6 Tipps für deinen eigenen Roman | Gastartikel von Christian Milkus

6 Tipps für deinen eigenen Roman | Gastartikel von Christian Milkus

6 Tipps für deinen eigenen Roman

Gastartikel von Autor Christian Milkus

 

Hast du auch diesen Traum, einmal dein eigenes Buch in den Händen zu halten? Vielleicht hast du ja sogar schon mit dem Schreiben begonnen, aber dein Projekt nie zu Ende gebracht. Einen eigenen Roman schreiben – immer mehr Menschen erfüllen sich diesen Lebenstraum und du könntest einer von ihnen sein. Der Berliner Autor Christian Milkus gibt uns ein paar spannende Einblicke in seine Arbeit, räumt mit Illusionen auf und verrät, wie du dein Projekt „Einen Roman schreiben“ erfolgreich durchführen kannst.

Hände mit Stift schreiben

Nicht nur eine Idee, sondern einen Plot

Schon viele ambitionierte Autorinnen haben ihre Romanprojekte abgebrochen, weil sie irgendwann lernen mussten, dass ihnen von Anfang an das Grundlegende gefehlt hat: der Plot. Sie hatten wirklich tolle, kreative Ideen, aber eine Idee alleine ist keine Basis für eine gute Geschichte. Von Dämonen besessene Katzen mögen sich vielleicht nach DEM kommenden Bestseller anhören, aber der Gedanke alleine bietet keine Story.

Du brauchst einen Konflikt, also zwei Parteien (Protagonist und Antagonist), die unterschiedliche Interessen verfolgen und deswegen aneinandergeraten. Der Ring, der alle knechtet, klingt verdammt cool, aber ohne einen Bösewicht, der ihn an sich reißen, und einen sympathischen Helden, der ihn zerstören will, kommt kein Roman zustande. Denke dir also einen Plot aus, bei dem automatisch die Fetzen fliegen. Wenn Hannelore verhindern will, dass Sabine und Karl-Heinz heiraten, dann bietet allein dieser Konflikt schon zahlreiche Möglichkeiten, eine tolle Geschichte zu entwickeln.

Tipp: Versuche deinen Plot in 1-2 Sätzen zusammenzufassen. Diese müssen den Protagonisten, sein Ziel und den Antagonisten beinhalten. Sollte dir das nicht gelingen, liegt es meistens am fehlenden oder am zu komplexen Plot. Möchtest du deine Geschichte nicht planen, sondern einfach drauflos schreiben, dann benenne bloß den Konflikt in wenigen Worten und nutze ihn als roten Faden zur Orientierung beim Schreiben.

Frau sitzt auf dem Balkon und schreibtVon klein nach groß

Wenn du dich über Monate hinweg in den Zeilen deiner Geschichte vertiefst, verlierst du irgendwann den Blick von oben. Roter Faden, Szenenaufbau, Spannungsbogen, parallele Handlungsstränge, Charakterentwicklungen, Schreibstil, Satzmelodie und so weiter – all das im Blick zu behalten, ist eine wahnsinnig schwere Herausforderung, gerade für Anfänger.

Versuche dich als Architekturstudentin nicht gleich an einem Wolkenkratzer, sondern fange erstmal klein an. Schreibe lieber erst einen abgeschlossenen Roman statt einer komplexen Trilogie und lieber ein dünnes Buch statt eines dicken Schinkens. Ich empfehle sogar, dich zunächst an Kurzgeschichten auszuprobieren. So läufst du nicht Gefahr, nach 200 geschriebenen Seiten nochmal alles über den Haufen werfen zu müssen, weil du in eine Sackgasse geraten bist und die Geschichte nicht so funktionieren will, wie du dir das vorgestellt hattest. Stattdessen kannst du dich in Ruhe ans Schreiben herantasten.

Schreib drauf los, tobe dich aus und klopfe ab, wo deine Stärken und Schwächen liegen. Kurze Texte sind außerdem einfacher zu analysieren, zu überarbeiten und von Dritten testlesen zu lassen. Nicht zu vernachlässigen ist auch der psychologische Effekt, wenn du ein Schreibprojekt beendest. Er kann dich unendlich motivieren.

Schaffe dir eine Routine nimm dir die Zeit

Du wirst schnell merken, dass Schreiben harte Arbeit ist. Den Mythos, dass dich die Muse küsst und du innerhalb einer kreativ-sprudelnden Nacht ein Meisterwerk ablieferst, solltest du schnell begraben. Sicherlich, es gibt Phasen, in denen läuft es super, doch es gibt auch Phasen, in denen der Kopf größtenteils auf der Tischplatte liegt. Du wirst verdammt viel Zeit brauchen, und wenn du immer nur dann schreibst, wenn es dir gerade in den Kram passt, wirst du kaum vorankommen. Schaffe dir also deine Freiräume. Am besten funktioniert es, wenn du eine Session vorplanst und dich an den von dir gesetzten Termin auch strikt hältst, zum Beispiel heute Abend nach der Arbeit von 19-20 Uhr.

Übrigens bin ich keiner von denen, die predigen, dass man sich zwingend jeden Tag quälen muss, aber wenn du einen Roman schreiben willst, empfehle ich dringend eine gewisse Regelmäßigkeit. Manche schreiben jeden Morgen vor der Arbeit, andere sitzen am Wochenende acht Stunden an ihrem Manuskript. Am besten probierst du einfach aus, was für dich funktioniert, und legst dann eine Routine fest, die dich zwar nicht überfordert, es dir aber auch nicht zu ›gemütlich‹ macht. Sie sollte dich auch dann mal zum Schreiben zwingen, wenn du gerade keine Lust oder Motivation hast.

Jetzt fang doch endlich mal an!

Es ist okay, sich vorher über das Schreibhandwerk zu informieren. Ich empfehle sogar, Blogartikel zu lesen (was du ja gerade tust), in Facebook-Gruppen zu stöbern, in Schreibratgeber reinzuschauen und dich mit anderen auszutauschen. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn du deine Geschichte vorm Schreiben erstmal gründlich planen willst. Trotzdem solltest du irgendwann den Punkt finden, an dem du loslegst. Zugegeben, das ist eine große Überwindung und du wirst dich nicht dazu bereit fühlen. Andererseits wirst du dich niemals bereit fühlen, daher musst du dich irgendwann zwingen, sonst bleibst du auf ewig einer der »Einen Roman wollte ich auch immer mal veröffentlichen«-Leute. Das Schreiben lernst du nur, wenn du schreibst, genau wie Schwimmen und Fahrradfahren. Also los geht’s!

Ignoriere den inneren Kritiker

Ob Goethe, Shakespeare oder deine Wenigkeit – der erste Entwurf ist immer … sagen wir ›suboptimal‹. Es ist völlig normal, sich nach ein paar geschriebenen Seiten zu fragen, was für einen Mist du eigentlich verzapft hast. Das bedeutet nicht, dass du nicht schreiben kannst, sondern bloß, dass du noch an deinem Text arbeiten musst. Und das ist völlig okay, denn den ersten Entwurf braucht ja keiner zu lesen und du kannst ihn später immer noch so oft überarbeiten, wie du möchtest. Sieh also zu, dass du erstmal ein Gerüst fertigstellst, so fragil das auch erscheinen mag.

Das Problem, wenn du gleich von Anfang an einen guten Text verfassen möchtest, ist: Du brauchst für jeden Absatz eine halbe Ewigkeit, weil du immer nachdenkst, überarbeitest, Sachen umwirfst. Du wirst kaum vorankommen und schlimmstenfalls frustriert abbrechen. Daher mein Tipp: Schraube deine Ansprüche gnadenlos herunter! Akzeptiere, dass du ›schlecht‹ schreiben wirst und sieh erstmal zu, dass du das magische Wort ›ENDE‹ erreichst. Das allein ist schon ein Meilenstein, auf den du wahnsinnig stolz sein kannst. Aufpolieren kannst du deine Worte danach immer noch.

Menschen sitzen mit Büchern an einem Holztisch

Suche dir Mitstreiter

Einzelkämpfer haben es schwer, ganz besonders unter Autoren. Ich rate dir, dir möglichst früh Mitstreiter zu suchen, mit denen du dich über das Schreiben austauschen kannst. Autorenkollegen können dich informieren, motivieren und inspirieren. Das Wichtigste dabei ist jedoch die gemeinsame Arbeit an euren Texten. Und das ist meiner Meinung nach nicht nur ein Vorschlag, sondern ein Muss, denn ohne Testleser wirst du dich kaum weiterentwickeln. Mit jeder Stunde, die du an deinem Text arbeitest, verlierst du an Distanz. Ein Tunnelblick wird sich einstellen, und du wirst kaum einschätzen können, wo du mit deiner Geschichte stehst, ob sie gut ist und wo deine Schwächen liegen.

Der Blick von außen ist daher unverzichtbar, auch wenn es dir vielleicht unangenehm ist, anderen Leuten einen unfertigen Text zu zeigen. Wann immer du das Gefühl hast, im Text nicht weiterzukommen, egal, wie sehr du dir den Kopf darüber zerbrichst – frag nach Hilfe!
Übrigens: Testlesen ist eine Sache des Gebens und Nehmens. Es ist nur fair, sich gegenseitig zu unterstützen, zumal das Testlesen sehr zeitaufwändig ist. Es bietet auch eine wunderbare Möglichkeit, deinen Horizont zu erweitern, da du bei der kritischen Analyse eines fremden Textes mit einem ganz anderen Blick (als Autorin) an die Sache herangehst, als wenn du bloß Leserin bist.

Fun fact: Stephen King lässt auch heute noch jedes seiner Werke von seiner Frau testlesen, bevor er sie überarbeitet. Sie ist keine Literaturkritikerin und auch keine Lektorin – bloß eine kritische Hobbyleserin.

Gastautor Christian Milkus

Gastautor Christian Milkus

Hallo zusammen! Ich heiße Chris, wohne in Berlin und habe jetzt Lust auf einen Kakao. Wenn ich mich nicht gerade auf Twitter herumtreibe, schreibe ich Dark-Fantasy-Geschichten mit magischen Königreichen und fantastischen Tieren.
Ich mag Fußball, Essen, Horrorfilme und warmes Wetter. Im Winter verkrieche ich mich zu Hause, im Sommer findet ihr mich im Park oder am Wasser. Ich bin ein Morgenmensch und schreibe vor allem vor der Arbeit.
Christian Milkus im Internet: Twitter, Instagram, Facebook und seine Webseite.


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Ich liebe reißerische Überschriften. Wenn du jetzt hier bist, weil du wutentbrannt geklickt hast, um dir nicht sagen zu lassen, was du tun und lassen sollst, dann kann ich dich beruhigen. Mit “SO NICHT!” meine ich nämlich genau das: Lass dir nicht sagen, was du tun und lassen sollst. Frech oder?!

Du darfst dich jetzt aber entspannen und die folgenden liebevollen Sätze auf dich einrieseln lassen, um zu erkennen, dass es wirklich Menschen gibt, die großen Respekt vor deiner täglichen Leistung haben. Mutter sein ist nämlich … Ja, was ist Mutter-Sein denn eigentlich? Wahrscheinlich so viel mehr, als ich hier in ein paar Zeilen festhalten könnte. Gill Sims hat einen ganzen Roman darüber geschrieben – “Mami braucht ‘nen Drink” – und dieser hat es in sich.

Titel: Mami braucht ’nen Drink

Autorin: Gill Sims
Übersetzerin: Ursula C. Sturm

Verlag: Eisele

 

Kinder kriegen ist nicht schwer, Mutter sein dagegen sehr.

Wenn du die Tagebücher der Bridget Jones mochtest, wirst du auch “Mami braucht ‘nen Drink” lieben. Jetzt sag mir nicht, du kennst Bridget Jones nicht. Ehrlich nicht? Dann komm bitte wieder, wenn … Nein, Spaß! Bleib hier! Ellen, die Hauptfigur im Roman “Mami braucht ‘nen Drink” ist eine moderne Bridget Jones: eine Frau, die unterhaltsam, extrovertiert, schlagfertig und dabei immer etwas kopflos ist. Okay, Ellen ist etwas schlagfertiger und frecher als Bridget. Aber das tut ja nichts zur Sache, wenn du Bridget eh nicht kennst. (Verstehe ich einfach nicht!)

Mutter füttert ihr Kind

Worum geht es jedoch in unserem Roman? Eines lässt sich auf alle Fälle schon mal festhalten: Es ist eine Komödie. Vom zaghaftem Kichern bis zum lauten Loslachen war für mich alles dabei und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. Im Roman wird das moderne Familienleben zum Teil überspitzt dargestellt. Wie das manchmal so ist, werden auch die altbewährten Klischees breitgetreten und stereotypische Charaktere gezeichnet, aber im Ernst: Das macht die Szenen im Roman nicht weniger lustig und glaubwürdig.

Mutter in Nachthemd und KindEine absolut mustergültige Mutter

“Mami braucht erstmal einen Drink.” Nunja, was soll ich sagen … Alkohol fließt in rauen Mengen. Wieder: das kennen wir ja auch schon von Bridget (ich zumindest). Warum fließt so viel Alkohol? Ellen geht auf die Vierzig zu, hat zwei Kinder, einen muffeligen, manchmal sogar ignoranten Ehemann Simon und einen IT-Job, der sie nicht wirklich erfüllt.

