Schwanger? Mach dich doch nicht verrückt!

Schwanger? Mach dich doch nicht verrückt!

Boom!

Babyboom!

Ich bin nicht sicher, ob es nur meine Freunde sind oder ob sich das statistisch bestätigen ließe: überall werden Kinder gezeugt. Ganz viele Pärchen bekommen gerade Nachwuchs und treten damit in eine völlig neue, veränderte Lebensphase ein. Verheiratete Pärchen, in wilder Ehe lebende und die ganz taffen: Alleinerziehende.

Manche von ihnen bekommen auch schon das zweite oder sogar dritte Kind und selbst dann verändert sich wieder vieles im Leben.

Gemischte Gefühle

Mein Respekt gilt allen Eltern, weiß ich doch um die Entbehrungen, Strapazen und Herausforderungen. Aber wollen wir mal nicht so negativ an die ganze Sache herangehen. Wenn du sagen kannst “Ich bin schwanger.”, dann bedeutet das in aller Regel auch ein großes Glück.

Du wirst Mutter und bringst bald eine kleine Erdenbürgerin oder einen Erdenbürger oder in einigen seltenen Fällen sogar beides zur Welt. Die Schwangerschaft ist eine Lebensphase, die von vielen extremen Emotionen begleitet wird.

Extrem können sie nach oben, aber auch nach unten verlaufen. Viele aufregende Dinge passieren und darunter besonders viele, die in deinem Leben Premiere feiern.

Vielleicht gab es schon lange einen Kinderwunsch, vielleicht bist du auch völlig überrascht. Der Schwangerschaftstest war positiv, du hast dir einen Schwangerschaftskalender zugelegt und der Geburtstermin wurde auch schon berechnet. Bestimmt bist du bereits informiert, dass die “9 Monate”, von denen oft die Rede ist, nicht die exakte Zeitspanne darstellen und hast bereits Termine für den Ultraschall gemacht.

Du bist vorbereitet auf ganz viele Dinge, manches lässt du auf dich zukommen und wahnsinnig viel ist auch noch ungewiss. So ist das immer. Bei allen. Sorge dich nicht.

Sprich mir bitte nach: Ich werde mich nicht sorgen.

Das sagt sich so einfach. Geht es doch um ein Menschenleben. Dein kleines Menschenleben. Klar sorgst du dich. Du möchtest alles richtig machen, die Fehler deiner Eltern vermeiden, nur das Beste für dein Baby. Mein Baby. Wie schön das klingt.

Trotz allem bitte lachen

Werfen wir einen Blick auf die Literatur: Max und Maja erwarten auch Nachwuchs. “Die Schwangerschaft des Max Leif” von Juliane Käppler ist der Roman, der es schaffen wird, dir bei all deinen Herausforderungen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Lächeln bedeutet Entspannung und Entspannung führt zu weniger Chaos im Kopf.

Unser Protagonist Max ist nicht wirklich schwanger, denn im Buch geht es keineswegs um unglaubliche Wunder der Natur, sondern um einen männlichen Hypochonder, der einigen Leserinnen und Lesern womöglich bereits aus dem Roman “Die sieben Tode des Max Leif” bekannt ist.

Maja ist selbst schwanger und genervt. Nicht etwa genervt von dem kleinen Wesen, das in ihrem Körper heranwächst, sondern von ihrem Mann, der unablässig Gefahren und Risiken sieht und Maja damit in den Wahnsinn treibt.

“Ich habe eine zweite Berufung: Seit gestern Nacht sehe ich mich nicht mehr nur als Musiklehrer, sondern auch als Manager. Das muss ich sein, um die verschiedenen Phasen einer Schwangerschaft wortwörtlich managen zu können, wobei eine Menge Flexibilität sowie ein dickes Fell gefragt sind – sagt ein Online-Ratgeber für werdende Väter, den ich nun doch befragt habe. ICH MUSS EINFACH WISSEN, WAS WANN ABGEHT.”

Die Großbuchstaben sind im Buch nicht wirklich groß. Aber ich fand, dass es so den Ton, die Zweifel, die Unruhe von Max ganz besonders betont.

Es ist gut, dass alle beteiligten Elternteile sich kümmern, mitorganisieren, unterstützen und ganz einfach Verantwortung übernehmen. Im Fall von Max, der vielleicht nicht mehr damit gerechnet hatte noch Vater zu werden – ist er doch schon über 40 – lässt sich leider nicht mehr nur von gesunder Verantwortung sprechen.

Kontrollzwang trifft es schon eher.

Und unter dem muss Maja leiden. Dabei ist Max kein Despot. Er gängelt Maja nicht, will ihr nicht absichtlich das Leben schwer machen, aber er kann nicht anders und sorgt sich einfach um alles. Das wird natürlich nicht besser, als Max und Maja erfahren, dass sie Zwillinge erfahren.

Max liebt Studien zu allen Themen und managt auf dieser Grundlage Majas Schwangerschaft.

“Maja möchte Fastfood. Sie hat einen Zahn darauf, wie sie behauptet, als wir am Donnerstagabend nach dem Kling Klang auf dem Heimweg sind. Zwar ist das eine Abwechslung zu den ständigen Tomaten, aber nein, nein und nochmals nein! Duddy Ralf hat mir eine Studie gezeigt, laut der Schwangere, die übermäßig viel Fastfood essen, möglicherweise Fastfood-Junkies zur Welt bringen, weil die Inhaltsstoffe des sorglos zubereiteten Essens gewisse Opi-Dinger in ihrem Hirn träge werden lasse.”

Die Autorin Käppler präsentiert das gefährliche Halbwissen von Max im Roman immer auf liebevolle skurril-komische Weise. Als Leserin hege ich Sympathie mit unserem Protagonisten, kann aber auch über ihn und seine Marotten schmunzeln.

Liebevoll und amüsant

Liebevoll ist auch sein Verhältnis zu Maja, die das für Schwangere übliche Wechselbad der Gefühle durchlebt. Vieles am Roman gefällt mir sehr gut. Da ist zum Beispiel der frische, humorvolle Stil, der jedoch nicht albern wirkt. Zum anderen beweist Käppler eine Lebensklugheit und Menschenkenntnis, die zu gut ausgefeilten Charakteren führt und auch über recht kreative Handlungssträngen hinwegsehen lässt.

Eine weitere Heldin der Geschichte ist die Putzfrau, die du wie Maja und Max sicher schnell in dein Herz schließen wirst. Die Geschichte ist kurzweilig und wird dir beim Abschalten sicher behilflich sein.

Wenn du gerade schwanger bist, dann erhältst du doch eh auf allen Kanälen Tipps, Tricks, Ratschläge und die meisten davon ungefragt. Nichts liegt dann ferner, als noch einen Roman zu lesen, der dich darüber belehrt, wie dein Leben als Schwangere auszusehen hat.

“Die Schwangerschaft des Max Leif” holt dir deine Mündigkeit zurück, gibt Selbstvertrauen und stärkt deinen Glauben ins Leben, deine Partnerin oder deinen Partner und vor allem in dich selbst. Denn nach all den unerwarteten Strapazen und Wagnissen resümiert auch Max mit Stolz:

Perfekt. Welche Herausforderungen da auch immer kommen mögen, ich bin bereit für jede einzelne. Wie abwechslungsreich sie sein können, das habe ich in den vergangenen neun Monaten gelernt. Das Leben wäre langweilig ohne.”

Dir, liebe Leserin und lieber Leser, wünsche ich nicht nur eine schöne Lektüre, sondern eine besonders erkenntnisreiche und spannende Schwangerschaft.

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Die größten Versager sind die erfolgreichsten!

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Du hast bislang einen großen Bogen um Graphic Novels gemacht, weil du dachtest, Comics sind doch nur für Kinder und Erwachsene, die ihre Freizeit mit Computerspielen verbringen?

Weit gefehlt.

Graphic Novels haben es in Deutschland noch nicht zum großen Durchbruch geschafft, sind aber andernorts anerkanntes literarisches Genre und das völlig zu Recht. Die erzählerische Komplexität sucht seinesgleichen und ich bin sicher, dass du, wenn du erstmal das richtige Buch für dich gefunden hast, deine Meinung über die Bildergeschichten positiv ändern wirst.

„Scheitern als Erfolg“

In diesem Artikel werde ich dir ein Graphic Novel vorstellen, das es in sich hat.

“Scheitern als Erfolg” von David Cantolla und Juan Díaz-Faes trägt den spritzigen Untertitel “Kung-Fu für Unternehmer”.
Frisch und optimistisch beginnt auch die Story.

Mit den Worten “Das nervt.” und sonst nichts wird die Leserin oder der Leser in die Handlung eingeführt. Man darf gespannt sein.

Ähnlich überraschend geht es weiter. Aber nehmen wir nicht zu viel vorweg. Werfen wir noch mal einen Blick auf den Titel: “Scheitern als Erfolg”. Das klingt ein bisschen wie die motivierenden Ratgeber, die mit grellen Neonfarben in der Selbsthilfeabteilung einer Buchhandlung auf uns warten. Zugegeben, ich mag sie auch.

Niederlagen, Schwächen und Fehlentscheidungen sind in unserer leistungs- und wachstumsorientierten Welt ja ziemlich fehl am Platz.

Denkt man zumindest. David, die Hauptfigur in “Scheitern als Erfolg” denkt es auch.

“Nichts gelingt mir. In ein paar Wochen fahre ich nach Hause und weiss nichts mit meinem Leben anzufangen. […] Ich weiss weder, wo ich wohnen soll, noch, ob ich Arbeit finden werde.”

Meister Yan weiss Rat und erzählt ihm eine Geschichte. Von zwei Brüdern, die sich in einer Katastrophe für unterschiedliche Wege entschieden und deshalb trennten. Einer der beiden blieb und wartete auf Hilfe, der andere machte sich auf den Weg ohne Richtung, aber mit der Zuversicht, nicht aufgegeben zu haben.

Wenn du diesen Artikel liest, hast du vielleicht selber etwas eigenes gestartet oder hegst vielleicht den Wunsch dies zu tun. Du gehst Wege, die noch nicht entspannt zu laufen sind, weil andere sie vorausgegangen sind und geebnet haben.

Du bist die Person, die diese Wege erst zu Wegen macht und das erfordert viel Mut. Mut Neues zu wagen, Mut zu widersprechen und vor allem auch Mut zum Scheitern. Woher sollst du wissen, ob dein Weg Erfolg verspricht, wenn es dafür keine Analysen, Statistiken und Erfahrungsberichte gibt?

Du nimmst die Möglichkeit einer Niederlage in Kauf und das macht dich besonders.

Schauen wir in der weiten Welt der Wirtschaft mal hinter die Fassade, dann wird deutlich, dass es eine Welt des Hinfallens und wieder Aufstehens ist.

Niemand baut einen Prototypen und wird damit sofort erfolgreich. Niemand. Manchmal werden tausende gebaut bis das Produkt auf den Markt gelangt. Aber das macht uns Angst und in “Scheitern als Erfolg” bekommt diese Angst ihren legitimen Raum.

Die Angst ist gut, aber es muss ein “trotzdem” geben. Angst schützt dich, darf aber nur in Grenzen hemmen. Denn Fehler sind gut und wichtig. Im Buch wird eine Unternehmensgründung mit einem Computerspiel verglichen:

“Merkst du, dass du für jede neue Figur in deinem Computerspiel immer weniger Zeit brauchst? Du weisst nämlich, wie es geht, welche Fehler du vermeiden musst und wie du schneller vorankommst.”

