Neues veganes Kochbuch gesucht? Schauste hier!

Neues veganes Kochbuch gesucht? Schauste hier!

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Gastartikel von Silke Krämer

Kochen und Backen bereitet mir sehr große Freude. Ebenso das Durchblättern und Schmökern in verschiedenen Kochbüchern. Der Markt an veganen Kochbüchern ist mittlerweile so groß, dass man schon mal den Überblick verlieren kann. Ganz oft sind die immer gleichen, meist männlichen veganen Kochbuchautor:innen in der Presse vertreten. Als ich die Möglichkeit erhielt, mir einen Stapel bunt gemischter, veganer Kochbücher auszusuchen, durch die ich mich dann durchkochen konnte, habe ich begeistert angenommen und für euch den Kochlöffel geschwungen. Was dabei rausgekommen ist, könnt ihr nun lesen.

Vegane Kochbücher entdecken

„Vegan for Family“ von Lena Merz und Annina Schäflein

Buchcover „Vegan for Family“ habe ich ausgesucht, da ich finde, dass vegane Ernährung für jedes Alter – also auch für (Klein-)Kinder – geeignet sein kann. Mir ist bewusst, dass dies eine umstrittene Aussage und die Diskussion darum emotional behaftet ist. Immerhin geht es um Kinder, die mitunter noch nicht selbst in der Lage sind, informierte Entscheidungen zu treffen und die es zu schützen gilt. Ich möchte diese Diskussion an dieser Stelle auch nicht eröffnen. Allerdings denke ich, dass wir uns alle darauf einigen können, dass z.B. zwei vegane Tage in der Woche, der Austausch einzelner Mahlzeiten oder Snacks, bzw. die Einführung veganer Grundnahrungsmittel, eine Bereicherung für jede:n sind. Eine ausgewogene Nährstoffzufuhr wird hierdurch nicht gefährdet. Wer Kinder vegan ernähren möchte, ist angehalten sich vorher bei einschlägigen und reliablen Quellen zu informieren. Auch im Backbuch „Lini’s Sweets“, gibt es ein Kapitel zu Babyernährung mit auf (Klein-)Kinder zugeschnittene Rezepten; sozusagen für den süßen Milchzahn.

Was bietet „Vegan for Family“?
Unkomplizierte Rezepte, die nach Jahreszeit für einen saisonalen – und somit nachhaltigeren und günstigeren Einkauf – geordnet sind. Außerdem startet das sehr schön gestaltete Kochbuch mit einem „Gut zu wissen“ Teil. Hier behandeln die Autorinnen verschiedenste Themen von der veganen Vorratskammer, über Nährstoffversorgung im Veganismus, bis zu Tipps und Tricks zum Essen und Kochen mit Kindern und wie man sie involvieren kann. Bei all diesen Themen kratzen Merz und Schäflein an der Oberfläche. Wer sich für Meal Prep interessiert oder Vegan-Neuling ist, kann sich inspirieren lassen, um dann weiterführende Informationen zu suchen. D

Für wen ist das Buch?
Der Name ist Programm. Familien, die einfache, saisonale Inspirationen und kinderfreundliche Gerichte suchen. Das Buch ist ein Allrounder und bietet, wie eingangs erwähnt, einen Einstieg in verschiedene Themen. Die Rezepte sind bunt gemischt, sowohl was den Kochaufwand betrifft, als auch die Gerichtstypen. Von Suppen, über Eintöpfe, bis zu Salaten und Süßem ist alles dabei. Die einzelnen Rezepte sind gut komponiert und damit sehr schön nachkochbar. Bei einigen der aufwändigeren Rezepte kann meist Zeit ganz einfach durch den Austausch mit Convenient Produkten eingespart werden.  Das Kochen mit der gesamten Familie macht mit diesem Buch sicherlich Spaß und es sind auf jeden Fall viele Kinderfavoriten dabei, die mit einer extra Portion Gemüse aufgepeppt wurden.

Lieblingsrezepte:
Mein Lieblingsrezept waren definitiv die Rote-Bete Spätzle (um Zeit zu sparen, können auch Fertigspätzle verwendet werden). Das Gericht ist nicht nur schön bunt, sondern war mega lecker mit einer eher zimtigen, süßen Note, die aber super zu den Karotten und Pastinaken passen. Auch sehr lecker war die Grünkern Bolognese. Grünkern ist definitiv eine schöne Abwechslung zum üblichen „Fleischersatz“. Eine kurze Recherche hat ergeben, dass Grünkern sehr eiweißreich ist. Es handelt sich um unreif geernteten Dinkel, der im ganzen Korn getrocknet und geröstet wird und somit auch besonders bekömmlich ist. Ein Korn, dass öfters auf dem Speiseplan landen sollte.

„Lini’s Sweets“ von Eileen Pesarini

Buchcover Als große Dessert- und Gebäck-Enthusiastin wollte ich unbedingt auch ein Backbuch mit dabei haben und die Aussicht auf Leckereien, die ohne raffinierten Zucker auskommen, haben mich sehr neugierig gemacht und meine Vorfreude noch gesteigert.  Eileen’s Werdegang ist sehr beeindruckend. Mit „Lini’s Sweets“ legt sie nicht nur ihr zweites Backbuch vor, sondern vertreibt mit Lini’s Bites eine Palette veganer Leckereien in Bioqualität, die ohne Gluten und raffinierten Zucker auskommen.

Was bietet „Lini’s Sweets“?
100 gluten- und zuckerfreie Rezepte für Kuchen, Torten, Snacks & Co. Zu Beginn erklärt Eileen ihren Ernährungsansatz, der eher im Clean-Eating zu verorten sei: frisch, vollwertig und ohne raffinierten Zucker; sowie glutenfrei. Sie liefert zuckerfrei- und Backtipps, stellt ihre Grundzutaten und Babyernährung vor. Bei Letzterem geht es nicht um einen veganen Ansatz(!), sondern um „Breifrei“ (Baby Lead Weaning; BLW). So können Babys von Anfang an am Familienessen teilhaben, indem ihnen statt Brei feste Nahrung angeboten wird und sie selbst entscheiden können, ab wann sie keine Milch mehr möchten. Dies und die dazu passenden Rezepte sind für junge Eltern sicherlich ein interessantes Kapitel und Nicht-Eltern können bei Besucher:innen mit Kindern Eindruck mit leckeren kindgerechten Goodies schinden. Win-win würde ich meinen.
Der Rezeptteil startet mit Basisrezepten für Nussmuse, Barista Milch, Marmeladen und eine glutenfreie Mehlmischung. Mit den Basics ausgerüstet, können wir uns dann in die nach Sparten wie Frühstück, Nussfrei, Kuchen, Nussfrei, Breifrei für Kleine, etc. geordneten Rezepte stürzen. Besonders interessant sind auch die 5-Zutaten-Rezepte, denn wer ist nicht manchmal faul, busy oder beides?

Für wen ist das Buch?
Hobbybäcker:innen, die schon ein paar Grundlagen mitbringen und sich für zucker- und glutenfreie Rezepte interessieren. Es werden manchmal Mehle und Zutaten verwendet, die etwas aufwendig in der Beschaffung sind, doch habe ich auch das ein- oder andere ersetzt. Sehr zu schätzen habe ich die Möglichkeit gelernt, dass immer auch nussfreie Varianten der Rezepte angeboten werden, denn Nussallergien sind weiter verbreitet, als zumindest ich zunächst gedacht habe. Außerdem sind die Rezepte sehr gut komponiert, was es Neulingen bei der Verwendung von glutenfreien Produkten erleichtert.

Lieblingsrezepte:
Die Cookie Dough Balls waren mega lecker, mit ihren knackigen, Schokoladenmantel und dem weichen, teigigen Kern. Die Schokodrops waren nochmal ein extra Schokokick.  Sie waren ein super Snack für einen Sonntagsspaziergang und überraschend einfach in der Zubereitung. Auch der Apfelkuchen und die Karottenkuchen-Blondies unkompliziert in der Herstellung und kamen sehr gut an.

„Healing Kitchen – Gesund mit anti-entzündlicher Ernährung“ von Shabnam Rebo („The Hungry Warrior“)

Buchcover Mit anti-entzündlicher Ernährung konnte ich zunächst nichts anfangen und hatte somit erstmal keine Erwartungen. Wie das immer so ist, wenn wir behaupten keine Erwartungen zu haben, haben wir im Grunde oft doch welche und die sind negativ. Ich gebe zu, ich hatte sowas wie Krankenhausschonkost im Kopf; und zwar die schlechteste ihrer Art. Quasi geschmacklose Brühe, in der ein trauriger Würfel zerkochter Karotte schwimmt. Natürlich lag ich falsch und bin froh, dass das so ist und ich einmal mehr an die Wirkung von Vorurteilen erinnert wurde: sie schränken ein und hindern einen selbst. Ich liebe und feiere dieses Buch und seine Autorin!

Was bietet „Healing Kitchen“?
Zunächst als Einstieg, was anti-entzündliche Ernährung überhaupt ist und Shabnams persönliche (Kranken-)Geschichte, wie dies dazu geführt hat einen genaueren Blick auf Ernährung zu werfen, was diese mit dem Körper macht. Außerdem ein Überblick aus welchen Nährstoffen und Bestandteilen Lebensmittel bestehen, mit Fokus auf anti-entzündliche Aspekte. Des Weiteren mit welchen Basics Neueinsteiger:innen der antientzündlichen Ernährung ihren Vorratsschrank befüllen sollten und Tipps die dabei unterstützen, aus diesen Anfängen eine langfristige Ernährungsumstellung zu bewirken, damit die heilenden Aspekte sich entfalten können. Denn ganz grundsätzlich, ist das ein Marathon und kein Sprint. Daher ist auch ein kurzes Kapitel zum Thema Slow Food enthalten, sowie darüber dass Körper und Seele Hand in Hand gehen und z.B. auch der Schlaf eine Auswirkung auf das Wohlbefinden hat. Die Rezepte selbst aus den Kategorien Basics & Vorrat, Frühstück, Snacks, Hauptgerichte und Süßes.

Für wen ist das Buch?
Menschen, die sich mit anti-entzündlicher Ernährung auseinandersetzen wollen, leckere internationale Küche (eventuell mit Faible für Levante) mögen, experimentierfreudig sind und sich nicht vor ein paar mehr Zutaten und dem Konzept des Slow Food abschrecken lassen. Für mich war dieses Kochbuch eine absolute Überraschung und Bereicherung. Ich hätte nie gedacht, dass ich Bedarf für Salzzitronen hätte (immerhin dauert es drei Wochen, bis sie fertig sind), doch jetzt mag ich sie nicht mehr missen.

Lieblingsrezepte:
Alles was ich hier nachgekocht habe war super lecker und mir fällt es echt schwer hier Rezepte hervorzuheben. Die Basics haben es mir besonders angetan, denn Pistazien Walnuss Dukkah, Kokos Furikake und Salzzitronen machen z.B. aus schnell zubereiten Resten vom Vortag ein Festmahl. Das Jackfruit Ragout auf Süßkartoffel Naan war fantastisch und das Zitrus Chia Fresca ein balast- und eiweißreicher Frischekick am Morgen.

„Einfach Vegan – Schnelle Rezepte mit 5 Zutaten für jeden Tag“ von Katy Beskow

Buchcover Dieses Kochbuch zielt darauf ab, einfache, schnelle und günstige Gerichte anzubieten, ohne dafür mehrere Supermärkte und Feinkosthandlungen aufsuchen zu müssen. Unterteilt ist das Buch in Suppen, Mittagessen, Abendessen, Süßes und Basisrezepte. Zu Beginn gibt es einige Tipps und Tricks für das einfache Kochen, sowie eine minimalistische Küchenausstattung und für einen Vorratsschrank der Ersteres ermöglicht. Besonders wichtig war der Autorin auch, dass die Gerichte einfrierbar sind, ohne dabei groß an Geschmack und gewünschter Konsistenz zu verlieren, um die Möglichkeit von noch mehr Effizienz durch Vorkochen zu bieten.

Was bietet „Einfach Vegan“
Rezepte mit nur fünf Zutaten sieht man häufig. Wo andere dann jedoch „schummeln“, indem einer der Ingredienzien, das aus 20 Zutaten bestehende und drei Wochen zur Vorbereitung benötigende „Basic“ einschmuggeln, meint es die Autorin ernst. Die einzige nennenswerte Ausnahme stellen hier die Suppen dar, bei der als Basis jeweils eine hausgemachte Gemüsebrühe oder Tomatensauce verwendet werden, die ihrerseits ebenfalls aus fünf Zutaten bestehen. Diese sind jedoch bewusst so konzipiert worden, dass sie sich prima einfrieren lassen. Eine gute Suppenbasis muss schon sein und durch die Möglichkeit des Einfrierens wird es gleich viel effizienter (nicht zuletzt, da es elf Rezepte gibt, die auf eines dieser beiden Grundrezepte zurückgreifen). Natürlich kann zur Not auch auf ein Fertigprodukt zurückgegriffen werden, wenn der Gefrierschrank schon ausgeplündert wurde.

Für wen ist das Buch?
Klare Empfehlung für Personen, bei denen es schnell und einfach gehen muss und die nicht tausend Zutaten im Schrank haben wollen. Anglophile Köch:innen und Suppenfreund:innen. Suppenfans kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten und auch die weiteren Rezepte sind ein ausgewogener, bunter Mix, bei dem für jedem Geschmack etwas dabei ist.  Da es sich um eine britische Autorin handelt, sind einige der Rezepte typisch für die Insel, wie z.B. Welsh-Rarebit, Baked Beans oder Victoria Sponge Cake.

Lieblingsrezepte:
Die Pikante Bohnen-Avocado Wraps hatten eine sehr schöne Schärfe (wenn auch eher mild) und auch die Salsa aus grünen Äpfeln ist ein leckerer und gesunder Begleiter für Tortilla Chips. Der mit Kreuzkümmel gebackene Blumenkohl mit Mangosalat war auch eine überraschend gelungene Kombi und mit diesen Gerichten steht einem gechillten Abend zuhause oder ein Picknick im Park ohne großen Aufwand nichts mehr im Wege.

„Immer Wieder Vegan“ von Katharina Seiser

Buchcover Das Kochbuch ist vollgepackt mit 70 Rezepten aus 30 Ländern und bei der Auswahl hat die Autorin darauf Wert gelegt, Gerichte zu sammeln, die schon immer vegan waren, auch wenn sie nicht als solches bezeichnet wurden. Es wurde also nichts „veganisiert“ und durch Alternativen verändert, sondern lediglich aufgezeigt, dass es weltweit schon immer, leckere und frische rein pflanzliche Gerichte gab. Darauf, dass die Rezepte ganz ohne Ersatzprodukte auskommen, legt die Autorin auch großen Wert und das zurecht.

