zu bleich war, um überhaupt lebendig zu sein, mich angesprochen. Ich gruselte mich etwas vor ihr, denn ich hatte die Befürchtung, bald selbst so auszusehen. Aber ich war höflich geblieben und hatte ein wenig mit ihr geplaudert. Sie schien wirklich schrecklich krank.”

Mir fallen auf Anhieb ein paar Menschen ein, die sicher sehr positiv auf die freche, offensive Art unserer 19jährigen Protagonistin Jesslyn reagieren.

Jesslyn hat in ihrem jungen Leben bereits einiges durch und stellt fest, dass der drohende Tod ihr verwehrt, einmal wirklich glücklich gewesen zu sein. Es ist nicht ganz einfach Sympathie mit Jesslyn zu empfinden.

Mitgefühl ja, aber Sympathie?

Sie beschreibt sich sogar selbst als “unpassend” und weiß um ihre harsche und teilweise aggressive Art.

“Mein Bruder war die einzige Person, der ich vertraute – voll und ganz und ohne Einschränkungen. Doch erst in diesem Moment erkannte ich, wie sehr ich ihn an meiner Seite brauchte. Denn auch wenn ich immer so getan hatte, ich würde diesen Scheißkrebs nicht alleine bezwingen können.”

Ein Kampf beginnt

Je näher Jesslyn den Leser und die Leserin an sich, ihre Vergangenheit, ihre Emotionen und ihre Wünsche heranlässt, desto eher vollzieht sich die für solch ein Buch wichtige Identifikation.

Jesslyn will nicht sterben.

Schon gar nicht ohne ihr Leben gelebt zu haben. Der Kampf ums Überleben und gegen den Krebs beginnt. Es geht aber nicht nur um Kampf, sondern auch um Auseinandersetzung, Reflexion und vor allem um Liebe.

Liebe darf natürlich in solchen Geschichten nicht fehlen. Für mich persönlich gilt das jedenfalls. Da habe ich eine romantische Ader.

Für Jesslyn gibt es James. Über James werde ich an dieser Stelle jedoch nicht viele Worte verlieren. Diese Spannung möchte ich nicht trüben.

Aber mit wenigen Zeilen soll die Autorin selbst zu Wort kommen: “James Hand war warm und weich. Seine Berührung fühlte sich überhaupt nicht unangenehm an, vielmehr wirkte es ganz natürlich, als wären unsere Finger dafür geschaffen, um perfekt ineinanderzugreifen wie zwei Zahnräder. Wir redeten eine ganze Weile lang überhaupt nicht, sondern hielten uns nur an den Händen und betrachteten den klaren Nachthimmel.”

Das klingt nicht nur sehr romantisch. Es ist auch sehr romantisch und ich kann nicht behaupten, dass ich auf diesen Kitsch gerne verzichtet hätte.

Insgesamt sind es die Kontraste im Buch, die Authentizität vermitteln. Auch Jesslyns Welt ist nicht schwarz-weiß und echten Gefühlen gegenüber ist sie nicht ignorant. Bereits im ersten Drittel des Buches erfährt Jesslyn, dass sie keine Chance auf Heilung hat.

Ich habe keine Ahnung wie es sich anfühlen muss, das Ende des eigenen Lebens spürbar nah zu sehen. Aber ich kann ihre Motivation sehr gut nachvollziehen, Erlebnisse nachholen zu wollen und sich nicht aufzugeben.

Die Liste

Gemeinsam mit ihrem Bruder verfasst Jesslyn eine Liste: “Jesslyns Das-muss-ich-noch-dringend-machen-bevor-ich-an-Scheißkrebs-sterbe-Liste”. Die Liste ist “jederzeit erweiterbar”.

“Jederzeit” ist an dieser Stelle leider ein Euphemismus, denn Zeit ist für Jesslyn eine endliche Ressource.

Ich glaube, es ist okay an dieser Stelle zu schreiben, dass Jesslyn stirbt. An der Intensität der Lese-Erfahrung wird sich für dich durch diese Einsicht sicher nichts ändern.

Der Roman “Club der letzten Wünsche” ist letztlich ein ehrliches und trauriges Buch, das den Lesenden Offenheit und Empathie abverlangt, aber auch jene Eigenschaften vermittelt.