Wenn wir uns erst einmal entschieden haben nicht mehr mit dem Strom zu schwimmen, dann ist ein Zurück nur noch schwer zu ertragen. Manchmal geht es nicht anders, aber manchmal – so die Botschaft des Buches – müssen wir uns einfach trauen wieder von vorne anzufangen.

Fang von vorne an

”Hinfallen und wieder aufstehen.” Alles auf Null setzen (es ist ja nicht mal Null, denn wir haben schon viele Erkenntnisse gewonnen) und neu starten.

Wenn du Dinge falsch anpackst, gehen sie meist daneben. Selbst wenn du etwas richtig machst kann alles schiefgehen und du bekommst eins auf den Kopf. Manchmal läuft es super für uns, ein andermal katastrophal. Zum Glück lernt man von den Fehlschlägen und erholt sich wieder.

Diese Worte finde ich sehr tröstlich. Es ist nicht so einfach Scheitern als Chance zu betrachten und niemand fühlt sich gerne als Versager. Dass Niederlagen aber keinesfalls immer selbst verschuldet sind und dass es einfach der Weg ist, den wir manchmal gehen müssen – das gibt doch Zuversicht, oder?

Ich muss einräumen, dass auch ein Buch bzw. eine wundervolle Graphic Novel wie “Scheitern als Erfolg” es nicht schafft, dir alle deine Existenzängste zu nehmen.

Manche Kapitel fand ich sogar nicht nur nicht beruhigend, sie waren ganz im Gegenteil sehr beunruhigend. Ein Buch darf das aber. Die Kunst soll uns den Spiegel vorhalten und Reibung erzeugen, um gerade das zu aktivieren, was uns am meisten Sorgen bereitet und dort unsere Baustellen aufzeigen. Und wenn wir so eine Baustelle ausfindig gemacht haben, dann halten wir es am besten wieder mit Meister Yan und lächeln.

Er trainiert das in unserer Geschichte mit David: “Zieh die Brauen tiefer.” “Den Mund etwas mehr öffnen, sonst wirkst du dumm.”Jetzt musst du dein Herz bitten, dir ein echtes Lächeln zu schenken. Dein Herz antwortet dir nur, wenn du lange übst.”

Nachdem ich einmal einen ganzen Tag für ein Fotoshooting immer wieder die Gesichtsmuskeln aktivieren musste, weiß ich, wie schwer das ist. Nichtsdestotrotz: Übung macht den Meister. Das gilt fürs herzliche, von ganzem Herzen strahlende Lächeln und auch für alle anderen Herausforderungen, die unser Weg für uns bereithält.

Du bist nicht Unternehmerin geworden, hast Kinder bekommen oder deiner Chefin mal so richtig die Meinung gesagt, damit alles so bleibt wie es ist.

Du möchtest, dass sich etwas ändert und wenn du dafür noch ein bisschen Mut gebrauchen kannst, dann umso schöner, dass du dich für ein Buch entscheidest.

Schau dir “Scheitern als Erfolg” von Cantolla und Díaz-Faes gerne bei Amazon an und entscheide dich für dieses Graphic Novel oder vielleicht auch einen anderen literarischen Wegbereiter. In jedem Fall wünsche ich dir viel Erfolg bei all deinen Vorhaben und immer das richtige Buch zur Hand.

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Abschied von der Angst vorm Abschied

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Kinder ja, aber nicht mit dir!

Manche Menschen trennen sich, weil sie zusammen keine Kinder bekommen können. Andere heiraten, um eine Familie zu gründen. Und wiederum andere …

Lesbisch, einsam und lebenshungrig

Versagensängste in der Familie kennen wir. Wir kennen auch die Frustration, die mit nicht erfüllter Sexualität einhergeht und die Scham und Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit. Oft genug kommt leider alles zusammen.

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Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren

Entdecke Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren. Von Selbstreflexion bis kreative Freiheit.

Was tun bei Depressionen und Angst? Diese Graphic Novel hilft weiter.

Oft fällt es Betroffenen nicht leicht, Hilfe anzunehmen und über ihre Probleme zu sprechen. Ein feinsinniges, verständnisvolles und empathisches Buch kann die nötige Kraft vermitteln, die es braucht, weitere Schritte einzuleiten.

Warum machst du dir eigentlich solche Sorgen?

“Sorgen sind wie ein Schaukelstuhl. Sie halten dich beschäftigt, aber du kommst nicht voran.” In diesem Artikel wird es um solche Sorgen und das damit verbundene Grübeln gehen. Darum, warum sich die vielen Sorgen oft nicht lohnen und wie wir das Leben stattdessen angehen können.

Bücher über Polyamorie, die dein Lieben verändern werden

Wie lieben wir im 21. Jahrhundert? In diesem Artikel stelle ich dir verschiedene Bücher vor, die deine Perspektive auf die Liebe und deine Beziehungen verändern werden.

Was macht dich bloß so resilient?

Wie viele Enttäuschungen verzeihen wir dem Leben? Resilienz ist erlernbar. Wie aber lernen wir aus der Vergangenheit und schauen trotzdem nach vorne?

Was lesen die denn alle in der U-Bahn?

Was lesen die denn alle in der U-Bahn?

Gar nicht so einfach immer einen Platz zu bekommen … und dann sitzt man so und alle um einen herum schauen auf ihr Smartphone.

Manchmal sehen die Menschen dann super konzentriert aus und man fragt sich, welche wichtigen Termine sie gerade vorbereiten, ob sie E-Mails lesen oder was für Papers da durchgearbeitet werden. Und dann stehe ich auf, erhasche einen kurzen Blick aufs Display und sehe es ist nur Candycrush…

Nicht nur Candycrush

Aber nicht wirklich alle sind mit ihrem Smartphone beschäftigt.

Manche schauen andächtig aus dem Fenster – so wenig es da auch zu sehen gibt (zumindest in der U7, die vollständig unterirdisch fährt) – und ein paar Menschen halten ein Buch in ihren Händen und lesen.

Mich treibt dann immer die Neugier um und ich verrenke mich regelrecht, damit ich den Buchtitel erkenne.

Schaffe ich leider nicht immer.

Zum Glück musste ich mich diesen Samstag nicht verrenken. Ganz mutig habe ich die Lesenden angesprochen und gefragt, ob sie uns für Literaturpower ein paar Fragen zu ihrer Lektüre beantworten.

Vier Menschen und ihre U-Bahn-Lektüre

Marian, 42 Jahre

Marian traf ich ziemlich früh am Morgen. Eigentlich hatte ich mir noch gar keine Fragen überlegt und wusste nur, dass ich den Nachmittag für die Recherche nutzen wollte.

Die U-Bahn war aber gerade recht leer und hinter mir saß der lesende Marian. Ich fasste mir ein Herz und setzte mich zu ihm.

Ein paar Worte zu dem was ich so mache später, zückte ich schon mein Notizbuch und stellte Fragen, die ich ja noch gar nicht vorbereitet hatte.

Also erstmal aufs Buch schauen. Das geht immer. Gerade hielt Marian “Jenseits des silbernen Flusses” von Jimmy Burns in den Händen und erzählte mir, dass er zwar sehr breite Leseinteressen habe (“was mir so zwischen die Finger kommt”), aber besonders gern Reiseliteratur mag.

Rucksackreisen sind seine Leidenschaft.

Zuletzt zog es ihn im November nach Laos. In den Hostels findet Marian auch oft Taschenbücher von deutschen Touristen. In Deutschland – und da wurde ich plötzlich mehr als aufmerksam – besorgt er sich seine Lektüre in der Wünsdorfer Bücherstadt.

Von diesem Ort hatte ich noch nie gehört, weiß aber jetzt dass ich dort demnächst unbedingt mal hin muss. Ein bisschen südlich von Berlin verrät mir Google und mit einer kleinen Wanderung lässt sich das auch gut verbinden. Klingt nach einem super Ausflugsziel! Danke, Marian.

Christina, 32 Jahre

Am Nachmittag traf ich dann (endlich mit ein paar vorbereiteten Fragen im Schlepptau) auf Christina, die sich mir sofort als Vielleserin outete.

Pro Woche zwei Bücher.

Oft in der Bahn, aber auch zu Hause. Standardmäßig hat Christina eigentlich immer ein Buch dabei und fühlt sich auch komisch, wenn dem mal nicht so ist.

Über besonders gute Bücher tauschen wir uns auch im Freundeskreis gerne aus.

Von ihren Freunden leihe sie sich oft Bücher oder sie kauft Remittenden in Buchläden. Yeay! Buchläden sind einfach auch ein toller Ort.

Gerade liest sie ”Der Liebesverrat” von Ingrid Bachér. Lesen bringe Christina Entspannung und Ausgeglichenheit. Manchmal greift sie auch zum Thriller, der dann eben nicht ganz so entspannend ist.

Wow, ich glaube vor Literaturpower habe ich zwar auch schon viel gelesen, aber sicher nicht zwei Bücher pro Woche! Danke, Christina, für das angenehme Gespräch.

Günther, 37 Jahre

Zugegeben – diesen Samstag war die U7 nicht sehr voll und ein bisschen musste ich bei jedem Halt von Abteil zu Abteil springen, um die Menschen zu finden, die nicht nur konzentriert auf einen Bildschirm tippten, sondern ein richtiges Buch lasen.

Günther war so einer.

Kurz spielte ich meine drei Sätze zu mir und meinem Artikel ab. Mit einem freundlichen Lächeln nahm er meine Karte entgegen, packte seine Sachen (Koffer, Buch und co.), verriet mit, dass er gerade von einer Dienstreise komme und nun gleich aussteigen müsse.

Shit.

Ich hatte mich schon auf ein Gespräch über Neurolinguistisches Programmieren gefreut (sein Buch darüber konnte ich trotz der Eile ausfindig machen).

Ich finde nämlich, dass es immer viel her macht, wenn man behauptet, dass man davon ja eigentlich nicht so viel halte (es aber trotzdem korrekt auszusprechen weiß).

Meine verzweifelt hingeworfenen Fragen beantwortete er wieder sehr freundlich damit, dass er mir eine Nachricht schreibe. Das tat er tatsächlich und per Mail konnte ich dann auch noch ein bisschen mehr erfahren.

Nämlich, dass Günther allgemein gerne Sachbücher „aus einem psycho-sozialen Kontext“ lese und in der Literatur einen Schatz sehe, von dem er einen ganz kleinen Teil berge. Seine Bücher bekommt er aus der Bibliothek und von Freunden.

Aber – und damit unterscheidet er sich von meinen anderen Interview-Partnerinnen und Partnern – ein Buch gehört nicht zu seiner Standardausstattung. Nur phasenweise, so schreibt er.
Danke, Günther.

Nele, 18 Jahre

Nele traf ich im U-Bahnhof Rathaus Neukölln.

Entspannt saß sie mit ihrem Buch auf einer Bank, so konzentriert, dass ihr der ganze Trubel der ein- und aussteigenden Gäste nichts auszumachen schien.

Das ist dann auch nicht leicht für mich, Menschen, die so eins zu sein scheinen mit ihrem Buch, bei der Lektüre zu stören. Ich bin aber froh, dass ich es trotzdem gemacht habe.

Für meine Unhöflichkeit wurde ich sogar belohnt: mit der Bekanntschaft der überaus sympathischen Nele. Sie hielt ”Marlena” von Julie Buntin in ihren Händen und erzählte mir offen von ihren Lesegewohnheiten und der Rolle, die Bücher in ihrem Leben spielen. Als Buchquelle nannte sie mir die Amerika-Gedenkbibliothek am Halleschen Tor und als Lesevorliebe Belletristik, Krimis und Fantasy. Gerne liest Nele in der U-Bahn, aber auch vorm Schlafengehen, um dann nicht so lange aufs Handy zu gucken. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, liebe Nele und danke auch dir für das schöne Gespräch.