Was bietet „Immer Wieder Vegan“?
Die Gerichte sind nach Saison sortiert und es wurde eine fünfte, nämlich „Jederzeit“ hinzugefügt. Dies soll insbesondere die Möglichkeit der frischen und günstigen, saisonalen Zubereitung ermöglichen. Die einzelne Saison ist wiederum in Frühstück, kalt, lauwarm, warm und Süßes unterteilt. Doch bevor es mit den Rezepten losgeht gibt es eine Einführung in die pflanzliche Küche die von verschiedenen Ölen, über Hülsenfrüchte und Kräuter alles abdeckt. Die einzelnen Rezepte wiederum sind mit einer Menge Zusatzinfos versehen: Herkunftsland, Schnelligkeit, Einfachheit und Tipps, wie Varianten, Einkaufshinweise oder was noch dazu passt.

Für wen ist das Buch?
Fans der internationalen Küche, die offen sind für alle möglichen Geschmacksrichtungen und auch mal Lust auf etwas Aufwendigeres haben. Das Kochbuch ist nämlich nicht nur landesspezifisch bunt gemischt, sondern hat auch von aufwändig bis schnell eine breite Auswahl. Auch die Personenmenge, für die die Rezepte konzipiert sind, variieren von zwei bis sechs Menschen ist alles dabei. Das Buch ist mit seinen Icons und Hilfestellungen sehr gut durchdacht und es macht Spaß Gerichte von Ländern, die vielleicht nicht auf dem Veganerradar sind, zu entdecken.

Lieblingsrezepte:
Der Sellerie mit Orangensauce (Türkei) war eine extrem positive Überraschung, da ich mir die Kombi erst nicht so richtig vorstellen konnte und hat auch kalt am Tag danach super geschmeckt. Die gebratenen Knoblauchpilze (China) standen dem in nichts nach und die Soße sehr lecker mit Reis und der Kalte Beerengrieß (Schweden/Finnland) ein besonderer Start in den Tag für Frühstücksmuffel, wie mich.

Vegane Kochbücher zum Entdecken

Mein Fazit:

Eine eindeutige Empfehlung und sozusagen eine Cook-Off-Siegerin zu küren, ist mir absolut nicht möglich. Es handelt sich durchweg um gut entwickelte Rezepte und schön gestaltete Bücher, die Spaß machen. Auch wenn meine persönliche Favoritin (Shabnan Rebo) wohl deutlich wurde, weiß ich, dass meine Präferenz äußerst subjektiv ist. Für mich ist Kochen und Backen meditatives Hobby,  darf dauern und auch etwas Herausforderndes haben (sei es Methodik oder die Suche nach bestimmten Zutaten). Eine der liebsten Dinge die ich tue, ist für Menschen die ich mag, etwas zu kochen, dass super lecker ist und gegebenenfalls speziellen diätischen Anforderungen gerecht wird. Dafür suche und recherchiere ich dann super gerne nach den passenden Zutaten.

Andere wollen einfach schnell ‚was leckeres Essen, ohne dafür Begriffe wie „Julienne“ kennen zu müssen oder mehrere Pfefferarten im Vorratsschrank zu haben (fun fact: ich horte aktuell fünf Pfeffersorten), um sich dann anderen Dingen zu widmen. Beides valide. Daher haben wir auch so gänzlich unterschiedliche Kochbücher gewählt und keines hat enttäuscht. Jedes der vorgestellten Bücher ist mit sehr viel Sorgfalt und hohem Qualitätsanspruch verfasst worden. Vielleicht hilft mein kleines Testkochen dabei, eines für euch auszusuchen oder die richtige Wahl für einen lieben Menschen in eurem Leben zu treffen. Für diejenigen, die sich gerade kein veganes Kochbuch leisten wollen oder können, kann ich die Blogs von Healthier Steps (insbesondere das Jamaican Special), Zuckerjagdwurst oder Sweet Potatoe Soul empfehlen.

Gastautorin Silke Krämer

Gastautorin Silke Krämer

Soweit ich zurückdenken kann, waren Bücher ein großer Teil und eine große Leidenschaft in meinem Leben. Ich mag alles an ihnen: den Geruch; wie sie sich anfühlen; dass sie Leben verändern. Durch sie meistere ich gleichzeitig sehr viele und dann doch wieder ganz wenige Interessen zu haben; im Grunde geht es immer darum, was aus Büchern gemacht und in ihnen verarbeitet wird. Seit etwas über acht Jahren lebe ich vegan und nun haben auch eine ganze Menge Kochbücher bei mir Einzug gehalten, durch deren Hilfe ich immer wieder beeindrucken und Glücksgefühle auslösen kann, denn Vegan ist super lecker.

Literaturpower möchte Leser*innen viele interessante und hilfreiche Informationen rund um das Thema Literatur, Bücher und Lesen bieten. Dafür kommen auch GastautorInnen zu Wort. Wenn du auch einen Gastartikel über ein spannendes Thema schreiben möchtest, melde dich gerne über das Kontaktformular unten auf dieser Seite: Über Literaturpower.

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Eine Krankheit kann alles verändern. Darf sie jedoch auch unsere Träume zerstören? Vielleicht ist der eine Weg nicht mehr denkbar. Dann müssen neue Träume her.

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Bücher über Polyamorie, die dein Lieben verändern werden

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Was tun, wenn du in einer glücklichen Beziehung bist und dann aber doch noch Augen für eine andere Person hast? Wie lieben wir im 21. Jahrhundert? In diesem Artikel stelle ich dir Bücher vor, die deine Perspektive auf die Liebe und Beziehungen verändern werden.

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Menschengruppe

Mit Anfang 20 habe ich meine Zelte in Deutschland abgebrochen, um für eine kleine Weile in Paris zu leben, zu arbeiten, zu feiern, zu tanzen, zu atmen. Das französische Lebensgefühl tat wahnsinnig gut. Alles fühlte sich frei und lässig an. Auch die Liebe und der Sex. Aufregende Dates, faszinierende Menschen und interessante Lebenskonzepte. Dort war es auch, dass mir zum ersten Mal jemand von seiner Vision erzählte, dass wir nicht nur eine Person romantisch lieben können. Es würde bald eine Welt geben, in der wir mehrere Partner*innen haben, Liebe nicht einseitig fokussieren, sondern großzügig vervielfältigen und jenseits von Neid und Eifersucht leben. Das war 2007. Diese Person war davon felsenfest überzeugt und schrieb gerade an ihrem ersten Buch über Polyamorie.

Ich weiß leider nicht, was aus diesem Buch geworden ist. Damals habe ich die Idee belächelt und bin wieder meiner Wege gegangen, hatte weitere Dates, weitere Erfahrungen. Mit vielen verschiedenen Menschen zu schlafen – das war schon damals für mich selbstverständlich. Aber lieben? In einer Beziehung sein? Das konnte ich irgendwie nicht zusammen denken.

Auch noch viele Jahre später hielt ich streng an der Monogamie fest, hatte immer nur eine Partnerin oder einen Partner gleichzeitig und tat Berichte von Freund*innen, die andere Modelle lebten, ein bisschen ab. Ich dachte, dass das zwar aufregend klinge, aber der Realität nie dauerhaft standhalte. Meine Vorurteile waren groß und meine innere Mauer scheinbar unüberbrückbar.

Offene Beziehungen und Polyamorie

Zum Ende meiner Zwanziger hatte ich die große Liebe gefunden und war überzeugt davon, mit diesem einen Menschen alt zu werden. Daran ließ ich keinen Zweifel zu. Natürlich empfand ich Liebe und Zärtlichkeit auch für andere Menschen in meinem Leben. Für Freund*innen, meinen Bruder, Expartner*innen. Hin und wieder gab es vielleicht sogar etwas wie eine Sehnsucht für die ein oder andere Person, die neu in meinem Leben auftauchte, aber meine monogame Liebe bedrohte das nie ernsthaft.

Und dann kam das Leben, lachte über meine Pläne und lud mich ein, meine Scheuklappen abzulegen und Neues zu wagen. Ich habe diese Einladung angenommen und vielleicht hast du ja auch Lust, ein paar konventionelle Strukturen zu überdenken. Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!

Bücher über Polyamorie

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Die andere Beziehung: Polyamorie und Philosophische Praxis

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Hin und wieder taucht in Poly-Zusammenhängen die Abkürzung ENM auf, die für Ethical Non-Monogamy steht. Ich mag diese Bezeichnung, weil sie die Ethik in den Vordergrund rückt und deutlich macht, dass nicht alles, was möglich ist, auch immer in Ordnung ist. Der rücksichtsvolle Umgang mit unseren Mitmenschen und den unterschiedlichen Bedürfnissen, die hier aufeinander treffen, sollte bei unseren Entscheidungen immer mitgedacht werden. Imre Hofmann und Dominique Zimmermann haben in diesem kleinen Bändchen interessante philosophische Betrachtungen zusammengestellt, die uns neue Blickwinkel aus gesellschaftlicher und individueller Sicht ermöglichen. ZUM BUCH

Polysecure: Bindung, Trauma und konsensuelle Nicht-Monogamie

Buchcover

Kennst du bereits deinen Bindungs-Stil? Wer „Attached“ von Levine und Heller gelesen hat, datet meiner Ansicht nach anders. Auf alle Fälle werte ich nicht mehr alle Schmetterlinge in der Bauchgegend positiv. Manchmal verstecken sich dahinter nämlich einfach nur Unruhe, Verlustängste, Unsicherheiten und eine Dysbalance in meinen Hormonen. Nicht jedem vermeintlichen “Verliebt-Sein” gehe ich nach – besonders wenn ich die Red Flags schon von weitem sehe. In „Polysecure“ nimmt uns Jessica Fern mit auf eine Reise zu unseren Emotionen, Traumata, Bedürfnissen und zeigt auf, wie diese Einfluss auf unsere Beziehungen haben. Du wünschst dir sichere Bindungen mit mehr als nur eine*r/m Partner*in? Dann lies unbedingt mal rein! ZUM BUCH

Das Polysecure WorkbookBuchcover Polysecure Workbook

Jessica Ferns mehr als lesenswertes Nachfolgewerk „Polywise“ vertieft und erweitert die Themen aus ihrem Bestseller „Polysecure“. Ich persönlich fand es sehr wertvoll und bereichernd und habe es als englisches Audiobook gehört. Für die konkrete Umsetzung und die Arbeit an meinen eigenen Glaubenssätzen hat mich jedoch besonders das „Polysecure Workbook“ beeindruckt, das nun auch auf Deutsch im Divana-Verlag erhältlich ist. Es ist eine Sache, über relevante Themen zu lesen, aber um manche Erkenntnisse wirklich zu verinnerlichen und mit meiner eigenen Lebensgeschichte zu verbinden, braucht es praktische Übungen. Das Workbook bietet hier eine ideale Anleitung, fast wie eine persönliche Selbsttherapie. ZUM BUCH

Entromantisiert Euch! Ein Weckruf. 

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Und fühlt es sich denn noch nach Love an, oder ist es schon eher wie WG?“, fragte meine Schwester, als ich ihr erzählte, dass ich den Sommer bei meinem Lover W. in Belgien verbringe. Wir führen eine On-Location-Relationship, sehen uns ab und zu, schlafen meistens getrennt, reden offen. Dieses Mal hatten wir sogar einen Gruppen-RADAR mit seiner Primary-Partnerin. Für uns passt das gerade gut, auch wenn es vielleicht nicht nach klassischer Rom-Com klingt. Frasls Buch handelt nicht explizit von Polyamorie und gehört für mich trotzdem unbedingt in diese Liste. Denn die Art, wie wir lieben (oder lieben sollen), ist tief verwoben mit gesellschaftlichen Erwartungen, Rollenbildern und alten Geschichten, die selten gut tun. Mir jedenfalls haben sie nicht gutgetan. Ich merke immer mehr: Ich hab keine Lust auf die Idee von Liebe, wie ich sie gelernt habe. Ähnliche Fragen stellt auch Andrea Newerla in Vom Ende des Romantikdiktats, ein Buch über romantische Machtverhältnisse, das Frasls Perspektive treffend ergänzt. Warum das nicht nur mein Thema ist, sondern ein strukturelles, zeigt Beatrice Frasl in Entromantisiert Euch! – ein kluges, scharfes und befreiendes Buch über die politischen Seiten der Liebe. Ich mag ihre klare Sprache, ihre Wut und ihre Weichheit. Hat mir sehr aus dem Herzen gesprochen. ZUM BUCH

Wie es mir gefällt. Über Liebe und nicht-exklusives Begehren

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Deepa Paul schreibt auf Tinder: “Übrigens, mein Mann weiß, dass ich hier bin” und wird dann immer wieder gefragt: “Erzähl mal, wie funktioniert das?”. In ihrem Debütmemoir erzählt sie genau davon. Sie lebt in einer offenen Ehe und verheimlicht nicht, wie viel emotional labour und wie viele Gespräche es brauchte, um heute so selbstbestimmt und verbunden leben zu können. So ehrlich sie über ihre eigene Entwicklung schreibt, so klar benennt sie auch die Schieflage in ihrer Beziehung: Ihr Mann bleibt lange passiv, wütend, blockiert und überschreitet einmal eine körperliche Grenze. (Triggerwarnung: Gewalt, Drogen) Mit klarem Blick macht sie die Bedeutung von emotional housekeeping sichtbar: Eifersucht, Grenzen, Empathie, Vertrauen. Und sie zeigt, wie Liebe, Familie und Muttersein auch jenseits konventioneller Modelle gelebt werden können. Dass das nicht einfach und selbstverständlich ist, versteht sich von selbst. Sehr lesenswert, unterhaltsam und gerade deshalb so bewegend, weil es nicht glatt ist. ZUM BUCH

Schlampen mit Moral /The Ethical Slut

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Der Klassiker! Kaum jemensch, die/der im Bereich Poly unterwegs ist und dieses Buch nicht gelesen hat und beinahe habe ich das Gefühl dazu gar nicht viel sagen zu müssen. Wenn du gerade erst anfängst, deine Glaubenssätze zu Liebe und Sexualität zu dekonstruieren und neu aufzustellen, dann könnte dieses Sachbuch der richtige Einstieg für dich sein. Viel gelesen und viel kritisiert, denn natürlich kann kein Werk alle Facetten und Bedürfnisse bedienen und die absolute Wahrheit für sich beanspruchen. ZUM BUCH

Mehr ist Mehr: Meine Erfahrungen mit Polyamorie

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Schon allein das Thema Eifersucht kann aus so vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Und darum darf in dieser Lese-Liste auch keinesfalls dieses Buch fehlen. Ich bin durch einen Instagram-Stream darauf aufmerksam geworden. Ein einfühlsamer, ehrlicher und sehr praxisbezogener Erfahrungsbericht, der ohne Zeigefinger auskommt. Einmal mehr wird betont, wie wichtig es ist, achtsam mit sich und anderen umzugehen, die eigenen Grenzen kennenzulernen und natürlich auch fremde Grenzen einzuhalten. Umlernen braucht Zeit und Kraft. Schön, dass es Bücher wie dieses gibt, die uns Mut machen, neue Wege zu gehen und vermeintlich festgefahrene Strukturen zu hinterfragen. Habe ich sehr, sehr gerne gelesen! ZUM BUCH

More Than Two: A Practical Guide to Ethical Polyamory. Second Edition.

