Ich wünsche mir Zuwendung
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Wenn du nicht viel Zeit hast, um den ganzen Artikel zu lesen: Es geht um dieses wunderbare Buch!
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Titel: „Wie gut, dass wir darüber geredet haben“
Autorin: Julia Bernhard
Verlag: Avant-Verlag
Homophobie, Bindungsunfähigkeit oder die pure Ignoranz…
Mit zwischenmenschlichen Abgründen kennst du dich aus? Manchmal leidest du darunter, dass andere Menschen nicht die nötige Rücksicht aufbringen können und völlig empathielos auf dir rumhacken? Glückwunsch. Du bist ein Mensch.
Und mit deiner Unzufriedenheit über asoziale Kommunikation ganz sicher nicht allein.

Dass ich ein großer Fan vom Avant-Verlag bin, ist ja kein Geheimnis. Wenn dann aber noch meine Lieblings-Illustratorin Julia Bernhard genau dort ihr Debüt-Comic herausbringt – ja dann kann das einfach nur sehr gut werden. Und bevor ich weiterrede, musst Du, liebe Leserin und lieber Leser, unbedingt einen Blick auf den Instagram-Kanal von Julia werfen.
Instagram-Kanal von Julia Bernhard
Schon hier begegnen wir Julia Bernhards kritischem Blick auf das, was für viele der ganz alltägliche Wahnsinn ist. Macht euch unbedingt selbst ein Bild!
Teilnahme statt Erwartungen
Was mich angeht: Es tat so gut, irgendwann endlich ein ganzes Buch mit zusammenhängenden Bildergeschichten in den Händen zu halten und gänzlich eintauchen zu können in diese gnadenlose Ehrlichkeit und Verletzlichkeit. Einerseits die Ohnmacht, aber auch den Trotz zu spüren, der sich gegen fremde Erwartungen richtet. Erwartungen, denen frau/man nicht mehr entsprechen möchte. Erwartungen, die vielleicht auch ehrlicherweise krank machen.
“Aber in deinem Alter hat man doch einen Freund […] Ich verstehe das nicht. So hässlich bist du auch wieder nicht.”
Es fällt einfach leicht sich mit ihren Figuren zu identifizieren, sich ertappt zu fühlen und mitzufühlen. Immer wieder, wenn ich durch diesen Comic streife, fällt mir ein neues Detail in den Zeichnungen auf. Ich mag die Ruhe, die Julias Zeichnungen anhaftet. So unbarmherzig sie sind, so achtsam und verspielt sind sie auch.
Völlig menschliche Bedürfnisse
“Wie gut, dass wir darüber geredet haben ist ein Manifest der Lethargie, der Depression und der gescheiterten Kommunikation. Es ist ein Universum aus gehässiger Oma, liebevoll diarrhöischem Mops und passiv-aggressiver Zimmerpflanze. Wer jemals nicht genau wusste, was er mit seinem Leben anfangen soll, wird sich hier wohl oder übel wiederfinden.”
Fast finde ich den Klappentext auf der Rückseite zu hart formuliert.

Wer im Comic zwischen den Zeilen liest, findet dort vor allem auch das starke und völlig menschliche Bedürfnis nach Zuwendung, Anerkennung und Liebe. Wir wollen uns alle verstanden fühlen, Augenblicke mit anderen Menschen teilen und rücksichtsvoll behandelt werden. “Wie gut, dass wir darüber geredet haben” ist ein Comic, der ziemlich deutlich macht, wie wichtig wir uns selbst wieder nehmen müssen.
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Multiple Sklerose und trotzdem!
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Gesundheit ist in den meisten Fällen ein Gut, das erst wertgeschätzt wird, wenn sie nicht mehr selbstverständlich ist. Gesundheit ist auch ein Geschenk, das nicht alle Menschen bekommen und wenn wir mal genauer darüber nachdenken, wird uns klar, das auch Menschen, die nicht gesund sind, ein schönes Leben wollen und verdienen. Julia Hubinger ist mit dreißig an Multipler Sklerose erkrankt und schreibt darüber in ihrem Buch “Alles wie immer, nichts wie sonst”. Ein kritisches, aber auch ein optimistisches Buch, das Mut macht, Kraft schenkt und vor allem Betroffenen und Angehörigen ganz viel Unterstützung bietet.

“Die MS ist neben der Epilepsie eine der häufigsten neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen und von erheblicher sozialmedizinischer Bedeutung. Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch verschiedene Maßnahmen oft günstig beeinflusst werden. Entgegen der landläufigen Meinung führt die multiple Sklerose nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen.” Quelle: Wikipedia
Multiple Sklerose verändert dich
Ein erster Blick auf das Buchcover verrät uns Leserinnen und Lesern ein wichtiges Detail: Julia Hubinger, die an MS erkrankte Autorin des Buches, ist ein lebensfroher Mensch und bescheinigt das mit einem breiten Lächeln.
Julia Hubinger ist auch eine Frau in den besten Jahren. Sie ist Bloggerin, Mutter und sie ist Optimistin. Denn sie hat Multiple Sklerose und lebt ihr Leben in vollen Zügen. Hubinger schreibt:
“Mein Leben hat sich komplett geändert. Es wäre wahrscheinlich nicht dasselbe geworden ohne die MS. Aber es ist gut so, wie es ist – trotz der Krankheit. Manchmal macht es mich etwas traurig, dass erst so ein Schicksalsschlag kommen musste, damit ich erkenne, welch tolles Leben ich führen kann, wenn ich nur bereit dafür bin.”
Diagnose MS
Natürlich war auch für Julia Hubinger die Diagnose erstmal wie ein Schlag in die Magenkuhle.
“Am liebsten möchte ich nicht mehr da sein, mich mit der multiplen Sklerose nicht auseinandersetzen, mit ihr nichts zu tun haben, sondern mich einfach verstecken vor ihr. Vielleicht vergisst sie mich dann ja. Ich will nicht krank sein! Das bin doch nicht ich. Ich bin nicht Julia, Anfang dreißig und krank. Das ist eine andere Person. Aber nicht ich!”