Lesende Menschen in der U-Bahn sind zur Zeit nicht die einzigen, die von mir bei ihrer Lektüre gestört werden. Unter dem Hashtag #humansofbooks veröffentliche ich bei Instagram Bilder von Menschen, die in der Öffentlichkeit lesen.

https://www.instagram.com/literaturpower/

Es ist toll, wie viele interessante Begegnungen ich dabei habe und ich freue mich, diese mit dir, liebe Leserin und lieber Leser, teilen zu können. Wenn du Lust hast, kommentiere unten gerne, ob du in der U-Bahn, S-Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln liest.

Mit diesem Artikel möchte ich eine kleine Serie von Artikeln einleiten und falls du bestimmte Fragen hast, von denen du möchtest, dass ich sie meinen zukünftigen Interviewpartnerinnen und Partnern stelle, dann lass es mich wissen.

Alles Liebe
Deine Trude

Nicht gegen den Tod, sondern für das Leben entscheiden

Manchmal ist es gut sich zu verkriechen, der Trauer Raum zu geben. Dann kommt aber auch wieder eine Zeit, in der wir Kraft schöpfen. Bist du soweit?

Die größten Versager sind die erfolgreichsten!

Eigentlich haben Niederlagen und Fehlentscheidungen in unserer leistungs- und wachstumsorientierten Welt ja wenig Raum. Denkt man zumindest. Die Wahrheit ist, das Gegenteil ist der Fall.

Warum machst du dir eigentlich solche Sorgen?

“Sorgen sind wie ein Schaukelstuhl. Sie halten dich beschäftigt, aber du kommst nicht voran.” In diesem Artikel wird es um solche Sorgen und das damit verbundene Grübeln gehen. Darum, warum sich die vielen Sorgen oft nicht lohnen und wie wir das Leben stattdessen angehen können.

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen

Niemand ist immer nur zufrieden mit seinem Leben. Klar wollen wir bewusster leben. Und unsere Zeit nicht verschwenden.

Lebendig: Ich möchte wieder etwas fühlen

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig lebendig gefühlt? Wann hast du das letzte Mal tief aus dem Bauch heraus gelacht oder so richtig schmerzvoll geweint? Fällt es dir leicht oder schwer, die eigenen Gefühle zu identifizieren und auch zuzulassen?

Wirst du einen Neuanfang wagen?

Kennst du diese Tage der Eintönigkeit, an denen wir gar nicht richtig sagen könnten, ob sich dieses Leben aktuell so wirklich lohnt? Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf schwelende Konflikte, andauernde Selbstzweifel und immer wieder dieses Gefühl, nicht genug zu sein und nicht genug zu leisten.

Genießt du die Einsamkeit?

Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Du bist mir nicht gleichgültig!

Zwischenmenschliche Beziehungen entwickeln sich oft nicht synchron und das auszuhalten, müssen wir lernen.

Zuversicht ist gut, Selbstvertrauen ist besser

”Lass das sein, das wird eh nichts!” Autsch! Sowas zu hören, tut weh! Und trotzdem sagen wir ähnliche Sätze immer mal wieder zu anderen und – viel schlimmer noch – zu uns selbst. Überwinde solche Grenzen und fang endlich an, an dich zu glauben!

Hast du denn gar keine Phantasie?

Niemand möchte hören “Jetzt entspann dich doch mal!” Selten gehen solche Aufforderungen mit konstruktiven Tipps einher, wie wir das anstellen sollen. Dieses Buch kann helfen.

So wichtig sind Geschwister

So wichtig sind Geschwister

Als Kind gab es hin und wieder Frust mit meinen Geschwistern. Streit ums Essen, Spielzeug, den Platz vorne im Auto, die Fernbedienung und wer im Doppelstockbett oben schlafen darf. Nachdem ich einmal nachts schlafwandelte und raus fiel, hatte sich für mich zumindest Letzteres erledigt.

Jetzt, als erwachsene Frau, ist auch nicht immer alles einfach mit meinen drei Geschwistern. Wir sind so unterschiedlich wie es sich nur vorstellen lässt und dennoch habe ich mir zu keiner Zeit gewünscht Einzelkind zu sein. Meine Geschwister gehören zu den wichtigsten Menschen in meinem Leben und ihr Glück ist immer auch eng mit meinem eigenen verbunden. Wird es immer sein.

Die längste Beziehung deines Lebens

Die Beziehung, die wir zu unseren Geschwistern pflegen, ist in der Regel die längste Beziehung unseres Lebens. Damit kommt ihr eine besondere Bedeutung zu und diese wird im Roman “Die Frau, die zu viel fühlte” von Charles Chadwick thematisiert.

Dass ich diesen Artikel über Geschwisterbeziehungen schreiben würde, wurde mir erst im Laufe des Buches klar. Zu Beginn meiner Recherche stand emotionale Hochsensibilität in meinem Fokus. Diese spielt in gewisser Weise eine tragende Rolle im Roman.

Julie, die Schwester unseres Protagonisten John, ist ein liebevoller, lebenslustiger Mensch.

Sie lebt ihr Leben in vollen Zügen, ist emotional, hilfsbereit und unterhaltend. Niemand kann ihr etwas wahrlich böse nehmen.

“Sie hatte so eine Art, dass sie immer glücklich wirkte. […] Wenn sie es gar nicht war. Als wollte sie sagen, so sollte die Welt sein. Und es würde mich nicht wundern, wenn sie dadurch auch andere glücklich machte.”

Julie ist eine tragische Figur. Die verlorene Schwester, die vielleicht zu gut ist für diese Welt und damit aneckt. Sie schafft es nicht gut, Grenzen einzuschätzen und nervt damit ihre Mitmenschen, trotz ihres einnehmenden Wesens.

John, politischer Journalist, aus dessen Sicht der Roman erzählt wird, hat schon vor langer Zeit mit seiner Familie abgeschlossen.

Die beiden Schwestern – neben Julie gibt es noch Hester – bedeuten ihm nicht mehr viel. Im Grunde ist John froh, wenn er nicht viel von ihnen hört und sich seiner Karriere widmen kann.

Er hatte Julie früher öfter unter die Arme gegriffen und hatte dabei immer öfter Angst verspürt, sie könne ihn blamieren.

Ihr bedeutet mir nichts mehr

Die Beziehungsprobleme der drei Geschwister bestimmen die Grundstimmung der Geschichte. Wir lesen nicht oft, dass Liebe innerhalb einer Familie ihre Bedeutung verloren hat.

In “Die Frau, die zu viel fühlte”, steht diese Tatsache jedoch im Vordergrund. Dabei wird viel auf die Beziehung zu den Eltern eingegangen; traurige und teils sogar traumatische Erinnerungen, die es erst ermöglichten einander aus den Augen zu verlieren.

Scham, aber auch Angst und Stolz beeinflussen die Beziehung der Geschwister.

“Ich will einfach nur, dass alle immer glücklich sind. Man kann es nicht, wenn einem Erinnerungen in die Quere kommen, die eine Mischung sind aus Falschem und Schönem.”

So schreibt Julie in einem Brief und betont ihren Wunsch, ihre Schwester Hester und ihren Bruder John eines Tages wiederzusehen. Dass John diesen Brief eines Tages in den Händen hält – obwohl er nicht an ihn adressiert ist – hat mit seiner Suche nach Julie zu tun. Widerspenstig hat er diese Suche angetreten, nachdem ihn seine krebskranke Schwester Hester darum gebeten hat.

Eigentlich waren auch die wöchentlichen Anrufe bei Hester, die Bibliothekarin in einem kleinen Ort in England ist, nur noch pflichtgemäß.

“Die Anrufe sind inzwischen wirklich fast reine Routine, das muss ich leider sagen. Hester lebt in Lincolnshire und kommt nie nach London. […] Ihre Selbstbeherrschung scheint ihr jede Freude, jede frohe Erwartung abgedrückt zu haben […].”

Die weiteren Zeilen auf dieser Seite drücken Verachtung gegenüber Hester und ihrem Schattendasein aus.

John kann sich nicht vorstellen, dass sie noch Glück im Leben empfindet und vergleicht seine Welt, seinen Horizont und sein Umfeld mit dem seiner einsiedlerischen Schwester.

Erst die Krankheit – Hester muss operiert werden, weil ein Tumor entdeckt wurde – führt die beiden wieder zusammen.

John nimmt nun gezwungenermaßen Anteil am Alltag seiner Schwester, lernt ihre Eigenheiten, Beschäftigungen und ihre eigene Welt kennen. Es öffnet sich wieder etwas in dieser eingefrorenen Geschwisterbeziehung.

In einzelnen Rückblicken erfahren wir, wie es zu diesem Auseinanderdriften kommen konnte.

So tragisch es ist, dass eine Krankheit als Auslöser für erneuten Umgang dienen muss – dieser Auslöser ist effizient.

Beide, Hester und John öffnen den Blick für die Bedürfnisse, Gefühle und Sehnsüchte des anderen und lernen einander neu kennen. Eines dieser Bedürfnisse – zumindest auf Seiten Hesters – ist es, zu erfahren, wie es Julie ergangen ist, die vor Jahren spurlos aus ihrem Leben verschwand.

“Als ich sie an diesem Abend verließ, sagte Hester hastig, dass sie manchmal den übermächtigen Wunsch verspüre, Julie wiederzusehen, dass sie ihr Leben lang unzählige Male den Kopf gehoben und erwartet habe, sie durch die Tür kommen zu sehen, die Arme weit ausgebreitet für eine lange Umarmung. “Ich auch”, erwiderte ich. Aber das stimmte nicht.”

John hatte aufgehört seine Schwestern zu lieben.

Widersprüchliche Gefühle in Geschwisterbeziehungen

Er vermisste keine der beiden und es machte ihm etwas aus, dass man es von ihm erwartete. Diese Verhärtung löst sich allmählich. John gewinnt Einblicke in Hesters Leben, die sein hartes Wesen empfänglicher für liebevolle Gedanken gestalten.

Schließlich geht dieser Wandel soweit, dass er Hester den Wunsch, Julie zu finden, nicht abschlagen kann und sich auf eine lange Reise begibt.

Als ich mit der Lektüre des Buches begann, hatte ich nicht mit dem gerechnet, was mich erwartete.

Die Gefühle in Geschwisterbeziehungen sind widersprüchlich und oft für uns unverständlich. Geschwister sind uns so nah und haben mit uns Dinge erlebt, die wir manchmal vielleicht lieber vergessen würden.

Dass es nicht der Bruder oder die Schwester ist, die für diese Gefühle zuständig ist, sondern gemeinsame Erinnerungen – davon handelt dieser besondere Roman von Chadwick.

Ich freue mich über diese Entdeckung. Ich glaube, dass sie meine persönliche Beziehung zu meinen Geschwistern stärken wird und hoffe, dass auch du ähnlich empfinden wirst. Das bedeutet nicht, dass sich in eurem Umgang zueinander etwas ändert, aber dein Blick darauf wird sicher ein anderer sein. Verständnis hilft in vielen zwischenmenschlichen Situationen.

Beziehungen bestimmen unser Leben und wenige sind so intensiv und facettenreich wie die zu den Menschen mit denen du aufgewachsen bist. Dass das nicht immer einfach zu händeln ist, erklärt sich von selbst.

Die Auseinandersetzung mit solchen Themen lohnt trotzdem und die Literatur kann uns bei dieser Aufgabe helfen. Für diese Aufgabe wünsche ich dir viel Mut und Kraft.