In ihrer Umgebung scheint ein unerträglicher Perfektionismus an den Tag gelegt zu werden, der Ellen stresst und nervt. All die unausgesprochenen Erwartungen und Vorhaltungen machen ihren eh schon hektischen Alltag nicht unbedingt entspannter. Als berufstätige Mutter kann sie ihren Kindern nicht die Zeit und den Luxus bieten, den andere Mütter mit reichen Ehemännern und Kindermädchen haben.

“Erster Schultag. Ich habe mir fest vorgenommen, meinen Kindern dieses Jahr eine absolut mustergültige Mutter zu sein. Ich werde es schaffen. So sieht meine Tagesplanung für das kommende Schuljahr aus:”

Es folgt eine detaillierte Aufzählung all der Handlungen, die Ellen als perfekte und liebevolle Mutter und Ehefrau darstellen sollen. Alles ist wunderbar eingespielt, kein Klischee wird ausgelassen und natürlich erfahren wir auch schon bald, wie sich die Realität darstellt: Chaos, Stress und Ärger.

Ich liebe den “Scheiß-drauf-Freitag”, den Ellen eingeführt hat und weiß, dass ich ihn ab jetzt auch unbedingt zelebrieren muss. Einen Tag lang in der Woche einfach mal alle fünfe gerade sein lassen. Das wird spaßig. Für Ellen ist das zwar nicht immer so lustig, denn sie kombiniert den Scheiß-drauf-Freitag gerne, wie gesagt, mit viel Alkohol und impulsiven Lebensentscheidungen, aber ihre guten Freunde Hannah und Sam retten sie da schon immer irgendwie wieder raus.

Hürden und Herausforderungen des Elternseins

“Verfluchtes Scheißleben. Da soll noch einer fragen, warum ich dem Gin zugetan bin. “Kinder sind ja so ein Segen” heißt es immer, und dass man jeden Augenblick mit ihnen genießen soll, weil sie so rasch erwachsen werden. Pfff. Die Mutter möchte ich sehen, die in der Lage ist, einen Nachmittag wie den heutigen zu genießen.”

Habe ich schon gesagt, dass Ellen kein Blatt vor den Mund nimmt? Und ich kann dir versprechen: Manchmal wirst du denken “Das kann sie doch so nicht sagen!” Trotzdem (oder gerade deshalb?) ist es erleichternd, dass da mal jemand die Dinge beim Namen nennt und all die Hürden und Herausforderungen des Elternseins ganz direkt und unvermittelt ausspricht. Immerhin handelt es sich hier um eine Art Tagebuch (also ein sehr intimes und ehrliches Schriftstück), welches uns zwischen den teilweise kratzbürstigen Zeilen auch eine Menge Unsicherheit, Verletzlichkeit und Sorgen offenbart.

Hast du schon mal den Begriff “Sorge-Arbeit” gehört? (Wird manchmal auch Care-Arbeit genannt.) Wahrscheinlich nimmt sie bereits einen großen Raum in deinem Leben ein ohne richtig wertgeschätzt zu werden. All die Fürsorge, die du anderen Menschen zuteil werden lässt, fällt dort mit rein. Ich finde es sehr schön, dass dieses Thema im Roman viel Aufmerksamkeit bekommt und Ellen sich immer wieder lauthals einfordert, dass ihre Betreuungsarbeit und die Tätigkeiten im Haushalt nicht weniger wert sind als der Beruf ihres Mannes.

Mutter hält Kind auf dem Arm am StrandBestimmt ließe sich dieses Thema noch weiter treiben, aber eine Sensibilisierung und damit auch Bewusstmachung der Arbeit, die eine Mutter leistet, ist viel wert. Solltest du bislang auch oft das Gefühl haben, dass deine Arbeit nicht wertgeschätzt wird, du aber Schwierigkeiten hast deine Unzufriedenheit in Worte zu fassen, dann lies diesen Roman! Um Worte ist Ellen nämlich keinesfalls verlegen.

Unerträglicher Perfektionismus: nicht mit mir!

Kennst du auch diesen unerträglichen Perfektionismus, von dem jede Mutter um dich herum besessen zu sein scheint? Und selbst wenn nicht, auch für Nicht-Mamas ist dieses Buch ein großer Spaß. Ich persönlich mag Romane, die in Tagebuchform verfasst sind, einfach sehr gern. Es liest sich flüssig, Ellens Wortwahl ist eingängig und direkt und ich gebe dir hiermit für deine Lektüre eine Schmunzelgarantie. Liebe Gill Sims, danke für diesen unterhaltsamen und inspirierenden Roman.

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Verliebt in eine Heterofrau?

Du bist lesbisch. Sie nicht. Trotzdem geht sie dir nicht mehr aus dem Kopf.

Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Höre nicht auf zu wachsen

Stell dir einen Baum vor. Einen großen, prächtigen Baum mit starken Ästen, tiefen Wurzeln und Blättern so dicht, dass du nicht siehst, was dahinter ist. Was wenn du dieser Baum bist?

Warum machst du dir eigentlich solche Sorgen?

“Sorgen sind wie ein Schaukelstuhl. Sie halten dich beschäftigt, aber du kommst nicht voran.” In diesem Artikel wird es um solche Sorgen und das damit verbundene Grübeln gehen. Darum, warum sich die vielen Sorgen oft nicht lohnen und wie wir das Leben stattdessen angehen können.

Du musst das nicht ertragen

Früher oder später kommt jeder Mensch in eine Situation, die sich nicht gut anfühlt. Manchmal fühlen wir uns dieser Situation einfach irgendwie ausgeliefert.

Bewältigungsstrategien der AussteigerInnen: Isolation oder Freiheit?

Manchmal gibt es diese Tage: Tausend Gedanken, aber keinen Plan wie dieses oder jenes Problem angegangen werden kann. Was tun wir dann?

Bücher über Hochsensibilität, die dir Türen öffnen

Bücher über Hochsensibilität: Ratgeber, Erfahrungsberichte & Literatur, die hochsensiblen Menschen Orientierung und Kraft schenken.

Anatomie der Frau: Deshalb wissen wir so schlecht Bescheid.

Mal ganz nüchtern betrachtet: Wir wissen oft besser über die Geschlechtsorgane des Mannes Bescheid, als über die der Frau. Menstruation wird weiterhin tabuisiert und patriarchaliche Machtverhältnisse bestimmen unser Leben. Wir können das ändern. Zunächst müssen wir aber verstehen, was da vor sich geht.

Einfach mehr erleben

Was brauchst du, um endlich den Schritt nach draußen zu wagen? Wetterfeste Kleidung? Motivierende Zitate oder jemanden, der dich an die Hand nimmt und sagt: “Los geht’s!”? Nun, ich kann dir alles auf einmal bieten.

Krankheit verstehen und den Schmerz aussprechen

Die Krankheit Krebs ist immer Auslöser für eine neue Perspektive auf das Leben. Solch eine weitreichende Diagnose zu bekommen, lässt uns …

Stelle dir diese Frage: Wie wichtig nimmst du dich wirklich?

Stelle dir diese Frage: Wie wichtig nimmst du dich wirklich?

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Darf ich dir Cluny Brown vorstellen? Sie ist die Heldin in Margery Sharps Roman “Die Abenteuer der Cluny Brown” und ich denke, dass du am Ende dieses Artikels ganz versessen darauf sein wirst, Cluny besser kennenzulernen.

Cluny ist nämlich etwas Besonderes. Natürlich sind wir alle etwas Besonderes. Du. Ich. Einfach wir alle. Aber wir, du und ich, wir vergessen das manchmal, oder? Cluny hingegen nimmt sich selbst auf eine gesunde Art und Weise wichtig. Was Cluny außerdem besonders macht, ist ihre Fähigkeit “Nein” zu sagen und auch damit tun wir, du und ich, uns ja oft schwer. Dabei ist Cluny keineswegs rebellisch. Zumindest nicht im eigentlichen Sinne.

Wer ist diese junge Frau Cluny Brown eigentlich und warum ist sie ein Vorbild in Sachen Selbstwert, „Nein“ sagen und sich selber wichtig nehmen?

rote Ampel
Alles dreht sich um dich

In einer Buchrezension habe ich gelesen, dass “Die Abenteuer der Cluny Brown” ein historischer Roman mit Jane Austen-Ambiente sei. Woher die Autorin des Artikels diesen Eindruck bekam kann ich nur schwerlich nachvollziehen. Es handelt sich gewiss um einen ganz wundervollen historischen Roman, der in England spielt.

Cluny Brown jedoch würden wir mit Sicherheit in keinem der Romane von Jane Austen antreffen. Mögen die Frauen um 1800 auch eigensinnig und rebellisch gewesen sein (und hier sei angemerkt, dass ich eine der größten Verehrerinnen des schriftstellerischen Werkes von Austen bin), so steckt in Cluny doch ein ganz besonderer Charakter, der sich eben nicht einzig und allein um die Gunst der Männer dreht.

Du bestimmst wer du bist.

Die Geschichte spielt um 1938, kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges, die Nazis sind also bereits eine große Bedrohung. Trotzdem lebt die 21 jährige Cluny zusammen mit ihrem Onkel, einem Klempner, ein weitestgehend sorgenfreies und unbekümmertes Leben.

Cluny ist neugierig, verspielt und besitzt eine gute Portion Naivität, die ihr leider immer wieder zum Verhängnis wird. Die konservativen und spießigen Regeln der englischen Gesellschaft kann Cluny nur schwer nachvollziehen und geht deshalb ihrer eigenen Wege, was bei ihrer Familie leider gar nicht so gut ankommt. All die gesellschaftlich wichtigen Konventionen passen einfach nicht zu Cluny und deshalb mag sie sich auch ihnen auch nicht fügen.

Warum sollte sie denn nicht einen Tee im Ritz trinken oder nach getaner Arbeit bei einem Kunden baden? Einen Tag im Bett liegend Orangen zu essen ist doch auch kein Verbrechen? In den Augen ihres Onkels und der restlichen Verwandtschaft verhält sich Cluny höchst sonderbar und es wird ihr nahegelegt eine Arbeit anzunehmen, die ihr weniger Freiheiten für solche Ungezogenheiten erlaubt.

“Du lieber Himmel!”, rief Addie Trumper. “Was meint sie eigentlich, wer sie ist?” Da war sie wieder, die unvermeidliche Frage, die Cluny Brown immer wieder herauszufordern schien, obwohl die Antwort doch so offensichtlich schien. Denn wofür hätte man sie schon halten sollen?

“Was meinst du eigentlich, wer du bist?”

sich wichtig nehmenDiese Frage muss sich Cluny im Roman immer wieder stellen lassen, denn offensichtlich weiß sie es selbst nicht, hat aber auch wenig Lust, sich von ihrer Verwandtschaft vorschreiben zu lassen, wer sie denn nun eigentlich sein soll.

Wie würdest du antworten, wenn dir jemand diese Frage stellt?

Ich denke, dass die wenigsten Menschen mit rausgestreckter Brust und fester Stimme eine selbstbewusste Antwort geben können. Zumindest nicht im ersten Moment. Cluny geht es natürlich nicht anders. Rollen und Konventionen, die ihr jedoch zugewiesen werden, engen sie ein und darauf reagiert sie selbstbewusst.

“Ich bin mir selbst wichtig”, antwortet das taffe Dienstmädchen in einem ziemlich absurden Moment. Allgemein muten die meisten Reaktionen Clunys irgendwie absurd an, aber sie machen sie auch unheimlich sympathisch.

Du kannst tun, was du willst.

Cluny geht ihren Weg. Dabei ist sie keinesfalls arrogant oder gar übertrieben egozentrisch, aber sie sagt “Nein”, wenn ihr etwas nicht passt. Widerstand bleibt bei dieser systematischen Unangepasstheit natürlich nicht aus, aber die Welt mit Clunys Augen zu sehen, macht Spaß und bringt auch ihre Umwelt ordentlich ins Wanken.

Von Cluny können wir lernen, dass Konventionen auch nur von Menschen gemacht sind und wir uns nicht immer und um jeden Preis an sie halten müssen. Einfach mal mehr im Moment leben und nicht sofort mit vorauseilendem Gehorsam die Konsequenzen meiden.

“Ich habe nie verstanden, warum ich die Hälfte von dem, was ich wollte, nicht tun durfte. Irgendwie schien es auch nie einen richtigen Grund zu geben, es lag immer nur daran, dass die Leute diese Dinge selbst nicht tun wollten.”

Einladung, öfter mal “Nein” zu sagen

sich selbst wertschätzenWir fühlen uns heute (wahrscheinlich stärker als zu Clunys Zeiten) oft alleine gelassen mit der Frage, wer wir sind und wo unser Platz in dieser Welt ist. Das bedeutet, dass wir zwar bei der Ausschmückung unserer Vorstellung eines “guten Lebens” stärker auf uns gestellt sind, aber dabei eben auch eine ordentliche Portion mehr Freiheit haben.

Sharps Roman ist erfrischend ironisch ohne böswillig zu sein. Die Autorin zeichnet Ihre Figuren liebevoll. “Die Abenteuer der Cluny Brown” waren für mich auf der einen Seite eine leichte Sommerlektüre, aber auf der anderen Seite auch ein Weckruf und eine Einladung öfter mal wieder “Nein” zu sagen, Selbstfürsorge zu betreiben und auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten.

Was glaubst du eigentlich, wer du bist?

Das kann ich zwar so leicht nicht beantworten, aber in jedem Fall bin ich wichtig und ich danke Margery Sharp sehr für diesen wundervollen Roman, der mir eine schöne Zeit verschafft hat.