Buchcover

Dieser Klassiker unter den Poly-Büchern darf natürlich nicht fehlen. 2024 erschien endlich die zweite Auflage. Mit Blick auf Psychologie, Moral und praktische Umsetzbarkeit wird – wenn auch keine Anleitung, so zumindest ein Leitfaden geschaffen für Menschen, die romantische Verbindungen mit mehreren Partner*innen pflegen wollen. Die Lektüre liegt für mich schon eine ganze Weile zurück und ich habe für viele verschiedene Beziehungen – auch Freund*innenschaften – viel Nützliches mitnehmen können. Wie wichtig beispielsweise effektive Kommunikation ist. Bestimmt lese ich demnächst mal wieder rein. ZUM BUCH

The Non-Monogamy Playbook

Buchcover

Wenn du offen für ein weiteres englischsprachiges Buch bist, kann ich dir dieses hier sehr ans Herz legen. The Non-Monogamy Playbook ist weniger Theorie, mehr echtes Leben. Es bringt mir wenig, theoretisch zu wissen, wie etwas idealerweise funktionieren sollte, wenn mir dann in der Umsetzung meine nicht regulierten Gefühle dazwischenfunken. Ruby Rare führt mit viel Wärme, Humor und Queerness durch typische Stolpersteine des Poly-Alltags: Sie schreibt über Zeitmanagement, den Umgang mit Metamours und darüber, wie man sich selbst nicht im Gefühlschaos verliert. Leicht geschrieben, aber mit Tiefe. ZUM BUCH

Mit mehreren glücklich sein
Wir sind nicht für mehrere romantische Beziehungen sozialisiert und das Umlernen in diesem Bereich kann schon mal sehr schmerzhaft sein. Zumindest ist es mir so gegangen und die Reibung und Herausforderungen nehmen eher nicht ab. Trotzdem möchte ich diesen Weg nicht missen.

Übrigens: Ein Buch, das mich auf diesem Weg besonders gestärkt hat, ist Radikale Zärtlichkeit von Şeyda Kurt. Du kennst es vielleicht schon aus meinem Artikel „Feministisch denken und argumentieren: Bücher, die echten Support leisten“.

Nicht-Monogamie ist ein Spektrum. Polyamorie, offene Beziehungen, Solo-Poly, Beziehungsanarchie: all das sind Facetten von konsensueller Nicht-Monogamie. Am Ende geht’s vielleicht gar nicht darum, wie viele Menschen wir lieben, sondern wie ehrlich, achtsam und mutig wir dabei sind. So viele Bücher, so viele Möglichkeiten. Lies, fühl, zweifel und finde deinen eigenen Weg.

Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?

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Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Viele von uns haben Japan durch Murakamis Bücher kennengelernt. Andere haben Mangas gelesen und Anime geschaut. Dennoch ist uns Japan weiterhin oft fremd und einzigartig. Im Artikel stelle ich dir 9 Autorinnen vor, die dir ganz neue Perspektiven und Einblicke liefern.

Wo ist dein Platz in dieser Welt?

Vielleicht wollen wir nicht, dass uns jemand vorschreibt, was wir tun und lassen sollen. Aber manchmal einen Mensch an der Seite, der uns ein bisschen die Richtung weist …

Höre nicht auf zu wachsen

Stell dir einen Baum vor. Einen großen, prächtigen Baum mit starken Ästen, tiefen Wurzeln und Blättern so dicht, dass du nicht siehst, was dahinter ist. Was wenn du dieser Baum bist?

Lies dich sexpositiv: 3 Bücher

Sprichst du offen über Sex? Menschen sind sehr sexuelle Wesen und trotzdem ist unser Verhältnis zu unserem Körper und unserer Lust nicht immer ganz unbefangen.

Gib dich nicht für ihn auf!

Die Liebe vermag Berge zu versetzen. Sie kann uns einen Sinn im Leben geben, Kraft schenken und Richtung weisen. Manchmal jedoch, macht sie uns auch kaputt … Nicht alles, was wie Liebe aussieht und sich wie Liebe anfühlt, ist auch gut für uns.

Neue Wege und neue Bücher

Wie gelingt uns Veränderung, Neues wagen und der Aufbruch ins Unbekannte? Welche Hürden müssen wir nehmen und was können wir tun, wenn uns das einmal nicht gelingt? Perspektiven, Lösungen und Ideen finden sich oft in Büchern.

Genießt du die Einsamkeit?

Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Was tun bei Depressionen und Angst? Diese Graphic Novel hilft weiter.

Oft fällt es Betroffenen nicht leicht, Hilfe anzunehmen und über ihre Probleme zu sprechen. Ein feinsinniges, verständnisvolles und empathisches Buch kann die nötige Kraft vermitteln, die es braucht, weitere Schritte einzuleiten.

Die Gewalt um uns

Auch beim Erzählen sind es Worte über die wir unsere Bedürfnisse kommunizieren, uns Verständnis einholen und unsere Emotionen transportieren. Vielleicht deshalb sprudelt es auch aus Edouard nur so heraus, nachdem er Opfer einer Gewalttat geworden ist.

Wie du dir deine Liebe bewahrst

Verliebt sein, Händchen halten, sich gegenseitig stützen und Bewunderung zeigen, kleine Geschenke machen, die Partnerin überraschen, den Partner verwöhnen: Liebe hat viele Facetten. Doch wie können wir sie bewahren, wenn Alltag und Routine Einzug halten?

Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Vielleicht kein schlauer Move, einen Artikel über japanische Schriftstellerinnen mit Haruki Murakami einzuleiten. Aber solltest du dich bereits für japanische Literatur interessieren, dann ist dir vermutlich vor allem dieser Autor geläufig, oder? Viele von uns haben Japan durch seine Bücher kennengelernt. Andere haben Mangas gelesen und Anime geschaut. Dennoch ist uns Japan weiterhin oft fremd und einzigartig. Im Artikel stelle ich dir japanische Autorinnen vor, die dir ganz neue Perspektiven und Einblicke liefern.

Japanische Autorinnen

Japanische Autorinnen von poetisch bis rebellisch

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Buchcover
Banana Yoshimoto hat hierzulande längst unzählige Fans und mit dem Diogenes-Verlag auch einen großen deutschsprachigen Publikumsverlag hinter sich. Für mich war “Der See” nicht nur Einstiegsdroge in die Werke Yoshimotos, sondern hat mich ganz allgemein in den Bann japanischer, weiblicher Literatur gezogen. “Federkleid”, “Lebensgeister” … das sind alles tolle, berührende Romane. Ihr wohl bekanntestes Werk “Kitchen” habe ich leider (noch) nicht gelesen. ZUM BUCH

Milena Michiko Flašar: „Sterben lernen auf Japanisch“

Buchcover Milena Michiko Flasar: Sterben lernen auf Japanisch

Die österreichisch-japanische Autorin nimmt uns mit auf eine Reise nach Japan und zu einem Thema, das uns alle betrifft: den Tod. Flašar begegnet ihm in diesem Essay mit Neugier, Respekt und einer leisen Sensibilität. Viele Sätze und Eindrücke haben mich bei der Lektüre nachdenklich gestimmt. So wie hier:

Und wie wir uns schließlich aufmachten, zurück zur Hauptstraße mit ihrem Glanz und Glamour, war uns, als ob er, der Unbehauste, uns ein symbolisches Zuhause geschenkt hätte. Eines, das wir seither mit uns herumtragen und von dem wir uns fragen, wem wir es weiterreichen könnten.

Dieses Bild fasst für mich auch das Buch zusammen: eine poetische Reflexion über Leben und Sterben und das was wir hinterlassen. ZUM BUCH

Yōko Ogawa: „Insel der verlorenen Erinnerungen“

Yōko Ogawa

Es gibt Bücher, die sich leise in unser Gedächtnis schleichen. Davon erzählt Yōko Ogawas Insel der verlorenen Erinnerungen. Auf einer namenlosen Insel verschwinden nach und nach Dinge: zunächst kleine Alltagsgegenstände, später ganze Gefühle. Und mit ihnen verschwinden auch die Erinnerungen daran. Die Menschen nehmen es hin, fast ergeben, während die „Erinnerungspolizei“ jeden verfolgt, der sich noch erinnert. ZUM BUCH

Yukiko Motoya: “Die einsame Bodybuilderin”

Cover
Es gibt Verlage und es gibt Verlage. Wenn Blumenbar sein neues Programm auf den Weg schickt, leuchten in aller Regel meine Augen und ich stöbere lang und neugierig durch die Vorschauen. “Die einsame Bodybuilderin” habe ich angefragt, weil mich seit einiger Zeit schon fasziniert, dass gerade junge japanische Autorinnen eine Neigung zu literarischen Kurzformen zu haben scheinen. Das wollte ich gerne ergründen. Motoya gewährt einen anderen Blick auf das alltägliche Leben und verleiht ihm neue Magie und Leben. ZUM BUCH

Hiromi Kawakami: “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß”

Cover “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß”
Es gibt Bücher, die dich umhüllen wie eine lange und liebevolle Umarmung. Voller Geborgenheit, Wärme und Verständnis. Voller Geduld und Mitgefühl. Als ich Hiromi Kawakami für mich entdeckt habe, bekam ich genau diese Umarmung geschenkt. Ich liebe ihre subtilen, leisen Töne und das Gefühl, dass Kawakami mich besser verstehen würde, als ich mich selbst verstehe. “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” ist ein ganz untypischer Liebesroman. Aber einer der liebevoll umarmend einfach gut tut. ZUM BUCH

Mieko Kawakami: “Brüste und Eier”

Cover “Brüste und Eier”

Über einen Instagram-Lesekreis bin ich auf Mieko Kawakami und ihr besonderes Werk “Brüste und Eier” gestoßen. Es ist schwer zu sagen, was es in mir ausgelöst hat. Ehrlich gesagt, war es keine Liebe auf den ersten Read. Doch schafft es Mieko Kawakami mit so viel Ruhe und Ernsthaftigkeit den Blick auf feministische Themen zu lenken, dass ich dennoch viel mitnehmen konnte. Schönheitsnormen und die Diskriminierung der Frauen sind nicht selten Themen auch japanischer Autorinnen. ZUM BUCH

Sayaka Murata: “Die Ladenhüterin”

Cover “Die Ladenhüterin”
Warum ich zwei Anläufe brauchte, um mich auf Sayaka Murata einzulassen, kann ich nicht sagen. Sicher ist aber: es hat sich gelohnt und auch weitere Werke erwarte ich nun immer mit großer Spannung. “Die Ladenhüterin”, ganz ähnlich wie “Das Seidenraupenzimmer”, illustrieren wie schwierig das Leben für Menschen sein kann, die sich dem gesellschaftlich vorgezeichneten Weg versperren und eigene Vorstellungen verwirklichen wollen. Und vermutlich ist das noch euphemistisch ausgedrückt. Es ist nicht nur schwierig. Es kann sogar krank machen. Einfühlsam gewährt Murata Einblick in die Psyche vermeintlicher Außenseiter*innen, die im Grunde doch für all unsere eigenen individuellen Wünsche stehen. ZUM BUCH

Nanae Aoyama: „Bruchstücke“

Cover “Bruchstücke”
Drei Geschichten, die ich im Artikel “Du bist mir nicht gleichgültig” schon einmal vorgestellt habe. Was Aoyamas Werk auszeichnet, ist die gewollte Beiläufigkeit mit der alle Handlungsstränge und Gespräche versehen sind. Ruhig und achtsam werden Beziehungen und die Menschen in ihnen beschrieben. Sogar die schmerzhaften Momente sind dann so unbeschwert gezeichnet, dass ich beim Lesen immer wieder darüber stolpere. Wir sind es vielleicht nicht gewohnt Schmerz, Trauer und Ablehnung als selbstverständlich anzunehmen. Ich weiß auch nicht, ob wir das müssen. Aber es ist faszinierend, zumindest beim Lesen einmal diese Perspektive einzunehmen. ZUM BUCH

Asako Yuzuki: “Butter”

Cover “Butter”
Erinnerst du dich noch an den Gastartikel von Sandra Vahle? In “Let’s talk about Psychopathinnen” macht sie sehr deutlich, dass wir mehr Bösewichtinnen in der Literatur brauchen. “Butter” handelt von einer vermeintlichen Serienkillerin, die ihre Opfer erst bekocht und dann umgebracht haben soll. Yuzuki hat sie geschaffen: Eine Protagonistin, weder süß noch lieb, die an die unzumutbaren Erwartungen erinnert, die das Patriarchat uns Frauen stellt. ZUM BUCH

Schriftstellerinnen aus Japan

Es ist gar nicht so einfach, in Worte zu fassen, was weibliche japanische Literatur für mich ausmacht. Zunächst tauchen Begriffe wie Ruhe, Achtsamkeit, Strenge oder auch Bescheidenheit auf … Buzzwords, die schnell ins Klischeehafte abrutschen. Denn selbstverständlich lässt sich ein so vielfältiges literarisches Feld nicht auf ein paar Eigenschaften reduzieren. Was mich jedoch an vielen der vorgestellten Werke fasziniert, ist die tragende, unübersehbare Kraft, die in ihnen steckt. Eine Kraft, die  aufbricht. Sie will nicht bloß existieren, sondern gesehen werden. Sie will fühlen und uns fühlbar machen.

Kennst du andere japanische Autorinnen? Schreib es in die Kommentare. Ich freue mich immer über neue literarische Entdeckungen.

Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?

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Bücher über Polyamorie, die dein Lieben verändern werden

Wie lieben wir im 21. Jahrhundert? In diesem Artikel stelle ich dir verschiedene Bücher vor, die deine Perspektive auf die Liebe und deine Beziehungen verändern werden.

Stelle dir diese Frage: Wie wichtig nimmst du dich wirklich?

Warum tun wir uns eigentlich oft so schwer dabei, uns selbst wichtig zu nehmen? Warum ist Selbstwertschätzung nicht selbstverständlich? Du willst dich selbst wichtig nehmen? Dieser Roman hilft dir dabei.

Genießt du die Einsamkeit?

Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Viele von uns haben Japan durch Murakamis Bücher kennengelernt. Andere haben Mangas gelesen und Anime geschaut. Dennoch ist uns Japan weiterhin oft fremd und einzigartig. Im Artikel stelle ich dir 9 Autorinnen vor, die dir ganz neue Perspektiven und Einblicke liefern.

Wenn noch alles möglich ist

Manchmal fühlen wir uns in einer Situation “eingelockt” und wissen nicht mehr aus noch ein. Die Rahmenbedingungen geben uns das Gefühl der Enge und ein Ausweg ist vielleicht noch nicht sichtbar. Es gibt aber immer Hoffnung.

Wenn die Schuld kaum zu ertragen ist

Von Drogen, Schuld und dem Leben im Knast handelt Dawkins Erstlingswerk “Alle meine Freunde haben wen umgebracht”. Die autobiographischen Züge sind offensichtlich. Die Authentizität, die damit einhergeht, erdrückt.

Wirst du einen Neuanfang wagen?

Kennst du diese Tage der Eintönigkeit, an denen wir gar nicht richtig sagen könnten, ob sich dieses Leben aktuell so wirklich lohnt? Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf schwelende Konflikte, andauernde Selbstzweifel und immer wieder dieses Gefühl, nicht genug zu sein und nicht genug zu leisten.

Kannst du bitte mal zuhören?