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Bücher für Angehörige psychisch Erkrankter: Die besten Ratgeber & Tipps

Psychische Erkrankungen belasten nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige. In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen und stelle hilfreiche Bücher vor, die Angehörige unterstützen können. Erfahre, wie du als Angehörige*r deine eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verlierst.

Nicht gegen den Tod, sondern für das Leben entscheiden

Manchmal ist es gut sich zu verkriechen, der Trauer Raum zu geben. Dann kommt aber auch wieder eine Zeit, in der wir Kraft schöpfen. Bist du soweit?

Lesbisch, einsam und lebenshungrig

Versagensängste in der Familie kennen wir. Wir kennen auch die Frustration, die mit nicht erfüllter Sexualität einhergeht und die Scham und Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit. Oft genug kommt leider alles zusammen.

Du darfst vor allem nicht resignieren!

Was würdest du tun, wenn ich dir genug Geld gäbe, um vielleicht zwei Jahre gut über die Runden zu kommen und dazu noch ein Ticket in eine Metropole deiner Wahl? Würdest du dein Leben nochmal ganz neu denken und gestalten?

Wo ist dein Platz in dieser Welt?

Vielleicht wollen wir nicht, dass uns jemand vorschreibt, was wir tun und lassen sollen. Aber manchmal einen Mensch an der Seite, der uns ein bisschen die Richtung weist …

Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Viele von uns haben Japan durch Murakamis Bücher kennengelernt. Andere haben Mangas gelesen und Anime geschaut. Dennoch ist uns Japan weiterhin oft fremd und einzigartig. Im Artikel stelle ich dir 9 Autorinnen vor, die dir ganz neue Perspektiven und Einblicke liefern.

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Bücher über Hochsensibilität, die dir Türen öffnen

Bücher über Hochsensibilität: Ratgeber, Erfahrungsberichte & Literatur, die hochsensiblen Menschen Orientierung und Kraft schenken.

Was ist Heimat für dich?

Heimat wird bei uns meist mit einem Raum verbunden, in den wir hineingeboren werden. Oder ein Ort, den wir schon lange bewohnen und der ein Wohlgefühl in uns auslöst. Manchmal widersprechen sich diese Herangehensweisen.

Genießt du die Einsamkeit?

Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Hast du denn gar keine Phantasie?

Hast du denn gar keine Phantasie?

Hast du denn gar keine Phantasie?

Niemand mag pedantische Menschen, oder?

Nun lasst uns mal nicht so streng sein. Macken, größere und kleinere, haben wir alle. Und in uns allen steckt auch so viel Gutes. Manchmal braucht es einfach den richtigen Impuls, um es zu entdecken. „Die Phantasie der Schildkröte“ von Judith Pinnow ist ganz bestimmt ein solcher Impuls.

Titel: Die Phantasie der Schildkröte

Autorin: Judith Pinnow
Verlag: Fischer Krüger

 

Mein Blick fällt auf das farbenfrohe Cover von “Die Phantasie der Schildkröte” von Judith Pinnow. Klappentext und Rückseite versprechen kurzweilige Lesestunden und schwupps landet das Buch in meinem Korb.

Phantasie vermissen

Herz-GraffitiEdith arbeitet bei einer Versicherung, lebt allein, strukturiert ihren Alltag dermaßen, dass es schon zwanghaft wirkt und sie pflegt kaum Kontakte.

Alles ändert sich jedoch für Edith als ein junges Mädchen, das vorgibt im Haus frisch eingezogen zu sein, in ihr Leben tritt.

Das Mädchen beginnt Edith Aufgaben zu stellen, die ihr helfen erst nur ein wenig aus sich zu gehen und schließlich völlig über sich hinauszuwachsen. Zu Beginn lernen wir Edith jedoch ganz anders kennen: Die folgenden Adjektive passen vielleicht. Sie ist verkopft, ein bisschen spießig, unsicher, steif und pedantisch.

Ui. Pedantisch. Bei diesem Wort kribbelt es in mir. Davor habe ich ja auch immer ein wenig Angst: zu pedantisch zu wirken.

Niemand mag pedantische Menschen, oder?

Was ist denn eigentlich ein Pedant? Ein Pedant achtet darauf, dass Aufgaben mit peinlicher Genauigkeit ausgeführt werden. Puh. Bin ich doch kein Pedant. Steif? Ja, manchmal schon. Und unsicher sind wir ja alle hier und da mal.

So wie Edith, die immer alles hinterfragt und bloß keinen Fehler machen will.

Herrlich einfach und wohltuend ist es, sich mit ihr zu identifizieren. Edith fühlt sich nicht schön, sie krittelt viel an sich herum und wehrt sich auch nicht gegen ihre Mutter, die das ebenfalls tut.

Verpasste Gelegenheiten und phantasievolle Lösungen

Wir lesen von vielen verpassten Gelegenheiten Kennst du das, wenn du immer erstmal überlegst, was wie wann wo schiefgehen kann?

Frau umhüllt von Seifenblasen

Einfach wohlfühlen

„Die Phantasie der Schildkröte“ ist wie ein Wochenendausflug, wie ein wohlverdienter Kurzurlaub und ich finde, dass den eigentlich jeder Mensch verdient hat. Einfach ein ganz wunderbares Wohlfühl-Buch.

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Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?

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Lebendig: Ich möchte wieder etwas fühlen

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig lebendig gefühlt? Wann hast du das letzte Mal tief aus dem Bauch heraus gelacht oder so richtig schmerzvoll geweint? Fällt es dir leicht oder schwer, die eigenen Gefühle zu identifizieren und auch zuzulassen?

Bücher über Hochsensibilität, die dir Türen öffnen

Bücher über Hochsensibilität: Ratgeber, Erfahrungsberichte & Literatur, die hochsensiblen Menschen Orientierung und Kraft schenken.

Du bist mir nicht gleichgültig!

Zwischenmenschliche Beziehungen entwickeln sich oft nicht synchron und das auszuhalten, müssen wir lernen.

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Sprichst du offen über Sex? Menschen sind sehr sexuelle Wesen und trotzdem ist unser Verhältnis zu unserem Körper und unserer Lust nicht immer ganz unbefangen.

Was weißt du schon über Bipolarität?

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Wir können doch über alles reden!

Wie reagierst du, wenn sich jemand dir gegenüber im Ton vergreift und ausfallend wird? Äußerst du dein Missfallen oder lässt du vieles durchgehen?

Lesbisch, einsam und lebenshungrig

Versagensängste in der Familie kennen wir. Wir kennen auch die Frustration, die mit nicht erfüllter Sexualität einhergeht und die Scham und Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit. Oft genug kommt leider alles zusammen.

Bewältigungsstrategien der AussteigerInnen: Isolation oder Freiheit?

Manchmal gibt es diese Tage: Tausend Gedanken, aber keinen Plan wie dieses oder jenes Problem angegangen werden kann. Was tun wir dann?

Gib dich nicht für ihn auf!

Die Liebe vermag Berge zu versetzen. Sie kann uns einen Sinn im Leben geben, Kraft schenken und Richtung weisen. Manchmal jedoch, macht sie uns auch kaputt … Nicht alles, was wie Liebe aussieht und sich wie Liebe anfühlt, ist auch gut für uns.

Reflexion und Planung: 7 Journals und Workbooks, die dich verändern werden

Ein gutes Journal ist ein Werkzeug, das du aktiv nutzt. In diesem Artikel möchte ich dir einige Journals und Workbooks vorstellen, die mich in den letzten beiden Jahren begleitet haben. Sie helfen mir, meine aktuelle Position zu verstehen, das Erlebte zu ordnen und Mut und Inspiration für die Zukunft zu finden.

Wohin mit den ganzen Büchern?

Wohin mit den ganzen Büchern?

„Kennst du dieses Problem, wenn man zu viele Bücher hat und…“

„Nein.“

So hatte ich obigen Satz kürzlich mal bei Twitter gelesen, musste sehr lachen und habe ihn dann meinerseits bei Facebook geteilt.

Zuviele Bücher – geht denn das?

Wohin mit alten Büchern, die wir zum einen nicht mehr lesen und die zum anderen Lebensraum in unseren eigenen vier Wänden besetzen? Bücher strahlen eine wunderbare Atmosphäre aus. In unserer süßen Neuköllner Wohnung brauche ich Bücher in jeder Ecke, zumindest aber in jedem Zimmer. In der Küche sind die Kochbücher, im Flur welche zum Bookcrossen (Was das ist, erzähle ich dir auch noch in diesem Artikel), im Bad ein paar zum Blättern, im Wohnzimmer der Löwenanteil und im Schlafzimmer dann die, die woanders nicht mehr hin passten.

Ich bin aber auch keine Sammlerin.

Ich mag Marie Kondos “Magic Cleaning” und brauche meine Freiräume zu Hause. Unendlich Bücher sammeln geht also nicht. Und mir sind Bücher so wichtig, dass ich sie gerne wieder in Umlauf bringe. Bücher erfüllen schließlich nicht nur einen dekorativen Zweck, sondern sind zum Lesen da.

Wohin also mit den Büchern, die du selbst nicht mehr brauchst?

#1 alte Bücher verkaufen
Ja, dieser Markt boomt. Ich selbst kaufe sehr oft gebrauchte Bücher online, verkaufe aber keine. Für mich würde sich das nicht lohnen. Ich möchte an dieser Stelle keine Werbung machen (auch wenn ich natürlich meine Lieblingsplattformen habe). Okay, ich nenne einfach meine Lieblingsplattform – Booklooker – aber wisse, dass es andere gibt, die du leicht bei Google findest, wenn du zum Beispiel einfach nur “Bücher gebraucht kaufen” eingibst. Meistens kann man dort auch selbst ohne Probleme verkaufen. Es ist dann ganz unterschiedlich, wieviel du für deine Bücher bekommst.

Aktualität, Beliebtheit und der Zustand deiner Bücher spielen dabei eine Rolle.

Ein bisschen Arbeit macht das natürlich auch, denn du musst dich dort anmelden, dein Buch beschreiben und hinterher noch versenden. Manchmal lohnt sich das. Oft leider aber nicht. Es gibt ja noch andere Wege, gebrauchte Bücher auf den Markt zu bringen: Und zwar offline. Manche Antiquaritate kaufen gebrauchte Bücher an und auf Flohmärkten sehe ich immer viele Menschen in Bücherkisten rumwühlen und stöbern. Du kannst also auch ein kleines Event aus deinem Verkauf machen. Kleiner Tipp: Preise lassen sich schnell im Internet vergleichen. Dann hast du zumindest eine ungefähre Vorstellung davon, was dein gebrauchtes Buch wert ist und kannst abschätzen, ob sich die Mühe für den Preis überhaupt lohnt.

#2 Bücher im Müll entsorgen
Dieser Abschnitt wird kurz: Tu’s nicht. Egal ob du ein Buch mochtest oder nicht. Sollte der Inhalt nicht gegen Gesetze verstoßen oder Menschengruppen wissentlich verletzen, dann ist es eigentlich immer gut, ein Buch anderen zum Lesen zur Verfügung zu stellen. Ich habe mich schon oft gewundert, wie manche Bücher, die ich selbst nicht mochte, bei anderen wunderbar angekommen sind. Die Geschmäcker sind einfach verschieden und loswerden kannst du die Bücher immer anderweitig. Lies einfach weiter!