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Schwanger? Mach dich doch nicht verrückt!

Die Schwangerschaft ist eine Lebensphase, die von vielen extremen Emotionen begleitet wird. Extrem können sie nach oben, aber auch nach unten verlaufen. Wichtig ist: Mach dich nicht wahnsinnig, aber lass dich auch nicht wahnsinnig machen.

Falsche Männlichkeit: das große Missverständnis

Männer müssen so und so sein. Neben Vorurteilen und Unterstellungen prägen eine Menge Erwartungen unsere Gender-Vorstellungen und skizzieren klare Rollenbilder, die im Grunde nur falsch sein können.

Die größten Versager sind die erfolgreichsten!

Eigentlich haben Niederlagen und Fehlentscheidungen in unserer leistungs- und wachstumsorientierten Welt ja wenig Raum. Denkt man zumindest. Die Wahrheit ist, das Gegenteil ist der Fall.

Die Gewalt in DDR-Familien, die wir nicht sehen wollten

Viele, die mit und nach der Wende aufgewachsen sind, tragen Erfahrungen in sich, die sie lange nicht zuordnen konnten. Autorität war selbstverständlich. Härte wurde nicht hinterfragt. Und das Schweigen, über alles, was schwierig war, war oft lauter als jede Antwort.

Reflexion und Planung: 7 Journals und Workbooks, die dich verändern werden

Ein gutes Journal ist ein Werkzeug, das du aktiv nutzt. In diesem Artikel möchte ich dir einige Journals und Workbooks vorstellen, die mich in den letzten beiden Jahren begleitet haben. Sie helfen mir, meine aktuelle Position zu verstehen, das Erlebte zu ordnen und Mut und Inspiration für die Zukunft zu finden.

Die Sehnsucht nach Liebe

Liebe verändert uns und sie leitet uns. Manchmal hinterlässt sie Chaos und oft macht sie uns verletzlich.

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Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Was macht dich bloß so resilient?

Wie viele Enttäuschungen verzeihen wir dem Leben? Resilienz ist erlernbar. Wie aber lernen wir aus der Vergangenheit und schauen trotzdem nach vorne?

Lies dich sexpositiv: 3 Bücher

Sprichst du offen über Sex? Menschen sind sehr sexuelle Wesen und trotzdem ist unser Verhältnis zu unserem Körper und unserer Lust nicht immer ganz unbefangen.

Glücklich und wertvoll mit Übergewicht? Ja!

Glücklich und wertvoll mit Übergewicht? Ja!

Glücklich und wertvoll mit Übergewicht? Ja!

Es gibt viele Dinge über die ich nur den Kopf schütteln kann, aber dass wir Menschen uns mit all unseren menschlichen Eigenschaften gegenseitig und auch uns selbst so sehr verachten, finde ich sehr, sehr schlimm.

Schönheitsideale. Wer braucht sowas? Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Evolution, biologischen Vorgaben und so weiter. Darauf gebe ich in diesem Zusammenhang einfach nichts und es macht mich oft traurig, wenn ich sehe wie vielen Frauen und Männern die Fähigkeit zur Selbstliebe abgeht.

In diesem Artikel stelle ich das Buch “Erdbeerzeit” von Anja Siouda vor. Einfühlsam beschreibt die Autorin den Leidensweg einer jungen Frau, deren Übergewicht lange Zeit Grund für Demütigungen, Diskriminierung und Schikane war. Ein Buch, das Mut macht Schönheitsideale in Frage zu stellen.

Anja Siouda fordert Toleranz gegenüber Menschen, die anders sind

Die Autorin des Buches nutzt ihre schriftstellerische Arbeit in vielerlei Hinsicht, um zu mehr Toleranz aufzurufen. Der Roman “Erdbeerzeit” beschreibt die Diskriminierung von übergewichtigen Menschen besonders lebensnah und authentisch. Es fällt schwer nicht mitzufühlen und besonders Frauen, die selbst schon einmal in ihrem Leben dem Diätenwahn verfallen waren, werden sich mit Angela, unserer Protagonistin, identifizieren können. Im Klappentext des Buches heißt es entsprechend:

“Im vorliegenden Liebesroman [schreibt die Autorin] über die Diskriminierung von Übergewichtigen, die Fixierung auf Äußerlichkeiten in unserer Gesellschaft und über eine Frau, die keine neue Diät, sondern sich selbst findet.”

30 Jahre und kein Fünkchen Selbstwert

Was muss passieren, damit Menschen Selbstliebe und gegenseitige Akzeptanz völlig selbstverständlich betreiben? Werfen wir einmal einen Blick auf unsere Protagonistin. Angela ist keine 30 Jahre alt, hat aber genug durchgemacht, um gleich zwei Menschenleben mit negativen Erfahrungen zu füllen: eine schwierige Kindheit und lieblose Eltern; frühe Schwangerschaft und das Kind verloren; eine Ehe mit einem gewalttätigen Mann und die ständigen Demütigungen und Diskriminierungen, die eigentlich nur Menschen kennen, die offensichtlich anders sind als ihre Umwelt.

Angela hat Übergewicht und mit der Zeit gelernt, sich und ihren Körper zu verachten. Ihr Mann tut es ihr gleich, behandelt sie sehr schlecht und treibt sie damit beinahe in den Selbstmord.

Irgendwann schafft es Angela trotz der widrigen Umstände den Mut zu fassen, sich in einem Pflegeheim um eine Aushilfsstelle zu bewerben. Die Entscheidung stellt sich schnell als Rettungsanker heraus und Angelas Entwicklung nimmt positive Bahnen.

Bibliotherapeutische Gedanken zum Buch

Ablehnung ist wohl eine der schlimmsten Dinge, die wir einem Menschen antun können. Das Grundbedürfnis nach Anerkennung und Liebe ist dermaßen fundamental, dass ein Mangel daran viel mehr zerstört, als wir uns vorstellen. Unsere Protagonistin Angela hat schon Diäten durchgemacht, als sie noch nicht übergewichtig war und “nur” den unangemessenen Spitzeleien und Spott ihres Vaters ausgesetzt war.

Angela erinnert sich an ihre Pubertät und dass sie bei gleicher Größe nur halb so viel wog:

“Wenn sie doch nur das Rad der Zeit zurückdrehen könnte und wieder dieses Gewicht hätte. Dann wäre sie glücklich. Warum war sie es aber damals nicht gewesen und hatte angefangen, eine verrückte Diät nach der anderen auszuprobieren?”

Was alles danach passiert wirkt teils überspitzt, mal kitschig und an der ein oder anderen Stelle auch recht stereotyp, aber der Botschaft des Buches schadet diese Stilform in meinen Augen nicht. Vielmehr kann ich mir vorstellen, dass die Autorin Anja Siouda sehr bewusst bestimmte Extreme in ihrem Buch verwendet: eben um für mehr Toleranz und Verständnis zu sensibilisieren.

Besonders Angelas Gefühlswelt wirkte für mich während der Lektüre zu jedem Zeitpunkt authentisch.

“Mit einem Mal fiel es Angela wie Schuppen von den Augen, dass sich Benno genau jene Frauen aussuchte, die sich aufgrund ihres Gewichtes unsicher fühlten und sich alles von ihm gefallen liessen: seine Demütigungen und Niederträchtigkeiten, mit denen er sie jahrelang traktierte, sie fertigmachte, bis er sie entweder in die psychiatrische Klinik oder in den Sprung vom Balkon trieb.”

Und ich glaube, dass betroffene Leserinnen und Leser diese extreme Darstellung ihrer Schmerzen und Ängste gar nicht so extrem finden werden. Demütigungen, Selbsthass – Angela zeigt, dass es einen Weg aus dieser Spirale gibt.

Es gibt einen Weg aus der Negativ-Spirale

Für Angela beginnt der Weg aus der Negativ-Spirale mit ihrer Bewerbung auf eine Aushilfsstelle im örtlichen Pflegeheim.

“Die Heimleiterin wirkte etwas distanziert, aber freundlich, und vor allem schaute sie Angela von Beginn an und während des ganzen Gesprächs in die Augen. Irgendwie kam es Angela vor, als sie dies das erste Mal in ihrem Leben, dass jemand nicht zuerst ihre Fülle betrachtete und nicht bereits beim Händeschütteln die Augenbrauen missbilligend in die Höhe zog.”

Ich glaube, dass nur jemand, mit ähnlichen Minderwertigkeitskomplexen diese Art zu denken nachvollziehen kann. Diese Angst, immer und bei jeder Begegnung auf den eigenen Makel reduziert zu werden. Im Pflegeheim passiert ihr das nicht. Die neue Arbeit gibt Angela Struktur, sie lernt andere starke Frauen kennen, die es auch nicht leicht hatten und ihren Weg gegangen sind.

Trotzdem Hilfe annehmen

Aus meiner Sicht gibt es im Buch eine ganz klare Linie: Es geht darum, das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen, Abhängigkeiten abzulegen und vor allem darum, trotzdem an richtiger Stelle Hilfe anzunehmen.

Es gibt Probleme, die lassen sich nicht ohne Unterstützung von außen lösen. Es gibt aber auch Herausforderungen, denen wir uns stellen können und Anja Sioudas “Erdbeerzeit” macht definitiv Lust, sich dieser Herausforderungen anzunehmen. Die Angst, nicht geliebt und akzeptiert zu werden, wenn du nicht den Anforderungen und Idealen der Gesellschaft entsprichst, kann dich in so vielen Lebensbereichen einschränken. Schön, dass es Bücher gibt, die solchen Idealen etwas entgegenstellen.

Schau dir das Buch bei Amazon an!

Welche Lebensfragen stellst du dir?

Wohin führt dich das Leben? Woher kommt all diese Unsicherheit? Manchmal sind wir auf der Suche nach Antworten deren Fragen wir nicht mal kennen und diese Antworten können für uns die Welt bedeuten.

Hab keine Angst vor der Angst

Sehr viele Menschen kennen Panikattacken, verspüren Angstzustände oder sind unsicher, wenn sie vor einer Gruppe reden müssen. Aus Angst vor Stigmatisierung sprechen sie nicht darüber. Franziska Seyboldt schon.

Was du lesen musst, um in der Großstadt zu entspannen

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Sicher gibt es auch in dir eine Sehnsucht, die dich antreibt, dich zweifeln lässt und deine Gedankenwelt genau dann aufwühlt, wenn du es gerade eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kannst. Wenn du dich manchmal schon gefragt hast, wonach du dich da eigentlich sehnst, dann ist das hier vielleicht die Antwort: Leidenschaft.

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Was ist Poesie-Therapie?

Was ist Poesie-Therapie?

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Warum wir schreiben sollten
 

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Poesie-Therapie: Schreiben macht glücklich.

Die meisten von uns haben bereits einmal in ihrem Leben einen Brief verfasst oder zu einer bestimmten Zeit Tagebuch geführt und dabei eine gewisse Erleichterung erfahren. Hast du auch schon mal Gedanken zu Papier gebracht und dich allein dadurch schon besser gefühlt? Dann kann es sein, dass du – vielleicht ohne jemals davon gehört zu haben – bereits Poesie-Therapie betrieben hast. Kreatives Schreiben zeigt immer in irgendeiner Form eine therapeutische Wirkung. Für diese Vorgänge gibt es sogar einen wundervollen Fachbegriff: Poesie-Therapie oder auch einfach Schreibtherapie. In diesem Artikel erfährst du, was Poesie-Therapie ausmacht und wie du sie für dich nutzen kannst.

1. Was ist Poesie-Therapie? Definition und Ziele

Therapeutisches Schreiben bzw. Schreibtherapie

Die Grenzen zwischen kreativem Schreiben und therapeutischem Schreiben sind fließend. Selbst oder vielleicht gerade biografisches Schreiben kann als eine Form der Schreibtherapie angesehen werden. So bezeichnen wir jede Art von Schreiben als Poesie-Therapie, wenn sie zur Persönlichkeitsentwicklung und zum eigenen Wohlbefinden beiträgt. Festhalten lässt sich, dass den meisten Schreibprozessen eine therapeutische Dimension anhaftet. Denn Schreiben ist ähnlich wie Sprechen eine Form von Selbstausdruck. Vielleicht führst du selbst zur Zeit auch eines dieser Selbstcoaching-Journals. Auch dahinter versteckt sich eine moderne Ansatz therapeutischen Schreibens.

Warum Schreiben?

Menschen schreiben um…

  • sich mitzuteilen.
  • ihre innere Welt zu erkunden.
  • sich auf eine Reise zu sich selbst zu begeben.
  • dem Schmerz oder schwierigen Erfahrungen etwas entgegenzusetzen.
  • Frieden zu finden und Wunden heilen zu lassen.
  • die Hoffnung festzuhalten und sich ihrer später zu erinnern.

Der Möglichkeiten warum wir schreiben gibt es noch viele. Nicht alle beziehen sich auf ein Problem. Manchmal stellen wir uns schreibend einer Herausforderung, die durchaus positiv Aspekte besitzt. Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit und Selbstfürsorge spielen eine wichtige Rolle beim Schreiben.