Danke, Tamy Fabienne Tiede für diesen besonderen Roman. Die junge Autorin hat mit ihrem Erstlingswerk sogar den “Piper-Award” auf Wattpad gewonnen. Hoffentlich folgen noch viele weitere Bücher.

Der Leserin oder dem Leser wünsche ich mit der Lektüre des Buches, Worte zu finden für das was manchmal unaussprechlich scheint. Oft sind es Worte, die unsere Gedanken formen. Der nötige Widerstand ist umso stärker, je besser wir uns und unsere Umstände erkennen und bezeichnen können. Möge dir das Lesen eine Stütze sein.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Ständig auf der Durchreise. Aber wohin?

Motiviert und positiv das Leben anzunehmen ist zwar ein wichtiges Gut, aber von vielen Seiten werden uns Erkenntnisse geliefert, die oft einem verklärten Bild des Lebens entspringen. Jedoch nicht dem realen Alltag mit all seinen Fallstricken und Hindernissen.

Bindungsstile verstehen: Die besten Bücher über Attachment, Heilung & sichere Beziehungen

Bindungsstile verstehen, Beziehungen reflektieren: eine Auswahl an Büchern über Attachment, Heilung und sichere Partnerschaften.

Neue Wege und neue Bücher

Wie gelingt uns Veränderung, Neues wagen und der Aufbruch ins Unbekannte? Welche Hürden müssen wir nehmen und was können wir tun, wenn uns das einmal nicht gelingt? Perspektiven, Lösungen und Ideen finden sich oft in Büchern.

Warum machst du dir eigentlich solche Sorgen?

“Sorgen sind wie ein Schaukelstuhl. Sie halten dich beschäftigt, aber du kommst nicht voran.” In diesem Artikel wird es um solche Sorgen und das damit verbundene Grübeln gehen. Darum, warum sich die vielen Sorgen oft nicht lohnen und wie wir das Leben stattdessen angehen können.

Die Sehnsucht nach Liebe

Liebe verändert uns und sie leitet uns. Manchmal hinterlässt sie Chaos und oft macht sie uns verletzlich.

Verliebt in eine Heterofrau?

Du bist lesbisch. Sie nicht. Trotzdem geht sie dir nicht mehr aus dem Kopf.

Welche Lebensfragen stellst du dir?

Wohin führt dich das Leben? Woher kommt all diese Unsicherheit? Manchmal sind wir auf der Suche nach Antworten deren Fragen wir nicht mal kennen und diese Antworten können für uns die Welt bedeuten.

Jetzt konzentrier dich doch endlich mal!

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, den dritten Schritt vor den ersten machen und leicht mal die Spur verlieren. Kennst du das?

Bücher von Hengameh Yaghoobifarah: I have a Bookcrush!

Die Bücher von Hengameh Yaghoobifarah gehören zu den spannendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur.

Krankheit verstehen und den Schmerz aussprechen

Die Krankheit Krebs ist immer Auslöser für eine neue Perspektive auf das Leben. Solch eine weitreichende Diagnose zu bekommen, lässt uns …

So gewinnst du sofort mehr Zeit zum Lesen

So gewinnst du sofort mehr Zeit zum Lesen

Dieser Artikel hat zwei Zielgruppen. Zielgruppe Nummer 1: Menschen, die verstanden haben, dass Lesen gut ist und gut tut und die sich immer wieder fragen, wann soll ich denn die Zeit dafür finden?

Bei meiner Recherche musste ich feststellen, dass einige der Strategien, um mehr Zeit fürs Lesen freizuschaufeln, auch auf eine zweite Zielgruppe (zu der ich nämlich auch gehöre) zutrifft: Läufer.

Na und sicher noch für viele andere. Aber in meinem Fokus sind jetzt die potentiellen Leserinnen und Leser.

Los geht’s!

Du möchtest ja eigentlich viel mehr lesen.

Doch die Wäsche wartet, die Kinder wollen versorgt sein, der Hund Gassi geführt und Netflix ist auch schneller angeworfen als die Entscheidung getroffen, welches Buch du als nächstes beginnst.