Im Grunde hat doch jeder Mensch etwas zu sagen. Jede und jeder hat eine eigene Geschichte. Manchmal sogar sehr viele. Ja vielleicht haben wir alle eine ganze Bibliothek an Geschichten in uns.

Breaking the Cycle: Den Kreislauf familiärer Gewalt durchbrechen

Familiäre Gewalt ist kein Einzelfall, sondern ein System. Sie ist ein stiller Abdruck in Biografien, der in Körpern, Beziehungen und Selbstbildern nachwirkt. Und doch fehlt oft die Sprache, um sie zu fassen, oder der Mut, sie auszusprechen.

Ich bin mir selbst eine Mutter. Das muss reichen.

Für alle, die zweifeln. Für alle, die sich sicher sind. Und für alle, die spüren wollen, wie viel Freiheit in einem klaren “Vielleicht” stecken kann. Mutterschaft ist auch ein Buch für alle, die sich nicht sicher sind …

Kinder ja, aber nicht mit dir!

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Wenn du nicht viel Zeit hast, um den ganzen Artikel zu lesen: Es geht um dieses wunderbare Buch!

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Buchcover "Andere Umstände von Julia Zejn

Titel: Andere Umstände

Autorin: Julia Zejn
Verlag: Avant-Verlag

Manche Menschen trennen sich, weil sie zusammen keine Kinder bekommen können. Andere heiraten, um eine Familie zu gründen. Und wiederum andere mögen sich sehr, lieben sich sogar, können sich aber einfach nicht vorstellen, gemeinsam Eltern zu werden.

Illustration aus

Weg mit Paragraph 218!

Ja und manchmal will die eine Person das eine und die andere das andere. Im Netz gibt es bereits viele gut recherchierte und informative Artikel rund um den Paragraphen 218: Stimmen, die sich erheben, um das Selbstbestimmungsrecht gebärfähiger Personen zu verteidigen.

Julia Zejn hat mit “Andere Umstände” ein Comic geschaffen, welches sich behutsam und unaufgeregt dem Thema “Schwangerschaftsabbruch” nähert. Für mich ist dieses Werk aber noch mehr, als eine Geschichte über ungewolltes Schwangersein.

Aus dem Comic

Care-Arbeit ist selten gerecht verteilt

Die Protagonistin Anja verliebt sich in den DJ Olli, zieht mit ihm zusammen und wird im gemeinsamen Zusammenleben mit recht vielen unliebsamen Angewohnheiten ihres Liebsten konfrontiert. Vieles dreht sich hier um die Verteilung von Care-Arbeit und darum, wie sehr sich Anja in dieser Beziehung aufopfert. Und nicht nur dort. Auch ihrem Kollegen nimmt sie Arbeit ab und im Gespräch mit ihrer Schwägerin erfährt sie, dass auch deren Partner nach außen hin super mit der Tochter kann, aber die vielen lästigen Haushaltsaufgaben an der Mutter hängenbleiben.

Ich will Kinder. Aber nicht mit dir.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich Olli bereits kenne. Seine Züge, seine Unbedarftheit, seine naive Argumentation und seinen Egoismus. Was Anja leistet, damit er so leben kann wie er lebt – das sieht er nicht. Warum Anja trotzdem bei ihm bleibt? Liebe vielleicht? Unsicherheit? Es nicht besser wissen? Ich kann ja schlecht darüber urteilen. Sicher war ich selbst nicht nur einmal in so einer Beziehung, in der die meiste Care-Arbeit und Verantwortung bei mir lag. Diese Einsicht betrübt schon.

Party oder Kinder?

Die eigenen Grenzen zu erkunden, ist eine Herausforderung. Vielleicht fieberte ich deshalb besonders stark mit Anja und ihren Entscheidungen mit und muss sagen: Das Ende hat mich wirklich überrascht. Ob im Guten oder im Schlechten? Lest selbst!

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Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Bewältigungsstrategien der AussteigerInnen: Isolation oder Freiheit?

Manchmal gibt es diese Tage: Tausend Gedanken, aber keinen Plan wie dieses oder jenes Problem angegangen werden kann. Was tun wir dann?

Jetzt konzentrier dich doch endlich mal!

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, den dritten Schritt vor den ersten machen und leicht mal die Spur verlieren. Kennst du das?

Alltagsrassismus verstehen & Mikroaggressionen erkennen: Bücher für weiße Leser*innen

Bücher über Alltagsrassismus: Perspektiven verstehen, Mikroaggressionen erkennen und lernen, wie weiße Leser*innen Verantwortung übernehmen können.

Wenn noch alles möglich ist

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Flucht verstehen: Können wir das?

Um Krieg und Flucht zu verstehen, müssen wir zuhören. Dieses Buch gibt uns die Möglichkeit dazu.

Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Feminismus für Männer: Bücher über Männlichkeit, Emotionen und Veränderung

Im Patriarchat werden auch Männer zu Opfern. Erwartungen, Rollenbilder, sozialer Druck …

Was tun bei Depressionen und Angst? Diese Graphic Novel hilft weiter.

Oft fällt es Betroffenen nicht leicht, Hilfe anzunehmen und über ihre Probleme zu sprechen. Ein feinsinniges, verständnisvolles und empathisches Buch kann die nötige Kraft vermitteln, die es braucht, weitere Schritte einzuleiten.

Du musst das nicht ertragen

Früher oder später kommt jeder Mensch in eine Situation, die sich nicht gut anfühlt. Manchmal fühlen wir uns dieser Situation einfach irgendwie ausgeliefert.

Wie schön muss ich sein?

Wie schön muss ich sein?

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Buchcover "Im Spiegelsaal"

Titel: Im Spiegelsaal

Autorin: Liv Strömquist
Verlag: Avant-Verlag

Spieglein, Spieglein, muss ich mir wirklich die Beine rasieren? Oder die Augenbrauen zupfen? Soll ich meine Fingernägel lackieren oder besser meinen Po trainieren? Wie steht es eigentlich um meine Brüste und meine Haare … oje … meine Haare!!!

schön und fuckable

Zur Zeit kann mensch in Instagram-Reels einen Trend verfolgen, bei dem bestimmte Gesichtsfilter vorgeführt und kritisiert werden: Gezeigt wird zuerst das eigene Gesicht mit einem Filter und dann wird auf den nicht unerheblichen Unterschied zur Realität verwiesen.

Dass Filter das können, finde ich gar nicht so überraschend. Aber dass wir tagtäglich in den sozialen Medien, im Fernsehen und Zeitschriften unzählige solcher stark verfälschten Bilder sehen und das nicht realisieren – was macht das mit uns?

Schön und fuckable sein

“Die Folge davon ist jedenfalls erhöhter Druck, konstant, das ganze Leben hindurch vorzüglich fuckable zu sein (…)” 

Liv Strömquists neuestes Graphic Essay “Im Spiegelsaal” dreht sich um Schönheit. Warum sind wir von ihr so besessen? Wer profitiert von der gesellschaftlichen Erwartung schön zu sein? Wie hat sich das historisch aufgebaut? Und welche Rolle spielen die sozialen Medien und Influencer*innen dabei heute? Auf diese Fragen bekommen wir Antworten.

Schönheitsfalle

Spieglein, Spieglein, wie steht es um meine Fuckability?

Ich bin eine Cis-Frau. Und Frauen – zumindest dieses Privileg haben wir laut Meike Stoverock (“Female Choice. Vom Anfang und Ende der männlichen Zivilisation”) – kontrollieren die Ressource Sex. Alle? Vermutlich nicht alle. Ich selbst bin 35 Jahre jung, finde mich hübsch, rasiere meine Beine nicht und mache mir um meine Fuckability nur sehr eingeschränkt Sorgen. Schönheitsideale nicht an mich ranzulassen – davon bin ich jedoch weit entfernt. Wie könnte es auch anders sein?!! 

Suche nach Liebe und Anerkennung

Unsere Suche nach Liebe und Anerkennung hat sich leider viel zu tief in unser Bewusstsein hineingefräst und manchmal können wir nur noch versuchen, die Auswirkungen dessen im Zaum zu halten. Ich kann beispielsweise achtsam hinterfragen, welche Rolle ich Schönheit beimessen möchte und welchen Idealen ich mich unterwerfe. Aber gänzlich frei von eitlen Unsicherheiten, Komplexen und Ängsten – das ist für mich schwer vorstellbar.

Schönheit

Margarete Stokowski schreibt: „Liv Strömquist entzaubert nicht nur Sexualität, sondern auch das Patriarchat. Und das tut sie auf sehr schlaue, lustige und schöne Art.“

Schönheit ist ja per se auch nichts Schlechtes. Wir streben nach dem Schönen. Schönes umschmeichelt die Seele und streichelt das Gemüt. Jedoch, was wir als schön empfinden – das haben wir stärker in der Hand als uns Social Media und Patriarchat glauben machen wollen. “Im Spiegelsaal” macht das noch einmal mehr deutlich. Viel Freude beim Lesen!

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Flucht verstehen: Können wir das?

Um Krieg und Flucht zu verstehen, müssen wir zuhören. Dieses Buch gibt uns die Möglichkeit dazu.

So wichtig sind Geschwister

Die Beziehung, die wir zu unseren Geschwistern pflegen ist in der Regel die längste Beziehung unseres Lebens. Damit kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Wie können wir ihnen gerecht werden?

Wert oder Wunde? Bücher über komplexe PTBS und die Frage nach dem Selbst

Bücher über kPTBS: Orientierung, Verständnis und Unterstützung im Umgang mit Trauma

Genießt du die Einsamkeit?

Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Mädchen, der ist nicht gut für dich!

Hast du auch diese eine Freundin, die sich immer wieder in den Falschen verliebt? Oder bist du vielleicht selbst eine, deren Interesse an einem Mann in dem Maße wächst, in dem er dich herabsetzt, Distanz aufbaut und sich dir gegenüber gleichgültig zeigt?

Hast du denn gar keine Phantasie?

Niemand möchte hören “Jetzt entspann dich doch mal!” Selten gehen solche Aufforderungen mit konstruktiven Tipps einher, wie wir das anstellen sollen. Dieses Buch kann helfen.

Warum machst du dir eigentlich solche Sorgen?

“Sorgen sind wie ein Schaukelstuhl. Sie halten dich beschäftigt, aber du kommst nicht voran.” In diesem Artikel wird es um solche Sorgen und das damit verbundene Grübeln gehen. Darum, warum sich die vielen Sorgen oft nicht lohnen und wie wir das Leben stattdessen angehen können.

Höre nicht auf zu wachsen

Stell dir einen Baum vor. Einen großen, prächtigen Baum mit starken Ästen, tiefen Wurzeln und Blättern so dicht, dass du nicht siehst, was dahinter ist. Was wenn du dieser Baum bist?

Frauen und Finanzen: Geld verstehen, investieren & wachsen mit Büchern

Einblicke in Bücher, die meine Geldansichten wandelten. Empfehlungen, um deine Finanzbildung zu vertiefen und finanzielle Zukunft selbstbestimmt zu gestalten.

Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Chinesische Comics: Kennst du Manhua? | Gastartikel von Rudolph Schneider

Chinesische Comics: Kennst du Manhua? | Gastartikel von Rudolph Schneider

Chinesische Comics: Kennst du Manhua?

Gastartikel von Rudolph Schneider

“Manga” – der japanische Begriff für Comics ist vielen Menschen geläufig. Auch Animes drangen früh in den westlichen Mainstream ein. Kaum eine größere Buchhandlung, die etwas auf sich hält, verzichtet noch auf ein Mangaregal.
Weniger bekannt ist jedoch der Begriff Manhua (漫画), der ursprünglich eine bestimmte Form der Malerei bezeichnet und seit dem späten 19. Jahrhundert und dem frühen 20. Jahrhundert für Comics und Cartoons, die aus China stammen benutzt wird. Dass chinesische Comics im Westen wenig bekannt sind, liegt auch daran, dass diese im eigenen Land ein Nischendasein fristen.

Vielschichtigkeit von Comics

Chinesische Comics als Kunstform?!

Als echte Kunstform werden sie nicht anerkannt und unterliegen einer strengen Zensur durch den Staat. Nichtsdestotrotz üben Comics, seien es nun Chinesische Manhuas oder japanische Mangas einen starken Einfluss auf die Jugendkultur Chinas aus. Noch besser lässt sich das in Taiwan beobachten, wo der kulturelle Einfluss Japans deutlich spürbarer ist. Zudem können sich hier die Künstlerinnen aufgrund der geltenden Meinungsfreiheit viel freier entfalten. So überrascht es nicht, dass einer der bedeutendsten Manhua-Künstler aus Taiwan stammt. Chen Uen oder Zhèng Wèn gehört zu den wenigen Ausländer*innen, die sich mit ihren Comics auf dem japanischen Markt etablieren konnten.

Er gewann unter anderem als erster Ausländer einen Preis der japanischen Cartoonisten-Vereinigung. Chen Uen wuchs in einer Zeit auf, in der die Taiwanes*innen selbst noch unter einer Diktatur litten und sich nur mühsam ihre Freiheit erkämpften. Seine bedeutendsten Werke beschäftigen sich deswegen nicht von ungefähr mit einer der wichtigsten Epochen der Chinesischen Geschichte.

Chinesische Geschichte als Comic

In seiner Trilogie „Helden der östlichen Zhou-Zeit“ schildert er Schicksale von bedeutenden Persönlichkeiten aus dieser Zeit, die mitunter auch als die Zeit der Frühlings- und Herbstannalen oder auch als die Zeit der streitenden Reiche bekannt ist.

Ein kleiner Abriss: Die Zhou-Könige waren ähnlich wie die Kaiser*innen des Heiligen Römischen Reiches eher zeremonielle Herrscher*innen, deren Machtfülle nur selten über ihren eigenen Herrschaftsbereich hinausreichte. Viele Staaten existierten damals auf dem Gebiet des heutigen Chinas, die im ständigen Wettstreit miteinander lagen, der nicht selten mit Waffengewalt geführt wurde.

Trotz dieser ständigen Konflikte war es auch eine Zeit, in der Philosophie, Kunst und Kultur blühten. Diese turbulente Zeit endete mit dem Beginn der Herrschaft Qin Shi Huang Di’s, der Herrscher des Reichs Qin, der alle anderen Reiche eroberte und sich zum Kaiser ernannte. Seiner Geschichte widmet sich Chen Uen in „Der erste Kaiser“, und zeigt ihn darin als zerrissenen, paranoiden Charakter, der zwar von Machthunger, aber auch von Angst und Unsicherheit getrieben wird.

Hierin liegt die besondere Anziehungskraft der Bücher von Uen. Bücher über die chinesische Geschichte findet man zuhauf. Doch oft fällt es gerade der westlichen Leserin schwer, sich den Akteur*innen der Geschichte zu nähern. Zu fremd erscheint die chinesische Antike Kultur und mit der westlichen Schablone lassen sich viele Zusammenhänge einfach nicht begreifen. Die Cartoons von Chen Uen lassen die Geschichte anhand der Bilder begreiflich machen und dabei hilft natürlich auch, dass viele seiner Werke mittlerweile auch in hervorragender Übersetzung durch Marc Hermann vorliegen.