Poesie-Therapie ist eine Form der Kunsttherapie

Poesie-Therapie versteht sich als eine Form der Kunsttherapie. Der Kunsttherapie geht es, um sinnliche Wahrnehmung, die Entwicklung kreativer Fähigkeiten und darum, Menschen zu ermöglichen ihre innere Gefühlswelt in künstlerischer Form auszudrücken. Vielleicht hast du selbst schon mal etwas gebaut, gemalt oder in irgendeiner Form geschaffen und hast dabei bestimmte Emotionen in dir aktiviert. Musiktherapie beispielsweise ist ein Teilgebiet der Kunsttherapie. Ein bestimmter Song oder das selbständige Musizieren können individuell Einfluss auf deine Gefühls- und Gedankenwelt nehmen. Und genauso wie die Bibliotherapie, bei der es um das Lesen von Büchern für das eigene Wohlbefinden geht, ist auch die Poesie-Therapie eine Form der Kunsttherapie. In bestimmten Situationen und bei verschiedenen Herausforderungen vermag das Aufschreiben von Gedanken und Geschichten deine psychische und körperliche Gesundheit zu stärken.

Schreibtherapie, obwohl ich gar keine Therapie möchte?

Im Artikel zur Bibliotherapie habe ich darauf hingewiesen, dass eine Bibliotherapie im Rahmen einer professionell-angeleiteten Therapie unterstützend wirken kann; Menschen können aber auch für sich und ohne Begleitung zu einem Buch greifen und von der positiven Wirkung des Lesens profitieren. Ähnlich verhält es sich mit der Poesie-Therapie, jedoch mit ein paar Einschränkungen und Anmerkungen. Beim Aufschreiben eigener Gedanken und Gefühle liegt der Fokus auf uns selbst und unserem Befinden.

Deshalb rate ich dazu, den bewussten therapeutischen Einsatz von Schreibmethoden im Falle negativer Gefühle oder Störungen mit Krankheitswert professionell betreuen zu lassen. Poesie- und Schreibtherapeuten sind in der Lage, den Prozess sinnvoll zu lenken und dafür zu sorgen, dass tatsächlich ein therapeutischer Mehrwert entsteht. Nicht immer ist die schreibende Beschäftigung mit unseren Ängsten und Nöten ansonsten hilfreich. Beim Schreiben sind wir stärker als beim Lesen bei uns und damit vielleicht auch näher an unseren eigenen belastenden Problemen.

Weiter unten findest du Informationen über eine mögliche Ausbildung zur Poesie-Therapeutin/Schreibcoach. Dort kannst du auch Listen einsehen, wenn du dich an eine ausgebildete Schreibtherapeutin bzw. an einen Schreibtherapeuten wenden möchtest. Bei Themen und Situationen, die keinen Krankheitswert besitzen, kann Poesie-Therapie natürlich auch ganz intuitiv betrieben werden. Hilfsmittel dafür, wie Schreibmethoden, Arbeitsbücher und konkrete Anleitungen, finden sich in der Fachliteratur und im Internet zahlreich.

2. Geschichte und Verbreitung der Poesie-Therapie

Ungefähr um 400 n.Chr. lebte Augustinus, ein Geistlicher und Philosoph, der in seinen “Bekenntnissen” seine eigene Lebensgeschichte schreibend aufarbeitete. Die schriftliche Auseinandersetzung ermöglichte Augustinus die Verarbeitung seiner Sorgen. Er zeigte, wie auch viele andere SchriftstellerInnen vor und nach ihm, dass das Schreiben auch den Weg zu der eigenen individuellen Identität bahnt. Augustinus betrieb Selbstheilung durch das Schreiben und wird deshalb in der Geschichte der Poesie-Therapie oft als erstes genannt.

Weiterhin stehen auch große Namen wie Jean-Jacques Rousseau, Immanuel Kant oder Rainer Maria Rilke für das therapeutische, selbsterkennende Schreiben. Der Psychologe Sigmund Freud leitete später einen Wendepunkt ein: mit seiner freien Assoziation und dem Dreischritt “erinnern, wiederholen und durcharbeiten”. Sein Bekannter Alfred Adler entwickelte eine eigenständige Lehre und integrierte u.a. das Aufschreiben autobiografischer Inhalte in die Therapie. Seiner Ansicht nach, vermochte das Schreiben wichtiger Lebensinhalte Erkenntnisse darüber zu gewinnen und darüber hinaus sogar die Möglichkeit aufzutun, störende Handlungsmuster zu korrigieren.

Der Amerikaner James W. Pennebaker untersuchte Ende des 20.Jahrhunderts den Einfluss expressiven Schreibens auf die psychische und körperliche Gesundheit. Mit positiven Ergebnissen. Insgesamt lässt sich festhalten, dass Poesie-Therapie in den USA und anderen englischsprachigen Ländern noch etwas stärker etabliert ist als hierzulande. Dennoch erlebt die Schreibtherapie, ebenso wie die Bibliotherapie, in den letzten Jahren eine neue Aufmerksamkeit, die sich in zahlreichen Veröffentlichungen und Veranstaltungen wiederspiegelt. Und obwohl Poesie-Therapie hierzulande für sich genommen noch keine Anerkennung durch die Krankenkassen findet, kann sie in eine anerkannte und geförderte Therapie integriert werden.

3. Methoden, Wirksamkeit und Anwendung der Poesie-Therapie

Regelmäßiges Schreiben

Beim Schreiben werden die Erfahrungen, die man gemacht hat, verarbeitet und neu gestaltet. Wer regelmäßig schreibt kann über diesen Prozess unbewusst die eigenen Wünsche, Ängste und Neigungen entdecken, denn der wiederholende Schreibprozess führt dazu, dass ähnliche Themen und Gedanken auftauchen.

Tagebuch schreiben und Selbstcoaching-Journale

Eine besondere Form des regelmäßigen Schreibens sind Selbstcoaching-Tools, Bullet-Journals oder auch Tagebücher. Zum Teil sind dies traditionelle, zum Teil aber auch sehr moderne Ansätze therapeutischen Schreibens. Sie stellen eine Form der Selbstreflexion dar.

Tagebücher erfüllen hin und wieder die Funktion des “seelischen Mülleimers” und können zumindest in gewissem Rahmen zeitweilig die fehlende Gesprächspartnerin oder den Gesprächspartner ersetzen. Indem solche “Tools” zur Selbstreflexion und Strukturierung beitragen, helfen sie auch komplizierte Situationen besser zu verstehen und zu bewältigen.

Was passiert beim Schreiben?

Ilse Orth, eine der Begründerinnen der Poesie- und Bibliotherapie im deutschsprachigen Raum hat davon gesprochen, dass Bücher das “Unsagbare” sagbar machen. Der Umweg über das Papier ermöglicht das Festhalten intensiver oder sogar schwierige Gefühle und diese können so leichter verbalisiert werden. Schreiben eröffnet einen Zugang zu Kreativität, verbale Kommunikationsgrenzen werden überwunden durch die Verwendung von Methaphern, sprachlichen Bildern und Fantasien. Vielleicht werden sogar erst gewisse Erinnerungen assoziativ geweckt und können dadurch überhaupt untersucht werden.

Nachlesbare Ergebnisse

In einem Gespräch verlieren sich viele Informationen. Beim Schreiben hingegen erhältst du ein Ergebnis auf das du später nochmal zurückkommen kannst. Das Schreiben bewahrt und dokumentiert und dient damit auch als Schutz vor dem Vergessen. Diese Ergebnisse lassen sich natürlich noch weiterentwickeln und müssen nicht starr sein.

Schreibwerkstätten

Nicht jeder Mensch möchte eine Therapie machen oder allein zu Papier und Stift greifen. In Schreibwerkstätten an Volkshochschulen, Urlaubsorten oder in der Nachbarschaft werden kreative Schreibprozesse in kleinen Gruppen vollzogen. Zwar haben solche Vorgänge in den meisten Fällen eine therapeutische Wirkung, jedoch sollten sie nicht als Ersatz für eine Psychotherapie angewendet werden. Wenn dich eine Poesie-Therapie interessiert, wäge bitte gründlich ab, ob professionelle Hilfestellung angezeigt ist oder nicht.

Sollten deine Bedürfnisse oder Herausforderungen keinen Krankheitswert aufweisen, kannst du auch Schreibübungen aus Büchern heranziehen. Die Poesie-Therapeutin und Autorin Silke Heimes hat dafür hilfreiche Ratgeber veröffentlicht. Eine kleine Auswahl findest du in den Quellen.

Positive Themen

Wenn du ohne Anleitung und in Eigenregie Poesie-Therapie betreibst, ist es ratsam, dich auf positive Themen zu konzentrieren. Andererseits können negative Gefühle verstärkt und gefestigt werden. Kurze aufrüttelnde Impulse können auch bei schwierigen Themen gut tun, aber über einen längeren Zeitraum sollten sich die Schreibprozesse auf Hilfreiches, Hoffnungsvolles und Erbauliches konzentrieren. Auch sollte das Schreiben nicht der dauerhaften Flucht aus der Wirklichkeit dienen. Aber das ist sicher selbsterklärend.

Arten des Schreibens

  • Kreativ-biografisches Schreiben
  • Kreatives Schreiben zur Entwicklung des Schreibstils
  • kreativ-therapeutisches Schreiben → Poesie-Therapie
Professionell begleitete Poesie-Therapie

Schreibtherapie kann sowohl in der ambulanten als auch stationären Therapie zum Einsatz kommen. Auch in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen findet sie Anwendung. Schreiben dient in diesem Zusammenhang der sozialen Integration, der Selbstwertförderung, der Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten und der Erkundung persönlicher Empfindungen. Auch in der Gerontologie und der Trauerbegleitung können angeleitete Schreibprozesse wirksam genutzt werden.

Coaching in den verschiedensten Bereichen hat erkannt, welche Bedeutung Schreibübungen zukommt und welche Macht der zielgerichtete Einsatz kreativer Methoden hat. Schreiben wirkt sehr individuell. Kognitive Wahrnehmung, Emotionen und körperliche Empfindungen werden bei allen Schreibenden unterschiedlich ausgelöst. Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass Schreiben folgenden Funktionen dienen kann:

  • Klarheit gewinnen
  • Gedanken ordnen
  • Distanz schaffen
  • neue Zugänge zum Erlebten ermöglichen
  • Horizonterweiterung
  • Gewinn von neuen Perspektiven und Blickwinkeln
Abgrenzung Poesie-Therapie und Bibliotherapie

Wenn du hin und wieder auf Literaturpower surfst, dann weißt du wahrscheinlich, was Bibliotherapie ist und wie du sie für dich nutzen kannst. Falls nicht, kannst du es hier nachlesen. Umgangssprachlich werden beide Begriffe hin und wieder synonym verwendet, was aber nicht ganz richtig ist. Der Poesie-Therapie geht es um den aktiven Vorgang des Schreibens. Bei der Bibliotherapie wird vor allem gelesen. Beiden Anwendungen geht es um die heilsame Kraft die in Poesie und Literatur steckt.

4. Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten

Zahlreiche Universitäten und Institute bilden Ausbildungsmöglichkeiten im Rahmen des kreativen Schreibens an. Google verrät da gerne mehr. Zu lang wäre eine vollständige Liste an dieser Stelle. Ich möchte jedoch auf eine besondere Ausbildungsmöglichkeit hinweisen, die über kreatives Schreiben hinausgeht. An der Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit können sich Poesie-Therapeutinnen und Therapeuten umfassend ausbilden lassen.

Ilse Orth selbst ist in die Leitung der Weiterbildung eingebunden. Auf der Homepage des Institutes findet sich folgende Aussage zum Anwendungsgebiet: Poesie- und Bibliotherapie könne “zur Beratung bei der Bewältigung von Lebenskrisen, der Unterstützung bei Behandlungen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, in der Förderung von Gesundheit, Kreativität, humanem und ökologischem Bewusstsein eingesetzt werden. Selbstverständlich sind in dieser Weiterbildung auch Menschen willkommen, die diese Erfahrung zunächst nur für sich persönlich nutzen wollen.”

Der 1984 gegründete Berufsverband der deutschsprachigen Gesellschaft für Poesie- und Bibliotherapie, kreatives Schreiben und Biographiearbeit bietet eine umfassende Übersicht ihrer Mitglieder. Solltest du also eine professionell begleitete Poesie-Therapie in Erwägung ziehen, findest du auf der Homepage der DGPB eine Liste von anerkannten Poesie-Therapeutinnen und Poesie-Therapeuten. Die DGPB bemüht sich um qualitätssichernde Standards in der Aus- und Weiterbildung.

Die oben genannte EAG ist die einzige deutschsprachige Akademie, die derzeit diesen Standards offiziell entspricht. Die komplette Weiterbildung am EAG kostet um die 5000€ bis 6000€. Die Ausbildung umfasst eine Grundstufe (4×4 Tage), eine Aufbaustufe (4×4 Tage) und eine Zertifikatsstufe (2×4 u. 1×3 Tage). Eine zusätzliche therapeutische Qualifizierung (3×4 Tage) ist Menschen mit professioneller therapeutischer Ausbildung vorbehalten (Approbation, ein Abschluss in einem anerkannten Heilberuf, Zulassung zum/zur HeilpraktikerIn für Psychotherapie). Die kompletten Informationen findest du unter diesem Link: https://www.eag-fpi.com/kurzzeitausbildungen/kreativ-kunst-musiktherapie/poesie-bibliotherapie/.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch andere Weiterbildungsmöglichkeiten, die bibliotherapeutische und poesie-therapeutische Inhalte beinhalten. Du solltest bei deiner Auswahl aber immer auf seriöse Anbieter achten. Weitere Möglichkeiten, dich über Poesie-Therapie zu informieren findest du nicht zuletzt im englischsprachigen Raum.