#3 Bücher spenden
In meiner Lieblingsstadt Berlin gibt es den Berliner Büchertisch. Eine tolle Institution, die aktiv Leseförderung betreibt und wirklich schöne Bücher preiswert in wunderschönen kleinen Buchläden vertreibt. Der Berliner Büchertisch bietet auch an, Bücher bei dir zu Hause abzuholen. Bücherspenden nehmen aber auch einige Bibliotheken, Gebrauchtbuchläden, Kindergärten und Schulen, Asylbewerberunterkünfte und viele andere soziale Einrichtungen dankbar an. Wenn du Bücher loswerden möchtest, halte beim nächsten Spaziergang durch deinen Kiez einfach mal die Augen offen. Die Inspiration kommt sicher schnell. Und dann frag einfach nach, ob Bücherspenden erwünscht sind und wo du sie abgeben kannst.

#4 Bücherkisten
Wohin ich auch trete – in Berlin sind die Kartons mit gebrauchter Kleidung und alten Büchern, sogenannte „free boxes“ einfach überall. Manchmal auch mit einem kleinen Schild “Zu verschenken”. Wahre Schätze habe ich so schon in Hauseingängen und auf Bürgersteigen ergattert. Pack‘ deine Lektüre einfach dazu oder stelle selbst einen Karton auf. Du wirst überrascht sein, wie schnell sich neue Besitzer finden.

#5 Bücher verbauen
Ich habe ja schon geschrieben, dass ich persönlich Bücher gerne wieder in Umlauf bringe. Musst du aber nicht. Bücher sind auch nützliches Baumaterial. Anregungen wie du Regale nicht nur mit, sondern auch aus Büchern bastelst, findest du im Internet. Als Studentin hatte ich lange Zeit ein Schuhregal, dessen Säulen nur aus Büchern bestanden. Etwas wacklige Angelegenheit, aber sehr dekorativ in meinen Augen.

#6 Bücher verschenken
Oft erzählen mir Freunde, dass sie bestimmte Romane, Biographien, Sachbücher usw. niemals hergeben könnten. Diese Bücher haben sie verändert und sie gehören zu ihnen. Das versteh ich, auch wenn es mir anders geht. Ein Buch, das ich gerne lese, muss ich einfach verschenken. Mir fällt bei der Lektüre immer eine Person ein, für die dieses Buch einfach gemacht ist. Auf Partys in meiner Wohnung sind Bekannte und Freunde dann manchmal etwas enttäuscht, weil so wenige Schätze in den Regalen stehen. Die vorhandenen Schätze gehören dann entweder meiner besseren Hälfte oder warten noch auf ihre Gelegenheit. Ich verschenke einfach wahnsinnig oft Bücher. Es macht mich total glücklich, Menschen die ich mag mit einem schönen Buch zu versorgen. Mir ist dann auch gar nicht wichtig, dass dieses Buch bald gelesen wird. Es einfach in anderen Händen zu wissen, reicht mir schon.

#7 Bookcrossing
Last but not least: Das Beste hebe ich mir für den Schluss auf. Bookcrossing gehört einfach zu meinem Leben und zu meinem Lesen. Die Idee, die ganze Welt zu einer großen Bibliothek zu machen, hat in dieser Community engagierte und wunderbare Buchliebhaber gefunden. Mit einem Schmunzeln sage ich manchmal “Wir sind gegen Bücher in Regalhaltung”. Viele öffentliche Bücherschränke, zu Bücherboxxen umgebaute Telefonzellen und Regale in Cafes und Restaurants werden von Bookcrosserinnen und Bookcrossern betreut. Bei Bookcrossing werden Bücher registriert und erhalten eine Art Logbuch in welches jeder Leser und jede Leserin eintragen kann, wo und wie sie zu diesem Buch gekommen ist. Nach der Lektüre kann ein Buch dann wieder freigelassen werden oder auch nicht. Die Bücher sind quasi frei und folgen keinem strengen Reise-Schema. Diese Bücher stehen allen Menschen zur Verfügung – egal ob aktiver Bookcrosser oder nicht. Es gibt aber auch sogenannte Buch-Ringe, die innerhalb der Community verschickt und gelesen werden. Es gibt noch soviel mehr, was an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde, aber schau gerne mal rein. Bisher waren noch alle Menschen, die auf Bookcrossing gestoßen sind, begeistert von der Idee und Umsetzung. https://www.bookcrossing.com

Es gibt so wahnsinnig viele Bücher. Vor einiger Zeit waren es bereits über eine Milliarde Bücher und dann kommen noch unzählige Exemplare eines jeden Buches dazu. Google hatte das 2010 einmal ausgerechnet. Wenn man will, kann man also schon zu viele Bücher haben. Ich finde Bibliotheken gut und die Möglichkeit immer wieder bei Bedarf Bücher auszuleihen und hinterher zurückzugeben (auch wenn ich dabei nicht immer sehr pünktlich bin). Das was du als angenehm empfindest, entscheidest du selbst. Sollte es dir dennoch mal zu viel werden, weißt du ja jetzt wohin mit den aussortierten Büchern.

Was ist Heimat für dich?

Heimat wird bei uns meist mit einem Raum verbunden, in den wir hineingeboren werden. Oder ein Ort, den wir schon lange bewohnen und der ein Wohlgefühl in uns auslöst. Manchmal widersprechen sich diese Herangehensweisen.

Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

An alle Mamas dieser Welt: SO NICHT!

Mutter sein. Was bedeutet das eigentlich? Wird deine Arbeit angemessen wertgeschätzt? Wird anerkannt, was du jeden Tag leistest? Falls nicht, dann ist dieser Artikel für dich.

Mädchen, der ist nicht gut für dich!

Hast du auch diese eine Freundin, die sich immer wieder in den Falschen verliebt? Oder bist du vielleicht selbst eine, deren Interesse an einem Mann in dem Maße wächst, in dem er dich herabsetzt, Distanz aufbaut und sich dir gegenüber gleichgültig zeigt?

Wenn die Schuld kaum zu ertragen ist

Von Drogen, Schuld und dem Leben im Knast handelt Dawkins Erstlingswerk “Alle meine Freunde haben wen umgebracht”. Die autobiographischen Züge sind offensichtlich. Die Authentizität, die damit einhergeht, erdrückt.

Flucht verstehen: Können wir das?

Um Krieg und Flucht zu verstehen, müssen wir zuhören. Dieses Buch gibt uns die Möglichkeit dazu.

Breaking the Cycle: Den Kreislauf familiärer Gewalt durchbrechen

Familiäre Gewalt ist kein Einzelfall, sondern ein System. Sie ist ein stiller Abdruck in Biografien, der in Körpern, Beziehungen und Selbstbildern nachwirkt. Und doch fehlt oft die Sprache, um sie zu fassen, oder der Mut, sie auszusprechen.

Einfach mal gut sein lassen

Wir können nicht immer alles richtig machen. Und zu einem schlechten Menschen macht uns das schon gar nicht. Aber leicht ist es eben auch nicht immer, bewusst nicht das Richtige zu tun.

Wie fühlt sich eine Scheidung an?

Kannst du deine Trennung oder Scheidung mit Humor nehmen? Nein? Dann geht es dir wie den meisten. Und doch …

Sei die pure Leidenschaft!

Sicher gibt es auch in dir eine Sehnsucht, die dich antreibt, dich zweifeln lässt und deine Gedankenwelt genau dann aufwühlt, wenn du es gerade eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kannst. Wenn du dich manchmal schon gefragt hast, wonach du dich da eigentlich sehnst, dann ist das hier vielleicht die Antwort: Leidenschaft.

Was erwartest du eigentlich von mir?

Was erwartest du eigentlich von mir?

Oh schön! Ein grünes Buch. Hatte ich gedacht.

So ein schönes Cover. Hatte ich gedacht.

Das strahlt gleich soviel Optimismus und Leichtigkeit aus. Hatte ich gedacht. Und schon war es in meinem Korb.

Nichts – weder die Aufmachung, noch die kleinen Textfetzen, die das Buch auf der Rückseite beschreiben und bewerben – deuteten auf das hin, was mich bei meiner Lektüre erwarten sollte.

Von Erwartungen und anderen Lastern

Ich rolle jetzt mit den Augen und schmunzele dabei ein bisschen. “Der Dichter der Familie” von Grégoire Delacourt ist ein schönes Buch, kein zartes, träumerisches wie ich vielleicht erwartet hatte, aber ein nachdenkliches, kluges und trotz allem inspirierendes.

Und schließlich geht es auch um Erwartungen.

Darum, diese nicht erfüllen zu können. Sie nicht erfüllen zu wollen. Und darum, Erwartungen anderer ausgesetzt zu sein, sich ihnen nicht entziehen zu können und unter ihrer Last zu leiden.

Wenn ich ein Buch hier auf Literaturpower vorstelle, dann immer mit einem bibliotherapeutischen Fokus. Ich überlege schon beim Lesen, welche Aspekte im Buch unterstützen meine Leserinnen und Leser bei einer bestimmten Herausforderung (manchmal gibt es keine, dann lege ich das Buch wieder weg).

Ich sehe mich in diesem Sinne nicht als Literaturkritikerin. Und dennoch lese ich vor jedem eigenen Artikel, was andere Menschen von diesem Buch halten und darüber schreiben. Mit Erwartungen muss auch der französische Autor Delacourt kämpfen.

Sein Werk “Der Dichter der Familie” ist laut Wikipedia seine erste Veröffentlichung in Frankreich, die jedoch erst nach seinen neusten Erfolgen auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Inwiefern nun eine Entwicklung stattfand, kann ich leider nicht beurteilen, da ich die anderen Werke nicht gelesen habe.

Menschen, die diese Werke kennen, äußern im Internet jedoch eine gewisse Enttäuschung über “Der Dichter der Familie”. Ihre Erwartungen wurden nicht erfüllt. Ich lasse an dieser Stelle einfach mal außen vor, welche Erwartungen das sind. Meine bibliotherapeutischen Erwartungen wurden nicht enttäuscht und darum soll es ja schließlich an dieser Stelle gehen.

Wenn Erwartungen dein Leben bestimmen

Also zurück zum Buch. Unsere Hauptfigur Édouard kommt als Siebenjähriger in den Genuss große Bewunderung für ein eigenes Gedicht auf sich zu ziehen. Sein Talent wird von der Familie erkannt und mit diesem Moment ist alles besiegelt.

Mit sieben erlebte ich meinen ersten literarischen Erfolg. Die erwähnte Mama schloss mich in die Arme. Der Papi, die Oma und der Opi applaudierten. […] Mit vier armen Reimen war ich zum Dichter der Familie geworden. Mit acht hatte ich nichts mehr zu schreiben.

Den Erwartungen der Familie möchte Édouard sich nicht beugen, er kann es vielleicht gar nicht. Im Internat fällt er negativ auf, zu Hause leidet er unter den Familienverhältnissen. Die Psychoanalyse, die den jungen Edouard stärken soll, nützt wenig:

“Unsere zwei halben Stunden pro Woche verliefen mit derselben höflichen Langeweile; ich warf ihm ein paar abgenutzte Worte hin, er machte sich ein paar erschöpfte Notizen.”

In den letzten Wochen habe ich eine Vielzahl an Büchern über Probleme in der Familie gelesen und vorgestellt. Auch “Der Dichter der Familie” gibt für jene familiären Herausforderung viel her, aber dieses eine Mal werde ich darauf nicht näher eingehen.

Es soll um Édouard gehen und sein Verhältnis zu den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Träumen. Es geht sehr viel ums Geben und darum, dass Édouard schreiben soll. Das Wörtchen “um” spielt hier eine wichtige Rolle.

Immer schreiben, “um” etwas zu tun: Den Vater von der Depression heilen, die Mutter über den Verlust des Großvaters hinwegtrösten, der Freundin zu Ruhm und Ehre verhelfen.

“Papa, sucht man sich sein Leben aus, oder sucht das Leben sich einen aus? Antworte mir, das ist wichtig.”