Eine Freundin hat dir neulich dieses Buch ausgeliehen und nun liegt es schon Wochen unbeachtet rum.

Ein bisschen schämst du dich dafür, aber was soll man machen, der Tag hat eben nur 24 Stunden. Richtig. 24 Stunden. 8 davon schläfst du. Lass uns mal zusammen schauen, wieviel Lese-Potenzial der Rest des Tages für dich bereit hält.

Tipp #1
Manche Menschen verschlingen Lektüre regelrecht. Für sie ist Lesen wie die Luft zum Atmen und ohne Buch geht einfach gar nichts. Was machen sie, was du nicht machst? Sie gönnen sich Spaß und Vergnügen mit gutem Gewissen. Sie genießen und haben herausgefunden, dass Lesen einen beträchtlichen Anteil an ihrer Lebensqualität hat. Und jetzt kommt der Punkt, der für dich relevant sein sollte.

Menschen, die Spaß am Lesen haben, lesen was ihnen Spaß macht.

Lies, was zu dir passt und dich interessiert! Probiere auch mal andere Genre aus oder vielleicht ein Graphic Novel. Neues ausprobieren ist doch sowieso immer spannend! Wenn dich ein Buch nicht begeistert – leg es weg und versuch ein anderes. An der Auswahl soll es nicht scheitern.

Und wenn du Inspirationen brauchst, dann spaziere doch einfach mal durch die Bibliothek oder einen schönen Buchladen; abonniere coole Buchbloggerinnen und Buchblogger bei Instagram oder frage deine Freunde nach Empfehlungen.

Wichtig dabei ist aber eines: Wenn dir ein Buch nicht gefällt, vertraue auf dein Bauchgefühl und lies es nicht weiter. Das richtige Buch für dich wartet da draußen. Ganz sicher.

Tipp #2
Liest man im Internet andere, ähnliche Artikel über Zeitmanagement, dann begegnet einem oft der Ratschlag, man solle sich einfach die Zeit nehmen und alle anderen Ablenkungen vermeiden.

Puh. Ich behaupte jetzt einfach mal das Gegenteil. Greif dir ein Buch und lass alle Ablenkungen zu. Wenn das Buch gut genug ist, wirst du ganz automatisch weiterlesen wollen, wenn die Wäsche zusammengelegt ist oder die Lieblingsserie konsumiert wurde.

Oft klappt es eh nicht, wenn du dir sagst: “Jetzt lese ich und mache nichts anderes.” Ich glaube, dass wir es gar nicht nötig haben, so dogmatisch zu sein. Ich mache das Handy auch nicht immer aus beim Lesen. Nur manchmal.

Wenn ich nach einer Ablenkung nur noch schwer zum Lesen zu bewegen bin, ist das einfach hin und wieder ein Indiz für mich, zu einem anderen Buch zu greifen.

Tipp #3
Jetzt kommt der Tipp, der definitiv auch fürs Laufen und schlechthin für jede Betätigung zutrifft, die du gerne mehr in dein Leben integrieren möchtest. Gewohnheit ist das Schlüsselwort.

Verhalten ändern ist schon eine wirklich schwierige Herausforderung. Wenn dann jedesmal dazu kommt, dich immer wieder aufs Neue für dies oder jenes entscheiden zu müssen, dann siegt oft der Schweinehund über unsere ehrenvollen Vorhaben.

Indem du dir Routinen zulegst, verlagerst du die Entscheidung.

Entscheide dich jetzt für eine Routine und stell sie später nicht mehr in Frage. Wenn es für dich dazu gehört, jeden Abend vorm Einschlafen ein paar Seiten zu lesen, dann wirst du das einfach machen.

Wenn dreimal die Woche Laufen dein Ziel ist und du immer einen Tag Pause zwischen den Läufen brauchst, na dann ist doch klar, dass du jetzt die Turnschuhe anziehst und losjoggst, oder?

Mach es dir nicht schwerer als nötig. Niemand hat die Motivation immer und immer wieder ganz von vorne anzufangen. Leg dir Routinen zu und der Rest kommt von selbst.

Tipp #4
Lücken füllen. Eingangs habe ich versprochen, dass wir noch mehr aus deinem Tag herausholen. Das machen wir jetzt.