5. Fazit

Schriftstellerinnen und Schriftsteller wissen um die Macht des Schreibens. Sie schreiben nicht etwa zum Spaß oder aus einer Laune heraus. Sie schreiben, weil sie eine Notwendigkeit zu schreiben verspüren. Und egal ob du diese Notwendigkeit auch spürst oder noch nicht: Probier’ es aus. Schreiben kann positiven Einfluss auf dein Wohlbefinden haben und dir Erkenntnisse über dich liefern, die bislang verborgen blieben. Vielleicht beginnst du mit einem kleinen Dankbarkeitstagebuch oder einer kreativen Schreibübung aus einem der untenstehenden Bücher. Der Möglichkeiten sind viele und ich hoffe, dass du ein paar interessante Einblicke gewinnen konntest.

Bleistift, Papier und Bücher sind das Schießpulver des Geistes. Neil Postman

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Hin und wieder lese ich Bücher und denke bereits in einer frühen Lektüre-Phase, wie schön es ist, dass mal nicht so viel passiert: keine Schicksalsschläge, welche die Stimmung trüben und keine unvorhergesehenen Plottwists.

Dann, fast immer, zum Ende hin, werde ich eines Besseren belehrt. Der Schrecken trifft mich unvorbereitet. Und umso härter.

„Die Farben des Nachtfalters“ von Petina Gappah

In “Die Farben des Nachtfalters” von Petina Gappah war das aber nicht so. Es passiert schon am Anfang viel. Und die Schicksalsschläge lassen auch nicht lange auf sich warten. Die Stimmung beim Lesen, das kann ich mit Fug und Recht behaupten, ist von Anfang an bedrückend und nicht zuletzt deshalb möchte ich alle Leserinnen und Leser ironiefrei vor der Lektüre warnen, wenn sie mit Gewalt, Mord und Hass in Büchern nicht gut umgehen können.

Es sterben Kinder, manchmal werden sie auch ermordet; Frauen schikanieren und schlagen andere Frauen; Rassismus tritt zu Tage und aufgrund all dieser Gräueltaten, die das Buch beleuchtet, wollte ich mehrmalig die Lektüre beenden. Nicht, weil Petina Gappah keine gute Autorin ist. Sie ist begnadet. Auch nicht, weil ich Gefängnisromane schlecht verarbeite – das habe ich schon mit dem Artikel “Wenn die Schuld kaum zu ertragen ist” überwunden. Literarisch habe ich immer einen großen Bogen um Psychothriller, Horror oder Gruselgeschichten gemacht, aber eigentlich weiß ich, dass die wahren Grausamkeiten das Leben selbst schreibt.

Petina Gappah gelingt es mit ihrem Roman, die Leserin und den Leser genau diese Ohnmacht und Verzweiflung spüren zu lassen, die Memory, unsere Protagonistin im Frauengefängnis in Simbabwe spürt, während sie auf ihr Urteil wartet und all ihre Erinnerungen (wie passend zu ihrem Vornamen) aufschreibt.

Wie wichtig Vornamen und ihre Bedeutung im Buch sind, sei hier nur am Rande erwähnt. Lieber komme ich schnell auf das Kernproblem zu sprechen: “Eine so hübsche junge Frau”, sagte sie. “Du siehst echt nicht übel aus, abgesehen von, na du weißt schon. Jedenfalls machst du das Beste draus, das muss man dir lassen. Und mal ehrlich, warum solltest du sonst bei einem weißen Mann wohnen, so ganz allein, nur ihr beide in dem Riesenhaus?” Diese Sätze hört Memory im Gerichtssaal von offizieller Seite.

Fragen, deren Antworten so weit entfernt sind

Memory wurde als schwarzer Mensch mit Albinismus geboren und wurde von Geburt an als Außenseiterin behandelt.

“Ich sehnte mich danach, zu sein, wie alle anderen. Ich versuchte, so dunkel zu werden wie die anderen Kinder. Ich wollte dazugehören. Ich verspürte einen heftigen, lodernden Neid auf jeden, der mir begegnete.”

Dieser Neid macht auch, dass Memory auf alle anderen, die ebenso anders sind wie sie, mit großer Abscheu reagiert. Während diese versuchen, sich mit ihr zu solidarisieren, meidet Memory jegliche Auseinandersetzung mit ihrer Rolle als Aussätzige.

Im Alter von neun Jahren geben die Eltern sie fort. “Ich war neun Jahre alt, und Vater und Mutter verkauften mich an einen fremden Mann.”

Mit diesem vermeintlichen Verkauf an den fremden Mann Lloyd entstehen Fragen, die Memory ihr Leben lang nicht mehr loswird. Im Gefängnis – Memory wird als erwachsene Frau vorgeworfen Lloyd ermordet zu haben – sitzt sie in Einzelhaft und schreibt alles auf, was sie weiß und was sie eben auch nicht weiß.

“Also denke ich über mein Leben nach, arbeite die Ereignisse aus, die mich hierhergeführt haben, immer wieder aufs Neue, ordne und gestalte sie in einem endlosen Kreislauf um: Was wäre gewesen, wenn?”

Memory hat als junges Mädchen die Erfahrung gemacht, sich nirgends richtig akzeptiert zu fühlen.

In einem Buch über Resilienz habe ich vor kurzem gelesen, dass es in der Kindheit allein einer einzigen nahbaren und liebevollen Bezugsperson bedarf, um eine gewisse Krisenresistenz aufzubauen. Für Memory war lange ihr Vater diese Bezugsperson, dann Lloyd. Trotzdem spielen die männlichen Figuren in der Geschichte keine Hauptrollen. Sie verkörpern Milde, Liebe, Zuwendung, aber die Konflikte treten vor allem zwischen den Frauen auf.

Nicht zuletzt dieser ungewöhnliche und gleichzeitig authentische Blickwinkel macht das Werk Gappahs zu einer sehr besonderen Lektüre. Trotz der Liebe, die Memory für ihren Vater verspürte, konnte sie nie verstehen, warum dieser sie weggab. Auch warum Lloyd das Mädchen aufgenommen, sich um ihre Bildung und Gesundheit kümmerte, war für sie nur schwer nachzuvollziehen.

Die Ungewissheit ist schwer zu ertragen

Ihr Selbsthass, die Wut auf ihre Vergangenheit und die unerträgliche Ungewissheit, hielten sie immer wieder davon ab, den Menschen, die ihr Gutes wollten, wirklich nahe zu kommen und sie zu verstehen. Über Lloyd und ein Geheimnis, das er verstecken musste, schreibt sie:

“Ich war nicht in der Lage, mich in ihn hineinzuversetzen, vermochte nicht zu erkennen, dass er in der Falle saß, dass er gezwungen war, eine Lüge zu leben.” Und eine Seite später: “Wäre ich reifer oder einfühlsamer oder großherziger gewesen, hätte ich vielleicht erkannt, dass Lloyd sich genauso radikal von seinem Umfeld unterschied wie ich und wie sehr uns das einte.”

Besondere Zufälle gestatten ihr später die lebenswichtigen Einblicke in ihre großen Lebensfragen. Sie erhält Antworten, auf die viele andere ihr Leben lang warten. Ich vermag nicht zu urteilen, ob diese Antworten die ersehnte Befreiung bedeuten, zwischen den Zeilen deutet sich so etwas an.

“Heute habe ich über den Birkenspanner nachgedacht. Genau wie dieser Nachtfalter musste ich meine Gestalt, meine Farbe verändern, um mich meiner Umgebung anzugleichen. Ich bin genau wie er blindlings hin und her geflattert, habe immer wieder die Farbe gewechselt im Bestreben, mich anzupassen, zu überleben. Vielleicht ist das ja schon genug – dass ich mich fürs Überleben entschieden habe. Dafür, wieder von vorne anzufangen, ob hier drin oder dort draußen, aber stets im Bewusstsein der Wahrheit. Vielleicht reicht das ja schon.”

Die Wahrheit zu erfahren, Antworten auf unsere großen und kleinen Lebensfragen zu erhalten, ist für viele Menschen ein Bedürfnis. Memory auf ihrer Suche zu begleiten, hat mir zumindest verständlich gemacht, warum dieses Bedürfnis so schwer wiegen kann. Und dass Antworten vielleicht nicht leichter zu ertragen sind, als die Unsicherheit der Unkenntnis.

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10 Dinge, die Autorinnen und Autoren nicht sagen

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Schreiben ist kein Hobby, kein Zeitvertreib, nichts was sich eben mal so in den Alltag schiebt. Wer schreibt, spürt meist eine Notwendigkeit zu schreiben. Quasi ein Grundbedürfnis wie Essen, Schlafen und Atmen.

Für viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller war die Veröffentlichung des ersten eigenen Buches bereits ein Kindheitstraum und der Weg dorthin durchaus beschwerlich. Es gibt zahlreiche Hürden wie die finanzielle Absicherung, passende LektorInnen, AgentInnen und Verlage zu finden und nicht zuletzt der innere Schweinehund, der das Schreiben immer mal wieder zur Qual werden lässt.

Teils mit einem Augenzwinkern, teils aber auch um ein wenig aufzuklären, habe ich hier mal ein paar Phrasen gesammelt, die eine Autorin oder ein Autor in dieser Form ganz sicher nicht sagen wird. Viel Spaß beim Lesen!

#1 „Mir ist egal, ob andere meine Bücher lesen, Hauptsache ich kann schreiben.“
Die Sprache ist das Haus des Seins.” hat schon Martin Heidegger gesagt und Recht hat er. Die Bibliotherapie und die Poesietherapie gehen beide davon aus, dass im Lesen und im Schreiben eine heilsame Kraft liegt, aber wenn dein Traum ist, vom Schreiben zu leben und ganze Bücher für die Nachwelt zu verfassen, dann reicht eben nicht, dass das Manuskript auf deinem Schreibtisch verstaubt. Der Mensch schreibt in erster Linie aus einem Bedürfnis heraus. Ein weiteres wichtiges Grundbedürfnis ist aber der Wunsch nach Anerkennung und die möchten Autorinnen und Autoren auch für ihre Bücher.

#2 „Klar schenke ich dir gerne ein kostenloses Leseexemplar!“
Darüber habe ich mal einen netten Absatz im “Handbuch für Autorinnen und Autoren” aus dem Uschtrin-Verlag gelesen, weiß aber leider nicht mehr in welchem Kapitel. Es ging um das Marketing kleiner Indie-Verlage und wie schwer es sei, allen Anfragen auf kostenlose Rezensionsexemplare wirklich gerecht zu werden. Gerade bei niedrigen Auflagen seien die Kosten für jedes Buch so hoch, dass es durchaus zur Belastung werden könne, bei Lesungen, Veranstaltungen, Wettbewerben usw. gleich mehrere Frei-Exemplare zur Verfügung stellen zu müssen. Ich kann mir denken, dass die Situation für Autorinnen und Autoren, die ihr Buch im Self-Publishing veröffentlichen, nicht so viel anders ist.

#3 „Als Autorin habe ich mit Kommasetzung, Rechtschreibung und Grammatik überhaupt keine Probleme.“
Gleich vorweg: Ich (und das als Literaturwissenschaftlerin) habe große Probleme mit richtiger Zeichensetzung. Menschen, die ganze Bücher schreiben, fällt es jedoch auch nicht viel leichter und ein bisschen beruhigt mich das. Auf Twitter oder Instagram lese ich immer mal wieder witzige kleine Anekdoten von Lektorinnen und Lektoren, die die Hände überm Kopf zusammenschlagen ob der Fehlerflut, die ihnen in Manuskripten begegnet. Nun ja, was soll ich sagen? Nobody is perfect.

#4 „Schlechte Kritiken kümmern mich nicht.“
Einer meiner letzten Artikel drehte sich um ganz besondere Amazon-Reviews. Manchmal kann einen das schon die Sprache verschlagen, wie streng, witzig oder sogar aggressiv Menschen die Lebenswerke anderer Menschen bewerten. Aus Gesprächen mit Autorinnen und Autoren weiß ich, dass negative Bewertungen die Schöpferin oder den Schöpfer eines literarischen Werkes durchaus nicht kalt lassen. Immerhin ist das Buch zu dem Zeitpunkt dann schon veröffentlicht. Ein Buch ist nicht einfach irgendein Prototyp, den du produziert und zu dem du dir möglichst viel konstruktives Feedback erhoffst. Das Feedback kommt am Besten von den Testleserinnen und Lesern oder den Lektorinnen und Lektoren, aber hinterher … ja, da kann das schon mal richtig weh tun.

#5 „Dieses Buch hat sich fast von allein geschrieben!“ oder „Heute hatte ich schon wieder so einen super produktiven Tag.“
In “Porträt einer Ehe” von Robin Black hat Owen, einer der Protagonisten, der selbst auch Schriftsteller ist, eine langwierige, besonders belastende Schreibblockade. Sie nimmt ihm jeglichen Lebensmut, Selbstrespekt und die Kraft sich den Problemen seiner Ehe selbstbewusst zu stellen. Wer schreibt, weiß wieviel Recherche, Ausdauer, Disziplin und vor allem Geduld damit verbunden sind. Jede Autorin und jeder Autor kennt bestimmt diese Tage, an denen die Ideen einfach ausbleiben, kein Satz so richtig passen will und das Manuskript einfach nicht wächst. Kein Buch schreibt sich von allein.