Julia erfährt dann jedoch, dass die Krankheit bei allen Betroffenen sehr unterschiedlich verläuft, Prognosen schwer zu stellen sind und trotz Diagnose nicht schlagartig ihr Leben aufhört.
Ein starkes “trotzdem”
Das Leben wird anders, aber es wird weiter gelebt und gemeinsam mit ihrem Mann Paul entscheidet sie sich, dass die MS nicht ständig und komplett ihr Leben bestimmen soll. Auch der Kinderwunsch soll unbedingt noch in Erfüllung gehen.
Die Autorin lässt uns in ihrem Buch ziemlich nah ran an ihre Erfahrungen, Gedanken und Emotionen. Träume werden nicht automatisch verbannt, nicht alle Bedürfnisse versagt und vor allem: Es wird nicht allen zugehört, die glauben, sie müssten der kranken Frau nun vorschreiben, wie sie zu leben habe.
Lebensfreude, Optimismus und Mut
Mit dem schlauen Untertitel “Mein fast normales Leben mit multipler Sklerose.” leitet Julia Hubinger einen selbstbewussten, kritischen und reflektierten Erfahrungsbericht ein, der wahnsinnig viel Lebensfreude, Optimismus und Mut enthält.
Eine wichtige Lektüre für alle, die mit einer Krankheit leben und trotzdem nicht aufgeben wollen.
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Die Liebe vermag Berge zu versetzen. Sie kann uns einen Sinn im Leben geben, uns Kraft schenken und die Richtung weisen. Manchmal jedoch, macht sie uns auch kaputt und bringt uns an unsere Grenzen. Nicht alles, was wie Liebe aussieht und sich wie Liebe anfühlt, ist auch gut für uns. In “Hemingway und ich” schreibt die amerikanische Schriftstellerin Paula McLain über eine destruktive Beziehung, die uns vor der Liebe und ihren Konsequenzen erschrecken lässt.

Die Biographie von Martha Gellhorn liest sich wie ein spannender Bericht der Zeitgeschichte des 20.Jahrhunderts. Gellhorn war Kriegsreporterin, Journalistin und Schriftstellerin. Sie war regelmäßiger Gast im Weißen Haus, schrieb für international renommierte Zeitschriften und sie war für wenige Jahre ihres Lebens auch die dritte Ehefrau von Ernest Hemingway.
Martha Gellhorn: eine faszinierende Frau
Paula McLain hat lange über das Leben dieser faszinierenden, mutigen und intelligenten Frau geforscht, um dann einen Roman über ihr Leben zu schreiben. Es ist ein Roman über Gellhorn, über ihren Werdegang, ihre Erlebnisse in grausamen Kriegen und über alles, was sie in ihrem Leben erreicht hat. Aber es ist auch die Geschichte einer Beziehung.
Nicht umsonst heißt der Titel des Buches “Hemingway und ich”. An erster Stelle kam nämlich immer dieser Mann. Erst dann Gellhorn selbst. Und es ist erdrückend, die toxischen Einzelheiten dieser Verbindung in all ihren Widersprüchlichkeiten mitzuerleben.
Alles aus Eitelkeit?
Gellhorns Karriere als Kriegsreporterin begann an der Seite Hemingways. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Werke herausgebracht und war mehr als geschmeichelt von der Aufmerksamkeit des verheirateten Hemingways.
“Ich war überwältigt. Ernest Hemingway hatte meine Arbeit gelesen und gemocht. Hatte sich an meinen Namen erinnert. Hatte das Buch so gut gefunden, dass er meine Signatur darin haben wollte.”
Gellhorns Mutter erkennt, dass aus der Freundschaft bald mehr werden würde und äußert deutlich ihre Bedenken zu der ungleichen Verbindung.
“Du glaubst doch nicht, dass ich es tatsächlich auf ihn abgesehen haben könnte?”, unterbrach ich sie. “Er ist mein Vorbild, Mutter. Ein großartiges, leuchtendes Vorbild und einer der Menschen, von denen es nur wenige gibt. Ich möchte lediglich eine Zeit lang in seiner Nähe sein und sein Licht aufsaugen. Ich verstehe nicht, wie du mir das übel nehmen kannst.”
Wir tun die unmöglichsten Dinge der Liebe zuliebe
Alles was danach geschieht, hat mich schon allein beim Lesen sehr angestrengt. Wie kann eine Frau nur so dumm sein, habe ich mich gefragt. Wie kann eine Frau sich nur so sehr gehen lassen und alles aufgeben für einen Mann? Ich konnte es verstehen und doch störte es mich gewaltig.
“Ich hatte ganz und gar nicht lange gebraucht, um Ernest alles nachzuplappern, mich wie seine Gehilfin zu verhalten.”
Aus der Bewunderung wurde schon bald Hörigkeit. “Aber was ist mit dir?”, fragt ihre Mutter. “Er ist eine große Persönlichkeit, so viel steht fest. Aber das bist du auch, mein Liebling. Verkaufe dich nicht unter Wert. In deinem Inneren bist du stärker als irgendjemand, den ich kenne.”
Ja, was ist mit ihr? Mit der erfolgreichen Journalistin und Kriegsreporterin, die sich in jedes Abenteuer wagte, oft allein als Frau unter unzähligen Männern war, die Wege ging, auf die sich niemand zuvor gewagt hatte?
Wir erfahren im Buch sehr viel über die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Wir erleben die Geschichte aus der Sicht einer Frau, die vieles mit eigenen Augen erlebt hatte und die um ihre Selbstachtung und den Respekt vor sich selbst kämpfen musste.
“Es machte mich krank und traurig.”
Die Ehe der beiden verläuft schlecht wie erwartet. Alles muss so sein, wie Ernest es sich vorgestellt hat und schließlich möchte er auch noch ein Kind. Aber sie?