Lesen auf der Couch mit Decke und Tee – das ist gemütlich und attraktiv. Das geht aber nicht immer.

Nutze Zeiten, die sowieso schon besetzt sind und integriere dort dein Lesen. Die Fahrt in der U-Bahn oder im Bus kannst du sinnvoll mit Lesen besetzen. Im Auto lässt du ein schönes Hörbuch laufen. Nur auf dem Fahrrad – da bitte ich dich, gut auf den Verkehr zu achten und ohne Stöpsel im Ohr sicher an dein Ziel zu kommen. Das ist mir wichtig.

Beim Spaziergang mit dem Hund jedoch bietet sich das Hörbuch wiederum an. Oder beim Abwasch, bei der Wäsche und allen anderen Arbeiten, die eher meditativ nebenbei laufen.

Apropos laufen: natürlich kannst du auch beim Joggen die Zeit für Hörbücher nutzen statt immer und immer wieder die gleichen Beats durchs Trommelfell zu jagen. Und für zu Hause: Leg dir ein Buch immer gut sichtbar parat. So kannst du zu jeder beliebigen Zeit danach greifen und immer mal ein paar Seiten Lesen. Viel Spaß!

Tipp #5
Tipp Nummer 5 und damit der letzte an dieser Stelle, ist weniger eine Handlungsempfehlung als vielmehr der Rat, deine Motivation zu hinterfragen.

Stell dir einfach mal die Frage, warum du denn wirklich mehr lesen möchtest. Gehört das für dich dazu und drängt dich ein gewisses Pflichtgefühl? Haben deine Freunde dir ein Buch mit Nachdruck empfohlen und du möchtest niemanden enttäuschen?

Lies bitte nicht für andere.

Daraus wird keine Leidenschaft entflammen. Verbringe deine Zeit mit Dingen, die dir gut tun und dich mit Freude erfüllen. Wenn das gerade nicht mit Lesen oder diesem bestimmten Buch klappt, dann zwing dich nicht. Lass es entspannt angehen und finde heraus, was zu dir und deinen Bedürfnissen passt.

Das gilt fürs Lesen wie auch für Sport und eigentlich fast alles im Leben.

Ich habe immer ein Buch dabei, führe kein Lesetagebuch und glaube an die 5-Sekunden-Regel, die besagt, dass ich manchmal einfach von 5 runter zählen muss, um jetzt genau das zu tun, woran ich soeben noch zweifelte.

Motivation ist kein großes Geheimnis. Unsere Verhaltensmuster haben kluge Wissenschaftler schon hinreichend erforscht und wenn du etwas wirklich willst, dann findest du leicht raus, wie du auch dahin gelangst.

Wichtig dabei ist vor allem eines: Du musst es dir wert sein. Und selbst das kannst du lernen. Danke fürs Lesen. Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit in den fantastischen Welten der Literatur.

Wenn Familie weh tut

Familie. Die Vielschichtigkeit dieses Begriffs muss nicht erwähnt werden. Den einen ist sie Freud, den anderen Leid und hin und wieder verschmelzen beide Ebenen, sodass sie kaum noch zu unterscheiden sind.

Multiple Sklerose und trotzdem!

Wie wertvoll Gesundheit ist, merken wir manchmal erst wenn sie fehlt. Aber auch mit Krankheit, können wir ein glückliches Leben führen. Multiple Sklerose ist nicht das Ende.

Ständig auf der Durchreise. Aber wohin?

Motiviert und positiv das Leben anzunehmen ist zwar ein wichtiges Gut, aber von vielen Seiten werden uns Erkenntnisse geliefert, die oft einem verklärten Bild des Lebens entspringen. Jedoch nicht dem realen Alltag mit all seinen Fallstricken und Hindernissen.

Kannst du bitte mal zuhören?

Im Grunde hat doch jeder Mensch etwas zu sagen. Jede und jeder hat eine eigene Geschichte. Manchmal sogar sehr viele. Ja vielleicht haben wir alle eine ganze Bibliothek an Geschichten in uns.

Struktur: Wieviel brauchst du?