Aber der Vater antwortet nicht, er kann es nicht und so fehlt immer eine Beziehung in seinem Leben, die für ihn doch so wichtig gewesen wäre. Er bekommt keine Antworten, dafür bleiben die Erwartungen: Der Vater “erwartete weinend ein Buch, das ich nicht geschrieben hatte. Er hoffte, ich hätte das letzte Wort.

Die Kommunikation mit dem Vater ist beklemmend, seine Beschreibungen der Ehe mit Monique trübsinnig. Die ganze Geschichte wird von einer Melancholie beherrscht, die – das sage ich an dieser Stelle einfach ganz frech – von der Verkopftheit des Autors zeugt.

Das kenne ich schon gut von der französischen Literatur. Ich mag sie – viel mehr als französisches Kino zu dem mir leider trotz intensiven Romanistikstudiums der Zugang fehlt.

Beim Verfassen dieses Artikels fühle ich mich immer noch etwas beklommen. “Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.” Schrieb einst Franz Kafka.

Für mich ist “Der Dichter der Familie” so eine Axt. Ich kann gar nicht im Detail beschreiben, warum und es ist auch nicht immer angenehm mit so einer Axt drauflos zu hämmern. Doch je mehr gehämmert wird, desto deutlicher wird die dicke Kruste an Erwartungen, die wir selbst schüren, die unsere Umwelt schürt und die wir zugelassen haben, unser Leben zu ummanteln.

Es ist schwierig eigene Erwartungen loszulassen. Ich würde jedoch behaupten, dass es noch viel schwieriger ist, die Erwartungen anderer zu hinterfragen und beiseite zu tun. Und wie ist es erst um unsere ganz eigenen Erwartungen an andere bestellt?

Wen drängen und bedrängen wir mit unseren Ansprüchen, Hoffnungen und Forderungen?

Ein Buch vermag kaum, all das aufzuheben, was Sozialisierung, Familienleben, Schule und Berufswelt in uns geprägt haben. Es kann dir deine Erwartungen nicht nehmen und auch nicht verhindern, dass du unter der Last der Erwartungen anderer leidest. Es kann aber trotzdem sehr viel und dich auf den richtigen Weg bringen.

Lesen sensibilisiert die Wahrnehmung.

Manchmal vermag es ein Buch so zu berühren, dass wir bereit sind, auch auf das eigene Erleben zu schauen und “Der Dichter der Familie” ist in meinen Augen ein solches Werk.

Ohne Kitsch, Pathos und Rührseligkeit – ja vielleicht sogar mit übertriebener Härte an manchen Stellen – wird hier die Axt geschwungen.

Trotz meiner enttäuschten Erwartungen über das Cover bleibt nach der Lektüre ein Stück Beseeltheit zurück. Fremde Erwartungen lassen sich nicht gänzlich ausblenden, aber sie wahrnehmen und mit ihnen einen bewussten Umgang pflegen – das wäre doch schon eine Leistung.

Wenn du deine eigenen Bedürfnisse noch nicht ausgemacht hast, dann begib dich jetzt auf die Suche. Ich hoffe, dass “Der Dichter der Familie” dir dabei helfen kann.

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Bücher, die das Alleinsein feiern und deine Unabhängigkeit inspirieren

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Schwanger? Mach dich doch nicht verrückt!

Die Schwangerschaft ist eine Lebensphase, die von vielen extremen Emotionen begleitet wird. Extrem können sie nach oben, aber auch nach unten verlaufen. Wichtig ist: Mach dich nicht wahnsinnig, aber lass dich auch nicht wahnsinnig machen.

Glücklich und wertvoll mit Übergewicht? Ja!

Dass wir Menschen uns mit all unseren menschlichen Eigenschaften gegenseitig so sehr verachten, ist schlimm. Schönheitsideale. Wer braucht sowas? Ich stelle dir ein Buch vor, das Mut macht Schönheitsideale in Frage zu stellen.

Zuversicht ist gut, Selbstvertrauen ist besser

”Lass das sein, das wird eh nichts!” Autsch! Sowas zu hören, tut weh! Und trotzdem sagen wir ähnliche Sätze immer mal wieder zu anderen und – viel schlimmer noch – zu uns selbst. Überwinde solche Grenzen und fang endlich an, an dich zu glauben!

Feminismus für Männer: Bücher über Männlichkeit, Emotionen und Veränderung

Im Patriarchat werden auch Männer zu Opfern. Erwartungen, Rollenbilder, sozialer Druck …

Du musst deine Eltern nicht retten!

Gerade wenn es um die eigenen Eltern geht, scheuen viele von uns die Auseinandersetzung. Wir sind aber alle Töchter und Söhne und die familiären Beziehungen haben ihre Spuren in unserem Leben hinterlassen.

So wichtig sind Geschwister

Die Beziehung, die wir zu unseren Geschwistern pflegen ist in der Regel die längste Beziehung unseres Lebens. Damit kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Wie können wir ihnen gerecht werden?

Hab keine Angst vor der Angst

Sehr viele Menschen kennen Panikattacken, verspüren Angstzustände oder sind unsicher, wenn sie vor einer Gruppe reden müssen. Aus Angst vor Stigmatisierung sprechen sie nicht darüber. Franziska Seyboldt schon.

Die Sehnsucht nach Liebe

Liebe verändert uns und sie leitet uns. Manchmal hinterlässt sie Chaos und oft macht sie uns verletzlich.

Wenn Familie weh tut

Familie. Die Vielschichtigkeit dieses Begriffs muss nicht erwähnt werden. Den einen ist sie Freud, den anderen Leid und hin und wieder verschmelzen beide Ebenen, sodass sie kaum noch zu unterscheiden sind.

Was ist Heimat für dich?

Was ist Heimat für dich?

In diesem Artikel und in dem vorgestellten Buch “Restwärme” werden Themen und Traumata behandelt, die möglicherweise schmerzhafte Erinnerungen auslösen können. Bitte lies nur weiter, wenn du glaubst aus der bewussten Auseinandersetzung mit diesem Thema Nutzen ziehen zu können. Ansonsten schau dir gerne die Seite zu Hilfsangeboten an und überlege, inwiefern professionelle Hilfe für dich sinnvoll ist.

Was bringt die Wut

Diesen Artikel möchte ich ausnahmsweise mit einer kurzen Leseprobe beginnen.

“Die Wut, die dabei entsteht, ist das Einzige, was noch mithalten kann, aber sie macht gleichzeitig blind, weil sie den Blick verengt und einen nur das sehen lässt, was bereits geschehen ist. Gar nichts wird damit vergolten, nur immer wieder neuer Schaden angerichtet, bis schließlich niemand mehr weiß, was man sich eigentlich antut mit dem ständigen Aufrechnen dessen, was man sich angetan hat.”

Dies sind Gedanken der Protagonistin Marianna aus dem Roman “Restwärme” von Kerstin Preiwuß.

Das Werk der Autorin wurde schon vor ein paar Jahren, 2014, veröffentlicht und ich hätte auch einen aktuelleren Roman von Preiwuß zur Verfügung gehabt. “Nach Onkalo” treibt derzeit durch die Medien und macht von sich reden.

Mir hat aber “Restwärme” besser gefallen und ich glaube, dass dieses Werk besser zu Literaturpower passt.

Was ist das, “Restwärme”?

Wikipedia hält folgende Erklärung bereit: “Umgangssprachlich die Nachzerfallswärme als Leistungserzeugung eines Kernreaktors nach Abschaltung durch andauernde radioaktive Zerfälle kurzlebiger Spaltprodukte.

Ich habe diesen Satz nun einige Male gelesen und verstehe ihn immer noch nicht. Ein paar meiner Freunde sind Physiker. Vielleicht frage ich sie bei Gelegenheit mal.

Marianna ist Geologin, erforscht Vulkanausbrüche und Erdbeben. Mit Restwärme könnte jedoch auch ganz pragmatisch das Gefühl gemeint sein, das sie mit Heimat und Familie verbindet.

Wenn ich nun diesen Begriff ein paar mal leise vor mich hin ausspreche (Restwärme, Restwärme, Restwärme) dann erhalte ich ein dumpfes Gefühl von Beklommenheit. Wärme – das ist positiv, angenehm, geborgen. Aber Rest? Das ist, was übrig bleibt und hat etwas von Verbrauchtsein und zurücklassen.

Zurückgelassen hat Marianna nach einer schweren Kindheit und Jugend das Heimatdorf in dem sie aufgewachsen ist. Auch ihre Eltern und den Bruder ließ sie hinter sich, um in Berlin zu leben und vieles zu vergessen.

“Irgendwas würde sich schon ergeben.”

So Mariannas Gedanke als sie nach ihrem Heimatbesuch zu ihrer Tochter Marie zurückkehrt. Vielleicht beleuchten wir an dieser Stelle einmal, was Heimat bedeutet oder bedeuten kann.

Ich glaube ja, mal festgestellt zu haben, dass der Begriff “Heimat” gar nicht selbstverständlich ist in allen Sprachen der Welt. Heimat wird bei uns meist mit einem Raum verbunden, in den wir hineingeboren werden. Oder ein Ort, den wir schon lange bewohnen und der ein Wohlgefühl in uns auslöst.

Manchmal widersprechen sich diese Herangehensweisen.

Der Ort, in dem wir geboren sind, muss nicht zwangsweise ein Ort des Wohlfühlens und Aufgehobens sein. Für nicht wenige Menschen verbinden sich viele verschiedene Gefühle mit dem Wort Heimat. Im Roman wird das ähnlich beschrieben:

“Man musste wohl einen Ort finden für all die widersprüchlichen Gefühle, und da hatte das Herz gewonnen, denn hier ging das arme Blut rein und kam reich wieder raus, während der Magen bloß verschob, was am Ende den Körper verließ, vielleicht war die ganze Heimatsehnsucht nur so etwas wie eine Herzmetapher für den Bauch.”

Mariannas widersprüchliche Gefühle sind Resultat ihrer eigenen Familiengeschichte. Der Vater war Alkoholiker und gewalttätig; die Mutter schützte ihre Kinder nicht ausreichend. Sie ließ geschehen und bat noch darum, nicht zuviel nach außen dringen zu lassen.

Gänsehaut bekomme ich bei solchen Szenen. Und weiß doch um ihre Wirklichkeit. Wie ich selbst, ist die Schriftstellerin Kerstin Preiwuß in einem kleinen Dorf in Mecklenburg aufgewachsen. Vielleicht kennst du das: In einem Dorf sieht und erlebt man vieles. Erst später lässt die Erinnerung zu, Erlebtes zu reflektieren und womöglich auch zu verstehen.

Ein Freund meines großen Bruders lief immer mal wieder von zu Hause weg, weil er von seinen Eltern geschlagen wurde. Im Dorf wurde darüber gesprochen. Eingemischt hat sich niemand.

Preiwuß’ verdichtete Sprache trägt die Leserin und den Leser durch ähnliche Szenen. Bitterkeit kommt dabei auf, auch Traurigkeit und Schmerz. Informationen über die Autorin selbst sind im Internet spärlich gesäht. Auf Social Media Plattformen habe ich sie nicht gefunden. Ihre Webseite informiert, dass Preiwuß in Leipzig lebt, arbeitet und lehrt. Auf der Leipziger Buchmesse im März werde ich die Augen offenhalten. Vielleicht begegne ich ihr ja. Dann lasse ich eine Ausgabe dieses besonderen Romans von ihr signieren.

„Besonders“ schreibe ich, denn es ist ein Talent so tiefreichende Gefühle beim Lesen zu berühren und dabei so leise und behutsam vorzugehen. Ich als Leserin verfolge Mariannas Gedanken und werde mitgerissen in diesen Strudel aus Erinnerungen, Ängsten und Hoffnungen.