“Die Möglichkeit, allein zu reisen, würde sich in Luft auflösen, aber wann immer Ernest irgendwohin reisen musste, würde er es tun. Selbstverständlich würde er das, denn ich würde es ihm ermöglichen, indem ich zu Hause auf ihn wartete.”
So hatten es schließlich auch schon die zweite und erste Ehefrau von Ernest Hemingway getan.

Konkurrenzdenken, Demütigung, Beziehungskrisen … die Liste der Konfliktherde in der Beziehung zwischen Gellhorn und Hemingway ist groß. Ich werde an dieser Stelle nicht über Hemingway urteilen. Okay doch: Ein Schwein in meinen Augen. Aber es soll nicht um ihn gehen. Meine Wut gilt Martha Gellhorn, die sich blind ausgeliefert, aufgeopfert und dabei naiv über ihre Vorgängerinnen geurteilt hat.
Ob ich zum Ende noch milde gestimmt werden konnte? Nunja, am Besten, du wirfst selbst einen Blick in das Buch.
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Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?
Hier geht's zum Motivations-Paket!Reem Sahwil liest | Interview
Person des öffentlichen Lesens: Reem Sahwil
In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.
Person des öffentlichen Lesens: Reem Sahwil
In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.
Reem Sahwil sagt von sich selbst: „Was mich ausmacht? Ganz klar Bücher. Sie öffnen Türen zur Kreativität und Inspiration. Sie geben mir das, was mir die Realität nicht geben kann: Ein sorgenfreies und friedliches Leben für immer! Ich baue mir beim Lesen ein eigenes Leben voller Vorstellungen und Träume, die sich garantiert erfüllen.“
Reem Sahwil kam 2010 mit ihrer Familie aus dem Libanon nach Deutschland. 2017 veröffentlichte sie gemeinsam mit Kerstin Kropac das Buch „Ich habe einen Traum. Als Flüchtlingskind in Deutschland„.
Reem Sahwil sagt von sich selbst: „Was mich ausmacht? Ganz klar Bücher. Sie öffnen Türen zur Kreativität und Inspiration. Sie geben mir das, was mir die Realität nicht geben kann: Ein sorgenfreies und friedliches Leben für immer! Ich baue mir beim Lesen ein eigenes Leben voller Vorstellungen und Träume, die sich garantiert erfüllen.“
Reem Sahwil kam 2010 mit ihrer Familie aus dem Libanon nach Deutschland. 2017 veröffentlichte sie gemeinsam mit Kerstin Kropac das Buch „Ich habe einen Traum. Als Flüchtlingskind in Deutschland„.
Du könntest mit einer Romanfigur einmal die ganze Nacht durchquatschen. Mit wem würdest du das gerne tun und worüber würdet ihr reden?
Vor einem Jahr hätte ich diese Frage nicht beantworten können. Nachdem ich aber das Buch “Das Cafe am Rande der Welt” gelesen habe, wünsche ich mir fast täglich mit der Hauptfigur John eine Unterhaltung zu führen. Pausenlos und Nächte lang. Wahrscheinlich würde ich sofort damit beginnen, mit der Hauptfigur über den Sinn des Lebens zu sprechen. Ich würde ihm Fragen stellen, die mir in den Sinn gekommen sind, nachdem ich das Buch gelesen habe, dass mein ganzes Leben veränderte. Natürlich würde ich auch die Chance nutzen und würde ihm erzählen, was meine Denkweise über das Leben ist und schauen, inwieweit seine Gedanken meine Zukunft beeinflussen. Und was ich auf jeden Fall mache, ist mich bei ihm bedanken für all das, was seine Person und seine Rolle in mir ausgelöst hat innerhalb kürzester Zeit.
Hätte man mich vor dem Lesen dieses Buches gefragt, was der Zweck meiner Existenz ist, hätte ich folgende Antwort gegeben: Um eine Familie zu gründen und zu arbeiten.
Heute beantworte ich diese Frage dank dieser Figur ganz anders: Dazu schaue ich rückblickend auf mein Leben und stelle mir folgende Fragen: Was hat mich stolz gemacht? Was habe ich erreicht und was will ich noch erreichen? Jeder kann sich seine Fragen individuell stellen. Ich weiß nur, dass die Antwort auf diese Fragen durch bisherige Erfahrungen und unser Umfeld geprägt ist.
Welchen Ort verbindest du auf besondere Weise mit Literatur? Dieser kann real, virtuell oder ausgedacht sein.
Das Meer. Das Meer ist der Ort, an dem Literatur am besten wertzuschätzen ist. Ob das Rauschen der Wellen, der Duft des Meeres und seine unbeschreibliche Farbe oder das innere Gespräch der Muscheln. Die reine Luft lässt die Literatur sich in alle Richtungen entfalten. Wie oft saß ich schon am Meer und habe Bücher gelesen? An keinem anderen Ort habe ich mich jemals so frei und einzigartig gefühlt. Sich am Meer mit der Literatur auseinanderzusetzen schafft eine fantasiereiche und harmonische Atmosphäre. Es ist so, als könnte ich das, was ich lese, anfassen und sogar selbst leben. Dieses Gefühl möchte ich niemals missen.
Gib den kommenden 6 Monaten deines Lebens einen eigenen Romantitel!
In den nächsten 6 Monaten werden so ausschlaggebende, prägende und emotionale Dinge in meinem Leben passieren. Deshalb lautet mein Romantitel: Auf der Suche nach mir selbst.
Ein Mensch, der dir nahesteht, ist kürzlich ausgewandert. Welches Buch schickst du ihm als Erinnerung an dich?
Egal wer diese Person ist. Sie würde viele Bücher von mir erhalten. Eines davon ist: „Everything Happens for a reason“ (Mira Kirshenbaum).
Beende den Satz: Lesen ist für mich …
Lesen ist für mich das Geheimnis für Glück und Hoffnung.
Kunst-Kollektive: Weg mit dem Ich, her mit dem Wir! | Gastartikel vom Kollektiv Niemensch
Kunst-Kollektive: Weg mit dem Ich, her mit dem Wir!