Was gibt dir Struktur in deinem Alltag? Sind es Routinen, die du dir bewusst eingebaut hast? Ist es die Arbeit, an deren zeitliche Festlegungen du dich notwendigerweise hältst? Wie resilient bist du, wenn es um die Bewältigung von Krisen geht und wieviel Halt brauchst du überhaupt im Leben?

Neue Wege und neue Bücher

Wie gelingt uns Veränderung, Neues wagen und der Aufbruch ins Unbekannte? Welche Hürden müssen wir nehmen und was können wir tun, wenn uns das einmal nicht gelingt? Perspektiven, Lösungen und Ideen finden sich oft in Büchern.

Wenn nichts mehr geht

Der ewige Druck zu funktionieren und die unsichtbare Gewalt, die dich daran hindert. Wer soll das verstehen, wenn er es nicht selbst erlebt hat?

Falsche Männlichkeit: das große Missverständnis

Männer müssen so und so sein. Neben Vorurteilen und Unterstellungen prägen eine Menge Erwartungen unsere Gender-Vorstellungen und skizzieren klare Rollenbilder, die im Grunde nur falsch sein können.

Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Reflexion und Planung: 7 Journals und Workbooks, die dich verändern werden

Ein gutes Journal ist ein Werkzeug, das du aktiv nutzt. In diesem Artikel möchte ich dir einige Journals und Workbooks vorstellen, die mich in den letzten beiden Jahren begleitet haben. Sie helfen mir, meine aktuelle Position zu verstehen, das Erlebte zu ordnen und Mut und Inspiration für die Zukunft zu finden.

Wenn Familie weh tut

Wenn Familie weh tut

“Kein literarischer Gegenschlag.” Steht so auf dem Buchrücken.

Knausgård.

Ich hielt das Buch in der Hand und zögerte. Den Namen hatte ich schon gehört und sogar einiges von einem Knausgård gelesen. Dann musste ich aber schon sehr suchen, um meine Vermutung bestätigt zu sehen.

Die Schriftstellerin Linda Boström Knausgård ist in der Tat die Ex-Lebensgefährtin des Schriftstellers Karl Ove Knausgård.

Zusammen haben sie vier Kinder und ich habe das Gefühl beide schon ein wenig zu kennen. Das bringt die bis ins Absurde reichende Authentizität und Offenheit der Karl-Ove-Knausgårdchen Bücher mit sich.

Ich habe mir, da muss ich ehrlich sein, nicht sehr viel erwartet. Ich war auch leider kein großer Fan von Karl geworden, gab Linda jedoch trotzdem eine Chance.

Eigentlich absurd so zu denken. Jeder Mensch steht doch für sich. Jetzt bin ich froh, das getan zu haben.

Das Buch hat mich überrascht und im gleichen Maße überwältigt. Ich hoffe, dir die Gründe dafür ein wenig nahe bringen zu können.

Familie.

Die Vielschichtigkeit dieses Begriffs muss nicht erwähnt werden. Den einen ist sie Freud, den anderen Leid und hin und wieder verschmelzen beide Ebenen, sodass sie kaum noch zu unterscheiden sind.

Wahrscheinlich liest du diesen Artikel, weil du diese Ambivalenz kennst. Manche Bücher berühren etwas in uns, weil sie Parallelen aufzeigen und in Worte fassen, was wir bislang nicht mal klar zu denken wagten.

“Willkommen in Amerika” ist in diesem Punkt gnadenlos ehrlich.

Hauptmotiv des Romans ist das Schweigen: Eine Handlung, die gemeinhin mit Wortkargheit oder sogar der Abwesenheit von Worten assoziiert wird.

Ellen, unsere junge Protagonistin, schweigt seit dem Tod ihres Vaters. Sie gibt sich selbst und ihrer Mutter Schuld an seinem Tod.

Worte und Gedanken sind jedoch nicht abwesend im Roman. Im Gegenteil. Durch Ellens Schweigen gewinnen die Vorwürfe, Ängste und Aggressionen eine Präsenz, die kaum auszuhalten ist.

Schweigen ist nicht nur Stille, sondern auch das Vermeiden einer Nachricht, die eigentlich vorhanden ist.