Das Vergnügen bilingualer Comics

Buchcover Der Erste Kaiser Chen UenFür sinophile Sprachlernende wie mich, ist es ein besonderes Vergnügen eine bilinguale Edition in den Händen zu halten, wie sie von Chinabooks herausgebracht wurde. Der zeichnerische Stil Chen Uen’s weicht deutlich von der japanischen Mangatradition ab. Menschen werden wesentlich realistischer abgebildet. Beim Abbilden von Emotionen greift auch Uen auf surrealistische Elemente zurück. Das zornige Gesicht eines Generals wird zu einer dämonischen Fratze. Die zuschlagende Hand wird riesenhaft groß. Er setzt diese Elemente aber behutsam ein. Interessanterweise sind die ersten Seiten seiner Comics in Farbe gehalten und danach wird das traditionelle Schwarz-Weiß verwendet. Über die Gründe hierfür kann man nur mutmaßen. Möglicherweise will der Autor dem Leser eine Farbpalette für seine Vorstellungskraft an die Hand geben. Auch wenn mir persönlich die farblich ausgestalteten Seiten mehr zusagen, so lässt sich doch sagen, dass man auch mit nur zwei Farben eine unglaubliche Atmosphäre erzeugen kann und hierin liegt vielleicht auch die Kunst. Chaotische Schlachtszenen in denen Formen zu verschwimmen scheinen wechseln sich ab mit feinsinnigen Porträts, die ähnlich wie Karikaturen Charakteristika der handelnden Personen deutlich machen.

Der Kaiser als Mensch

In „Der erste Kaiser“ gelingt es Chen Uen, die facettenreiche Persönlichkeit des Tyrannen darzustellen, ihn weder zu idolisieren noch zu dämonisieren, sondern einfach zu zeigen, was für ein Mensch er war, oder möglicherweise gewesen ist. Qin Shi Huang Di ist auch in der heutigen Chinesischen Gesellschaft eine umstrittene Figur. Seine Rolle als Reichseiniger ist unbestritten. Und Einigkeit und Einheit sind im heutigen China Begriffe, die durchweg positiv besetzt sind. Der Weg zur Einheit war aber ein blutiger. In verlustreichen Kriegen einte er das Reich, erstickte die Vielfalt und errichtete eine kurzlebige Schreckensherrschaft. Es ist nicht sicher, ob alles was über ihn geschrieben wurde, wirklich der Wahrheit entspricht, denn die chinesische Geschichtsschreibung hatte immer schon eine Tendenz dazu, die eigene Herrschaft als gütig und gerecht erscheinen zu lassen und die jeweilig vorangehende in den schlimmsten Farben zu malen.

Anmutige Held*innen in chinesischen Comics

Ich persönlich hatte meine erste Begegnung mit dem „Ersten Kaiser“ mit dreizehn Jahren, als meine Mutter mit mir ins Kino ging und wir zusammen Hero schauten. Die Geschichte dreier Attentäter*innen, die sich des mächtigen Qin-Herrschers entledigen wollen, wird in verschiedenen Versionen unter Einsatz von verschiedenen Farbtönen erzählt. Die Helden und Heldinnen bewegen sich anmutig, können gar fliegen und sprechen nur weise Worte.

Kurz vor Gelingen des Unterfangens entscheidet sich der Held jedoch den Kaiser leben zu lassen, da die Ordnung, die er geschaffen hat, zwar gewaltsam und brutal durchgesetzt wurde, aber den Menschen dennoch bleibenden Frieden verschafft hat. Eine Botschaft, mit der auch ich eher gehadert habe. Nichtsdestotrotz löste der Film eine riesige Faszination bei mir aus und das Thema China ließ mich nie wieder völlig los.

In den Comics von Chen Uen wird ein sehr viel komplexerer Charakter des Kaisers gezeichnet. Misstrauen und Angst vor Verrat sind seine ständigen Begleiter und lassen ihn immer gnadenloser und brutaler werden. Selbst seine guten Freunde sind nicht vor ihm sicher.
Als Jugendlicher habe ich vielleicht mit dem Kaiser sympathisiert und mich selbst in Machtfantasien verloren. Große Eroberer übten eine große Faszination aus. Je mehr ich über Geschichte lernte, desto fremder wurden mir diese „Lichtgestalten“.  Das Leben, welches diese Herrscher und Herrscherinnen führten, war meist kein glückliches. Qin Shi Huang war am Ende seines Lebens von der Angst vor dem Tod zerfressen. Nachdem all seine Versuche das Elixier des Ewigen Lebens zu erlangen gescheitert waren, ließ er einen riesigen Grabhügel errichten und erschuf eine Armee aus Tonsoldaten, die ihn im Totenreich bewachen sollten. Doch das war nicht genug. Alle seine Diener, Konkubinen und viele der Menschen, die am Bau beteiligt waren, wurden gezwungen ihm in den Tod zu folgen. Kann man mit einem solchen Menschen mitfühlen? Darf man es?

Gastautor Rudolph Schneider

Gastautor Rudolph Schneider

Ich wohne seit einigen Jahren in Berlin und arbeite als Softwareentwickler, Reiseführer und Tourguide. Seit mehr als 10 Jahren beschäftige ich mich bereits mit China, seiner Kultur, seiner Sprache und seinen Menschen. Das Gefühl immer noch am Anfang zu stehen, bin ich trotz Sinologiestudium und mehrjährigem Aufenthalt in der Volksrepublik nicht losgeworden. Andere Themen, die mich umtreiben sind Künstliche Intelligenz, Raumfahrt, Nachhaltigkeit, Soziale Gerechtigkeit. Vielleicht nicht ganz überraschend, dass mein erstes Buch (dass ich 2021 angefangen habe zu schreiben), ein ScienceFiction Roman sein wird.

Literaturpower möchte Leser*innen viele interessante und hilfreiche Informationen rund um das Thema Literatur, Bücher und Lesen bieten. Dafür kommen auch GastautorInnen zu Wort. Wenn du auch einen Gastartikel über ein spannendes Thema schreiben möchtest, melde dich gerne über das Kontaktformular unten auf dieser Seite: Über Literaturpower.

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Toys und Bücher, die deine sexuelle Intelligenz stärken

Erotische Inspiration? Ich stelle dir besondere Bücher und Toys vor, die deine sexuelle Intelligenz stärken.

Die Gewalt um uns

Auch beim Erzählen sind es Worte über die wir unsere Bedürfnisse kommunizieren, uns Verständnis einholen und unsere Emotionen transportieren. Vielleicht deshalb sprudelt es auch aus Edouard nur so heraus, nachdem er Opfer einer Gewalttat geworden ist.

Falsche Männlichkeit: das große Missverständnis

Männer müssen so und so sein. Neben Vorurteilen und Unterstellungen prägen eine Menge Erwartungen unsere Gender-Vorstellungen und skizzieren klare Rollenbilder, die im Grunde nur falsch sein können.

Gib dich nicht für ihn auf!

Die Liebe vermag Berge zu versetzen. Sie kann uns einen Sinn im Leben geben, Kraft schenken und Richtung weisen. Manchmal jedoch, macht sie uns auch kaputt … Nicht alles, was wie Liebe aussieht und sich wie Liebe anfühlt, ist auch gut für uns.

Neue Wege und neue Bücher

Wie gelingt uns Veränderung, Neues wagen und der Aufbruch ins Unbekannte? Welche Hürden müssen wir nehmen und was können wir tun, wenn uns das einmal nicht gelingt? Perspektiven, Lösungen und Ideen finden sich oft in Büchern.

Die Gewalt in DDR-Familien, die wir nicht sehen wollten

Viele, die mit und nach der Wende aufgewachsen sind, tragen Erfahrungen in sich, die sie lange nicht zuordnen konnten. Autorität war selbstverständlich. Härte wurde nicht hinterfragt. Und das Schweigen, über alles, was schwierig war, war oft lauter als jede Antwort.

Kinder ja, aber nicht mit dir!

Manche Menschen trennen sich, weil sie zusammen keine Kinder bekommen können. Andere heiraten, um eine Familie zu gründen. Und wiederum andere …

Was ist Heimat für dich?

Heimat wird bei uns meist mit einem Raum verbunden, in den wir hineingeboren werden. Oder ein Ort, den wir schon lange bewohnen und der ein Wohlgefühl in uns auslöst. Manchmal widersprechen sich diese Herangehensweisen.

Schwanger? Mach dich doch nicht verrückt!

Die Schwangerschaft ist eine Lebensphase, die von vielen extremen Emotionen begleitet wird. Extrem können sie nach oben, aber auch nach unten verlaufen. Wichtig ist: Mach dich nicht wahnsinnig, aber lass dich auch nicht wahnsinnig machen.

Es gibt Träume, die lebst du bereits!

Wieviele Träume passen eigentlich in all die Strukturen, Routinen und alltäglichen Aufgaben, denen du dich jeden Tag aussetzt? Vielleicht mehr als du denkst. Und vielleicht musst du einfach mal wieder genauer hinsehen!

Feministisch denken und argumentieren: Bücher, die echten Support leisten

Feministisch denken und argumentieren: Bücher, die echten Support leisten

Feministisch denken und argumentieren: Bücher, die echten Support leisten

Ich habe keinen Kinderwunsch und ich möchte nicht heiraten. Beides schließe ich nicht komplett aus, aber ich hatte nie dieses tiefe Bedürfnis, eine eigene Familie zu gründen. Für Frauen ist der gesellschaftliche Druck, sesshaft zu werden, Kinder zu bekommen und sich in eine monogame Partnerschaft einzufügen, jedoch nach wie vor immens.

positive Frauen

Feminismus vs. internalisierte Misogynie

Vor vielen Jahren habe ich aus diesem Grund Regretting Motherhood – Wenn Mütter bereuen von Orna Donath quasi inhaliert. Damit konnte ich bereits viele gut gemeinte Ratschläge von mir abprallen lassen.

Vielleicht hast du das auch schon mal gehört? Das hier sind alles Aussagen, die ich so wortwörtlich schon zu hören bekam:

“Wenn du mit deinem Freund jetzt keine Kinder kriegst, verlässt er dich bestimmt später für eine jüngere Frau.”

“Du solltest dich immer nur auf eine Person konzentrieren, sonst stumpfst du ab.”

“Ohne Partner und Kinder wirst du im Alter sicher einsam sein.”

“Eine Frau ist doch erst vollständig, wenn sie Kinder bekommt.”

“Schlaf nicht gleich mit jedem.”

Wie diskriminierend, verletzend und abwertend solche Phrasen sind, wird selten reflektiert. Wie stark wir solche Glaubenssätze im herrschenden Patriarchat internalisiert haben, wird mir bewusst, wenn ich mich daran erinnere, dass diese RatSCHLÄGE häufig von anderen Frauen kamen.

Selbstverwirklichung statt Care-Arbeit

Ähnlich schlimm ist es oft um das Verhältnis zur eigenen Sexualität bestimmt. Persönliche Bedürfnisse erkennen, akzeptieren und ausleben? Fehlanzeige. Stattdessen läuft mensch romantisierten Vorstellungen einer monogamen Verbindung hinterher, entfernt jegliche unerwünschte Körperhaare, übernimmt viel zu viel Care-Arbeit und geht vielleicht sexuelle Kompromisse ein, die ein leichtes Erschaudern in mir auslösen.

Frauen als Marionetten

Und manchmal findet sie dich: die romantische, monogame Beziehung. Sie umschlingt dich eines schönen Wintertages wie ein warmer Mantel, der zunächst perfekt passt. Doch manchmal beginnt dieser Mantel, unbemerkt enger zu werden. Erwartungen, Rollenbilder und unausgesprochene Regeln können dazu führen, dass du dich selbst darin immer weniger wiederfindest. Bedürfnisse bleiben unerfüllt, obwohl eigentlich alles „richtig“ sein sollte.

Mir gibt das zu denken. Ich habe Fragen, Ängste und Unsicherheiten. Die feministische Literatur liefert mir dabei Support und zahlreiche kraftvolle Perspektiven.

Feministische Bücher, die aufklären und stärken

In diesem Artikel stelle ich dir eine kleine Auswahl aktueller feministischer Werke vor. Sie alle beleuchten unterschiedliche Perspektiven und Aspekte. Sie zeigen auf, was falsch läuft und sie empowern dort, wo bereits gute Ansätze bestehen. Ich hoffe, du findest hier Inspiration für dich.

Buchcover “Feminism is for everyone” (Fabienne Sand, Laura Hofmann, Felicia Ewert)

Es gab Zeiten in denen ich feministische Diskussionen gemieden habe. Vielleicht gab es sogar Zeiten in denen ich anti-feministisch argumentiert habe. Aus Unwissenheit und Unsicherheit. Bei einem so großen und wichtigen Thema nicht richtig mitreden zu können, hat mich zwar einerseits demütig werden lassen, aber auch irgendwie handlungsunfähig. Was sollte ich auf dumme Sprüche antworten, die in mir zwar Bauchschmerzen verursachten, aber denen ich keine starken Argumente entgegenzusetzen hatte? Dieses schlaue Büchlein hätte ich mir damals als Einstieg gewünscht. Zum einen, weil es gut erklärte Antworten gibt, aber vor allem auch, weil es die richtigen Fragen aufwirft.

“Empowerment, Feminismus, Gleichberechtigung – was steckt eigentlich hinter diesen Begriffen? (…) Was bedeutet Intersektionalität? Was verbindet Sexismus und Transfeindlichkeit? Und was hat Rassismus mit all dem zu tun?”

“Feminism is for everyone – Argumente für eine gleichberechtigte Gesellschaft” empfehle ich all jenen, die in sich das gleiche Bedürfnis verspüren, mitreden zu wollen.

Buchcover “Female Choice” (Meike Stoverock)

“Female Choice” trägt den schönen Untertitel “Vom Anfang und Ende der männlichen Zivilisation”. Ist es deshalb ein Werk über Männer? Keineswegs. Frauen und Menschen, die sich anderen Geschlechtern zugehörig fühlen, leben in dieser patriarchalen Gesellschaft, sind vom System abhängig und erleiden tagtäglich Reibung, Konflikte, und Diskriminierung. Stoverock veranschaulicht wie die Sesshaftwerdung der Menschen zu ungleichen Machtverhältnissen führte und welchen Weg es daraus gibt.

“Die meisten Erwachsenen tragen also eine mal mehr, mal weniger starke Sehnsucht nach dem, was in der eigenen Kindheit unerfüllt geblieben ist, in sich. Und oft projizieren sie diese auf eine Partnerin oder einen Partner. Wir hoffen, dass der Partnermensch die Ängste zum Schweigen bringt, die Sehnsucht erfüllt, den Selbsthass abmildert, die Leistungsbereitschaft bis zur Selbstausbeutung bremst oder das geringe Selbstwertgefühl aufbessert.”

“Female Choice” ist ein Buch mit diskutablen Thesen. Es ist provokant und lädt zum Diskurs ein. Wir lernen welche Werte es braucht, welche Energie aufgebracht werden muss und wo wir alle uns und unsere Glaubenssätze hinterfragen müssen.