Gastartikel vom Künstler*innen Kollektiv NiemenschEin Floskelprescher pest um die Ecke: „Gemeinsam sind wir stark“, doch dahinter verstecken sich mehr als leere Worte, die der Kunstpause ihre Wirkung nehmen.
Kollektive seit den 70er Jahren
Ob nun in der Bildenden Kunst, im Literat*innen Wesen oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, dominierend ist die Konkurrenz. Das muss nicht so sein!
Bereits in den 1970er Jahren etablierten sich Betriebe, die sich als Kollektiv organisierten. Was damals als Alternative zum Kapitalismus galt, wird heute eher als Kompromiss verstanden. Dieser Kompromiss gewinnt immer mehr Befürwortung, sei es in der Produktion, der Gastronomie oder in der Kunst. Künstler*innen Kollektive schießen aus allen Ecken.
Doch wie kann das sein – in einem so ego-geprägten Bereich?
Kunst lebt von ihrer Vielfalt, der gegenseitigen Beeinflussung. Sei es in der Musik, der Malerei oder in der Literatur, so inspiriert und bedingt sie sich gleichermaßen. Nicht ohne Grund stecken in einem Buch oftmals mehr Köpfe als einer – denken wir allein schon an die Illustrierenden, Lektorierenden, Layoutenden und Schriftstellenden.
Die Arbeit im Kollektiv
Was unterscheidet das Arbeiten in einem Kollektiv von noch herkömmlichen Herangehensweisen, wie die des etablierten Buchhandels, Verlagswesens oder dem Self-Publishing? Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Es gibt keine hierarchischen Strukturen. Jede Person agiert autonom in der Gruppe. So stehen beispielsweise Schriftstellende mit Lektorierenden auf einer Ebene, weg vom Personenkult hin zum Kollektiv.
Kunst, Kreativität und kollektives Chaos?
Doch wie kann mensch sich das vorstellen?
Ein chaotischer Haufen kreativer Fratzen finden zusammen? Nein und ja. Dadurch, dass mehrere Gehirne gemeinsam neue Ideen ausbrüten, werden auf der einen Seite bereits im Schaffensprozess mehrere Perspektiven beleuchtet, andererseits wird eine breitere Quantität gestellt, aus der sich die Qualität im gemeinsamen Nenner findet.
In gemeinsamer Absprache werden alle Thematiken, wie z.B. Zielführungen, Ideen, Aufgabenverteilungen oder Statements im Konsens entschieden. Jede Person integriert sich in Eigenverantwortung. Auch wenn es Arbeitsgruppen und Aufteilungen gibt, so verschwimmen diese zum einen oft, zum anderen schaffen sie eine weitführende Transparenz.
Aufgabenteilung und sich ergänzende Kollektive
Diese Gegebenheit findet sich vor allem in sich ergänzenden Kollektiven. So trägt jede Person ihren Schwerpunkt, sowie die Möglichkeit auf Perspektiven- und aufgabenübergreifende Wechsel mit sich. Es werden Lektorierende, Organisierende oder auch Schreibende zur konstruktiven Kritik- und Inspirationsquelle für Illustrierende.
Dieses Phänomen lässt sich in Wechselwirkungen auf alle Bereiche beziehen. Alle tragen die selbe Verantwortung für das gemeinsame Kunstwerk. Einige Künstler*innen Kollektive gehen darüber hinaus und stellen ganze Veranstaltungsreihen auf die Beine – das Ganze ohne leitende Autorität.

Das vorherrschende System
Trotzdem bleibt der Kompromiss zum vorherrschenden System nicht aus. Spätestens, wenn die Realisierung eines Projektes auf Tische geklatscht wird, stellen sich unzählige Fragen. In der Umsetzung ist der schmale Grad zwischen Anspruch und Realität omnipräsent, bedingt vom Privileg des Konsens sowie der, nicht zu überwindenden, gesellschaftlichen Gesetzmäßigkeiten.
Jede Person ist der anderen gleichgestellt und bringt ihre Stimme, im eigenen Ermessen, ein. Nichts desto trotz erheben äußere Rahmenbedingungen eine nie vollends überschreitbare Grenze. Viele Kollektive schließen Kooperationen mit anderen. So können beispielsweise Lesungen, Ausstellung und Musik in ihren Elementen eine übergreifende Performance schaffen.
„Weg mit dem Ich, her mit dem Wir“, ist also zu revidieren. Das Individuum ist gleichermaßen vom Kollektiv, wie das Kollektiv vom Individuum, bedingt und geprägt.
Schreib‘ gerne in die Kommentare, mit welchen Kunst-Kollektiven Du schon Bekanntschaft gemacht hast. Wie und wo arbeiten sie?

Gastschreibende: Lukas J. Wittig und Paul Ninus Naujoks vom Künstler*innen Kollektiv "Niemensch"
Niemensch, ein junges Künstler*innen Kollektiv aus Kiel, entstehend aus der ersten Publikationsreihe des Kistenkollektivs dem „Kistentaucher“. Wir verknüpfen unterschiedlichste Genre und Kunstformen. Lesungen, Ausstellungen sowie musikalischer Ausdruck finden bei uns ihren Einklang. Vielfalt schafft Ganzheit.
Literaturpower möchte Leser*innen viele interessante und hilfreiche Informationen rund um das Thema Literatur, Bücher und Lesen bieten. Dafür kommen auch GastautorInnen zu Wort. Wenn du auch einen Gastartikel über ein spannendes Thema schreiben möchtest, melde dich gerne über das Kontaktformular unten auf dieser Seite: Über Literaturpower.
Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?
Hier geht's zum Motivations-Paket!Ariadne von Schirach liest | Interview
Person des öffentlichen Lesens: Ariadne von Schirach
In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.
Person des öffentlichen Lesens: Ariadne von Schirach
In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.