Die Familienkonstellation und die besondere Form der Kommunikation sind nicht einfach nur bedrückend. Der teils kindliche Blick mit den Worten einer Erwachsenen lässt sich womöglich am passendsten mit schmerzvoll und liebesuchend beschreiben.

Brutalität und Kontraste

Die Beziehungen in einer Familie sind eben sehr oft von Gegensätzen bestimmt und “Willkommen in Amerika” deckt die Brutalität dieser Kontraste schonungslos auf. Sehen wir uns zum Beispiel Ellens Verhältnis zur Mutter an.

Schönheit scheint hier ein wichtiges Thema. Es geht um Make-Up und Fassade. Aber auch um Bewunderung und Rücksicht, Frustration und Angst.

Ellens Schweigen wird skizziert als eine Aggression auf die Mutter. Es stellt einen Rückzug dar, ebenso jedoch auch eine Anklage und ein Kräfte messen.

Es geht sogar vordergründig um Macht und damit darum, Stärke zu beweisen, die immer, an jeder Stelle im Buch sogleich die Schwäche zulässt.

“Doch wenn Mama weinte. Dann stürzte die Welt ein, und nichts als das Weinen existierte mehr.”

Im Buch werden wir eines Mädchens gewahr, welches differenziert und reflektiert die Vorgänge um sie herum beschreibt, analysiert und auswertet.

Körperliche Gewalt und psychische Gewalt wechseln einander ab und bedingen sich. Der Kummer ist für Ellen und auch mich als Leserin bald kaum mehr zu ertragen.

Ellens Vater war zu Lebzeiten psychisch krank und brachte die Familie ein ums andere Mal in Gefahr.

Das Gefühl der Überlegenheit

Fast nebensächlich wird der Wohnungsbrand skizziert, der in einem Festessen mündet. Schließlich habe man überlebt. Die “helle” Familie sei nicht zu trüben, auch eine Trennung und schließlich der Tod könne daran nicht rütteln.

Psychisch fühlt sich Ellen überlegen. Wenn sie schweigt, kann niemand an sie ran. Es ist ihr Widerstand. Angst macht ihr das Körperliche.

“Wenn ich vor etwas Angst hatte, dann davor. Physische Gewalt. Der konnte ich nicht standhalten. Das war mein schwacher Punkt, und das wusste mein Bruder. Deshalb hatte er Macht über mich. Durch die anhaltende, unterschwellige Androhung von Gewalt. Jederzeit konnte er zuschlagen. Was sollte ich dann tun? Wie sollte ich das schützen, was mir gehörte, nur mir?”

Die Angst und Verzweiflung sind dem Wunsch nach Nähe sehr nah.

So beschreibt Ellen an anderer Stelle ihren einfachen Wunsch, den Bruder ganz für sich zu haben. Die Eifersucht auf die neue Freundin des Bruders kommt jedoch nur verhalten zum Ausdruck. Die Beziehung stört den Hausfrieden, der keiner ist, aber bewahrt werden muss.

Dass trotz der Anfeindungen und Verletzungen eine Form der Komplizenschaft zwischen Mutter, Bruder und Tochter bestand, kommt immer wieder zum Ausdruck.

Ellen wird so beispielsweise von ihrer Mutter zum Direktor begleitet. Dieser sucht in herablassender Art das Mädchen zu motivieren, wird von Ellen jedoch nur ignoriert und von ihrer Mutter zurechtgewiesen.

“Ellen, was meinst du? Kannst du nicken oder den Kopf schütteln? Willst du im Herbst in deiner Klasse bleiben? Ich starrte ihn weiter an. Er sollte verstehen, dass ich stärker war als er. Ich glaube, es hat keinen Sinn, dass wir weiter hier sitzen, hörte ich plötzlich Mama sagen. Ellen wird nicht mit Ihnen kommunizieren.”

Scham spielt im Bereich der Familie eine bedeutende Rolle.

Nähe und Verbundenheit aber auch. Ich möchte an dieser Stelle einen Schritt weg vom Roman und hin zu deiner persönlichen Situation.

Solltest du noch jung sein und in schwierigen Verhältnissen leben, dann mach dir bitte bewusst, dass es Hilfsangebote gibt, die du aufsuchen kannst.