Buchcover “Radikale Zärtlichkeit” (Şeyda Kurt)

“Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist” habe ich als Hörbuch gehört, gesprochen von der wunderbaren Şeyda Kurt persönlich. Sie fragt, wie Liebe aktuell im Patriarchat funktioniert und wie sie anders funktionieren könnte. Welchen Einfluss nehmen Rassismus und Kapitalismus auf unser Miteinander? Welche Möglichkeiten ergeben sich für die einen und welche Ausgrenzungen finden für die anderen statt? Ich habe mich diesem Buch gewidmet, weil ein Freund kürzlich meinte: “Kaum eine Beziehung in meinem Freund*innenkreis würde nach der Lektüre so fortbestehen wie vorher.” Ich wurde neugierig und wollte wissen, was nötig sei, um solch drastische Veränderungen hervorzurufen.

“Was “romantisch” überhaupt bedeuten soll? Puh. Das ist ein Wort, an dem ich mich in diesem Buch ziemlich abarbeite. Aber so viel sei vorweggenommen: Ich verstehe romantisch als ein historisch gewachsenes Konzept, das die Beziehung von zwei Menschen zueinander normieren will. In unserer Gesellschaft kommt der romantischen Beziehung – zumal in Hetero-Konstellationen – ein Vorrang zu. Eine romantische Beziehung wird als exklusiv, monogam und sexuell verstanden. Andere Konzepte von Intimität, etwa Freund*innenschaften, werden im Gegensatz zur romantischen Beziehung häufig als weniger erstrebenswert betrachtet.” 

Ich bin gerade eh in einer Situation, in der ich meine Beziehungen und Freund*innenschaften überdenke und neu gestalte. “Radikale Zärtlichkeit” hat mir dabei nicht nur Richtung, sondern auch viele Argumente gegeben und bekommt von mir auf alle Fälle eine klare Empfehlung.

„Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen“ (Ulli Lust)

Ulli Lust: Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen

Wer schreibt Geschichte? Mit „Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen“ öffnet Ulli Lust einen Blick auf Frauenbilder, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. In ihrer Graphic Novel beschäftigt sie sich mit der Rolle von Frauen in frühen Gesellschaften und fragt danach, welche Bedeutung weibliches Wissen in verschiedenen Kulturen hatten. Ich finde besonders die Frage spannend, wie Geschichte erzählt wird. Welche Personen werden sichtbar gemacht? Welche Rollen bekommen Frauen zugeschrieben? Welche verschwinden aus unseren Erzählungen? Ulli Lust lädt ein, vermeintlich selbstverständliche Bilder von Vergangenheit und Weiblichkeit zu hinterfragen.

Der feministische Support:Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen“ hilft, den eigenen Blick zu schärfen. Es erinnert daran, dass gesellschaftliche Rollen nicht naturgegeben sind, sondern immer auch kulturell geprägt und erzählt werden. ZUM BUCH

Buchcover “Wie die Gorillas” (Esther Becker)

Oha! Wie mich dieses Buch getriggert hat! All diese bösen Erinnerungen an meine eigene Jugend. Gefüllt mit Unsicherheit, Bodyshaming, gestörtem Essverhalten und Komplexen. All die Dinge, die du vor deinen Eltern und Freund*innen geheim gehalten hast und all die Dinge, die du nicht mal dir selbst eingestehen wolltest. Als ich “Wie die Gorillas” gelesen habe, wurde ich traurig, weil mir wieder mal klar wird, wie stark Selbsthass und Schönheitsideale eine Zeit beeinflussen können, die eigentlich von Leichtigkeit, Neugier und Abenteuer geprägt sein sollte. Dieser Roman spricht aus, was sich in so vielen jungen Köpfen Tag für Tag abspielt und selten ernst genug genommen wird.

“Was machst du, wenn deine Kinder Frauen werden? (…) Du wolltest kein Mauerblümchen pflanzen, keine alte Jungfer heranzüchten und trotzdem wird dir mulmig, wenn du dir ausmalst, wie jemand deiner Tochter die Zunge in den Mund bohrt, ihren Brüsten beikommt, ihr den Finger in die Muschi schiebt. Muschi sagst du nicht, du sagst Scheide oder Vagina, wenn es sein muss, unsicher, ob die Betonung auf der ersten oder der zweiten Silbe liegt, du hattest kein Latein.”

Wie stark und zerstörerisch der Druck ist, schön zu sein. Wie groß die Erwartungen, die wir selbst und andere an uns stellen. “Wie die Gorillas” ist sicher keine entspannte Sommerlektüre, aber es bietet eine Perspektive, die (wieder)einzunehmen allemal lohnt.

Feministisch denken mit offenen Augen

Feministische Bücher zum Verstehen, Diskutieren und Hinterfragen

Zum Abschluss möchte ich dir vier weitere Bücher nahelegen, die ich kürzlich gelesen und für sehr gut befand. Vielleicht widme ich ihnen mal einen eigenen Artikel, gerade fehlt mir die Zeit. Aber schau sie dir unbedingt einmal an. Ich habe aus diesen Büchern viel mitgenommen:

“Süss” von Ann-Kristin Tlusty
“Wut und Böse” von Ciani-Sophia Hoeder
“Männer” von Johanna Adorján
“Das ist Lust” von Mary Gaitskill

Egal mit welchem Buch du anfängst – trau dich zu diskutieren und bestehende Strukturen zu hinterfragen. Trau dich auch mal Kritik zu äußern und lass auch Kritik an dir zu. Bequem ist das sicher nicht, aber es ist nötig und mit der richtigen Lektüre gewinnst du dabei ganz nebenbei auch noch viel Selbstbewusstsein. Viel Freude beim Lesen!

Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?

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Du verdienst ein schönes Leben

Denkst du nach über verpasste Chancen, alternative Lebenswege und die Frage, was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht? Entdecke eine Geschichte, die zeigt, dass kein Weg perfekt ist – und dass es sich lohnt, das eigene Leben mit neuen Augen zu sehen.

60+ trans Bücher über Identität, Liebe und Selbstbestimmung

Bücher über Transidentität, Nicht-Binarität und Gender: persönliche Empfehlungen zu Identität, Körper, Beziehungen und Selbstbestimmung.

Mama, ich bin stolz auf dich!

Viele Menschen träumen davon, ein neues Leben zu beginnen. Manche verlassen ihre Heimat, weil sie die Lebensumstände dort nicht mehr ertragen und fliehen müssen. Egal warum frau geht: leicht ist es nicht.

Toys und Bücher, die deine sexuelle Intelligenz stärken

Erotische Inspiration? Ich stelle dir besondere Bücher und Toys vor, die deine sexuelle Intelligenz stärken.

Verletzlich und doch stark sein

Du kannst verletzlich und trotzdem stark sein. Wusstest du das? Aber wenn du stark sein musst, dann sei es doch bitte für dich!

Wert oder Wunde? Bücher über komplexe PTBS und die Frage nach dem Selbst

Bücher über kPTBS: Orientierung, Verständnis und Unterstützung im Umgang mit Trauma

Krankheit verstehen und den Schmerz aussprechen

Die Krankheit Krebs ist immer Auslöser für eine neue Perspektive auf das Leben. Solch eine weitreichende Diagnose zu bekommen, lässt uns …

Ich bin mir selbst eine Mutter. Das muss reichen.

Für alle, die zweifeln. Für alle, die sich sicher sind. Und für alle, die spüren wollen, wie viel Freiheit in einem klaren “Vielleicht” stecken kann. Mutterschaft ist auch ein Buch für alle, die sich nicht sicher sind …

Was erwartest du eigentlich von mir?

Es ist schwierig eigene Erwartungen loszulassen. Ich würde jedoch behaupten, dass es noch viel schwieriger ist, die Erwartungen anderer zu hinterfragen und beiseite zu tun. Wie kann es klappen?

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen

Niemand ist immer nur zufrieden mit seinem Leben. Klar wollen wir bewusster leben. Und unsere Zeit nicht verschwenden.

Toys und Bücher, die deine sexuelle Intelligenz stärken

Toys und Bücher, die deine sexuelle Intelligenz stärken

Toys und Bücher, die deine sexuelle Intelligenz stärken

“Hast du ihm wirklich bei eurem ersten Date erzählt wo der G-Punkt ist? Wie mutig von dir!”, platzte es kürzlich einer Freundin raus, als ich ihr von meinem letzten One-Night-Stand berichtete. Ja, habe ich. Er hat an dem Abend auch das erste Mal Primal Play ausprobiert, bekam seine erste Lingam-Massage und wurde von mir sozusagen anal-entjungfert. Wir hatten keinen konventionell-penetrativen Sex (besser: Circlusion) und es war eine besonders schöne und intime Begegnung.

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Altes Klavier

Üben, üben und noch mehr üben

Jetzt springe ich aber mal kurz in meine Kindheit: Damals hatte ich über zehn Jahre lang Klavierunterricht und obwohl ich regelmäßig übte, wurde ich nicht besser. Ich sage oft, dass es mir an Disziplin und Talent fehlte, aber ich glaube, dass es vor allem die Leidenschaft war. Leidenschaft und Zutrauen in meine eigenen Fähigkeiten. Da waren immer andere, die es besser machten, einige die mich kritisierten und vor allem meine eigene innere Stimme, die sagte: Du bist einfach nicht gut genug.

Beim Klavierspielen habe ich leider verpasst, was mir glücklicherweise später bei meiner Sexualität gut gelang: Aufzuhören, es für andere zu tun und stattdessen ergründen, was es MIR bringt und ICH wirklich möchte.

Ich möchte dabei niemandem etwas vormachen: Vor drei Jahren hatte ich selbst noch keine Ahnung, was “Primal” im sexuellen Kontext bedeutet, “Yoni” und “Lingam” waren mir auch keine Begriffe und ich gebs ja zu: Ich wusste nicht wo der G-Punkt ist und habe ständig Vagina gesagt, wenn ich eigentlich meine Vulva meinte.

In den letzten drei Jahren ist also viel passiert und damit meine ich nicht nur die Pandemie, die zugegebenermaßen für mich weitgehend sexfrei ablief. Aber weißt du, was ich während der Lockdowns wirklich viel gemacht habe? Gelesen und masturbiert. Vielleicht erinnerst du dich an meine Masturbation-May-Kampagne auf Instagram? Ich habe gründlich recherchiert.

Biene in Blüte

Der Schlüssel zu sexueller Freude

Lesen, ausprobieren und sich mit anderen offen über Sex unterhalten, ist nämlich mein Schlüssel zu mehr sexueller Freude. Hier hatte ich über drei Bücher zu Sexpositivismus geschrieben, aber das reicht mir nicht. Es gibt inzwischen so wahnsinnig viele gute Bücher, die uns helfen den Spaß am Sex zu kultivieren und ein paar davon werde ich dir jetzt vorstellen.

Und nicht nur das! Früher habe ich in diesem Artikel verschiedene Toys von Funfactory vorgestellt, aber die Marke gibt es so leider nicht mehr. Deshalb möchte ich euch jetzt einige andere Toy-Marken vorstellen, die ich alle durch meinen Lieblings-Store Other Nature kenne. Bis auf WildWeirdoCreations könnt ihr alle Brands dort vor Ort oder im Online-Shop erwerben. Beim Sortiment von Other Nature kann ich mich darauf verlassen, dass die Produkte vegan, nachhaltig und fair sind. Für mich ein wichtiges Kriterium. Falls du mal in Berlin bist, schau unbedingt vorbei! Dort gibt es übrigens auch tolle Bücher. (Und ja: Diese Empfehlung ist unbezahlt, sie kommt von Herzen.) Ich hatte Toys aller von mir vorgestellter Marken schon in den Händen, aber ehrlicherweise noch nicht alle in Benutzung. Ich hoffe, dass sich das mit der Zeit ändert und dann werde ich hier berichten.

Spaß im Bett? So geht’s!

Toys mochte ich schon immer. Als digitale Nomadin habe ich eigentlich immer irgendwas Handliches im Rucksack dabei. Klar, im Hostel schmeiße ich nicht sofort meinen Vibrator an, aber wenn ich mal wieder etwas mehr Privatsphäre habe, möchte ich diese auch sinnlich genießen. Mir ist dabei wichtig, dass die Produkte gut verarbeitet und qualitativ hochwertig sind, das steigert den Spaß im Bett (oder wo auch immer) immens.

Bücher für deine Sexuelle Intelligenz

Wir springen abwechselnd zwischen Toys und Büchern. Such dir einfach aus, was dich gerade anspricht. Klickst du auf die Markenbilder, landest du direkt auf den Websites der Hersteller und kannst dich dort weiter informieren. Manche shippen vielleicht nicht nach Europa, deshalb lohnt sich auch ein Blick in den Other Nature Online-Shop.

Die Buchcover und Buch-Links in diesem Artikel enthalten Affiliate-Links zu Amazon. Beim Kauf über diese Links unterstützt du uns, ohne dass für dich zusätzliche Kosten entstehen. Danke!

Sinnliche Intimität: Berühren und berührt werden (Susanna-Sitari Rescio)

Buchcover

Als ich angefangen habe, mich stärker für Tantra zu interessieren, fiel mir zufällig dieses Buch in die Hände und es war wie eine körperliche Erlösung. Die Lektüre hat so viel Druck, Ängste und Erwartungen von mir genommen. Statt mich zu fragen, wie ich dieses oder jenes erreichen kann, begann ich zu verstehen, welche Bedeutung Berührungen zukommen, wie mein Körper funktioniert und was Nähe eigentlich mit mir macht. Im gleichen Zuge habe ich sehr viel Selbstliebe gelernt. Ja, das kann ein Buch.

“Ich möchte über Berührung schreiben. Über Berührungen in der Intimität. Über solche, die unter die Haut gehen, mein Innerstes erreichen und sich wohltuend, nährend, sinnlich erregend und aufregend anfühlen.”

Tantrische Elemente sind seit diesem wunderbaren Buch nicht mehr aus meinem Liebesleben wegzudenken. Eine große Bereicherung. ZUM BUCH

iroha. Sanfte Lust aus Japan

iroha Sumire sexuelle Intelligenz

Das samtige Soft-Touch-Silikon von iroha fühlt sich sofort besonders an. Ganz sanft. Fast wie warme, zarte Haut. Ich will es an meiner Wange fühlen und dann natürlich auch an anderen Körperstellen, Nacken, Schultern, Po, Innenschenkel … Diese Weichheit hat für mich etwas zutiefst Beruhigendes und lädt ein, langsamer zu werden, loszulassen, hinzugeben. Es entspannt mich ungemein.

Der Hersteller hat mir freundlicherweise die Modelle iroha TSUKI MIKAZUKI und iroha SUMIRE zur Verfügung gestellt. Sie sind dafür gedacht, Glücksmomente zu schaffen und das gelingt ihnen gut. Ich mag beide Vibratoren ausgesprochen gern. Sie verfügen jeweils über acht Modi: fünf Intensitätsstufen und drei rhythmische Variationen. Sie laden über USB und lassen sich unkompliziert reinigen.

Dank ihnen bin ich aus meiner etwas eingefahrenen Masturbationsroutine herausgekommen. Ich experimentiere wieder mehr, höre genauer hin und nehme Nuancen wahr. Mein Körpergefühl und auch meine Orgasmen profitieren davon spürbar. iroha gehört zu Tenga und steht für einen Zugang zu Sexualität, der nicht laut oder klischeehaft sein muss. Vielleicht ist es genau das, was mich daran so anspricht. Ich bin ein bisschen verliebt.