Ariadne von Schirach unterrichtet Philosophie und chinesisches Denken an der Berliner Universität der Künste, der HFBK in Hamburg und der Donau-Universität Krems. Sie wurde bekannt als Autorin der Sachbuch-Bestseller »Der Tanz um die Lust« und »Du sollst nicht funktionieren. Für eine neue Lebenskunst«. 2016 erschien das psychologische Fachbuch „Ich und Du und Müllers Kuh. Kleine Charakterkunde für alle, die sich und andere besser verstehen wollen“. Am 23.03.2019 erscheint ihr neues philosophisches Sachbuch „Die psychotische Gesellschaft. Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden.“ Buchtrailer
Foto: © Rahel Taeubert
Ariadne von Schirach unterrichtet Philosophie und chinesisches Denken an der Berliner Universität der Künste, der HFBK in Hamburg und der Donau-Universität Krems. Sie wurde bekannt als Autorin der Sachbuch-Bestseller »Der Tanz um die Lust« und »Du sollst nicht funktionieren. Für eine neue Lebenskunst«. 2016 erschien das psychologische Fachbuch „Ich und Du und Müllers Kuh. Kleine Charakterkunde für alle, die sich und andere besser verstehen wollen“. Am 23.03.2019 erscheint ihr neues philosophisches Sachbuch „Die psychotische Gesellschaft. Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden.“ Buchtrailer
Foto: © Rahel Taeubert
Du könntest mit einer Romanfigur einmal die ganze Nacht durchquatschen. Mit wem würdest du das gerne tun und worüber würdet ihr reden?
Kurz nach dem Abitur verbrachte ich zwei Sommerwochen auf der kleinen italienischen Insel Procida. Ich hatte kaum Geld und hauste in einem Wohnwagen auf einem ansonsten leeren Campingplatz. Meine Begleiter waren die Geräusche des Meeres, billiges Obst und Bücher, vor allem „Der Fürst der Phantome“ von Anthony Burgess. Die Hauptfigur, der homosexuelle Schriftsteller Ken Toomey, hat mir dort sein wechselvolles Leben erzählt, und mich dabei auf eine unvergessliche Weise mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts vertraut gemacht. Ich würde gerne wieder einmal mit ihm reden – über Liebe und Gleichgültigkeit, über Hoffen und Scheitern, über das Schreiben und über das Schweigen.
Welchen Ort verbindest du auf besondere Weise mit Literatur? Dieser kann real, virtuell oder ausgedacht sein.
Eine meiner frühesten Leseerinnerungen betrifft den Bücherbus, der bei uns in der Grundschule einmal die Woche vorbeikam. Als Lesesüchtige war das mein erster Zugang zu frischem Stoff – umsonst und frei Haus geliefert. Dann entdeckte ich die Stadtbibliotheken – bis heute ein Lieblingsort und für mich eine der größten Errungenschaften der menschlichen Zivilisation.
Gib den kommenden 6 Monaten deines Lebens einen eigenen Romantitel!
Da Ende März mein neues Buch erscheint und ich deshalb viele Termine habe, hieße der Roman schlicht „Unterwegs“.
Ein Mensch, der dir nahesteht, ist kürzlich ausgewandert. Welches Buch schickst du ihm als Erinnerung an dich?
Eines meiner Lieblingsbücher ist „(K)Ein Platz für Hotdogs“ von Tom Robbins. Robbins Bücher sind abgefahren und weise, spirituell und geerdet, geistreich, sprachmächtig und zutiefst humorvoll. Er feiert das Leben in all seiner Widersprüchlichkeit, eine verführerische Verteidigung der Möglichkeit irdischen Glücks. Robbins zu lesen ist wie mit dem Menschen zu sprechen, der ich gerne wäre. Vielleicht würde es auch einen lieben Menschen an meine besseren Seiten erinnern. Die schlechten vergisst man ja eh nicht so leicht. Ein Lächeln.
Beende den Satz: Lesen ist für mich …
Lesen ist für mich lebensnotwendig.
Clara Louise liest | Interview
Person des öffentlichen Lesens: Clara Louise
In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.
Person des öffentlichen Lesens: Clara Louise
In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.
Singer-Songwriterin und Lyrikerin Clara Louise lebt für die Worte. Mit ihren Gedichten und ihrer Musik erreicht sie besonders auf Instagram sehr viele Menschen. Ihr neues Album „Wenn man nichts mehr vermisst“ steckt „voller Lebensweisheit, Fragen und melancholischen Zeilen.“ Clara Louise hatte bereits mit 12 Jahren ihre ersten Gesangs-Castings und mit 13 Jahren begann sie Gedichte zu schreiben. Gerade hat sie einen Gedichtband herausgebracht, der den poetischen Titel „Von verlassenen Träumen & einem leichteren Morgen“ trägt.
Singer-Songwriterin und Lyrikerin Clara Louise lebt für die Worte. Mit ihren Gedichten und ihrer Musik erreicht sie besonders auf Instagram sehr viele Menschen. Ihr neues Album „Wenn man nichts mehr vermisst“ steckt „voller Lebensweisheit, Fragen und melancholischen Zeilen.“ Clara Louise hatte bereits mit 12 Jahren ihre ersten Gesangs-Castings und mit 13 Jahren begann sie Gedichte zu schreiben. Gerade hat sie einen Gedichtband herausgebracht, der den poetischen Titel „Von verlassenen Träumen & einem leichteren Morgen“ trägt.
Du könntest mit einer Romanfigur einmal die ganze Nacht durchquatschen. Mit wem würdest du das gerne tun und worüber würdet ihr reden?
Da fällt mir spontan Pippi Langstrumpf ein. Eine Heldin aus meiner Kindheit! Diese Figur ist ein tolles Vorbild für junge Menschen. Ich würde mich über Freiheit, Mut und das Leben im Allgemeinen unterhalten. Außerdem würde ich dann gerne das Pferd und den Affen kennenlernen. ?
Welchen Ort verbindest du auf besondere Weise mit Literatur? Dieser kann real, virtuell oder ausgedacht sein.