Gewalt ist kein Zustand mit dem du lernen solltest umzugehen, sondern schlichtweg falsch. Unter diesem Link findest du hoffentlich eine erste Anlaufstelle.

Aber auch wenn du schon ein wenig Abstand zu den Problemen deiner Kindheit und den Verletzungen in der Familie hast, ist es manchmal gut Hilfe zu suchen.

Literatur hilft uns dabei die richtigen Worte zu finden und das Gefühl zu stärken, mit den eigenen Ängsten und Schmerzen nicht allein zu sein.

Linda Boström Knausgård ist ein bemerkenswerter Roman gelungen, der seinesgleichen sucht und sich nicht hinter dem schwedischen Autor und Exmann der Autorin verstecken muss.

Mich persönlich lässt die Lektüre nicht gleichgültig. Aber zum Schluss überwiegt nicht der Kummer, der in den Zeilen steckt, sondern die Erkenntnisse und Einblicke, die Verständnis auslösen und damit reinigend wirken.

“Aufwachsen ist keine einfache Sache.” Persönliche Entwicklung ist es auch nicht, aber Lesen im Allgemeinen und dieses Buch im Speziellen, können dabei Unterstützung bieten.

Danke, Linda Boström Knausgård, für dieses sinnstiftende Buch.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Falsche Männlichkeit: das große Missverständnis

Männer müssen so und so sein. Neben Vorurteilen und Unterstellungen prägen eine Menge Erwartungen unsere Gender-Vorstellungen und skizzieren klare Rollenbilder, die im Grunde nur falsch sein können.

Reflexion und Planung: 7 Journals und Workbooks, die dich verändern werden

Ein gutes Journal ist ein Werkzeug, das du aktiv nutzt. In diesem Artikel möchte ich dir einige Journals und Workbooks vorstellen, die mich in den letzten beiden Jahren begleitet haben. Sie helfen mir, meine aktuelle Position zu verstehen, das Erlebte zu ordnen und Mut und Inspiration für die Zukunft zu finden.

Breaking the Cycle: Den Kreislauf familiärer Gewalt durchbrechen

Familiäre Gewalt ist kein Einzelfall, sondern ein System. Sie ist ein stiller Abdruck in Biografien, der in Körpern, Beziehungen und Selbstbildern nachwirkt. Und doch fehlt oft die Sprache, um sie zu fassen, oder der Mut, sie auszusprechen.

Statt Emotional Mooching: So lernen wir, in Beziehungen Verantwortung zu übernehmen

Emotional Labour ist oft unsichtbar und ungleich verteilt. Dieser Artikel zeigt, wie Emotional Mooching entsteht und wie wir aus diesen Dynamiken aussteigen.

Verletzlich und doch stark sein

Du kannst verletzlich und trotzdem stark sein. Wusstest du das? Aber wenn du stark sein musst, dann sei es doch bitte für dich!

Wie fühlt sich eine Scheidung an?

Kannst du deine Trennung oder Scheidung mit Humor nehmen? Nein? Dann geht es dir wie den meisten. Und doch …

Mädchen, der ist nicht gut für dich!

Hast du auch diese eine Freundin, die sich immer wieder in den Falschen verliebt? Oder bist du vielleicht selbst eine, deren Interesse an einem Mann in dem Maße wächst, in dem er dich herabsetzt, Distanz aufbaut und sich dir gegenüber gleichgültig zeigt?

Wie du dir deine Liebe bewahrst

Verliebt sein, Händchen halten, sich gegenseitig stützen und Bewunderung zeigen, kleine Geschenke machen, die Partnerin überraschen, den Partner verwöhnen: Liebe hat viele Facetten. Doch wie können wir sie bewahren, wenn Alltag und Routine Einzug halten?

Ich bin mir selbst eine Mutter. Das muss reichen.

Für alle, die zweifeln. Für alle, die sich sicher sind. Und für alle, die spüren wollen, wie viel Freiheit in einem klaren “Vielleicht” stecken kann. Mutterschaft ist auch ein Buch für alle, die sich nicht sicher sind …

Kämpfe wie eine Frau!

Was, wenn ich morgen ein ganz anderer Mensch sein kann – einfach weil ich mich dafür entscheide?!!

Pin It on Pinterest