#6 „Klar kannst du den groben Entwurf lesen. Das macht mir gar nichts aus!“
Haha! Dazu muss ich wohl nicht viel sagen. Bestimmt hat jede Autorin diese Freunde, denen man auch die ganz ungeschliffene Rohfassung zu lesen geben kann, aber in aller Regel – und darüber hat Stephen King in “Das Leben und das Schreiben” schöne Einblicke gewährt – geschieht die eigentliche Arbeit am Text dann, wenn alle groben Ideen niedergeschrieben sind. Aus dem Rohdiamanten wird erst in der Über- und Bearbeitung ein wahres Schmuckstück.

#7 „Ich habe keine Angst, dass mir jemand die Idee für meine Story klaut.“
Zur Zeit geht das Gerücht durch Facebook, dass im Online-Bereich im großen Stile Geschichten geklaut und unter Pseudonym neu veröffentlicht werden. Natürlich kann man gegen so etwas gerichtlich vorgehen, aber der Aufwand und die Kosten sind leider nicht gering. Auch auf vielen Plattformen wie Wattpad oder in AutorInnen-Foren berichten Schreibende von der Angst, ihre Ideen in die unbekannten Weiten des Internet zu entlassen. Wer liest mit? Was tut dieser Mensch vielleicht mit meinen Geschichten? Welche Nachteile können daraus für mich entwachsen? Vielleicht ein kleiner Trost an dieser Stelle: Niemand ist so gut wie das Original.

#8 „Das erste Buch war ein voller Erfolg, dann kann das zweite ja nur mindestens genauso gut werden.“
Dazu gibt es wieder ein tolles Kapitel im “Handbuch für Autorinnen und Autoren”: Es heißt treffend “Das schwierige zweite Buch – Vom Schriftsteller-Werden und -Bleiben”. Ein Beitrag von Philip Meinhold. Er schreibt: “Doch nach dem ersten Buch muss das zweite kommen – und Schriftsteller zu bleiben ist mindestens so schwer, wie es zu werden.” Und an späterer Stelle: “Zu dem Druck, den sich ein Autor selbst macht, kommen die Erwartungen von außen.” Und schließlich: “Auch ich musste mit meinem zweiten Roman noch mal über Los gehen. Ein erster Versuch, ihn zu schreiben, scheiterte; irgendwann schrieb ich nur noch zwei oder drei Sätze am Tag, schlitterte in meine erste ausgewachsene Schreibkrise hinein.” Ich hoffe, dass es nicht allen so geht und dass wem etwas am Schreiben liegt, auch wieder von der Muse geküsst wird. Geduld hilft.

#9 „Einen Verlag zu finden war für mich überhaupt kein Problem.“
Heutzutage läuft zum Glück nicht mehr alles über Verlage und AgentInnen. Diese haben absolute Daseinsberechtigung; sind wichtig für den Literaturbetrieb, die Leseförderung und die Erhaltung grundlegender Kulturtechniken. Sie bereichern mein Leben mit vielen wunderschönen gebundenen oder soften Buchausgaben. Ohne Verlage hätten wir sicher nicht die Lesekultur, die ich so schätze. Aber nicht jede Autorin und nicht jeder Autor erhält die Chance in einem renommierten Verlag veröffentlicht zu werden. Kürzlich hörte ich sogar von einem Autor die Kritik, dass ja heute immer mehr Menschen schreiben. Klar und deutlich antwortete ich darauf: Gut so! Und ich freue mich, dass es auch fernab der großen Verlage so viele Möglichkeiten gibt, Geschriebenes an die Leserinnen und Leser zu bringen.

#10 „Finanziell geht’s mir super!“
“Hungernde Poeten”, so betitelte Alem Grabovac seinen Artikel in der taz über die Misere vom Schreiben leben zu wollen. Den Artikel kann ich wirklich empfehlen und hoffe, dass er die eine oder den anderen dazu anhält mehr Bücher zu kaufen, zu verschenken und die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern insgesamt wertzuschätzen. Lesen bereichert doch unser Leben und warum sollen wir ein gut recherchiertes Buch nicht belohnen? So wie jeder Mensch für seine Arbeit wertgeschätzt und entlohnt werden möchte, müssen auch Autorinnen und Autoren angemessen gefördert werden. Lies vielleicht den Artikel aus der taz und denke dann einmal an das letzte richtig gute Buch, dass du gelesen hast. Ich glaube, das öffnet Augen.

Autorin und Autor sein, egal ob hauptberuflich oder nicht, verlangt einem Menschen schon einiges ab. In gewisser Weise ist es eine Opfergabe zu schreiben und dieser Tätigkeit zolle ich großen Respekt. Ich freue mich, dass so viele Werke veröffentlicht werden und damit für alle Leserinnen und Leser das passende Buch dabei ist. Trotzdem interessiert mich an dieser Stelle natürlich, was du glaubst (oder weißt), was Autorinnen und Autoren nicht sagen würden. Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Leben lernen: Bring Farbe ins Spiel!

Schaust du auch manchmal in den Spiegel und fragst dich, ob dieses Leben noch dein eigenes ist? Kommst du da überhaupt hinterher, bei all den Emails, Terminen und Verpflichtungen? Farbe macht unser Leben nicht nur bunter, sondern auch lebenswerter. Probier es aus!

Was andere über mich denken

Befürchtest du manchmal, dass deine Entscheidungen nicht gut genug sind, deine Ideen nicht überzeugen? Lass uns einmal beleuchten, wie viel Anerkennung und Respekt von anderen du wirklich brauchst.

Einfach mal gut sein lassen

Wir können nicht immer alles richtig machen. Und zu einem schlechten Menschen macht uns das schon gar nicht. Aber leicht ist es eben auch nicht immer, bewusst nicht das Richtige zu tun.

Die Sehnsucht nach Liebe

Liebe verändert uns und sie leitet uns. Manchmal hinterlässt sie Chaos und oft macht sie uns verletzlich.

Wie du dir deine Liebe bewahrst

Verliebt sein, Händchen halten, sich gegenseitig stützen und Bewunderung zeigen, kleine Geschenke machen, die Partnerin überraschen, den Partner verwöhnen: Liebe hat viele Facetten. Doch wie können wir sie bewahren, wenn Alltag und Routine Einzug halten?

Bindungsstile verstehen: Die besten Bücher über Attachment, Heilung & sichere Beziehungen

Bindungsstile verstehen, Beziehungen reflektieren: eine Auswahl an Büchern über Attachment, Heilung und sichere Partnerschaften.

Was tun bei Depressionen und Angst? Diese Graphic Novel hilft weiter.

Oft fällt es Betroffenen nicht leicht, Hilfe anzunehmen und über ihre Probleme zu sprechen. Ein feinsinniges, verständnisvolles und empathisches Buch kann die nötige Kraft vermitteln, die es braucht, weitere Schritte einzuleiten.

Was weißt du schon über Bipolarität?

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Wo ist dein Platz in dieser Welt?

Vielleicht wollen wir nicht, dass uns jemand vorschreibt, was wir tun und lassen sollen. Aber manchmal einen Mensch an der Seite, der uns ein bisschen die Richtung weist …

Krankheit verstehen und den Schmerz aussprechen

Die Krankheit Krebs ist immer Auslöser für eine neue Perspektive auf das Leben. Solch eine weitreichende Diagnose zu bekommen, lässt uns …

Hab keine Angst vor der Angst

Hab keine Angst vor der Angst

Hab keine Angst vor der Angst

Sehr viele Menschen kennen Panikattacken, verspüren Angstzustände oder sind unsicher, wenn sie vor einer Gruppe reden müssen. Jeder sechste Mensch leidet einmal im Leben unter einer Angststörung. Aus Angst vor Stigmatisierung sprechen sehr viele nicht darüber. Franziska Seyboldt schon.

Titel: Rattatatam, mein Herz
Autorin: Franziska Seyboldt

Verlag: Kiepenheuer&Witsch

 

Solltest du gerade akut Unterstützung brauchen, bitte ich dich, auf der Seite “Hilfsangebote” weiterzulesen.

Wovor hast du Angst?

Vielleicht davor, mir zu sagen, wovor du Angst hast?

Ich möchte, dass du jetzt mal kurz etwas ausprobierst. Am Besten geht das in einer großen Menge von Menschen, aber du kannst alternativ auch die Kontaktliste deines Smartphones dafür nutzen. Suche dir irgendwo eine Person aus mit der du anfängst und jetzt zähle ab. Also Person 1 ist 1, die nächste 2, danach 3 und so weiter. Immer bis 6. Dann beginnst du wieder von vorne zu zählen.

So häufig sind Angststörungen

Jedenfalls hast du jetzt eine unbestimmte Menge an Menschen und immer die Sechste: Die hat statistisch gesehen einmal in ihrem Leben eine Angststörung.
Jeder sechste Mensch leidet einmal im Leben unter einer Angststörung.

Frau ist verzweifelt

Jeder ist anders betroffen

An dieser Stelle der Hinweis, dass eine Angststörung, wie jede psychische Störung, jede Krankheit, jede Herausforderung im Leben, den einen ganz anders betrifft als die andere. Wir können Anhaltspunkte, Inspiration, Verständnis, Erleichterung empfinden, sollten aber davon absehen, zu glauben, exakt den gleichen Weg einschlagen zu müssen wie unsere Protagonistin.

Franziska Seyboldt hat sich für ihr Buch nicht etwa irgendeine Protagonistin ausgedacht, deren Marotten, Fehlschläge und Unsicherheiten uns darüber hinweg helfen sollen, selbst auch nicht ganz perfekt zu sein. Im Buch “Rattatatam, mein Herz” beschreibt die Autorin ihre eigene, ganz persönliche Erfahrungsgeschichte mit ihrer Angststörung.

“Hör mir jetzt mal gut zu”, sagte die Angst.
“Diese Ärztin ist nichts für dich.” Sie beugte sich zu mir und sprach eindringlicher.
“Am besten gehst du überhaupt nie wieder zum Arzt.”

Es sind diese Gespräche mit ihrer personifizierten Angst, die den besonderen Charme des Buches in meinen Augen ausmachen. Im Buch ist die Angst nämlich wie der imaginäre Freund, den wir in unserer Kindheit hatten. Nur dass dieser Freund unsere Protagonistin nie verließ.

Die Angst schützt auch

“Die Angst sagte immer solche Erwachsenensachen, die mir nicht im Traum eingefallen wären. Wobei, eingefallen schon, aber ich hätte mich niemals getraut, sie auszusprechen, vor allem, da die Sprechstundenhilfe noch im Raum war. Der Angst war das egal. Ihr ging es nur darum, mich zu beschützen, und dass sie hier war, bedeutete: Die Lage war ernst.”

Sich mit der Angst unterhalten: Dieses kleine fantastische Element gibt Franziskas Umgang mit der Angst eine Leichtigkeit, die uns im Alltag oft leider fehlt.

Über die Angst sprechen wir nicht

Obwohl so viele Menschen Panikattacken kennen, Angstzustände verspüren oder große Unsicherheit haben, wenn sie vor einer Gruppe reden müssen, werden solche vermeintlichen Schwächen tabuisiert. Man traut sich oft nicht darüber zu sprechen und das Problem wird zwangsläufig verstärkt. Ähnliche Vorbehalte berichtet Seyboldt auch im Zusammenhang mit der Entscheidung ihre Angststörung therapieren zu lassen.

“Wer eine Therapie macht, gesteht sich ein, dass er ein Problem hat. Vorher konnte ich die ganze Sache wunderbar runterspielen, vor allem vor mir selbst. Okay, ich habe da diesen Angstscheiß, Psychokram halt, aber jeder hat ja irgendwas. Und dann wird die Sache plötzlich zu einer Diagnose.”

Bei einer einzigen Therapie bleibt es nicht und diese Tatsache hat mich besonders beeindruckt: Es braucht Kraft nach einer erfolglosen Therapie einen zweiten Anlauf zu wagen und genau das tut Franziska Seyboldt. Dieses Mal mit Erfolg. Was nicht bedeutet, dass ihre Angst nun verschwindet. Ihr Umgang mit der Angst hat sich verändert: Sie schafft es sogar öffentlich darüber zu sprechen.

“Ich bin nicht ernster geworden, ich bin echter geworden.”

Stigmatisierung, Ausgrenzung, Unverständnis

Dass eben das nicht immer leicht ist, liegt nahe. Oft befürchten wir Stigmatisierung, Ausgrenzung, Unverständnis.

“Der Cousin meiner Kollegin hat auch eine Angststörung”, sagt Sabine.
“Ist auf irgendwelchen Drogen hängen geblieben.”
Fehlt nur noch, dass sie fragt, ob ich ihn zufällig kenne.

“Rattatatam, mein Herz” ist keine Ratgeberliteratur und keine Autobiographie der Angst. Es ist eine angenehm zu lesende Dokumentation verschiedenster Konfrontationen mit der Angst aus dem Leben einer jungen, sympathischen Journalistin.

fröhliche FrauSie liefert nicht die letzten Antworten auf das Leben mit der Angststörung; sie erklärt nicht, wie du sie jetzt und hier und sofort los wirst, aber sie schafft etwas anderes und das ist mindestens genauso wichtig wie ein vermeintliches Heilsversprechen: Sie geht ehrlich mit ihren Ängsten und den verbundenen Gedanken um und zeigt, dass Gefühle zwar eine Daseinsberechtigung haben, aber ganz bestimmt nicht immer Recht.

“Wer hat dich eigentlich so verkorkst?”, fragt die Angst.
Diplomatie ist nicht so ihr Ding.
“Na, du.”
“Kann gar nicht sein!”