Gemütliche Orte wie Wohnzimmer, Cafés oder öffentliche Verkehrsmittel, wie Züge, Flugzeuge und Busse. Das sind Orte, an denen ich besonders gerne und viel lese. Ich finde es toll, wenn man umgeben von Menschenmassen ist und dank einem Buch in eine andere Welt abtauchen kann. Das hat etwas Magisches.
Gib den kommenden 6 Monaten deines Lebens einen eigenen Romantitel!
Da nehme ich ein Zitat aus meinem Gedichtband „Von verlassenen Träumen & einem leichteren Morgen“: „Solange ich mich nicht selbst verlier, werde ich niemals heimatlos sein.“
Ein Mensch, der dir nahesteht, ist kürzlich ausgewandert. Welches Buch schickst du ihm als Erinnerung an dich?
Mein Lieblingsbuch und „Mantra“ von James Allen „Wie der Mensch denkt, so lebt er“. Dieses Buch hat mich schon oft in schweren Zeiten begleitet.
Beende den Satz: Lesen ist für mich …
Lesen ist für mich Träumen und eine Reise durch die eigene Fantasie!
Die Hahnertwins lesen | Interview
Person des öffentlichen Lesens: die Hahnertwins
In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.
Person des öffentlichen Lesens: Die Hahnertwins
In Büchern steckt das Potenzial, unser Leben zu verändern. Hier verraten dir Menschen aus dem öffentlichen Leben, welche Rolle Bücher und Literatur in ihrem Leben spielen.
Die Hahnertwins – Das sind die Marathonläuferinnen und Olympiateilnehmerinnen Anna und Lisa Hahner. Mit ihren Bestzeiten von 2:26:44h (Anna) und 2:28:39h (Lisa) gehören sie zu den schnellsten Marathonläuferinnen in Deutschland. 2016 haben die beiden ihr eigenes Buch „Time to run“ veröffentlicht. Mit dem Trainingstagebuch wollen sie den Leser begleiten, motivieren, unterhalten und mit vielen hilfreichen Tipps versorgen. Das machen sie auch in ihrem eigenen Hahnertwins Running Club, ein Club für Menschen, die wie sie das Laufen lieben.
Die Hahnertwins – Das sind die Marathonläuferinnen und Olympiateilnehmerinnen Anna und Lisa Hahner. Mit ihren Bestzeiten von 2:26:44h (Anna) und 2:28:39h (Lisa) gehören sie zu den schnellsten Marathonläuferinnen in Deutschland. 2016 haben die beiden ihr eigenes Buch „Time to run“ veröffentlicht. Mit dem Trainingstagebuch wollen sie den Leser begleiten, motivieren, unterhalten und mit vielen hilfreichen Tipps versorgen. Das machen sie auch in ihrem eigenen Hahnertwins Running Club, ein Club für Menschen, die wie sie das Laufen lieben.
Du könntest mit einer Romanfigur einmal die ganze Nacht durchquatschen. Mit wem würdest du das gerne tun und worüber würdet ihr reden?
Wir würden nicht direkt eine Romanfigur wählen, sondern das Buch „Gespräche mit Gott“ von Neale Donald Walsch und gerne am Gespräch teilnehmen.
Neale unterhält sich in dem Buch mit Gott und stellt ihm Fragen zu allen großen Themen des Lebens und Gott gibt ihm Antworten. Wir sind gläubig, doch man muss nicht unbedingt an Gott glauben, um von dem Buch fasziniert zu sein und schon gar nicht religiös. In dem Buch spricht ein Gott, in den man sich verlieben kann. Es geht um Schuld, um Liebe, um Vergebung und auch um Glauben. Es berührt die Seele, macht Mut und bringt Verständnis.
Welchen Ort verbindest du auf besondere Weise mit Literatur? Dieser kann real, virtuell oder ausgedacht sein.
Das klingt vielleicht komisch, aber unseren Schulbus verbinden wir stark mit Literatur. Ins Gymnasium sind wir täglich mit dem Bus gefahren. Und da wir während unserer Schulzeit sehr viele Hobbies hatten und die Nachmittage in der Tischtennishalle oder bei Orchesterproben verbrachten, haben wir fast immer die Zeit morgens und nachmittags im Bus genutzt, um die Bücher, die wir in Deutsch, Englisch oder Französisch behandelten, zu lesen. Anders als viele Schüler haben wir jedes Buch gelesen. Wir haben es sehr gemocht, über die Intention des Autors nachzudenken, die Charaktere zu analysieren oder den Inhalt in einen geschichtlichen Zusammenhang zu setzen. Das Buch „Irrungen, Wirrungen“ von Theodor Fontane z.B. haben wir scherzhaft immer unsere Daily Soap genannt. Das Hin und Her in den Liebesbeziehungen der Hauptfiguren und die Standesgrenzen, die sie nicht überwinden konnten oder vielmehr wollten, hatten uns stark an die damals beliebten TV Soaps erinnert.
Gib den kommenden 6 Monaten deines Lebens einen eigenen Romantitel!
Die nächsten sechs Monate sind für uns ein Kapitel aus einem dicken Buch. Das Laufen und hier der Marathon ist unsere Leidenschaft und da haben wir noch große Ziele. Das sind bestimmte Zeiten und Wettkämpfe, die wir in den nächsten Jahren laufen wollen. Da wir beide seit diesem Jahr für den SCC Berlin starten, würde das Kapitel für die nächsten sechs Monate dieser Stadt, unserer neuen Laufheimat, gewidmet sein: „Wir in Berlin.“
Ein Mensch, der dir nahesteht, ist kürzlich ausgewandert. Welches Buch schickst du ihm als Erinnerung an dich?
„The loneliness of the long distance runner“ von Alan Sillitoe.
In dem Buch geht es um Mut, Freiheit, Selbstbestimmtheit. Die Einsamkeit bei langen Läufen hat auch eine Schönheit. Sie bietet Raum für Gedanken, neue Ideen, gleichzeitig sorgt sie für Stille und fördert die Selbstwahrnehmung.