Komm doch mal! Über Einvernehmlichkeit, weibliche Lust-Scham und alles andere, was ich gerne früher gewusst hätte (Joy Delima)

Komm Doch Mal - Joy Delima Buchcover

Wenn ich nur ein einziges Buch über Sexualität weiterempfehlen dürfte, dann Komm doch mal. Joy Delima schreibt so offen, verletzlich und zugleich humorvoll, dass man sofort denkt: Genau so müsste man viel öfter über Sex reden! Es geht eben nicht darum, perfekt zu funktionieren. Selten habe ich ein so warmes, nahbares und unprätentiöses Buch über Sexualität gelesen. Mit 16 hätte ich es gern zum ersten Mal gelesen, um mehr Sicherheit zu bekommen, mit 20 dann gerne nochmal für Orientierung und heute habe ich es tatsächlich gelesen und bin dankbar für neue Perspektiven. Es bietet keine fertigen Rezepte und kein trockenes Lehrbuchwissen, sondern ehrliche Geschichten, Zweifel und Erkenntnisse. ZUM BUCH

Coming Soon: Orgasmus ist Übungssache – In 10 Schritten zum vaginalen Höhepunkt | Für mehr Spaß beim Sex (Dania Schiftan)

Buchcover

Es geht nicht darum, dass der vaginale Höhepunkt der bessere ist. Es geht grundsätzlich auch nicht nur um Höhepunkte. Es geht aber darum, dass wir mehr Spaß beim Sex haben, wenn wir flexibler sind und ganz unterschiedliche sexuelle Praktiken genießen können. Dania Schiftans “Coming Soon” habe ich als Audiobook gehört und dabei nicht nur viele Übungen kennengelernt, um meine Vagina für penetrativen Sex zu sensibilisieren, sondern habe darüber hinaus auch richtig viele Learnings mitgenommen, was Anatomie und Empfindsamkeit angeht. Ich habe NICHT alle Übungen ausgeführt, aber ich habe für mich wichtige Einblicke gewonnen, was möglich ist. ZUM BUCH

ROMP. Party & Pleasure

ROMP sexuelle Intelligenz

ROMP verspricht für mich Glamour und Glitter. Ich liebe die Farben und das coole Design der Toys, die danach schreien, Spaß zu haben. Ich könnte mir gut vorstellen, eines der Toys mit zu einer Sexparty oder zu einer neuen Flamme mitzunehmen. Safety first: Wenn ihr ein Toy mit mehreren Menschen nutzt, zieht bitte ein Kondom darüber.

Give a Fck (Cathrin Altzschner)

Buchcover Give a Fck von Catrin Altzschner

„Ich denke, es wäre sinnig, wenn wir alle mehr und ehrlicher über sexuellen Tauschhandel reden würden, damit wir ein Gefühl, ein Bewusstsein dafür entwickeln können, wann wir ihn eingehen wollen und wann nicht.“

Catrin Altzschner hat in diesem Buch wichtige Fragen darüber gestellt, wie Sexualität und Sexarbeit in unserer Gesellschaft verbunden sind. Die Antwort ist deutlich: wir können quasi das eine nicht ohne das andere denken. Ich wurde Fan dieses Werks, als es den &Töchter-Verlag noch gab und freute mich kürzlich sehr, dass es nun über den feministischen Divana-Verlag weiter verlegt wird. „give a fck“ blickt hinter gängige Klischees und fordert uns auf, unsere Perspektive zu hinterfragen: eine Haltung, die zu sexueller Intelligenz beiträgt. Absolut lesenswert! ZUM BUCH

Sie hat Bock (Katja Lewina)

Buchcover

Und wieder das Patriarchat. Längst ist uns klar, dass auch Männer unter ihm leiden. (Und wenn nicht, dann schleunigst “The Will to Change” von Bell Hooks lesen!) Trotzdem haben in unserer Gesellschaft längst nicht alle Geschlechter die gleichen sexuellen Freiheiten oder nehmen sie sich.

“Auch ich war lange Zeit der Meinung, dass ich als Frau nicht so viel Bock haben sollte wie ein Mann. Dass meine Vulva besser klein und unauffällig ist wie die von einem vorpubertären Mädchen. Dass es völlig natürlich ist, wenn ich öfter blase, als ich geleckt werde.”

Weibliches Begehren wurde viel zu lange unterdrückt und Katja Lewina nennt die Dinge beim Namen. “Sie hat Bock” ist empowernd, Augen-öffnend und direkt. Ich mags. Bitte lest es! ZUM BUCH

love. not war. Sexy Nachhaltigkeit

love. not war. sexuelle Intelligenz

Bei love. not war. denke ich sofort an Vielfalt. Durch die unterschiedlichen Aufsätze lassen sich extrem viele verschiedene Sensationen erreichen und genau das reizt mich. Ein Toy, das sich quasi immer wieder neu erfindet. Wir mögen Allrounder, right?!?

Woman and Kink (Jennifer Rehor und Julia Schiffman)

Rehor and Schiffman: Woman and Kink

Women and Kink zeigt, dass sexuelle Intelligenz nicht bedeutet, möglichst viel auszuprobieren, sondern sich selbst besser zu verstehen.

These women speak unabashedly about their sensual, erotic, and sexual lives, giving us all a glimpse into what they do, why they do it, whom they do it with, and so much more.

Jennifer Rehor und Julia Schiffman geben Frauen aus der Kink-Community Raum für ihre Geschichten und zeigen, wie viel Bewusstsein, Kommunikation und Vertrauen hinter sexuellen Wünschen stehen können. Ein kluges Buch über Neugier, Grenzen und die Freiheit, die eigene Sexualität jenseits von Normen zu entdecken. Leider bislang nur auf Englisch erhältlich und trotzdem sehr empfehlenswert! ZUM BUCH

Sexual Intelligence (Marty Klein)

Buchcover Sexual Intelligence

I loved it! Leute, ich habe mir über die Jahre wirklich eine ordentliche Schutzschicht angefressen, was Sexual Mansplaining angeht und bin nicht immer willens, Bücher in diesem Bereich zu lesen, die von Cis-Männern geschrieben werden. Vielleicht liegt das auch an den vielen Pick-Up-Artists, an die ich früher meine Zeit verschwendet habe? Wie dem auch sei. “Sexual Intelligence” war meine Zeit durchaus wert und bekommt von mir eine glatte Empfehlung. Es geht um Achtsamkeit, um Selbstfürsorge, Geduld, Verständnis und Improvisation. Worum es nicht geht: Darum, noch absurdere Techniken zu lernen. Es geht auch ganz sicher nicht um Leistung, Schnelligkeit oder Strategien attraktiver und überzeugender rüberzukommen. Welches Mindset uns wirklich schönen Sex verschafft und wie wir besser kommunizieren, lehrt dieser wahrlich weise Ratgeber. Ich habe viel gelernt! ZUM BUCH

Le Wand. Luxuriöse Massagen

Le Wand. sexuelle Intelligenz

Mit Le Wand habe ich schon Erfahrungen gesammelt und es war immer intensiv. Das Toy hat eine enorme Power, die mensch sofort spürt. Ich finds total schön, wenn ein*e Lover*in Le Wand auspackt. Mehr will ich dazu eigentlich nicht sagen. Le Wand ist nicht umsonst ein moderner Klassiker. Ein Highlight.

100 Karten über Sex (Katapult)

Buchcover

Katapult ist in aller Munde. Das Magazin veranschaulicht mittels Infografiken und Karten die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Zusammenhänge. Seit dem letzten Jahr sind die unterhaltsamen Illustrationen auch in Buchform erhältlich und “100 Karten über Sex” hat mich auf der Frankfurter Buchmesse sofort angelächelt. Ich musste es haben! Schließlich bin ich sowieso ein großer Fan von Funfacts und wenn es dann auch noch um Sex geht … Hättest du beispielsweise gedacht, dass sich in Sachen positive Körperwahrnehmung beim Sex die Altersgruppe 55+ am wohlsten fühlt? Und dass 26% der Frauen auf dem Bauch liegend masturbieren? Übrigens haben auch Delfine Sex aus Freude an der Sache und Bären mögen es unter anderem oral. Ameisen haben Gruppensex und Prostitution ist sogar unter Pinguinen verbreitet. “100 Karten über Sex” hat schon einige meiner Gäst*innen zum Schmunzeln gebracht. ZUM BUCH

Miss Bi (Rabbit Vibrator)

Miss Bi Vibrator

Miss Bi von Funfactory behalte ich aus Nostalgie-Gründen im Artikel. Zu viel Freude hatten wir beide einfach schon. “Miss Bi” war lange mein Favorit. “Miss Bi” machte mich zu einem glücklicheren Menschen. Masturbation hat für mich eine neue Dimension seitdem “Miss Bi” hier eingezogen ist. Wo fange ich an? Wo höre ich auf? Der Rabbit Vibrator verfügt über zwei Motoren, sodass der Schaft und der Ausleger in jeweils unterschiedlichen Modi eingestellt werden können. Manchmal möchte es mein G-Punkt vielleicht friedlich und entspannt, aber die Klitoris härter? Dann ist das möglich. Oder ich lege den Schaft auf die Klitoris und führe den Ausleger an den Anus, um dort massierend zu stimulieren. Auch schön. Es sind viele unterschiedliche Kombinationen denkbar. Meine Lieblingseinstellungen kann ich sogar speichern und ich kann gar nicht sagen, wie viel Spaß wir beide zusammen haben. Es braucht eigentlich nur uns beide. Vielleicht bekommst du ja noch irgendwo Funfactory-Produkte. Dann greif zu.

Kommt Gut (Jüne Plã)

Buchcover

Untertitel: 1001 Sex-Tipps und Illustrationen für mehr Oohs und Aahs. Ist dir zu vage? Dann hilft vielleicht ein Zitat aus dem Buch: “Wenn du Brüste hast und sie zudem recht groß sind, kann ich dir Busen-Sex wärmstens empfehlen. Mit einem BH ist es praktischer, weil du dann die Hände frei hast, um Solitär zu spielen.” haha … ich liebe diesen Humor, der das ganze Buch durchzieht und diese durchaus ernste Angelegenheit (Sex!) sehr verspielt und augenzwinkernd angeht. In großartig gezeichneten Illustrationen lernen wir so tolle Lust-steigernde Sexualtechniken. Disclaimer: Wir lernen Lustzonen kennen, verborgene Stellen der Vulva und des Penis. Übrigens geht es nicht um Penetrationstechniken. Wir sagen Hallo zu unseren Genitalien. Slow Sex, Blowjob, Oral … ganz ohne Stress, dafür kreativ und leidenschaftlich und eben mit ganz vielen Oohs und Aahs. Ein Wohlfühlbuch. ZUM BUCH

Üben und Maestra werden

Viel Klavier zu üben, bedeutet nicht zwingend zur Maestra zu werden. Und auch viel Sex ist nicht gleichzusetzen mit gutem Sex. Das weiß ich inzwischen. Lange, lange Jahre fehlte es mir an Offenheit. Die ist jetzt glücklicherweise da. Gepaart mit respektvoller Kommunikation, enthusiastischem Consent und einigem Reflexionsvermögen kann da sogar eine ganz gute Nummer draus werden. Manchmal sogar eine ganz großartige. Ich bin dafür sehr dankbar. Sex macht mir Spaß.

WildWeirdoCreations. Handgemachte Unikate

WildWeirdoCreations. sexuelle Intelligenz

WildWeirdoCreations arbeitet mit recyceltem Leder und fertigt handgemachte, kinky Toys. Alles Unikate. Folgt Ramsay auf Instagram! Queer, sympathisch, authentisch. Ich liebe alles daran. Im Mail&Female in Amsterdam konnte ich einige Flogger ausprobieren. Extrem gut verarbeitet, besonders bei Schlaginstrumenten willst du einfach etwas in den Händen haben, das sich richtig gut und sicher anfühlt. Wenn ich nicht mehr Nomadin bin, muss eines dieser Toys in meinen Besitz.

Fickt Euch (Missy Magazine)

Buchcover Und hier kommt nochmal ein Highlight. Wenn du noch mehr Inspiration suchst, die sich einfach mal so wegliest, schau dir „Fickt Euch!“ an, herausgegeben vom wundervollen Missy Magazin! Diese Sammlung von Sexkolumnen hat alles was du brauchst: queere Lust, freche Fragen und passende Antworten, brechende Tabus und so viel Humor, Intelligenz und Ehrlichkeit, wie ich grad noch vertrage. … Ja eigentlich richtig inhaliere. Ein tolles Buch, das Spaß macht und neugierig und Komfort schenkt. Ich habe beim Lesen viel gelacht und gleichzeitig meinen Horizont erweitert. Absolutes Must-Read! ZUM BUCH

Mehr wissen, mehr genießen: Noch mehr Lesestoff

Es lohnt sich, in diesen Büchern zu stöbern. Noch mehr Perspektiven auf Lust, Sexualität und Dynamiken. Jede Lektüre öffnet aus meiner Sicht ein kleines Fenster zu neuen Erfahrungen, Ideen und Einsichten.

Ab ins Bett! Buchcover
Queer Sex Buchcover
Lucie Fielding: Trans Sex
Ruby Rare: Sex Ed
Wie wir begehren von Carolin Emcke Buchcover
Das Gute an Schlechtem Sex Buchcover
Bear Phillips und Ellie Rose: Daddy! The Healing Power of Big/little Play
Pleasure Activism von adrienne maree brown Buchcover
Hinterhof Buchcover
Komm wie du willst Buchcover
Why Are People Into That Buchcover Tina Horn

Sexuelle Intelligenz: Erotische Stories fürs Kopfkino

Im Netz gibt es unzählige erotische Geschichten, aber wo anfangen? Vielleicht hier: Bei Berlinable findest du wundervollen erotischen Lesestoff. Kinky, radikal, sinnlich: einfach mal reinschauen!

Je mehr gute Geschichten und Bücher ich lese und je häufiger ich Gelerntes ohne Druck umsetzen kann, desto besser fühle ich mich in meinem Körper und mit meiner Sexualität. Lesen ist für mich nach wie vor therapeutisch, schenkt Perspektive und erhöht meinen Horizont. Ich hoffe, du konntest hier ein paar Inspirationen mitnehmen. Viel Freude beim Lesen, Ausprobieren und Genießen! Du verdienst schönen Sex.

Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?

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Bücher über Klassismus: Literatur gegen Ausgrenzung und Ungerechtigkeit

Klassismus wird immer noch viel zu wenig thematisiert. Dabei begegnet er uns überall: in Schule, Studium, Arbeit, Freundeskreis und Familie. Er macht krank und sorgt für Angst, Unsicherheit, Scham. Vor allem beeinflusst er, wie wir uns selbst sehen...

Bücher für Angehörige psychisch Erkrankter: Die besten Ratgeber & Tipps

Psychische Erkrankungen belasten nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige. In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen und stelle hilfreiche Bücher vor, die Angehörige unterstützen können. Erfahre, wie du als Angehörige*r deine eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verlierst.