Es folgt eine zermürbende Diskussion darüber, wer denn nun recht habe, wer schuld sei und vor allem, wie es weitergehen solle. Auf Franziskas Aufforderung, die Angst solle sich endlich verpissen, reagiert diese auf die ihr eigene, durchtriebene Art:

”So läuft das aber nicht.”
“Ach nein? Und warum nicht?”
“Na, ganz einfach. Weil wir zusammengehören.”

Ganz schön überzeugend, diese Angst

Seyboldt betont in verschiedenen Szenarien wie wichtig der liebevolle und achtsame Umgang mit sich selbst ist. Und mit einem Zitat, das genau diese Nachsichtigkeit und Geduld mit uns veranschaulicht, möchte ich enden:

“Geburtstag. Rückblickend stelle ich fest, dass ich extrem viel schlauer bin als vor einem Jahr, und da war ich schon extrem viel schlauer als im Jahr zuvor, demzufolge bin ich im Vergleich zu nächstem Jahr extrem dumm. Das beruhigt mich irgendwie, es nimmt der Gegenwart die Schwere.”

Danke, liebe Franziska Seyboldt für deine Offenheit und den wertvollen Erfahrungsbericht.

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Du darfst vor allem nicht resignieren!

Was würdest du tun, wenn ich dir genug Geld gäbe, um vielleicht zwei Jahre gut über die Runden zu kommen und dazu noch ein Ticket in eine Metropole deiner Wahl? Würdest du dein Leben nochmal ganz neu denken und gestalten?

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Struktur: Wieviel brauchst du?

Was gibt dir Struktur in deinem Alltag? Sind es Routinen, die du dir bewusst eingebaut hast? Ist es die Arbeit, an deren zeitliche Festlegungen du dich notwendigerweise hältst? Wie resilient bist du, wenn es um die Bewältigung von Krisen geht und wieviel Halt brauchst du überhaupt im Leben?

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Feministisch argumentieren stellt dich vor eine Herausforderung? Diese Bücher supporten! Sie zeigen auf, was falsch läuft und sie empowern dort, wo bereits gute Ansätze bestehen.

Wenn nichts mehr geht

Der ewige Druck zu funktionieren und die unsichtbare Gewalt, die dich daran hindert. Wer soll das verstehen, wenn er es nicht selbst erlebt hat?

Stelle dir diese Frage: Wie wichtig nimmst du dich wirklich?

Warum tun wir uns eigentlich oft so schwer dabei, uns selbst wichtig zu nehmen? Warum ist Selbstwertschätzung nicht selbstverständlich? Du willst dich selbst wichtig nehmen? Dieser Roman hilft dir dabei.

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Wie du dir deine Liebe bewahrst

Wie du dir deine Liebe bewahrst

Kennst du das auch? Du hörst diesen einen Song immer und immer wieder, weil er irgendetwas tief in dir berührt und du genau an dieser Stelle berührt werden möchtest?

Musik spielt heute in meinem Leben eine wichtige Rolle, aber noch wichtiger war sie für mich als ich durch diese harte Zeit musste, die sich Pubertät nennt. Einen ganz bestimmten Song habe ich damals rauf und runter gehört: “Halt dich an deiner Liebe fest” von der Band “Wir sind Helden”.

Ich hab ihn jetzt gerade bei Youtube laufen und was soll ich sagen, ich finde ihn immer noch wunderbar. Er geht mir nah.

Wie erhalten wir die Liebe?

Im Laufe der Jahre sind mir so manche Beziehungsratgeber über den Weg gelaufen und einer von ihnen steht immer noch in meinem Regal: “What makes love last?” von John Gottman. Ehrlich gesagt habe ich das Buch selbst noch gar nicht gelesen, aber über dieses Werk gab es vor einigen Jahren sehr positive Rezensionen in renommierten Zeitschriften und darum darf es bleiben.

Es ist knallrot und der Namenszug “What Makes Love Last?” erfüllt auch ohne gelesen zu werden eine mahnende Funktion: Halte deine Liebe fest, schütze und pflege sie.

Das Porträt einer Ehe

Der Einband des Buches, um das es in diesem Artikel gehen soll, ist deutlich weniger auffällig. Er strahlt irgendwie eine unruhige Stille aus – nach der Lektüre verstehe ich die Intention dahinter besser – aber neugierig wurde ich (wie so oft) durch den Klappentext:

“Zwei Menschen, die Verletzungen mit sich tragen, die Verrat und Eifersucht ebenso kennen wie Vertrauen und Glück. Zwei Menschen, die um ihre Liebe kämpfen. Von ihnen erzählt dieser kluge und intensive Roman.“

Es geht um “Porträt einer Ehe” der amerikanischen Schriftstellerin Robin Black. Manchmal, mitten in meiner Lektüre, schlage ich das Buch ganz hinten auf, um mir ein Porträt der Autorin immer und immer wieder anzusehen. Ein bisschen sehen wir uns wohl ähnlich mit diesem großen Brillengestell und ihrem runden Gesicht.

Ich begehe diesen Fehler ja immer und immer wieder: Alles was in dieser Geschichte geschieht, beziehe ich auf die Erfahrungen der Autorin und im Endeffekt identifiziere ich mich nicht nur mit der Protagonistin (was mir immer überraschend leicht fällt), sondern auch noch (wahrscheinlich irrtümlicherweise) mit der Schriftstellerin.

Ich möchte jetzt mal kurz vom Buch selbst ablenken und ein paar Zeilen aus Blacks Danksagung zitieren: “Für Richard nur ein Rätsel: In einem so erfüllten, glücklichen Leben wie dem meinen, wie kommt es, dass Du immer noch mein Ein und Alles bist? Ich kenne die Antwort nicht. Du bist es einfach.”

Es hat mir gut getan, nach dem katastrophalen Ende (ich werde dir gleich sagen, warum ich das spoilern darf), die ausführliche Danksagung der Autorin zu lesen. Natürlich braucht es nicht immer ein Happyend, um ein Buch mit einem guten Gefühl abzuschließen, aber nach dieser Lektüre – die durchaus sehr warm und einnehmend ist – brauchte ich etwas, das Black wohl intuitiv geahnt hat.

Ganz beschreiben kann ich das nicht. Im Grunde, geht es auch im Roman, um all diese unausgesprochenen, bedeutungsträchtigen Momente und Gedanken, die Beziehungen (und ich gehe mit jedem Roman, den ich lese, eine Beziehung ein) prägen.

Wieviel kann die Liebe ertragen?

Gus und Owen, unsere Protagonisten, führen seit einiger Zeit ein abgeschiedenes Künstlerleben. Ihre Liebe hat bereits harte Proben ertragen und wird nicht zuletzt aufgrund der gemeinsamen, teils schmerzhaften Vergangenheit, unaufhörlich strapaziert.

“Es ist nicht freudlos. Du bist nicht freudlos. Für mich. Wir sind nicht freudlos. Aber wir sind eine Lebensaufgabe, nicht wahr? Wir sind, wie du gesagt hast, ein Universum. Du und ich. Unser eigenes, kaputtes, schönes, unerklärliches Universum.”

Black schreibt besonders ruhig und bedacht. Es ist genau der Stil, den ich sehr schätze und der mir ein Buch ans Herz wachsen lässt. Vorhin habe ich dir bereits verraten, dass die Geschichte mit einer Katastrophe endet. Alles spitzt sich zu; das Fiasko ist unabwendbar. Gerne möchte ich mir diese Katastrophe weg denken, ein Happyend herbeisehnen und mit viel Geduld und Phantasie mag mir das vielleicht sogar gelingen.

Schließlich ist ja alles eine Frage der Interpretation. Im Buch geht es um Beziehungsmuster, um Kommunikationsmuster, um menschliches Versagen und um Ängste, die uns begleiten, ob wir das nun wollen oder nicht.

Ängste wünschen wir uns ja meistens weg, aber sie erfüllen auch eine Funktion und im Falle von Owen und Gus schaffen sie womöglich eine Spannung, die Mechanismen auslöst, welche wiederum die Liebe am Laufen halten.

Jetzt möchte ich an dieser Stelle nicht die Psychoanalytikerin spielen, aber eine Frage drängt sich doch immer wieder auf: Wieviel kann eine Beziehung aushalten? Owen: “Ich hoffe nur, dir genügt unser einsames Landleben, wenn sie wieder weg ist.” Darauf Gus: “Er hatte nicht ganz unrecht gehabt. Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, wieder zu unserer früheren Einsamkeit zurückzukehren. Beziehungsweise konnte es mir nur allzu gut vorstellen. Wieder allein im Paradies mir Owen. Und seinem Bedürfnis, dass ich meine Aufregung über meine eigene Arbeit dämpfte. Und seinem immerwährenden Recht, mich zu hassen für das, was ich getan hatte – ein Recht, das er nie auszuüben schien, ein Umstand, der es dennoch irgendwie nicht zum Verschwinden brachte.

Du merkst bestimmt bereits an diesen Zeilen, dass der Roman sich nicht vor der tief gelegenen Substanz menschlicher Abgründe scheut. Statt “Porträt einer Ehe” würde ich ihn eine “Anatomie der Ehe” nennen, denn ein Porträt ist nur eine Draufsicht, die zwar viele Details aufdecken kann, jedoch das Innere verbirgt.

Für mich hatte es etwas Heilsames, das eben dieses Innere nicht gemieden wurde.

Das Einzige, was man aus einer Affäre mitnehmen darf, ist Weisheit. Man darf nicht sagen, dass man froh ist, es getan zu haben, oder dass es glückliche Momente gab, aber man kann sagen, dass man eine Menge aus seinen Fehlern gelernt hat. Und das sagte ich auch – Owen und mir selbst. Aber in Wahrheit wurde mir nie ganz klar, ob ich genug gelernt hatte.”

Wie möchtest du geliebt werden?

Es gibt so viele Zitate, die ich hier gerne anbringen würde, die zeigen, dass Black unvermittelt und schonungslos ehrlich mit ihren Leserinnen und Lesern und ihren Figuren umgeht. Auf beeindruckende Weise gelingt ihr das in einem sanften, lebensklugen Ton und ich freue mich bereits darauf, mehr von dieser begnadeten Schriftstellerin zu lesen.

Mit einem Zitat möchte ich jedoch noch abschließen: “Aber ich war in meinem Leben auf diese Weise geliebt worden. Von Owen. Bei jedem Stolpern, jedem Fallen geliebt und angenommen. Ich hatte Alison versichert, dass ich nicht dasselbe hätte für ihn tun können, dass ich als Mensch nicht so großartig oder großzügig war wie er, doch als ich nun wieder einmal vor dem Bild stand, überlegte ich, ob ich dieses Ungleichgewicht tatsächlich als gegeben hinnehmen konnte.

Es sind Zeilen, die ich mir fett markiert habe, denn sie transportieren die Botschaft des Buches: Liebe ist wertvoll und wir sollten sie festhalten, aber wir müssen auch darum kämpfen und an uns arbeiten. Nur so können wir sie bewahren. Ich wünsche dir viel Spaß mit dem Buch. Mir hat es viel zum Nachdenken gegeben.

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Sinn im Leben

Wann hören wir auf einen Sinn im Leben zu suchen? Hören wir dann nicht auf zu leben? Mein Lieblingsspruch: Dein Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.

Auf diese Aufgaben bereitet das Leben nicht vor

Alle Eltern werden irgendwann alt und manche im Alter sogar krank. Oft werden dann die Rollen getauscht und …

Die größten Versager sind die erfolgreichsten!

Eigentlich haben Niederlagen und Fehlentscheidungen in unserer leistungs- und wachstumsorientierten Welt ja wenig Raum. Denkt man zumindest. Die Wahrheit ist, das Gegenteil ist der Fall.

Du musst das nicht ertragen

Früher oder später kommt jeder Mensch in eine Situation, die sich nicht gut anfühlt. Manchmal fühlen wir uns dieser Situation einfach irgendwie ausgeliefert.

Was weißt du schon über Bipolarität?

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Genießt du die Einsamkeit?

Manchmal entscheiden wir uns für Einsamkeit, um Klarheit zu gewinnen, zu uns selbst zu finden, etwas zu genießen, das nicht durch den Einfluss unserer Mitmenschen verfälscht wird.

Was du lesen musst, um in der Großstadt zu entspannen

Du liebst die Stadt, obwohl sie dich stresst? Dann lies hier weiter. Du wirst erfahren, wie das richtige Buch dir helfen kann, dem Stress und der Enge der Stadt zu entfliehen.

Diagnose Epilepsie: Wie eine Krankheit alles verändert

Eine Krankheit kann alles verändern. Darf sie jedoch auch unsere Träume zerstören? Vielleicht ist der eine Weg nicht mehr denkbar. Dann müssen neue Träume her.

Glücklich und wertvoll mit Übergewicht? Ja!

Dass wir Menschen uns mit all unseren menschlichen Eigenschaften gegenseitig so sehr verachten, ist schlimm. Schönheitsideale. Wer braucht sowas? Ich stelle dir ein Buch vor, das Mut macht Schönheitsideale in Frage zu stellen.

Welche Lebensfragen stellst du dir?

Wohin führt dich das Leben? Woher kommt all diese Unsicherheit? Manchmal sind wir auf der Suche nach Antworten deren Fragen wir nicht mal kennen und diese Antworten können für uns die Welt bedeuten.

10 Amazon-Bewertungen, die mir die Sprache verschlagen

10 Amazon-Bewertungen, die mir die Sprache verschlagen

Achtung vor der Bewertung!