Das Buch hat uns vom ersten Aufschlagen in den Bann gezogen. Und Bekannte, die das Buch gelesen haben, mussten dabei an uns denken. Daher haben wir schon mehrere Exemplare geschenkt bekommen und diese dann an Freunde weitergegeben. Wir mögen es, Bücher, die wir gelesen haben, weiterzureichen. Bücher sind für uns kein Besitz, sie nehmen uns mit auf eine Reise, oft auch zu uns selbst und wenn wir sie gelesen haben, dann geht für sie die Reise weiter.
Beende den Satz: Lesen ist für mich …
… ein Eintauchen in eine grenzenlose, bunte, inspirierende, manchmal auch nachdenklich machende, faszinierende Welt.
7 Bücher, die Frauen stark machen
7 Bücher, die Frauen stark machen
Als vor einigen Wochen bekannt wurde, dass in Berlin von nun an der Weltfrauentag gesetzlicher Feiertag sei, hat mich das sehr bewegt. Für mich ein wichtiges Zeichen. Wichtig, weil Frauen gestärkt werden müssen und immer noch viel Aufklärungsbedarf in Sachen Gleichberechtigung besteht. Auch Literatur leistet hier einen Beitrag. Wir brauchen weibliche Vorbilder und Geschichten, die uns zum Nachdenken bringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir lieber poetische Texte lesen, Erfahrungsberichte oder Gruselromane. Von der Norm darf gerne abgewichen werden und um es mal mit den Worten der Autorin Sandra Vahle zu sagen: “Wir brauchen mehr Psychopathinnen!”
“Hemingway und ich” von Paula McLain, übersetzt von Yasemin Dinçer
“Die Möglichkeit, allein zu reisen, würde sich in Luft auflösen, aber wann immer Ernest irgendwohin reisen musste, würde er es tun. Selbstverständlich würde er das, denn ich würde es ihm ermöglichen, indem ich zu Hause auf ihn wartete.”
Ich würde “Hemingway und ich” nicht gerade als feministischen Roman bezeichnen. Eher im Gegenteil. Aber die Geschichte über Martha Gellhorn, die als Kriegsreporterin ihrem Idol Ernest Hemingway nach Spanien folgt, zeigt uns, wie’s nicht laufen sollte, welche Fehler wir nicht begehen müssen und wie wir vielleicht frühzeitig unsere eigenen Grenzen ziehen. Auch in der Liebe.
“Alte Weisse Männer. Ein Schlichtungsversuch” von Sophie Passmann
“Der alte weiße Mann ist leicht zu durchschauen. Seine selbstgefällige Haltung, sein arroganter Blick auf die Welt, seine Rückwärtsgewandtheit sind eine Pose, die nur für sehr kurze Zeit unterhaltsam wirkt.”
In “Alte Weisse Männer” geht es nicht wirklich um die Definition des alten weißen Mannes. Wer braucht die heute noch? In zahlreichen Gesprächen mit Männern geht es viel eher um die Frage: Wie können wir den Geschlechterkampf beenden? Es macht Spaß die Autorin bei ihren Café-Dates, beim Eisessen und auch beim Plausch mit ihrem Vater zu begleiten. Witzig und klug. Sophie Passmann eben.
“Cat Person” von Kristen Roupenian, übersetzt von Nella Beljan und Friederike Schilbach
“Aber der Gedanke daran, was es an Aufwand bedeuten würde, jetzt zu stoppen, was sie in Bewegung gesetzt hatte, war überwältigend. Es hätte ein Maß an Takt und Sanftmut gebraucht, das sie sich nicht vorstellen konnte, aufzubringen. Das Problem bestand nicht darin, dass er sie zu etwas zwingen könnte, was sie nicht wollte. Eher darin, dass, wenn sie jetzt darauf bestand, aufzuhören, nach allem, was sie unternommen hatte, damit es so weit kam, es sie mies und launenhaft hätte aussehen lassen.”
“Cat Person” war ursprünglich eine Kurzgeschichte, die online im Rahmen der Metoo-Debatte viral ging. Zusammen mit elf anderen Erzählungen veröffentlichte die Autorin Kristen Roupenian nun einen Band mit Kurzgeschichten, die mehr als treffend die zwischenmenschlichen Befürchtungen und Hoffnungen unserer Zeit widerspiegeln.
“Ihr Körper und andere Teilhaber” von Carmen Maria Machado
“Er will es anfassen, aber ich packe seine Hand und wehre sie ab. “Fass es nicht an”, sage ich. “Das darfst du nicht.” Bevor wir wieder hineingehen, fragt er, ob wir uns wiedersehen. Ich sage, dass ich das schön fände.”
“Ihr Körper und andere Teilhaber” handelt von Grenzüberschreitungen, vom Leid das Frauen und ihren Körpern angetan wird und von dem Leid, das wir uns folgsam irgendwann selbst antun. In einem literarischen Feuerwerk, acht schockierenden und verstörenden Kurzgeschichten wird der Gesellschaft ein schmerzhafter Spiegel vorgehalten. Fesselnd und ergreifend.
“The Future is Female” hrsg. von Scarlett Curtis, übersetzt von Antje Althans, Katrin Harlaß, Elke Link, Kristin Lohmann, Johanna Ott, Sophie Zeitz
“Ich sehe, dass Du unfassbar schön bist, in Röcken, Hosen, T-Shirts, Abendkleidern, Pyjamas und alten Hemden mit Babykotze drauf. Wie das Sonnenlicht auf Deine Haare fällt, das Blitzen in Deinen Augen, diese starken Unterarme mit den kleinen Härchen, so viele Details, die Dich besonders machen und dennoch so wie mich. Ich sehe das. Siehst du es auch?” (Karla Paul)
Feminismus. Eigentlich ein schöner Begriff, finde ich. Er transportiert Kraft und Hoffnung und den Wunsch nach Veränderung. Feminismus hat sich gewandelt. Die Gesellschaft auch, aber wir brauchen den Feminismus heute nicht weniger als wir ihn in den letzten Jahrhunderten gebraucht hätten. Wie definiert sich Feminismus heute? Wir erfahren es hier von Schriftstellerinnen, Journalistinnen, Schauspielerinnen und Sängerinnen, aber auch von der Frau von nebenan.