Genießt du die Einsamkeit?

Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Lebendig: Ich möchte wieder etwas fühlen

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig lebendig gefühlt? Wann hast du das letzte Mal tief aus dem Bauch heraus gelacht oder so richtig schmerzvoll geweint? Fällt es dir leicht oder schwer, die eigenen Gefühle zu identifizieren und auch zuzulassen?

Was macht dich bloß so resilient?

Wie viele Enttäuschungen verzeihen wir dem Leben? Resilienz ist erlernbar. Wie aber lernen wir aus der Vergangenheit und schauen trotzdem nach vorne?

Bücher über Hochsensibilität, die dir Türen öffnen

Bücher über Hochsensibilität: Ratgeber, Erfahrungsberichte & Literatur, die hochsensiblen Menschen Orientierung und Kraft schenken.

Weibliche japanische Literatur: 9 Autorinnen für dich zum Entdecken

Viele von uns haben Japan durch Murakamis Bücher kennengelernt. Andere haben Mangas gelesen und Anime geschaut. Dennoch ist uns Japan weiterhin oft fremd und einzigartig. Im Artikel stelle ich dir 9 Autorinnen vor, die dir ganz neue Perspektiven und Einblicke liefern.

Kinder ja, aber nicht mit dir!

Manche Menschen trennen sich, weil sie zusammen keine Kinder bekommen können. Andere heiraten, um eine Familie zu gründen. Und wiederum andere …

Leben lernen: Bring Farbe ins Spiel!

Schaust du auch manchmal in den Spiegel und fragst dich, ob dieses Leben noch dein eigenes ist? Kommst du da überhaupt hinterher, bei all den Emails, Terminen und Verpflichtungen? Farbe macht unser Leben nicht nur bunter, sondern auch lebenswerter. Probier es aus!

Bücher über transgenerationales Trauma

Bücher über transgenerationales Trauma helfen, familiäre Prägungen zu verstehen, das eigene Verhältnis zu den Eltern zu reflektieren und Wege für Heilung und Selbstannahme zu finden.

Simi Will liest | Interview

Simi Will liest | Interview

Person des öffentlichen Lesens: Simi Will

In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.

Person des öffentlichen Lesens: Simi Will

In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.

Simi Will vor Gemälde

Für Simi Will ist Lesen mehr als Worte und Wissen sammeln – Lesen gelinge ihr nur dann, wenn sie sich selbst gut aushalte und die Welt sie mal „gern haben“ könne. Simi ist autonome Fernsehmacherin, Erfinderin und Produzentin von Simi Will TV – die nachhaltige Fernsehshow aus dem Neukoellner Valentinstueberl.

Foto: © Kristin Borlinghaus

Für Simi Will ist Lesen mehr als Worte und Wissen sammeln – Lesen gelinge ihr nur dann, wenn sie sich selbst gut aushalte und die Welt sie mal „gern haben“ könne. Simi ist autonome Fernsehmacherin, Erfinderin und Produzentin von Simi Will TV – die nachhaltige Fernsehshow aus dem Neukoellner Valentinstueberl.

Foto: © Kristin Borlinghaus

Simi Simon vor Gemälde

Du könntest mit einer Romanfigur einmal die ganze Nacht durchquatschen. Mit wem würdest du das gerne tun und worüber würdet ihr reden?

Das ist leicht, da würde ich mir liebend gerne die Nacht um die Ohren schlagen mit dem Protagonisten aus „Die Zeitmaschine“ von H.G.Wells. Leider hat dieser keinen Namen soweit ich mich erinnere. Er ist Wissenschaftler, mutig und verrückt genug seiner eigenen Erfindung zu vertrauen. Mich würde wahnsinnig interessieren, wie sich Leben im ausgehenden 19. Jahrhundert angefühlt hat. Alle Details, was wurde wie gegessen, getrunken, wie haben sich die Tweedstoffe auf der Haut angefühlt, was war interessant und warum. Wie beschreibt er das Knutschen aus dieser Epoche, was lief sonst so und wie?
Ich würde ihm leider beschreiben müssen, wie beschissen es ist, wenn alle nur noch mit kleinen Geräten kommunizieren und in quadratische Kisten starren dabei rund um die Uhr damit beschäftigt sind schön, schlank, aktiv und jung zu sein.
Mich würde interessieren, was er von unserer Zeit hält. Was ihm an unserer Zeit gefallen würde und was er aus seiner Zeit vermisst. Ich würde auch unbedingt wissen wollen, was er in welcher Zeit für sich und sein Leben mitnehmen konnte aus seinen Zeitreisen und natürlich wäre interessant zu erfahren, ob die Beziehung zu der bezaubernden Lady aus dem Volk der Eloi irgendwie weitergegangen ist. Schliesslich ist er ja von seiner zweiten Reise in die Zukunft nicht zurückgekehrt in sein Jahr 1895.

Welchen Ort verbindest du auf besondere Weise mit Literatur? Dieser kann real, virtuell oder ausgedacht sein.

Das Bett meiner Oma Franziska, die oben in meinem Elternhaus wohnte. Immer, wenn ich nachts Alpträume hatte als Kind hat meine Mutter mich zur Oma geschickt. Die Oma hat mir dann Märchen vorgelesen. Märchen von den Gebrüdern Grimm natürlich – komisch, die waren ja meist auch sehr gruselig, aber so faszinierend zugleich, dass ich dabei den „Ursprungsgrusel“ wohl vergessen habe.
Die Ausgabe der Grimmschen Märchen im Besitz meiner Oma war so alt, dass ich immer dachte, dass die Zeichnungen darin die Originalszenen festgehalten hatten … so wie ich auch früher dachte, dass aus dem alten 50-er Jahre Radio nur die Musik aus dieser Zeit gespielt werden könnte.
Und meine Oma Franziska war im Besitz eines fetten bordeauxroten Lexikon mit bestimmt tausend Seiten und meine Schwester, unsere Freundinnen Doris und Silvia, wir haben mit diesem enormen Schinken heimlich „heilige Messe“ gespielt und die Backoplaten als Hostien dazu aus dem Küchenschrank meiner Oma geklaut.
Also mein erster Ort für Bücher war oben bei meiner Oma Franziska – von ihr bekam ich auch mein erstes Lieblingsbuch „Lotta zieht um“ von Astrid Lindgren geschenkt.

Gib den kommenden 6 Monaten deines Lebens einen eigenen Romantitel!

Das Glück kurz vor Abspann

Ein Mensch, der dir nahesteht, ist kürzlich ausgewandert. Welches Buch schickst du ihm als Erinnerung an dich?

Nur eins? – geht leider nicht

a) meine Tagebücher der letzten 15 Jahre
b) Jonathan Franzen: „Wann hören wir auf uns etwas vorzumachen“
c) Ferdinand v. Schirach: „Jeder Mensch“
d) Herbert Rosendorfer: „Briefe in die chinesische Vergangenheit“

Und, wenn der Mensch zufällig in die USA gewandert ist, dann zwingend noch:

e) Susan Neiman: „Von den Deutschen lernen- wie Gesellschaften mit dem Bösen in ihrer Geschichte umgehen können“ – ein soziologisches Roadmovie zu mehr Gesellschaftsverständnis

Beende den Satz: Lesen ist für mich …

… purer Luxus, denn wenn ich lese, bin ich einfach da, im Jetzt und froh.
Es ist wie als ob ich die Lesezeit dann am liebsten einschliessen würde, damit sie da bleibt. Leben fühlen.

UND – ich lese an gegen zu viel Seriengucken. Aus aktuellem, pandemischem Anlass hab ich mir angewöhnt täglich ein Seitenpensum zu lesen, denn dann darf ich wieder gucken. Lesen ist Luxus und Liebe für mein Leben.

Simi Will

Besuche Simi Will auch auf ihrer Website und folge ihr auf Instagram, Facebook oder schau hier mal vorbei: „Simi Will bei Alex-Berlin“.

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Wie geht Sustainable Publishing? | Gastartikel von Laura Nerbel

Wie geht Sustainable Publishing? | Gastartikel von Laura Nerbel

Wie geht Sustainable Publishing? Ein Blick in unsere Zukunft.

Gastartikel von Laura Nerbel

Egal wie sehr wir darauf achten, Ökopapier zu nutzen und so wenig wie möglich auszudrucken – bei Büchern lassen wir fünfe grade sein. Dafür ist die Buchsammlung auch viel zu schön. Aber keine Sorge: auch der Kauf eines Buches ist ohne schlechtes Gewissen möglich.

nachhaltig lesen

Nach dem Cradle to Cradle-Prinzip werden Bücher nicht nur klimaneutral, sondern sogar klimapositiv produziert. Laura vom &Töchter Verlag erklärt, was das bedeutet und warum &Töchter alles ganz anders machen.

Was bedeutet Cradle to Cradle?

Vielleicht wirst du heute zum ersten Mal von Cradle to Cradle hören, aber ich versichere dir, dass diese Philosophie einer durchgängigen Kreislaufwirtschaft in den kommenden Jahren DAS Ding wird.

Aber von vorne: Innerhalb des Cradle-to-Cradle-Systems gibt es zwei Kreisläufe. Den biologischen Kreislauf, in dem alle Nährstoffe, die für ein Produkt verwendet wurden, wieder in den biologischen Kreislauf zurückgeführt werden können, und einen technischen, in dem alle Bestandteile eines Produkts kontinuierlich in einem Kreislauf gehalten und wiederbenutzt werden können. Die Ökobilanz bei dieser Produktion ist logischerweise genial gut, da Ressourcen nicht verbraucht, sondern immer wieder verwendet werden können. Um eine Cradle-to-Cradle-Zertifizierung zu erhalten, müssen Unternehmen sich viele Gedanken um ihre Produktionsprozesse machen. Bewertet werden bei einer Zertifizierung 5 Kriterien:

  • Materialgesundheit
  • Kreislauffähigkeit
  • Einsatz erneuerbarer Energien
  • verantwortungsvoller Umgang mit Wasser
  • soziale Gerechtigkeit

Je nachdem, wie perfekt ein Unternehmen die genannten Kriterien in seiner Produktion erreicht, werden die Siegel Basic, Bronze, Silber, Gold und Platin vergeben. Ausruhen können die Unternehmen sich darauf aber nicht – die Zertifizierung wird alle zwei Jahre überprüft.

Nachhaltig verlegen und lesen

Dabei entstehen Produkte, die…

  • keine schädlichen Substanzen enthalten
    Beim C2C-Druck werden schädliche Stoffe nicht nur reduziert – sondern gar nicht erst eingesetzt.
  • keinen Abfall produzieren
    Durch einen optimierten Recyclingprozess können alle Substanzen wieder in den ökologischen Kreislauf zurückkehren.
  • kein Gesundheitsrisiko darstellen
    Alle Substanzen, die für Herstellung und Druck unserer Bücher genutzt werden, sind durch und durch gesundheitsverträglich.

Die fünf Gründerinnen des &Töchter Verlag

&Töchter Team (Foto: © Flo Seidel)

Wo gibt’s denn so was? Sustainable Publishing in der Praxis

Wir, der &Töchter Verlag aus München, sind einer der ersten Verlage in Deutschland, der komplett auf diese klimapositive Produktion setzt. Unsere Bücher werden vom österreichischen Unternehmen gugler* produziert, das als erste Druckerei weltweit die C2C-Zertifizierung erhielt und seitdem Maßstäbe im klimafreundlichen Druck setzt.

Da wir bei unserem gesamten unternehmerischen Handeln auf Nachhaltigkeit achten, haben wir uns die Druckerei natürlich auch mal persönlich angesehen. Und waren begeistert, dass das Gebäude nicht nur mit der Abwärme der Energie aus der Druckerei geheizt wird, sondern auch eine Herde Schafe auf der Wiese nebenan weidet, womit der Rasen auf völlig natürliche Weise kurzgehalten wird.

Wir fünf Gründerinnen des &Töchter Verlags sind davon überzeugt, dass eine klimapositive Produktion der einzige Weg ist, um zukünftig mit gutem Gewissen weiterhin Bücher zu verlegen. Nachhaltigkeit ist übrigens auch das Thema, das uns Verlegerinnen zu einem unserer ersten Buchprojekte brachte: dem Sachbuch „Great Green Thinking – Vielfältige Perspektiven auf ein nachhaltiges Leben“ von Jennifer Hauwehde und Milena Zwerenz. Die Autorinnen fragen sich in diesem Buch, was passieren muss, damit ein echter nachhaltiger Wandel stattfinden kann und interviewten dafür die VisionärInnen eines umweltbewussten Lebens, die mit ihren Ideen Verantwortung übernehmen und entscheidende Veränderungen ins Rollen bringen.

Auf zu neuen Perspektiven: Belletristik nachhaltig verlegen

Neben Sachbüchern zu brandaktuellen, gesellschaftlichen Themen verlegen wir ausgesuchte Belletristik. Unser Buchprogramm ist klein, aber fein. Unser Anspruch ist, Bücher zu verlegen, von denen wir persönlich überzeugt sind und die in unserer Gesellschaft zu neuen Perspektiven führt. So seziert zum Beispiel die Autorin Laura Späth in ihrem Buch „About Shame“ autobiographisch die weibliche Scham, während Alexander Sperling in „Glashauseffekt“ eine deutsche Zukunft im Jahr 2049 entworfen hat, die erschreckend realistisch die Klimakrise und ihre Folgen thematisiert.

Sustainable Publishing: Turn the page

& was wir noch machen

Wenn du noch mehr über uns erfahren möchtest, abonniere doch unseren Podcast „plauschen&Töchter“. Du kannst auch bei unseren literarischen Events vorbeischauen. Beim „rauschen&Töchter“ lesen junge AutorInnen ihre unveröffentlichten Texte an außergewöhnlichen Orten. Zuletzt waren wir in einem Boxstudio und einem Gemüseladen. Neben den Lesungen und Poetry Slams gibt es auch immer einen Musik-Act sowie leckere Drinks und Snacks. Nach Corona feiern wir also wieder uns … und die Literatur!

Gastautorin Laura Nerbel von &Töchter

Gastautorin Laura Nerbel von &Töchter

Laura Nerbel ist Mitgründerin des &Töchter Verlags in München. Sie ist verantwortlich für das Lektorat und die Foreign Rights. Mit ihren Kolleginnen Lydia, Sarah, Jessica und Elena arbeitet sie seit 2019 an dem großen Projekt Verlag. Dabei gehen die Verlegerinnen neue Wege und bieten seit neuestem auch ein Programm für Buchhandlungen an, das studio by Töchter. Hier werden BuchhändlerInnen auf ihrem Weg in die digitale Zukunft unterstützt.

&Töchter findet ihr hier im Internet: &Töchter Website, Facebook und auf Instagram.
Wir freuen uns übrigens über Projekteinsendungen: manuskript@und-toechter.de

Literaturpower möchte Leser*innen viele interessante und hilfreiche Informationen rund um das Thema Literatur, Bücher und Lesen bieten. Dafür kommen auch GastautorInnen zu Wort. Wenn du auch einen Gastartikel über ein spannendes Thema schreiben möchtest, melde dich gerne über das Kontaktformular unten auf dieser Seite: Über Literaturpower.

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