Ohne Gewalt und Lärm

Das vollzieht sich jedoch ohne Gewalt und ohne Lärm. Beinahe könnte ich behaupten, dass dieses Buch mich beruhigt. Es ist eine beruhigende Melancholie, die mich lesend umgibt. Am besten lässt sich das mit einem Zitat verdeutlichen:

“Im Zimmer oben war es kühl, und die Luft roch nach Erde, aber das Bett war frisch bezogen. Auch der alte Kachelofen stand noch da. Im Winter hatte sie immer die Decke für einige Minuten dagegengepresst, bevor sie daruntergekrochen war. Beim Einschlafen bäumten sich Bilder auf, oder saß jemand unter ihnen und stemmte sie an die Wand?”

Von solchen Widersprüchen zehrt “Restwärme”. Heimat ist nicht einfach schlecht, böse oder wird gewaltvoll gemieden.

Preiwuß gelingt es eine innere Zerissenheit in ihrer Geschichte so zärtlich in Bilder zu verwandeln, dass uns selbst, als Leserinnen und Leser, eine eigene Innenschau gelingt. Das Gute ist nicht immer gut, das Schlechte nicht immer schlecht. Und manchmal können wir nicht nur mit Vernunft die Dinge beurteilen und entsprechend handeln.

“Es war unversehens über sie gekommen. Das Wort Zuhause hatte sich in hier gebildet, ohne dass sie sich dagegen wehren konnte. Es passte nicht mehr. Es passte immer noch.”

Von einer Umarmung, der man den “Würgegriff aber nur nicht gleich ansah” ist an dieser Stelle auch die Rede. So sehr hängt dieses Zuhause an ihr. Ob und wie ein solches Zuhause zu dir passt oder ungewollt an dir hängt, das kannst du mit der Lektüre von “Restwärme” möglicherweise herausfinden.

Ich wünsche dir, dass du einen Frieden mit deiner Vergangenheit schließen kannst. Um deiner selbst willen. Und ich hoffe, dass dir die Literatur helfen wird, diesen Frieden zu benennen und zu verstehen. Familie und Vergangenheit hinterlässt Spuren und so hilfreich an mancher Stelle das Verdrängen sein kann, so hilfreich ist an anderer die bewusste Auseinandersetzung. Entscheide selbst, was für dich das Richtige sein kann.

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Breaking the Cycle: Den Kreislauf familiärer Gewalt durchbrechen

Familiäre Gewalt ist kein Einzelfall, sondern ein System. Sie ist ein stiller Abdruck in Biografien, der in Körpern, Beziehungen und Selbstbildern nachwirkt. Und doch fehlt oft die Sprache, um sie zu fassen, oder der Mut, sie auszusprechen.

Was tun bei Depressionen und Angst? Diese Graphic Novel hilft weiter.

Oft fällt es Betroffenen nicht leicht, Hilfe anzunehmen und über ihre Probleme zu sprechen. Ein feinsinniges, verständnisvolles und empathisches Buch kann die nötige Kraft vermitteln, die es braucht, weitere Schritte einzuleiten.

Wie du dir deine Liebe bewahrst

Verliebt sein, Händchen halten, sich gegenseitig stützen und Bewunderung zeigen, kleine Geschenke machen, die Partnerin überraschen, den Partner verwöhnen: Liebe hat viele Facetten. Doch wie können wir sie bewahren, wenn Alltag und Routine Einzug halten?

Was andere über mich denken

Befürchtest du manchmal, dass deine Entscheidungen nicht gut genug sind, deine Ideen nicht überzeugen? Lass uns einmal beleuchten, wie viel Anerkennung und Respekt von anderen du wirklich brauchst.

Toys und Bücher, die deine sexuelle Intelligenz stärken

Erotische Inspiration? Ich stelle dir besondere Bücher und Toys vor, die deine sexuelle Intelligenz stärken.

Wenn noch alles möglich ist

Manchmal fühlen wir uns in einer Situation “eingelockt” und wissen nicht mehr aus noch ein. Die Rahmenbedingungen geben uns das Gefühl der Enge und ein Ausweg ist vielleicht noch nicht sichtbar. Es gibt aber immer Hoffnung.

Bücher für Angehörige psychisch Erkrankter: Die besten Ratgeber & Tipps

Psychische Erkrankungen belasten nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige. In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen und stelle hilfreiche Bücher vor, die Angehörige unterstützen können. Erfahre, wie du als Angehörige*r deine eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verlierst.

Die Gewalt um uns

Auch beim Erzählen sind es Worte über die wir unsere Bedürfnisse kommunizieren, uns Verständnis einholen und unsere Emotionen transportieren. Vielleicht deshalb sprudelt es auch aus Edouard nur so heraus, nachdem er Opfer einer Gewalttat geworden ist.

Schwanger? Mach dich doch nicht verrückt!

Die Schwangerschaft ist eine Lebensphase, die von vielen extremen Emotionen begleitet wird. Extrem können sie nach oben, aber auch nach unten verlaufen. Wichtig ist: Mach dich nicht wahnsinnig, aber lass dich auch nicht wahnsinnig machen.

Neue Wege und neue Bücher

Wie gelingt uns Veränderung, Neues wagen und der Aufbruch ins Unbekannte? Welche Hürden müssen wir nehmen und was können wir tun, wenn uns das einmal nicht gelingt? Perspektiven, Lösungen und Ideen finden sich oft in Büchern.

Vorsicht, Lesen!

Vorsicht, Lesen!

Eigentlich sitzt du ja beim Lesen meist auf einem Stuhl oder Sessel oder einer Couch und interagierst kaum mit deiner Umwelt. Gefährlich kann das rein körperlich also nicht sein. Außer du schneidest dich an den Seiten. Und das ist mir in vielen Jahren intensiven Lesens noch nie passiert. Wirklich, nicht ein Mal. Daran kann es nicht liegen. Woran dann?

Lesesucht

Diesen Begriff gibt es tatsächlich und er hat seinen Ursprung im 18. Jahrhundert, als darüber debattiert wurde, ob es ein richtiges und ein falsches Lesen gäbe. Wikipedia hält dazu ein paar fun facts bereit. Parallel zum Begriff sprach man wohl sogar von einer “Lesewut”.

Gemeint ist damit begieriges Lesen, wobei andere Beschäftigungen vernachlässigt werden. Freilich ging die Kritik gegen Frauen, die mit der aufkommenden schöngeistigen Literatur angeblich ihre Haushaltspflichten und die Kindererziehung vernachlässigten. Das möchte ich am liebsten unkommentiert lassen.

Schlaflosigkeit

Viele Menschen lesen regelmäßig auf einem Tablet oder einem E-Book-Reader. Das ist praktisch. In wenige Gramm Elektronik passen viele, viele Romane, Sachbücher oder Papers. Ich habe meinen kleinen Kindle auch immer dabei.

Aber auf richtige Bücher kann ich nicht verzichten. Von denen muss ich umgeben sein, sie fühlen.

Studien haben belegt, dass das Bildschirmlesen tatsächlich einen Einfluss auf unsere Schlafgewohnheiten hat und sich nicht unbedingt positiv auswirkt. Das hat etwas mit der Beleuchtung und dem Melatoninwert zu tun. Die Schlafqualität leidet.

Menschen, die vor dem Schlafen noch auf einem Bildschirm lesen, sind morgens der Studie zufolge unausgeschlafener und schlafen abends später ein, als die Vergleichsgruppe, die nur in Papierbüchern las. Wenn dich das interessiert, kannst du hier gerne mehr über die Studie erfahren.

Das heißt aber nicht, dass du vor dem Schlafen nicht mehr lesen solltest (im Gegenteil, Lesen beruhigt). Aber ein Buch aus Papier tut es dann manchmal auch oder eben ein Gerät mit passivem Hintergrund, das deine Augen entspannt.

Wer liest ist unglücklich

Das ist natürlich falsch. Mit dieser bewussten Provokation möchte ich auf einen mir wichtigen Sachverhalt aufmerksam machen. Im Studium und auch danach habe ich mich viel mit der zeitgenössischen Philosophin Martha Nussbaum beschäftigt. Nussbaum ist bekannt geworden für ihren Fähigkeitenansatz, der sich an der Aristotelik orientiert und stark reduziert Folgendes aussagt:

Zum Menschen gehören eine Vielzahl an Möglichkeiten und Fähigkeiten und es ist Aufgabe der Gesellschaft, die Ausbildung und Ausübung dieser Fähigkeiten zu fördern. Literatur spielt in der Philosophie Nussbaums eine herausragende Rolle, denn sie eröffnet Perspektiven und informiert über Lebenswege. Das scheint einleuchtend.

Nun der interessante Gesichtspunkt, der sicher viel Diskussionspotential bietet: Menschen, selbst wenn sie aufgrund der äußeren Umstände eine bestimmte Perspektive nicht wählen können, sind nach Nussbaum besser dran, wenn sie über diese Perspektiven informiert sind.

Schreibe deine Meinung dazu gerne in die Kommentare. Sicher diskussionswürdig, aber ich finde es super spannend.

Lesen schadet der Dummheit

Das klingt jetzt aber wirklich nicht gefährlich. Dumm sein wollen wir alle nicht.

Bist du auch nicht. Und wenn du gerne liest schon gar nicht. Menschen, die lesen sind informierter. Sie lernen viel Neues kennen, beginnen womöglich zu hinterfragen und schon gibt es kein Zurück mehr in die Geborgenheit der Unwissenheit.

Warst du ungebildet vielleicht mit banaleren Dingen glücklich zu machen, wächst mit deiner Informiertheit auch der Anspruch.

Lesen bildet und schadet der Dummheit. Das ist klar, aber wollen wir das immer?

Der englische Philosoph John Stuart Mill drückte das folgendermaßen aus: „Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedenes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr. Und wenn der Narr oder das Schwein anderer Ansicht sind, dann deshalb, weil sie nur die eine Seite der Angelegenheit kennen. Die andere Partei hingegen kennt beide Seiten.

Wer Sokrates nicht kennt: Das ist der griechische Philosoph, der auf dem Markt herumgeirrt ist und die Menschen mit den großen Fragen des Lebens gepiesackt hat. Oft wird er deshalb auch liebevoll mit einer Stechmücke verglichen.

Die Tücken des Straßenverkehrs

Gott behüte. Lass dich bitte nicht lesend von einem Auto anfahren. Lass dich bitte überhaupt nicht anfahren. Die Pokémon Go-Bewegung lässt sich damit sicher gut vergleichen: Der Blick auf ein Buch oder eben das Smartphone geheftet und schon vergessen die Stadtwandler alles, was um sie herum passiert.

Ich oute mich an dieser Stelle: Über ein Jahr lang habe ich auch intensiv mit vielen anderen Pokémon Go gesuchtet und ja, manchmal bin ich in gefährliche Situationen gekommen. Wenn nämlich das Pokemon auf der anderen Straßenseite nur noch wenige Sekunden wartete und ich mir den Eintrag in den Pokedex nicht entgehen lassen wollte.

Lesende Menschen sieht man sicher seltener rumlaufen, aber auch sie gibt es und sie laufen ebenfalls Gefahr unter die Räder zu kommen. So fesselnd eine Geschichte, so selten ein Pokemon sein kann: Bitte passt auf euch auf!

Klapprige Regale, lose Bücherbretter

Bücher sind schwer. Spätestens beim nächsten Umzug wirst du daran erinnert und ich hoffe, du packst deine Kisten ausgeglichen: Immer nur ein paar Bücher mit leichterem Füllmaterial. Sonst geht das Schleppen auf den Rücken.

Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte: Die Schwerkraft hat es in sich und genau dreimal haben in meiner Anwesenheit bereits Bücherbretter den Kampf gegen die Last aufgegeben und sind unter großem Lärm weggebrochen.

Ob es an der Qualität meiner Bohrung, den Dübeln oder eben doch der Menge an Büchern lag, die obenauf saßen – ich weiß es nicht. Ich bringe jedenfalls keine Bretter mehr über meinem Bett oder einer Sitzgelegenheit an. Ich liebe Bücher, meine Gesundheit ist mir aber auch sehr wichtig.

Du siehst – die Gefahr beim Lesen hält sich in Grenzen und lässt sich nur mit einem Augenzwinkern thematisieren. Lies soviel du magst und soviel dir gut tut. Ich glaube nicht daran, dass Lesen unglücklich macht und gegen Dummheit vermeiden habe ich erst recht nichts einzuwenden. In diesem Sinne wünsche ich dir immer ein gutes Buch zur Hand.

Deine Trude

Was ist Heimat für dich?

Heimat wird bei uns meist mit einem Raum verbunden, in den wir hineingeboren werden. Oder ein Ort, den wir schon lange bewohnen und der ein Wohlgefühl in uns auslöst. Manchmal widersprechen sich diese Herangehensweisen.

Was weißt du schon über Bipolarität?

„Etwas stimmt nicht.“ Mit dieser Erkenntnis kommentieren Melles Freunde seinen ersten Ausbruch. Ich lese die ersten Seiten der Autobiographie und denke auch: Etwas stimmt nicht.

Hast du denn gar keine Phantasie?

Niemand möchte hören “Jetzt entspann dich doch mal!” Selten gehen solche Aufforderungen mit konstruktiven Tipps einher, wie wir das anstellen sollen. Dieses Buch kann helfen.

Mama, ich bin stolz auf dich!

Viele Menschen träumen davon, ein neues Leben zu beginnen. Manche verlassen ihre Heimat, weil sie die Lebensumstände dort nicht mehr ertragen und fliehen müssen. Egal warum frau geht: leicht ist es nicht.

Mädchen, der ist nicht gut für dich!

Hast du auch diese eine Freundin, die sich immer wieder in den Falschen verliebt? Oder bist du vielleicht selbst eine, deren Interesse an einem Mann in dem Maße wächst, in dem er dich herabsetzt, Distanz aufbaut und sich dir gegenüber gleichgültig zeigt?

Wir können doch über alles reden!

Wie reagierst du, wenn sich jemand dir gegenüber im Ton vergreift und ausfallend wird? Äußerst du dein Missfallen oder lässt du vieles durchgehen?

Sei die pure Leidenschaft!

Sicher gibt es auch in dir eine Sehnsucht, die dich antreibt, dich zweifeln lässt und deine Gedankenwelt genau dann aufwühlt, wenn du es gerade eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kannst. Wenn du dich manchmal schon gefragt hast, wonach du dich da eigentlich sehnst, dann ist das hier vielleicht die Antwort: Leidenschaft.

Feministisch denken und argumentieren: Bücher, die echten Support leisten

Feministisch argumentieren stellt dich vor eine Herausforderung? Diese Bücher supporten! Sie zeigen auf, was falsch läuft und sie empowern dort, wo bereits gute Ansätze bestehen.

Welche Lebensfragen stellst du dir?

Wohin führt dich das Leben? Woher kommt all diese Unsicherheit? Manchmal sind wir auf der Suche nach Antworten deren Fragen wir nicht mal kennen und diese Antworten können für uns die Welt bedeuten.

Breaking the Cycle: Den Kreislauf familiärer Gewalt durchbrechen

Familiäre Gewalt ist kein Einzelfall, sondern ein System. Sie ist ein stiller Abdruck in Biografien, der in Körpern, Beziehungen und Selbstbildern nachwirkt. Und doch fehlt oft die Sprache, um sie zu fassen, oder der Mut, sie auszusprechen.

Genießt du die Einsamkeit?

Genießt du die Einsamkeit?

Einsam sein bedeutet nicht immer, niemanden zu haben. Einsam ist nicht allein.

Was ist Einsamkeit?

Einsam ist jemand, der sich sozial isoliert fühlt. Einsamkeit ist auch der Name einer unbewohnten russischen Insel. Und wenn du bei Wikipedia die ersten Sätze liest, die “Einsamkeit” definieren, dann wird zwar eingeräumt, dass der Begriff oft negativ konnotiert wird, aber – und das finde ich sehr erfreulich – auch die positiven Aspekte finden Erwähnung.

Gedanken ordnen und Kreativität entwickeln wird dort beispielsweise genannt. Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Einsamkeit kann somit ein Verhängnis sein, oder eine selbstgewählte Phase.

Ein bisschen zwischen beiden Seiten verstehe ich den Roman “Das ganze Leben da draussen” von Nina Sahm. Die Handlung spielt auf Island und nach Sibirien kann ich mir keine bessere Region vorstellen, die ausdrucksstärker ein Gefühl von Einsamkeit widerspiegelt.

Ich war aber noch nie dort und entschuldige mich, wenn ich mich mit dieser Behauptung zu weit aus dem Fenster lehne. Island soll ein wunderschönes Land sein und in unserem heimischen Bücherregal steht die Gesamtausgabe von Hálldor Laxness (ich habe sie nur noch nicht gelesen).

Alfa und Elín

Die beiden Frauen um die es geht, Alfa und Elín, sind Außenseiterinnen.

Teilweise nehmen sie diese Rolle bewusst ein, es ist aber nicht ganz klar, inwiefern ein gewisser Trotz im Wesen der Figuren über den unfreiwilligen Kampf mit der Einsamkeit hinwegtäuschen soll. Es ist ein Kampf mit der Einsamkeit, aber auch mit der Umwelt.

Betrachten wir beide einmal genauer. Die 16-Jährige Elín lebt ihre Pubertät aus. Sie provoziert die entspannten Eltern und leidet an ihrem Dasein. Ihr bester Freund hat sich mit ihrem größtem Feind verschworen; Bäume, die ihr am Herzen liegen, wurden gefällt und der Unterricht interessiert sie nicht.

Alfa ist ihre Lehrerin. In einem Gespräch mit Alfas Bruder, der noch nicht weiß, dass es um seine Schwester geht, erzählt Elín:

Meine Lehrerin bekommt rote Flecken am Hals, wenn ein Schüler sich widersetzt. Sie verknotet ihre Beine, wenn sie an der Tafel steht und uns etwas erklären soll, und dann bin ich so abgelenkt, dass ich ihr nicht mehr zuhören kann. Sie ist irgendwie in ihrer eigenen Welt, es kommt mir so vor, als ob wir für sie in einer Glaskugel sitzen, und wie es uns wirklich geht und was für uns wichtig ist, dringt überhaupt nicht zu ihr durch, weil sie so sehr mit sich selbst beschäftigt ist.

Diese Einschätzung von Elín gibt so ziemlich die Stimmung wieder, die das Buch für mich hat.

Wir können manchmal sehr zielgenau einschätzen, dass unser Gegenüber nicht in der Lage ist, unsere Einsamkeit und Probleme zu erkennen. Wir machen uns aber im Gegenzug auch oft nicht die Mühe die andere Seite auszuleuchten.

Zu erkennen, dass der oder die andere mit sich selbst beschäftigt ist, ist dann oft schon eine Leistung.

Insgesamt lebt dieser Roman von einer Vielzahl an klugen Beobachtungen und treffenden Beschreibungen. Die Geschichte fand ich schön, nachvollziehbar und einnehmend, aber die Fülle an Gedanken und einzigartigen Formulierungen sind wahrlich beachtlich.

Bei Sahm verbindet sich schriftstellerisches Talent mit echtem Verstehen.

Einige Autoren und Autorinnen konstruieren Charaktere, die dann eben auch konstruiert wirken, weil sie erdacht sind und eine bestimmte Funktion erfüllen sollen. Nina Sahms Texte hingegen sind sehr gut recherchiert und kommen mit einer Authentizität daher, die mich (und ich entschuldige mich schon jetzt für diese Aussage) bei einer so jungen Frau überrascht und in gleicher Weise fasziniert.

Manche Autorinnen sucht man im Netz vergeblich, andere hingegen sind leicht auffindbar. Und Nina Sahm gehört glücklicherweise zu den Letzteren. Die Schriftstellerin, die für ihren Broterwerb auch Werbetexte für große Unternehmen verfasst, betreibt mit Elan die ganze Bandbreite der Social Media Kanäle: Facebook, Instagram und sogar auf Twitter tweetet die junge Münchner Autorin vor sich hin.

Warum erwähne ich das?

Nina Sahm geht mit der Zeit und das spiegelt sich auch in ihren Geschichten wieder. Mich würde sehr interessieren, welchen realen Figuren die Wesenszüge von Alfa und Elín nachempfunden sind.

Ich glaube an die Macht der Phantasie, aber manches muss man doch erlebt haben, um so lebensecht zu beschreiben wie zum Beispiel das Frühstück matschig wird: ”Elín rührte mit dem Löffel in ihrer Müslischale, bis die Cornflakes so viel Milch aufgesogen hatten, dass sie ihre Form verloren und zu einem schleimigen Brei wurden.

Elín und Alfa sind auf ihre Art einsam, es geht aber auch darum, einen Helden zu haben und diesem Raum für Inspiration zu geben.

Das ist für Alfa ihr Großvater Magnús und für Elín der Fuchs, der um Reykjavík herumstromert und dessen Spuren sie folgt.

Die zunehmende Demenz von Magnús bedrückt. Für Alfa war er die wichtigste Person in ihrem Leben und als er sich das Leben nimmt, ist sie gezwungen selbst zu ihrer Stärke zu finden. Magnús hatte sie unterstützt, motiviert und geschoben. Ohne ihn fehlt ihr die Richtung.

Eine Richtung sucht auch Elín. Ein Fuchswaise wurde um Reykjavík herum gesichtet und die naturliebende Elín begibt sich auf seine Spuren. Die Eltern lassen sie nachsichtig gewähren. Es wird schnell deutlich, dass nicht Gleichgültigkeit das Verhalten ihrer Mutter und des Vaters bestimmt. Sie gehen sehr gelassen mit ihrer Tochter um und schaffen damit im Buch eine verständnisvolle und warme Atmosphäre.

Eines Morgens beispielsweise entscheidet sich Elín nicht mehr zu sprechen:

Warum sie nicht mehr reden wollte, konnte sie nicht mit wenigen Worten erklären. Es war ihr eingefallen, als sie von der Kneipe aus nach Hause gelaufen war, und dann hatte sie den Gedanken nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Ein Fuchs sprach schließlich auch nicht.”

Elín trägt oft einen Rucksack vollgepackt mit Camping-Zubehör und Survival-Utensilien. Dieser Rucksack steht in meinen Augen auch irgendwie für die Möglichkeit, immer spontan wegzukönnen.

Die wahre Herausforderung

Die wahre Survivalherausforderung stellt sich für sie jedoch nicht im Wald und in der freien Natur, sondern in Gesellschaft ihrer Mitschüler, ihrer Eltern und anderer Mitmenschen. Manchmal wünschen wir uns die Einsamkeit und die Ruhe, und manchmal müssen wir sie uns auch nehmen.

Ein Buch wie “Das ganze Leben da draussen” ist wie ein stiller, anspruchsloser Dialogpartner, ein Freund gewissermaßen. Ich freue mich sehr über diese Entdeckung und werde im Auge behalten, was Nina Sahm als nächstes schreibt und veröffentlicht.

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