“Frauen schreiben wundervoll” hrsg. von Karin Biela
“Ingrid war ein anmutiges, kraftvolles Wesen mit einer packenden Ausstrahlung. Sie nahm Elisabeth gleich an der Hand und führte diese gekonnt durch die tanzende Menge zu einem kleinen Tresen.”
Frauen schreiben. Allein schon das ist eine wichtige Erkenntnis. Wir sollten Frauen lesen und zwar bewusst. Frauen, die über Frauen schreiben – noch besser? Karin Biela, Verlegerin, hat in drei Bänden Geschichten von Frauen gesammelt, deren Hauptfiguren Frauen sind. Preisgekrönte Schriftstellerinnen, aber auch ganz frische Talente haben dazu beigetragen.
“Der Ursprung der Welt” von Liv Strömquist, übersetzt von Katharina Erben
Strömquist über das weibliche Geschlechtsorgan:
“Was ist das überhaupt? Und warum verbindet die Menschheit eine so extrem unentspannte, borderline-mäßige Hassliebe mit diesem Körperteil?”
“Der Ursprung der Welt” ist eine Graphic Novel der besonderen Art. Als Sachbuch verpackt, erleben wir hier die Kulturgeschichte der Vulva. Liv Strömquist nimmt uns mit auf eine Reise durch die Zeit, veranschaulicht aktuelle gesellschaftliche Probleme mit ungewöhnlichen Mitteln und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Es macht großen Spaß mit Strömquist auf Reisen zu gehen und für meine Menstruation schäme ich mich dank ihr auch nicht mehr.
Welche Bücher über Frauen, von Frauen und für Frauen haben dich gestärkt, begleitet, inspiriert oder auch mal herausgefordert? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!
Bücher, die dir helfen dein Leben zu verändern?
Hier geht's zum Motivations-Paket!Wirst du einen Neuanfang wagen?
Wirst du einen Neuanfang wagen?
Kennst du diese Tage der Eintönigkeit, an denen wir gar nicht richtig sagen könnten, ob sich dieses Leben aktuell so wirklich lohnt?
Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf schwelende Konflikte, andauernde Selbstzweifel und immer wieder dieses Gefühl, nicht genug zu sein und nicht genug zu leisten. Um dem zu entgehen, können wir gute Literatur lesen, die uns Mut macht, mal etwas zu verändern. Selbstverwirklichung sollte eigentlich keine leere Phrase sein, sondern mit Leben gefüllt werden. Und der Weltbestsellerroman “Eat, Pray, Love” von Elizabeth Gilbert ist definitiv ein Werk, das uns hilft für uns einzustehen und dem Glück eine Chance zu geben.
Depressionen und Selbstvorwürfe
Autorin Elizabeth Gilbert hat in “Eat, Pray, Love” eigene Erfahrungen, Herausforderungen und Hoffnungen verarbeitet. Wir erfahren sehr viel Persönliches über die Journalistin und erhalten eine tiefe Innenschau in das Leben einer von Depressionen, Zweifeln und Selbstvorwürfen geplagten Frau. Das klingt jetzt natürlich etwas hart und aufwühlend. Ist es auch. Und wenn du bislang nur die Verfilmung kennst, denkst du vielleicht – aber das war doch da so viel lebensfroher, bunter und amüsanter?
Verfilmung und Buch liegen weit auseinander
Wenn du das hier liest, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass du die Verfilmung von “Eat, Pray, Love” schon gesehen hast. Der Film war ein Riesenerfolg, das Buch natürlich auch. Und das – meiner Ansicht nach – völlig zu recht. Denn jetzt, nachdem ich das Hörbuch gehört habe kann ich dir sagen: es lohnt sich auf jeden Fall! Du erlebst die Geschichte ganz anders als im Film. Sie steckt voller Feinsinnigkeiten, hat so viel Atmosphäre und nichts von der Oberflächlichkeit, der eine 90 Minuten Verfilmung automatisch ausgesetzt ist.
Es ist ein Roman, der die Leserin und den Leser trägt, motiviert, umarmt. Mit sanftem Humor, der die Geschichten durchzieht, gekürt mit einer spitzen Ironie, die niemals ins Agressive überdriftet.
”Ich will irgendwohin, wo mich etwas in Begeisterung versetzt.”
Ich empfehle dir, unbedingt auch einmal die Autorin bei einem Ted-Talk auf Youtube zu erleben. Sie ist eine wahnsinnig kluge, authentische und erfrischende Person. Spätestens Dann wirst du ihren Welterfolg sicher lesen wollen.
Die Liebe und das Glück
Du liest dann von einer Elisabeth, die erfolgreich im Beruf, beliebt bei ihren Freunden und die dennoch unglücklich und frustriert ist. Die Ehe geht in die Brüche und auch die folgende Affäre mit einem jüngeren Mann. Aus einer tiefen Unzufriedenheit heraus, packt Liz ihre sieben Sachen und geht auf Reisen. Was sie sucht? Die Liebe und das Glück.
Liz startet den Versuch, nochmal etwas ganz Neues zu erleben, neue Sprachen zu lernen, andere Menschen kennenzulernen und sich selbst gegenüber nachsichtiger und liebevoller zu sein.
Die Depressionen der Autorin werden glaubwürdig gezeichnet und auch die Herausforderungen sind authentisch. Ein typischer Reisebericht ist es jedenfalls nicht. Die Entscheidungen, die Liz trifft und der Mut, mit dem sie ihren Träumen folgt – all das tut so gut zu lesen und lässt mich dir dieses Buch ans Herz legen. Ich selbst habe wie gesagt dem Hörbuch gelauscht, wunderbar und einfühlsam gesprochen von Julia Fischer.