So, liebe Leserinnen und Leser, eine Warnung vorweg: Reviews, egal ob auf Amazon oder anderswo, sind subjektiv.

Das sind auch Buchempfehlungen meiner Buchhändlerin des Vertrauens oder Blogeinträge im World Wide Web. Bewertungen, Rezensionen, Reviews … wie immer wir sie auch nennen … sie spiegeln eine Meinung wieder und das muss nicht notgedrungen eure eigene sein.

Bevor ich mir Bewertungen beispielsweise auf Amazon ansehe, lese ich mich gerne in Rezensionen auf anderen, mir vertrauten Seiten ein (über die ich hier gerne mal etwas schreiben werde).

Zu jeder der seltsamen, vielleicht übergriffigen, lustigen oder sogar aggressiven Bewertungen, die ich hier gleich präsentiere, gibt es eine grooooooße erfreuliche Auswahl an wohlwollenden und begeisterten Bewertungen. Soviel nur vorweg. Und jetzt viel Spaß bei den 10 kreativsten und erschreckensten Amazon-Bewertungen über Bücher, die mir jemals begegnet sind:

Kleiner Hinweis: Wenn du auf die orangenen Links klickst, kommst du zu den jeweiligen Artikel und Buchvorstellungen auf Literaturpower.

10 Bewertungen, die es wirklich so auf Amazon gibt!

#1 Nichts passiert. NICHTS.

“Es tut mir wirklich leid…aber ich muss das Buch völlig verreißen. Ich habe NOCH NIE etwas so Langweiliges gelesen. Vögel, Vögel, Vögel. Nichts passiert. NICHTS. Spaziergänge, Vögel beobachten. Das war’s. 270 Seiten lang. Ein Albtraum. Dieses Buch ist aktive Sterbehilfe. Es wäre so viel aus diesen Jahren im Cottage herauszuholen gewesen, aber der AUtor ist eben kein begabter Autor. Nur ein Kerl, der irgendwo rumsaß und Vögel anstarrte. Der langweiligste Mensch der Welt an einem wunderschönen Flecken Erde. Bloß nicht lesen – außer Sie LIEBEN Vögel.”

Hier hat jemand “Tief im Land” von Neil Ansell bewertet. Was soll ich sagen. Die größte Ornithologin bin ich nicht, aber das Buch, das hat es in sich und zum Glück fanden es auch viele andere sehr lesenswert. Ein Albtraum? Im Gegenteil. Ein Buch, das Lust auf Natur und Stille macht. Ein Traum. Neil Ansell, schreib weiter! Wir lieben deine Bücher!

#2 Etwas für die Altpapiersammlung

“…etwas für die Altpapiersammlung 🙂 Verschwendung von Lebenszeit ist nicht mein Ding und so legte ich diese sogenannte Lektüre sofort beiseite. Mein Rat ist also: Hände weg!!”

Über “Die Welt im Rücken von Thomas Melle. Haha, wie sehr habe ich gelacht. Das Buch wurde gerade hier in Berlin sehr gehyped. Und völlig zurecht. Melle hat wichtige Aufklärungsarbeit geleistet. Danke!

#3 Eitle Selbstdarstellung

“Enttäuschung: Das Buch war eine sehr große Enttäuschung. Ich dachte, ich erfahre etwas über ADS. Was war? Neckische, eitle Selbstdarstellung im Stil von Hera Lind. Danke nein”

Über “Neben der Spur, aber auf dem Weg” von Mina Teichert. Selbstdarstellung? Vielleicht. Eitel? Sicher auch. Aber keinesfalls eine Enttäuschung, sondern eine gutgelaunte Auseinandersetzung mit ADS und damit ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung. Das sehen auch ganz viele andere so. Danke, Mina Teichert!

#4 Schließlich habe ich Geld bezahlt

“Selbstbespiegelung par excellence: Vorab sei schon einmal gesagt, dass ich es sehr schade finde, dass der Autor kein interessantes, lesenswertes Buch zustande gebracht hat. Schließlich habe ich Geld bezahlt, Hoffnung gehegt und Stunden verbracht, die am Ende doch nicht erhellend gewesen sind.”

Über “Alles ist besser als noch ein Tag mit dir” von Jan Fleischhauer. Ohje, da hat sich der Herr Fleischhauer mit seiner Zielgruppe – Menschen in Scheidung – nicht das einfachste Klientel ausgesucht. Ich musste dennoch oft schmunzeln bei der Lektüre und erhellend fand ich es auch. Zum Glück empfanden das auch Menschen so, die sehr wohl eine schwierige Trennung hinter sich haben. Danke, Herr Fleischhauer.

#5 Leser durch Leere deprimieren

“Trist und nur bedingt lesenswert: „Realitätsgewitter“ handelt von der gelangweilten und leeren Marla, die sich ihr Berliner Leben von ihrem Smartphone diktieren läßt. Ohne wirkliche Interessen läßt sie sich von einem belanglosen Rencontre mit pseudo-coolen „Designheinis“, die sich sporadisch per Facebook Messenger melden, zum nächsten treiben. Natürlich erinnern Thema und Struktur des Romans (Hauptfigur flottiert von einer Begegnung/Party zur nächsten) an Christian Krachts „Faserland“, so endet Zanges Roman dann ebenfalls auf Sylt und zitiert Kracht auch noch – doch dieser vermeintlich smarte Meta-Verweis macht es nicht interessanter. Das Buch ist zwar flüssig (in einfachen Sätzen) formuliert, ist aber im besten Fall dazu geeignet, den Leser durch seine Leere zu deprimieren.”

Zu “Realitätsgewitter” von Julia Zange. Ups. Haben wir das gleiche Buch gelesen? Marla ist weder leer, noch uninteressant. Aber es ist wie bei den meisten Milieu-Studien … man oder frau muss sich darauf einlassen können. Ich als Berlinerin, umgeben von kreativen Hipstern konnte Marlas Entwicklung nicht nur verstehen, sondern sehr gut nachvollziehen. Ein tolles Buch, einer jungen, talentierten Künstlerin. Danke, Julia Zange.

#6 Übelste Sorte Klischeeschubladendenken

“Betty Smith muss Männerhasserin gewesen sein:
Nach 70 Seiten habe ich aufgehört zu lesen:
– Der Vater ein Säufer und Versager
– Die Geschäftsleute (alle Männer) Schlitzohren und Pädophile
– Der Vater der Mutter ein verbitterter Patriarch
– Die Jungs und Brüder Schläger, Lügner und Prahler.
Natürlich sind Francie und ihre Mutter die strahlenden Heroinen. Einwandfreie feministische Literatur der übelsten klischeeschubladendenken Sorte. Nein danke.”

Zu “Ein Baum wächst in Brooklyn” von Betty Smith. Lieber Leser: Nein, nein und nochmals nein! Betty Smith war eine der begabtesten, wohlwollendsten und tolerantesten Schriftstellerinnen, die ich je lesen durfte. Von Männerhass keine Spur. Uff.

#7 Und weil ich neugierig bin, habe ich mal bei der “Bibel” recherchiert und diese drei lustigen Reviews gefunden, die ich unkommentiert lasse:

“Schlechtester Fantasie Roman den ich je gelesehen habe. Habe viel über dieses Buch gehört aber jetzt ist es einfach nur traurig.”

“Lahm: Die Story ist lahm und enthält sehr viele logische Fehler. Wie hat sich Abel fortgepflanzt? Mit seiner Mutter? Nicht empfehlenswert für Kinder”

Und in einem Kommentar: „“Auch für dich ist das Höllenfeuer schon bereitet!“ Jetzt haben Sie mir aber Lust auf Gegrilltes gemacht!”

#8 Pünktlich zum Marx-Jubiläum
Gerade war Marx-Jubiläum, deshalb habe ich natürlich mal beim “Kapital” gestöbert und stieß auf diese amusante 2-Sterne-Bewertung eines Schülers:

“Das Buch wurde in der Schule gebraucht und liegt jetzt ohne gelesen worden zu sein herum. Daher kann ich über den Inhalt nichts sagen. Lieferung bei Amazon wie immer super.”

Manche Bücher sind einfach dazu verdammt, nur fürs Regal gekauft zu werden. Immerhin. Viele SchriftstellerInnen würden sich vielleicht sogar damit zufrieden geben. ( ;

#9 Das schlechteste Buch aller Zeiten
Über “Der Mann ohne Eigenschaften” von Robert Musil:

“Gähnende Leere, unmöglich zu lesen, eine einzige Katastrophe. Ich würde sagen: „Das schlechteste Buch aller Zeiten“. Es passiert sozusagen nichts, nichts und wieder nichts, plötzlich kommt ein wenig Handlung, dann wieder nichts, nichts und wieder nichts. So zieht sich das endlos hin. Der Autor hat durchaus Talent und kann sich gut ausdrücken. Was indes die Fähigkeit angeht, eine interessante Geschichte zu erzählen, habe ich selten einen Talent befreiteren Autoren gelesen. Neben vergilbten Reiseführern, überholten Nachschlagewerken und Schundromanen, die aus einer Wohnungsauflösung stammen, war dieses eines der wenigen Bücher die ich jemals in die Altpapier-Tonne entsorgt habe. Dieses Werk würde ich selbst meinem ärgsten Feind nicht schenken.”

Au Weia! “Der Mann ohne Eigenschaften” ist natürlich ein Klassiker … ich weiß nicht, wieviele ihn wirklich gelesen haben, die ihn hypen, aber witzig ist es trotzdem ein bisschen, mal einen plumpen Verriss zu lesen. Ich lasse ihn unkommentiert.

Das Beste zum Schluss

Und zum Schluss eine Bewertung zu einem der Lieblingsbücher, das mich seit meinen jungen Jahren begleitet: „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel. Das war gar nicht so einfach: Auf Amazon gehen und bewusst die schlechten Bewertungen zu einem Buch lesen, welches ich nicht nur schätze, sondern schon in großer Anzahl verschenkt habe … ich habe mich trotzdem getraut und konnte über diese Bewertung sogar herzlich lachen:

#10 Schwülstiger Albtraum

“Mitte der Welt? Eher das dunkelste Abseits. Ein schwülstiger Albtraum aus heidnischer Mythologie, narzisstischer Pathologie, Homo- und Pädosexualität, Prostitution von Unmündigen, Leichenschändung und Zwangsabtreibung überladen mit okkulter Symbolik und geschrieben in pubertärem Stil.”

Und wieder: Ohne Kommentar. (Ich schüttele aber wortlos den Kopf…)

Liebe Leserin, lieber Leser: Schreibst du auch manchmal Reviews auf Amazon oder anderswo? Liest du sie, bevor du ein Buch kaufst? Kannst du dich über sie amüsieren? Warst du schon mal richtig erschrocken? Ich freue mich über deine Meinung in den Kommentaren.

Zuversicht ist gut, Selbstvertrauen ist besser

”Lass das sein, das wird eh nichts!” Autsch! Sowas zu hören, tut weh! Und trotzdem sagen wir ähnliche Sätze immer mal wieder zu anderen und – viel schlimmer noch – zu uns selbst. Überwinde solche Grenzen und fang endlich an, an dich zu glauben!

Hab keine Angst vor der Angst

Sehr viele Menschen kennen Panikattacken, verspüren Angstzustände oder sind unsicher, wenn sie vor einer Gruppe reden müssen. Aus Angst vor Stigmatisierung sprechen sie nicht darüber. Franziska Seyboldt schon.

Was du lesen musst, um in der Großstadt zu entspannen

Du liebst die Stadt, obwohl sie dich stresst? Dann lies hier weiter. Du wirst erfahren, wie das richtige Buch dir helfen kann, dem Stress und der Enge der Stadt zu entfliehen.

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Abschied von der Angst vorm Abschied

Verbinden wir nicht Abschied mit Verlusten, Trauer, Wehmut und Resignation? Dürfen wir überhaupt etwas Positives an einem Abschied finden oder macht uns das zu oberflächlichen Menschen?

Anatomie der Frau: Deshalb wissen wir so schlecht Bescheid.

Mal ganz nüchtern betrachtet: Wir wissen oft besser über die Geschlechtsorgane des Mannes Bescheid, als über die der Frau. Menstruation wird weiterhin tabuisiert und patriarchaliche Machtverhältnisse bestimmen unser Leben. Wir können das ändern. Zunächst müssen wir aber verstehen, was da vor sich geht.

Neue Wege und neue Bücher

Wie gelingt uns Veränderung, Neues wagen und der Aufbruch ins Unbekannte? Welche Hürden müssen wir nehmen und was können wir tun, wenn uns das einmal nicht gelingt? Perspektiven, Lösungen und Ideen finden sich oft in Büchern.

Schwanger? Mach dich doch nicht verrückt!

Die Schwangerschaft ist eine Lebensphase, die von vielen extremen Emotionen begleitet wird. Extrem können sie nach oben, aber auch nach unten verlaufen. Wichtig ist: Mach dich nicht wahnsinnig, aber lass dich auch nicht wahnsinnig machen.

Falsche Männlichkeit: das große Missverständnis

Männer müssen so und so sein. Neben Vorurteilen und Unterstellungen prägen eine Menge Erwartungen unsere Gender-Vorstellungen und skizzieren klare Rollenbilder, die im Grunde nur falsch sein können.

Was erwartest du eigentlich von mir?

Es ist schwierig eigene Erwartungen loszulassen. Ich würde jedoch behaupten, dass es noch viel schwieriger ist, die Erwartungen anderer zu hinterfragen und beiseite zu tun. Wie kann es klappen?

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